Xiaomi Redmi Watch 3 im Test – wie gut ist diese Smartwatch im Alltag?

Im Test habe ich die Redmi Watch 3, einer Smartwatch aus der Mittelklasse, die viel verspricht, aber was taugt die Uhr im Alltag?

Es ist schon einige Zeit her, also ich mit der Redmi Watch 2 Lite (Testbericht) so etwas wie den Vorgänger getestet habe. Die war nicht wirklich zu empfehlen und jetzt soll mit der Redmi Watch 3 alles besser werden. „Zeig dich von deiner besten Seite“ ist der Spruch zur Uhr und deutet auf die Vielzahl an den zur Auswahl stehenden Armbändern hin, die man dazu kaufen kann. Wie aber bei Xiaomi üblich, gibt es schon jetzt bei Amazon* und Co eine riesige Auswahl an Armbändern. Mit einer UVP von 119 Euro muss sich die Redmi Watch 3 aber mit der Amazfit GTS 4 Mini (Testbericht) vergleichen lassen, was ich hier auch ein Stück weit machen werde.

Auch wichtig zu wissen ist, dass ich eine Smartwatch rund um die Uhr trage und wie genau ich teste, ist hier ausführlich beschrieben -> Link

Redmi Watch 3 günstig bei Amazon kaufen*
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Technische Daten Redmi Watch 3:

  • Android / iOS
  • 1,75″ AMOLED Display mit 450 x 390 Pixel
  • Pulsmessung
  • SpO2 Messung (was ist das?)
  • Schlafaufzeichnung
  • 120 Sportarten
  • Mi Fitness App
  • wasserdicht bis 5 ATM (was bedeutet das?)
  • Amazon Alexa
  • Freisprechfunktion
  • GPS, Beidou, GLONASS, Galileo, QZSS
  • 42,58 x 36,56 x 9,99 mm
  • 39 g
  • 289 mAh

Produktseite: mi.com/de/redmi-watch-3

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Erhältlich ist die Redmi Watch 3 bei Amazon* in schwarz und weiß zum Preis von 119 Euro. Ich habe sie im Angebot für 99 Euro ergattern können.

Was ich gut finde:

In der Verpackung der Redmi Watch 3 ist neben der Watch noch ein kurzes Ladekabel, welches übrigens kompatibel mit dem Xiaomi Smart Band 7 Pro (Testbericht) ist, und eine deutsche Kurzanleitung. Rein optisch ist die Redmi Watch 3 eine klassiche Smartwatch im eckigen Design, bietet aber mit 1,75″ ein etwas größeres Display als die Amazfit GTS 4 Mini (Testbericht) mit 1,69″. Die Displayränder sind für meinen Geschmack etwas zu breit, aber der leicht gekrümmte Übergang in das Gehäuse aus Aluminium ist sehr elegant gelöst. Überhaupt fasst sich die Redmi Watch 3 richtig gut an. Das Gewicht passt perfekt und stört im Alltag überhaupt nicht. An der rechten Seite findet man eine Taste und darunter das Mikrofon und den Lautsprecher. Denn mit der Redmi Watch 3 kann man telefonieren. Das stimmt prinzipiell auch, aber sorgt zunächst für etwas Verwirrung, worauf ich weiter unten gehen werden.

Auf der Rückseite die beiden Pogo-Pins für das magnetische Ladegerät und die Sensoren, die wie gewohnt etwas erhaben positioniert sind um den Abstand zwischen Sensor und Haut zu reduzieren. Das Armband ist ohne Werkzeug wechselbar, allerdings gibt es einen speziellen Verriegelungsmechanismus, womit man entsprechende Armbänder braucht, die es schon bei Amazon* in Hülle und Fülle gibt. Über den Verschluss mit dem Knopf kann man lange diskutieren, aber ich habe bis heute noch kein Xiaomi Wearables verloren, weil es sich geöffnet hat. Auf der Homepage sieht und liest man was von einer „Memory Halteschlaufe“, die aber wohl nur beim grünen und gelben Armband mitgeliefert wird. Bei meinem schwarzen Armband ist das Teil nicht dabei. Die Verarbeitung der Redmi Watch 3 ist absolut top und lässt keinen Raum für Beanstandungen.

