Dienstag, November 29, 2022
StartTestberichte Bluetooth In-Ear KopfhörerSoundPEATS Air3 Deluxe HS im Test - wie viel Deluxe steckt in...

SoundPEATS Air3 Deluxe HS im Test – wie viel Deluxe steckt in diesem Semi-In-Ear Headset

Im Test habe ich das SoundPEATS Air3 Deluxe HS Semi-In-Ear Headset, denn der Hersteller verspricht viel Deluxe und ich will wissen, wie viel Luxus wirklich drin steckt.

SoundPEATS ist bei uns schon lange kein Unbekannter mehr. Auch bei uns im Podcast haben wir des Öfteren über sie gesprochen. Zuletzt über die SoundPEATS Air 3 (Testbericht) von denen ich nun die Deluxe Ausführung in Form der SoundPEATS Air3 Deluxe HS in den Händen halte. Die SoundPEATS Air 3 Pro (Testbericht) sind übrigens die In-Ear Ausführung der SoundPEATS Air3 Deluxe HS. Da ich gerade die mehr als doppelt so teuren Nothing ear (stick) (Testbericht) getestet habe, bin ich gespannt, wie sich die SoundPEATS dagegen behaupten können.

Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei. Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. Wie immer sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab. Das auch mit einer der Gründe, warum wir unsere Testberichte eher kurz halten, denn niemand elend lange Texte lesen und daher konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale. Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben -> Link

Technische Daten SoundPEATS Air3 Deluxe HS:

  • 14,2 mm Treiber
  • 20 Hz – 40 kHz
  • 24bit / 96kHz / 990kbps
  • Bluetooth 5.2
  • Bluetooth Profile A2DP, AVRCP, HFP, SPP, GATT (was ist das?
  • Bluetooth Codec SBC, AAC, LDAC (was ist das?
  • Freisprechfunktion
  • Touchbedienung
  • Trageerkennung
  • Adaptiver Equalizer
  • SoundPEATS App
  • Low-Latency Game-Modus mit 60 ms
  • spritzwassergeschützt nach IPX4 (was bedeutet das?)
  • USB Typ-C
  • 56,5 x 48 x 22,8 mm (Case)
  • 4 g (pro Earpiece)
  • 37 g (gesamt mit Case)
  • 30 mAh (Earpiece)
  • 300 mAh (Case)

Produktseite: soundpeats.com/soundpeats-air3-deluxe-hs-wireless-earbuds

Deutsche Bedienungsanleitung: soundpeats.com/SOUNDPEATS-Air3_Deluxe_HS-User-Manual.pdf

Erhältlich ist das SoundPEATS Air3 Deluxe HS Semi-In-Ear Headset in schwarz bei Amazon* zum Preis von 49,99 Euro. Bis zum 30.11.2022 gibt es bei Amazon* noch 20% Rabatt.

Der Lieferumfang der SoundPEATS Air3 Deluxe HS

Was ich gut finde:

In der Verpackung des SoundPEATS Air3 Deluxe HS findet man neben dem USB-C Ladekabel noch eine deutsche Kurzanleitung. Das Case ist eines von vielen, hat aber im Gegensatz zum Nothing ear (stick) (Testbericht) den Vorteil, dass es in der Hosentasche nicht aufträgt. Das Look und Feel ist on Ordnung, aber diese hochglanzlackierte Oberfläche ist im Alltag der Horror. Fingerabdrücke, Fussel und sehr kratzempfindlich. Das sieht nur in den ersten Tagen so richtig schick aus. Spätestens am Deckel des Case merkt man dann aber doch, dass wir hier einen eher günstigen Vertreter der Gattung Semi-In-Ear Headset liegen haben.

Das Öffnen ist irgendwie „billig“. Ein etwas schwergängiges Scharnier, welches zwar offen bleibt, wenn man das Case hinlegt, aber nur deswegen, weil es eben so schwergängig ist. Die Taste steht minimal aus dem Case heraus, was zum Problem werden könnte, wenn man mal etwas drauflegt oder in der Hosentasche transportiert wird. Wasserdicht ist das Case bzw. die Ohrstöpsel nicht, aber spritzwassergeschützt nach IPX4 (was bedeutet das?). Man kann damit mal im Regen joggen gehen oder stark schwitzen, aber duschen geht mit den SoundPEATS Air3 Deluxe HS nicht.

