Sonntag, September 25, 2022
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SoundPEATS Air3 Pro im Test – wie Pro ist dieses In-Ear mit ANC wirklich?

Im Test habe ich die SoundPEATS Air3 Pro, denn ich will wissen, wie viel Pro in diesem In-Ear Headset mit ANC wirklich steckt, ob es taugt und ob es vielleicht Alternativen gibt.

Sucht man bei Amazon nach In-Ear Headsets mit ANC und filtert auch nach einem Preis unter 100 Euro, wird man ganz schnell auf den Namen SoundPEATS stoßen. Dieses amerikanische Unternehmen ist seit 2010 auf dem Markt und bei uns eben primär über Amazon* zu bekommen. Ich selbst habe zuletzt die SoundPEATS Air3 (Testbericht) testen können und wie unschwer zu erkennen, handelt es sich bei den SoundPEATS Air3 Pro um ein Schwestermodell, denn das Air3 ist ein Semi-In-Ear Headset wie die AirPods 3 (Testbericht) und die Pro sind „echte“ In-Ears wie die AirPods Pro (Testbericht). Allerdings wäre ein Vergleich mit den AirPods nicht fair, aber ich hatte sofort meinen aktuellen Preis/Leistung Überflieger in der 50 bis 100 Euro Klasse im Kopf – die nothing ear (1) (Testbericht).

Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben (Link zum Artikel). Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei. Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. Wie immer sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab. Das auch mit einer der Gründe, warum wir unsere Testberichte eher kurz halten, denn niemand elend lange Texte lesen und daher konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale. Nicht zuletzt von der Auswahl der passenden Aufsätze die zum sehr großen Teil den Klang beeinflussen. Dazu habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengetragen -> Link

Technische Daten SoundPEATS Air3 Pro:

  • 12 mm Treiber
  • Qualcomm QCC3046 Chipsatz
  • Bluetooth 5.2
  • Bluetooth Profile HSP, HFP, A2DP, AVRCP (was ist das?
  • Bluetooth Codec SBC, AAC, aptX, aptX Adaptive (was ist das?
  • Freisprechfunktion
  • Touchbedienung
  • Low-Latency Modus mit 60 ms
  • spritzwassergeschützt nach IPX4 (was bedeutet das?)
  • USB Typ-C
  • 60,6 x 45 x 24,3 mm (Case)
  • 4,5 g (pro Earpiece)
  • 37 g (gesamt mit Case)
  • 40 mAh (Earpiece)
  • 280 mAh (Case)

Produktseite: us.soundpeats.com/soundpeats-air3-pro-wireless-earbuds

Deutsche Bedienungsanleitung: soundpeats.com/SOUNDPEATS_Air3_Pro_User_Manual.pdf

Erhältlich ist das SoundPEATS Air3 Pro TWS Headset in schwarz bei Amazon* zum Preis von 69,99 Euro. Aktuell gibt es noch einen Rabatt von 10 Euro.

Der Lieferumfang der SoundPEATS Air3 Pro

Was ich gut finde:

Im Lieferumfang der SoundPEATS Air3 Pro findet man neben dem Case mit den beiden Ohrstöpseln noch ein kurzes USB Typ-C Ladekabel, zwei Sätze Ohrpolster in verschiedenen Größen und eine deutsche Kurzanleitung. Beim Design bleibt man klassisch. Wechselbare Ohrpolster aus Silikon, ein Gehäuse mit der typischen dreieckigen Touchfläche mit ihrem Logo und ein kurzer Stängel, in dem sich unter anderem ein Mikrofon befindet. Das zweite Mikrofon befindet sich oben auf dem Gehäuse.

Im Inneren der SoundPEATS Air3 Pro werkeln die auf nunmehr 12 mmm vergrößerten Treiber, denen der aptX, aptX Adaptive Codec (was ist das?) zur Seite gestellt wurden. Wie immer gilt aber auch hier, dass das Smartphone diesen Codec ebenfalls unterstützen muss auch der Musikanbieter entsprechende Qualitäten liefert. Das schwächste Glied in der Kette bestimmt den Klang. Wie im richtigen Leben, denn viele kaufen sich ein entsprechende Headset mit aptX, besitzen aber ein Smartphone wie das iPhone, welches aptX überhaupt nicht unterstützt.