Ansonsten noch mal kurz zum Display. Dieses ist ein AMOLED mit 450 x 390 Pixel, welches sehr gut reagiert und sogar eine aktivierbare Wassersperre bietet, welches das Display deaktiviert, wenn es ins Wasser geht. Ja, die Redmi Watch 3 ist wasserdicht und das bis 5 ATM (was bedeutet das?), womit sie beim Schwimmen im Süßwasser getragen werden kann, aber beim Duschen darf es nicht zu heiß sein, Sauna ist ausgenommen und auch das Tauchen, denn dieses 5 ATM hat nichts mit 50 Meter Wassertiefe zu tun. NFC gibt es nicht, also kann man mit der Redmi Watch 3 nicht bezahlen.

Weiterhin gibt es bei der Redmi Watch 3 mit GPS, Beidou, GLONASS, Galileo und QZSS insgesamt fünf Satellitensysteme zur Standortbestimmung. In der Praxis sieht das auf der Karte mitunter recht wild aus, denn nur selten läuft man wirklich auf den Wegen, sondern teilweise mehrere Meter daneben und dabei spielt es keine Rolle ob unter freien Himmel, mitten in der Stadt oder im Wald. Allerdings passen die Streckenangaben am Ende immer wieder wieder bis auf wenige Meter und das alleine zählt am Ende des Tages. Was aber nicht verschwiegen darf ist der Hohe Akkuverbrauch des GPS.

Die Akkulaufzeit von bis zu 14 Tagen können wir ruhigen Gewissens nach in das Reich der Träume verschieben. Das wird man in der Realität niemals erreichen, außer man legt die Uhr ungenutzt auf den Tisch und deaktiviert alles. Bei mir ist es genau anders herum. Für den Test aktiviere ich alles, was es gibt. Also das Always-On Display, automatische Pulsmessung, Schlaf- und Stressüberwachung, alle 2 Tage eine ausführliche Laufeinheit per GPS, usw. Also das komplette Programm. Damit komme ich auch fast 4 Tage, was aber stark davon abhängt, wie oft man das GPS nutzt. Eine Stunde Laufen im Freien hat bei mir teilweise bis zu 15% Akku gekostet und das ist schon immens.

Als App kommt Mi Fitness (Android / iOS) zum Einsatz. Vorbei sind die Zeiten, dass man hier frei wählen kann. Für Xiaomi und Redmi funktioniert nur noch Mi Fitness. Ich finde die App gut, denn sie ist sehr übersichtlich, bietet aber viele Funktionen und liefert alle wichtigen Infos auf einen Blick, wie auch z.B. der VO2max Wert (was bedeutet das?) Das gilt aber nicht für den PAI-Wert (was ist das?), denn das Widget ist zwar auswählbar, liefert aber keine Werte. Ansonsten liefern die Widgets jede Menge Statistiken und Informationen. Im Reiter „Geräte“ hat man alle Funktionen im Blick, die mit dem Wearable zu tun haben. Dort unter anderem die App Benachrichtigungen, die im Alltag problemlos funktionieren, aber bei der Darstellung von Smilies gibt es nur die aller wichtigsten als Grafik und der große Rest als „?“ zu sehen. Man bekommt auch immer nur die ersten Zeilen zu sehen und kann auf diese weder antworten noch reagieren.

Natürlich gibt es wieder jede Menge Watchfaces, die teilweise sogar angepasst werden können, wie überhaupt das komplette Menü, Widgets und Trainings in der Liste der Redmi Watch 3. Gefällt mir sehr gut, denn so kann man sich alles ganz persönlich einrichten. Daher ist die Bedienung auch sehr einfach. Im Profil kann man seine Ziele setzen, weitere Apps wie Strava verbinden und allgemeine Einstellungen vornehmen. Apps wie bei der Amazfit GTS 4 Mini (Testbericht) gibt es leider nicht, aber auch über 120 Aktivitäten, von denen aber nur Laufen, Gehen und Radfahren per GPS aufgezeichnet werden können. Positiv ist hier, dass es einfache Laufprogramme für Einsteiger und Fortgeschrittene gibt. Diese bieten zwar nicht die Möglichkeit der Anpassung, aber gerade für Einsteiger genau das Richtige für den leichten Einstieg.