Das Case des SoundPEATS Air3 Deluxe HS sieht hübsch aus, aber diese Fingerabrücke und Fussel

Die Ohrstöpsel sind exakt dieselben wie schon beim SoundPEATS Air 3 (Testbericht). Die Touchfläche ist in Gold gehalten und gut zu treffen, aber bei der Bedienung gibt es ein paar Probleme bei der Bedienung, worauf ich weiter unten eingehen werde. Im Gegensatz zum Air 3 wurde der Empfang deutlich verbessert. So kann ich mich jetzt auch mal über die Wache oder meine Wohnung in ein anderes Zimmer bewegen, ohne das die Verbindung abbricht. Das erneute Verbinden funktioniert jetzt ebenfalls tadellos. Multipoint gibt es leider nach wie vor nicht. Dafür ist das SoundPEATS Air3 Deluxe HS dann wohl nicht Luxus genug, aber in dieser Preisklasse ist das kein Mangel, sondern (leider) Standard.

Im Inneren werkeln weiterhin die 14,2 mm Treiber, wie sich auch schon bei den SoundPEATS Air 3 (Testbericht) zum Einsatz gekommen sind. Neu ist aber der neue hochauflösende LDAC Codec (was ist das?), welcher von den Qualitäten auch von immer mehr Streamingdiensten unterstützt wird (Link zum Artikel). Allerdings muss auch das Smartphone diesen Codec unterstützen und das sind bisher (leider) nur sehr wenige. iPhones schon mal nicht, dafür aber Sony, denn LDAC ist ein Produkt von Sony, dazu noch Huawei, Realme oder Xiaomi. Eine Liste aller Hersteller, die LDAC unterstützen, findet man hier -> Link

USB-C und eine Taste, die im Alltag zum Problem werden könnte

Auch der Low-Latency Game-Modus mit 60 ms ist wieder mit von der Partie und leistet gute Arbeit. So ganz wird man den Versatz zwischen Bild und Ton aber nicht los.

Der Tragekomfort ist gut, was aber jetzt nur eine Aussage für meine Ohren ist. Hier muss leider jeder selber seine Erfahrungen sammeln, denn was bei mir passt, kann bei meinem Arbeitskollegen überhaupt nicht passen. Bei Burpees oder Jumping Jacks halten sie gut, aber schwitzt man stark und liegt z.B. beim Bankdrücken auf einer Bank, dann kann so ein Ohrstöpsel auch mal ein Stück aus dem Uhr rutschen. Allerdings passt das auch mit meinen AirPods 3 (Testbericht), also kein wirklicher Mangel, weil das bauartbedingt nicht anders möglich ist.

Neu ist auch die SOUNDPeats App (Android / iOS). Nach der Registrierung bzw. Anmeldung in der App, ist die Einrichtung eine Sache von Sekunden. Die App als solches ist sehr übersichtlich und man kann schon direkt auf der Startseite die wichtigsten Funktionen wie die Trageerkennung oder den Spielmodus per Klick aktivieren bzw. deaktivieren kann. Hier lässt sich auch die One-Click Funktion deaktivieren, worauf ich später noch zu sprechen komme. Weiterhin kann man einen Equalizer bemühen, um dem Klang auf die Sprünge zu helfen. Es gibt 9 Voreinstellungen und dazu noch die Möglichkeit einen eigenen Preset zu speichern.

Von oben nach unten die SoundPEATS Air3 Deluxe HS, AirPods 3 und Nothing ear (stick)

Viel spannender ist aber „Adaptiver EQ“. In dieser Preisklasse einmalig, wenn man mal die SoundPEATS Air 3 Pro (Testbericht) außen vor lässt, weil das sind die In-Ears aus der Air3 Serie. Man durchläuft einen Hörtest, für den man sich an einem wirklich leisen Ort befinden sollte, um am Ende ein wirklich brauchbares Ergebnis zu bekommen, denn der Equalizer wird dann an das eigene Gehör angepasst. Und das es tatsächlich was bringt, hat der Klangtest bewiesen.

Ohne den adaptiven Equalizer klingt der SoundPEATS Air3 Deluxe HS wie viele andere dieser Preisklasse. Der tayische „Badewannen“-Klangcharakter mit einer Betonung des Tief- und Hochtonbereichs. Das wird für die meisten Nutzer bei den meisten Musikrichtungen gut klingen, aber da geht noch mehr, wenn man den adaptiven Equalizer aktiviert. Das Klangbild ändert sich komplett zu so richtig gut. Ok, es kann nicht mit einem High-End Headset wie dem Sony WF-1000XM4 (Testbericht) heran, aber es klingt richtig gut, weil die einzelnen Frequenzen plötzlich miteinander harmonieren. Die maximale Lautstärke ist in Ordnung und es fehlt ein wenig die Tiefe des Raumes und die Räumlichkeit, wie sie z.B. die Nothing ear (stick) (Testbericht) liefern. Aber hey, wir sprechen hier von einem Headset für unter 50 Euro.