Geladen wird das SoundPEATS Air3 Pro per USB C

Der Akku hat nun eine Kapazität von 40 mAh, der Akku des Case wurde auf 280 mAh vergrößert. Das Case ist jetzt breiter, aber flacher ausgefallen. An der Unterseite befindet sich die USB Typ-C Buchse zum Laden und auf der Rückseite die Taste zum Verbinden. In der Mitte zwischen Case und dem satt schließenden Deckel ist eine LED zu sehen, die über den aktuellen Zustand informiert. Das komplette Case kommt mit einer Softgrip-Beschichtung. Ansonsten gibt es eine Bedienung per Touch, eine Freisprechfunktion, einen Low-Latency Modus mit 60 ms und das alles spritzwassergeschützt nach IPX4 (was bedeutet das?). Allerdings fehlen mir noch zwei Funktionen, worauf ich später zu sprechen komme.

Wer die für sich passenden Ohrpolster ausgewählt hat, bei mir links der große und rechte der mittlere, bekommt es mit einem guten bis sehr gute Tragekomfort zu tun. Gerade beim Sport ist ein guter Sitz wichtig und die SoundPEATS Air3 Pro sitzen selbst beim Seilspringen, Jumping Jacks und Burpees an Ort und Stelle. Durch das niedrige Gewicht und die kompakte Bauweise empfindet man sich auch nach Stunden nicht als störend.

Der Connect-Button auf der Rückseite des Case

Zuerst sollte man sich die SoundPEATS App (Android / iOS) installieren. Diese kann man links oben über das Menü auf deutsch umstellen. Dort findet man unter anderen einem Equalizer mit mehreren Voreinstellungen, die teilweise echt schräg übersetzt wurden. Auf Wunsch kann man sich den Klang aber auch gerne selbst zusammenschieben. Noch viel besser, und das meine ich wirklich so, ist der „Adaptive Equalizer“. Ein Hörtest, der danach den Frequenzgang dem eigenen Gehör anpasst und den Unterschied hört man. Absolut empfehlenswert. Was es mit dem Menüpunkt „Deaktivieren Sie die One-Click-Funktion“ auf sich hat, ist mir schleierhaft. Egal ob aktiviert oder deaktiviert, ändert sich an der Bedienung nichts.

Apropos Bedienung. Die ist einfach und eingängig. Drückt man rechts, wird es lauter. Drückt man links leiser. Also eine echte Lautstärkeregelung am Headset. Doppelt drücken rechts oder links pausiert die Wiedergabe, nimmt Gespräche an oder beendet diese. Dreimal drücken links aktiviert den Gaming-Modus mit der niedrigen Latenz und dasselbe rechts startet den Sprachassistenten. Hält man links gedrückt, schaltet man das ANC um oder weist ein Telefonat ab. Rechte gedrückt halten springt zum nächsten Titel oder lehnt ein ankommendes Gespräch ab. Dabei werden die Touchbefehle gut umgesetzt, was aber ein wenig Gewöhnung braucht.

Für einen Reset auf die Werkseinstellungen setzt man beide Ohrstöpsel in das Case, lässt den Deckel offen und hält die Taste auf der Rückseite für 10 Sekunden gedrückt, bis die LED rot blinkt.

Die Verbindungsqualität der SoundPEATS Air3 Pro ist Dank Bluetooth 5.2 ist gut, was auch für die Latenz gilt, wobei man sagen muss, dass man keinen wirklichen Unterschied zwischen aktivierten Low-Latency-Modus und nicht aktivieren heraus hört, denn auch mit, ist eine gewisse Latenz bemerkbar. Aber alles im Rahmen. Zocken und Filme schauen ist mit dem

Kompakt, leicht und bekanntes Design beim SoundPEATS Air3 Pro

Das ANC der SoundPEATS Air3 Pro leistet ordentliche Arbeit. Hier muss man die Kirche im Dorf lassen, denn gegen die deutlich teureren Schwergewichte wie die AirPods Pro (Testbericht) oder gar Sony WF-1000XM4 (Testbericht) haben die keine Chance, aber für den Preis wird die Umgebung echt ordentlich ausgeblendet. Man hört zwar noch alles, aber deutlich reduzierter. Aktiviert man den Ambient-Modus, wird die Umgebung wieder hörbar, was gerade im Straßenverkehr und öffentlichen Verkehrsmitteln nicht unpraktisch ist. Bei mir auf der Wache habe ich diesen immer aktiv, damit ich mitbekomme, was um mich herum passiert. Passt so weit alles.