Was ich nicht gut finde:

Die Redmi Watch 3 brüstet sich mit einer maximale Displayhelligkeit von 600 Nits, was das Ablesen bei Sonnenschein wirklich massive erleichtert, aber das blöde dabei ist, dass es keine automatische Helligkeitsregelung wie bei der günstigeren Amazfit GTS 4 Mini (Testbericht) gibt. Hier ist Handarbeit gefragt. Im Alltag wird man die Displayhelligkeit eher niedrig halten, damit man in der Wohnung nicht geblendet wird, aber sobald es nach draußen geht und die Sonne scheint, muss man nachregeln. Also ab in die Einstellungen der Uhr zu den Displayeinstellungen und dort dann die Helligkeit korrigieren, weil es keinen Shortcut in den Schnelleinstellungen dafür gibt. Total nervig.

Was ich leider bemängeln muss ist das mit den Messwerten von Puls, Blutsauerstoff und Co. Beim Puls sind Abweichungen von bis zu 10 Schlägen pro Minute sind bei Smartwatches als normal anzusehen. Die Redmi Watch 3 ist da aber etwas (viel) tolerante. Ich teste das parallel mit einem Fingerclip in Ruhe, beim Aufwärmen, während des Sports und kurz nach dem Sport. Es fällt schon mal auf, dass mir die Redmi Watch 3 irgendwie immer verkaufen will, dass mein Puls so um die 90 Schläge pendelt, was totaler Quatsch ist. In absoluter Ruhe auf der Couch sind es knapp unter 60 Schläge pro Minute und die Redmi Watch 3 zeigt mir derer 92 an. Auf dem Laufband, der Fingerclip zeigt einen Puls von 138, soll ich laut Redmi Watch 3 nur 98 Schläge haben. Und das zieht sich so durch den ganzen Test. Also eher unbrauchbar.

Dasselbe mit dem Blutsauerstoff SpO2. Beim gesunden Menschen pendelt der immer um die 97% bis 100%. Laut Redmi Watch 3 liege springe ich immer wieder von 90% auf 100% und zurück. Berg und Tal, den ganzen Tag. Totaler Unsinn, denn ein Sauerstoffgehalt von 90% wäre ein akuter Sauerstoffmangel, der schon was für den Rettungsdienst wäre und macht sich mit einer ausgeprägten Atemnot bemerkbar. Habe ich aber zu keiner Zeit. Der schlaf passt einigermaßen, aber auch hier sollte man nichts für bare Münze nehmen.

Was mich auch nervt ist das mit Alexa. Zwar kann man die Redmi Watch 3 mit dem Amazon Alexa Sprachassistenten verbinden, was ich natürlich auch wieder ausprobiert habe, aber es funktioniert einfach nicht. Ich sage „Alexa, wie ist das Wetter“ und es tut sich…nichts. Oft kommt dann eine Fehlermeldung, dass die Verbindung fehlgeschlagen ist und dass die App die Erlaubnis bekommen soll auch im Hintergrund zu laufen, obwohl das Smartphone entsperrt mit der offenen App neben mir liegt. Das Problem ist seit langem bekannt und zieht sich durch alle Modelle, aber bislang ohne Lösung.

Oder die Sache mit dem „Bitte nicht stören“ Modus. Der soll angeblich smart sein, was ich so verstehe, dass er sich automatisch aktiviert, sobald ich ins Bett gehe und sich automatisch deaktiviert, sobald ich aufstehe. Aber geht nicht. Obwohl alles richtig eingestellt, leuchtet das Display immer wieder auf, so dass ich trotzdem jeden Abend händisch alles abschalten muss, denn auch das Always-On Display deaktiviert sich nicht. Muss auch jedes mal händisch aktiviert und deaktiviert werden. Also wenn smart, dann bitte richtig und vor allem funktionierend.

Die Redmi Watch 3 kann telefonieren. Wobei, das nicht ganz richtig ist, denn es gibt zwar ein Mikrofon und einen Lautsprecher, aber für die Telefonie muss das Smartphone verbunden sein. Ohne Smartphone kein Telefonat. Leider ist die Telefonie nur in ruhigen Umgebungen nutzbar. An der Straße stehend oder wo sonst etwas los ist, muss man trotz maximaler Lautstärke die Uhr abwechselnd direkt ans Ohr halten, um etwas zu hören oder direkt an den Mund, wenn man sprechen will. Zwar kann man mit der Redmi Watch 3 auch Anrufe direkt von der Uhr starten, dann muss die Nummer aber in der Mi Fitness App hinterlegt sein, denn die Uhr hat keinen Zugriff auf das Adressbuch.