Bei Telefonaten ist der Klang in Ordnung. Man selbst wird gut gehört und der Anrufer ist gut zu verstehen. Vor allem mit dem aktivierten adaptiven Equalizer. Lediglich laute Geräusche oder stärkerer Wind finden ihren Weg zum Gegenüber, aber es bleibt alles im Rahmen des erträglichen.

Der Tragekomfort der SoundPEATS Air3 Deluxe HS ist gut

Was ich nicht gut finde:

Laut Produktseite sollen die SoundPEATS Air3 Deluxe HS bis zu 5 Stunden bei 50% Lautstärke mit einer Akkuladung durchhalten. Mit 3 Stunden und 19 Minuten war ich leider weit davon entfernt. Viermal soll man beide Ohrstöpsel im Case aufladen können. Bei mir waren es dreimal und beim vierten mal reichte es dann noch für knapp 40 Minuten Musik hören und damit weit weg von den versprochenen 20 Stunden. Ist leider ein bekanntes Problem bei allen SoundPEATS Headsets.

Genau wie bei den SoundPEATS Air 3 (Testbericht) gibt es dieselben Probleme bei der Bedienung der SoundPEATS Air3 Deluxe HS. Berührungen werden oft gar nicht umgesetzt oder einmaliges Drücken wird als zweifach erkannt. Total nervig, denn so gut wie nie passiert das, was man möchte. Durch kurzes Drücken links oder rechts, wird die Lautstärke jeweils reduziert bzw. erhöht. Das funktioniert gut, aber sobald man nur mal kurz den Sitz des Ohrstöpsel korrigieren möchte, wird mit 99%iger Sicherheit die Lautstärke ändern. Diese Funktion kann man zwar in der App deaktivieren, aber damit kann man dann auch nicht mehr die Lautstärke am Ohrstöpsel ändern.

Die SoundPEATS App ist sehr übersichtlich

Oder genau wie bei den Air 3 passiert es immer wieder, dass man ein Telefonat beendet, sobald man es nur kurz halten möchte, weil zweimal Drücken ein Telefonat beendet und kurz gedrückt halten soll es halten. Dumm nur, weil genau dieser kleine Unterschied zwischen Drücken und gedrückt halten nicht korrekt erkannt wird.

Eine Kleinigkeit, die mich bei vielen Headsets stört, ist die Tatsache, dass die Ohrstöpsel falsch herum im Case des SoundPEATS Air3 Deluxe HS stecken. Zieht man sie heraus, dann hat man sie falsch herum in der Hand. Eigentlich müsste der Kopf des rechten Ohrstöpsel nach links zeigen und entsprechend der Kopf des linken Ohrstöpsels nach rechts zeigen. Beim SoundPEATS Air3 Deluxe HS muss ich die zum Einsetzen erst noch drehen. Schwer zu erklären, aber sobald man das mal beachtet, merkt man sofort, was ich meine.

Die App bietet auch einen adaptiven Equalizer

Fazit:

Ist das SoundPEATS Air3 Deluxe HS empfehlenswert? Ja, weil es mit unter 50 Euro günstig ist und dafür einiges bietet. Alleine der adaptive Equalizer ist in dieser Preisklasse der Oberknaller, da er nicht nur Deko ist, sondern wirklich den Klang auf ein neues Level hebt. Die Probleme mit der Verbindung oder die niedrigere Akkulaufzeit als angegeben sind zwar nervig, aber alles in allem ist es ein echtes Spaß-Headset für jedermann ohne spezielle Ansprüche und aufgrund des Preis/ Leistungsverhältnisses gibt es das Gütesiegel und einen Platz in unserer Bestenliste.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Geschenk erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Peter W.
SoundPEATS Air3 Deluxe HS
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Klang
  • Preis/ Leistung
3.6

Zusammenfassung

+ ordentliche Verarbeitung
+ guter Tragekomfort
+ guter Klang
+ Adaptiver Equalizer
+ LDAC Codec

– kein Multipoint
– knifflige Bedienung
– unterdurchschnittliche Akkulaufzeit

Peter W.https://www.mobi-test.de
Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch oder Marketing Gelaber, sondern Klartext. Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.
Ähnliche Artikel zum Weiterlesen

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Smartphone Testberichte