Ziemliche Verwirrung liefert die Homepage dann auch zum Annehmen eines Telefonats. Laut Beschreibung „Nimm Anrufe an, indem du einfach deine Hand hebst“, suggeriert doch, das es ausreicht die Hand zu heben, um einen Anruf anzunehmen oder? Einen Satz später wird das mit dem Satz „Telefonanrufe können auf der Uhr mit nur einem Fingertipp angenommen werden“, um dann im nächsten Satz genau dem wieder mit „Egal, ob du gerade arbeitest oder Sport treibst, hebe einfach deine Hand, um Anrufe anzunehmen,…“ zu widersprechen. Richtig ist, dass da überhaupt nichts automatisch durch handheben geht. Man muss das grüne Icon drücken, um ein Telefonat anzunehmen.

Fazit:

Ist die Redmi Watch 3 empfehlenswert? Nein, denn an sich ist die Watch gut, aber es so viel zu verbessern, dass die Nutzung im Alltag nerven solche Dinge wie die fehlende automatische Einstellung der Displayhelligkeit, dass der Bitte-Nicht-Stören-Modus nicht wirklich automatisch funktioniert und noch viel schlimmer, dass die erfassten Werte einfach nur unbrauchbar sind. Das Extra mit der Telefonie ist nur in einer sehr ruhigen Umgebung nutzbar und dann auch nur, wenn man die Uhr wie ein Telefon abwechselnd ans Ohr oder Mund halten muss, um irgendwas zu verstehen bzw. verstanden zu werden. Am Ende ist die Amazfit GTS 4 Mini (Testbericht) die bessere und auch günstigere Alternative und daher gibt es auch dieses mal kein Gütesiegel.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf eigene Kosten bei Amazon gekauft. Es wurde nicht vom Hersteller bzw. Onlineshop als Leihgabe bzw. als Geschenk zur Verfügung gestellt. Diese Offenlegung dient der Transparenz.

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Peter W.
 Redmi Watch 3

Zusammenfassung

+ sehr gute Verarbeitung
+ wechselbare Armbänder
+ ordentliche Akkulaufzeit

– Genauigkeit der Messwerte
– Telefonie nur in ruhigen Umgebungen nutzbar
– Nicht stören Modus mit Schwächen
– keine automatische Helligkeitsregelung
– Alexa Integration nach wie vor mit Bugs

4 Kommentare zu „Xiaomi Redmi Watch 3 im Test – wie gut ist diese Smartwatch im Alltag?“

  1. Hallo Peter, ist es möglich die Uhr zum Sport (GPS) mitzunehmen ohne dass das Handy dabei ist? Bekommt die Redmi Watch 3 ohne Smartphone Verbindung ein Signal bei dir ?
    Danke!

    1. Das Smartphone kann zu Hause bleiben, aber für die erste GPS Verbindung würde ich mit dem Telefon und der Watch ins Freie z.B. auf den Balkon gehen und warten, dass die Uhr das GPS empfängt. Das kann mitunter beim ersten mal etwas dauern.

      Gruß
      Peter

  2. Okay, schon komisch. Also der deutsche xiaomi Support behauptet, die Uhr hätte kein eigenes GPS und würde deshalb nur mit Smartphone funktionieren. Das deckt sich soweit auch mit meiner Erfahrung/Beobachtung: Warten auf GPS mit Smartphone, ca 20-30 Sekunden, ohne war auch nach 10 Minuten kein Signal da.
    Transkript des Support Chats ist vorhanden falls gewünscht.
    War immer sehr zufrieden mit xiaomi aber bei dem Thema bin ich enttäuscht weil ich nach dem was/wie die Uhr beworben wird etwas anderes erwartet habe.
    Hätte die Uhr ein eigens GPS, wieso sollte ich dann beim ersten mal mit Smartphone suchen? 🤷

    1. Die Uhr hat nicht nur GPS, sondern laut deutscher Produktseite auch noch Beidou, GLONASS, Galileo und QZSS. Keine Ahnung, dem man jetzt glauben soll oder kann. Ich hatte zumindest keine Probleme, was aber nur meine eigenen Erfahrungen entspricht.

      Gruß
      Peter

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