Auch die Akkulaufzeit kann überzeugen, auch wenn ich die versprochenen 6 Stunden nicht einmal annähernd erreicht habe. Zumindest nicht mit aktiven ANC und normalen Hörlautstärken. Bei mir war nach 4 Stunden und 22 Minuten Schluss mit Akku. Im Case konnte ich dann beide Ohrstöpsel noch zweimal nachladen, was zusammen knapp 13 Stunden macht und danach reichte es noch mal für eine knappe Stunden. Dann waren die Ohrstöpsel und das Case leer gehört.

Guter Tragekomfort bei den SoundPEATS Air3 Pro

Und wie klingt das SoundPEATS Air3 Pro? Gut. Wie immer ist bei mir der Equalizer deaktiviert und ich höre mich kreuz und quer durch meine Test-Playlist mit 120 Titeln aus allen Genres. Es fällt schon mal der gute Bassbereich auf, der aber leichte Schwächen nach unten hat. Das ist mehr ein Dröhnen, denn Bass, aber hey – immer den Preis im Augen behalten. Denn die Mitten wissen zu gefallen, genauso die Höhen, die erst bei hohen Lautstärken etwas das Kreischen anfangen. Natürlich immer abhängig von der Musikrichtung. Mir gefällt es und macht Spaß zu hören, denn wenn man nicht auf maximaler Lautstärke hört, bekommt man eine gute Bühne und Räumlichkeit präsentiert. Eben ein Spaß-Headset für preisbewusste Hörer.

Bei Telefonaten gibt es ein paar Probleme mit Windgeräuschen, die komplett eliminiert werden. Auch Autos sind gut hörbar. Dafür ist man selbst sehr laut und deutlich hörbar und auch das Gegenüber überzeugt mit einer natürlichen Stimme.

Nicht viele Optionen in der SoundPEATS App aber ausreichend

Was ich nicht gut finde:

Möchte man die beiden Ohrstöpsel auf dem Case entnehmen, beginnt ein Geduldsspiel. Warum kopiert denn niemand die geniale Technik von Apple, bei der man die Ohrstöpsel einfach nach vorne aus dem Case zieht? Hier fummelt man sich einen ab, weil man die blöden Stöpsel nicht zu greifen bekommt. Ich habe die schon aus purer Verzweiflung aus dem Case geschüttelt. Da die magnetisch gehalten werden, muss man entsprechend stark schütteln.

Was mir fehlt ist eine Trageerkennung. Also eine Funktion, die die Wiedergabe pausiert, sobald man einen Ohrstöpsel aus dem Ohr nimmt und wieder startet, sobald man es wieder einsetzt. Klar geht es auch ohne, aber in dieser Preisklasse findet man dieses Komfortmerkmal immer öfter und hier redet man schließlich von einem Pro.

Weiterhin hätte gerne auch Multipoint (was ist das?) mit an Bord sein können. Damit wäre man mit zwei Geräten gleichzeitig verbunden z.B. dem Smartphone und Tablet. Kommt ein Anruf rein, schaltet das Headset auf das Telefon und nach dem Gespräch wieder zurück zum Film auf dem Tablet.

Hörtest und Equalizer in der SoundPEATS App

Fazit:

Ist das SoundPEATS Air3 Pro empfehlenswert? Ja, denn im Moment ist es für mich das Beste in der Preisklasse von 50 bis 100 Euro, wenn man partout keine 99 Euro für das nothing ear (1) (Testbericht) ausgeben will, denn dieses ist eben noch eine Ecke besser. Aber für unter 70 Euro macht man hier keinen Fehler. Wer noch mehr sparen möchte, kann gerne zum Schwestermodell SoundPEATS Air3 (Testbericht) greifen. Dafür gibt es verdient das Gütesiegel und ein Platz in unserer Bestenliste.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

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Peter W.
SoundPEATS Air3 Pro

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ gute Akkulaufzeit
+ einfache Bedienung
+ ordentliches ANC
+ gute Reichweite
+ aptX und aptX Adaptive

– Ohrstöpsel schwer entnehmbar
– keine Trageerkennung
– kein Multipoint
– etwas Probleme mit Windgeräuschen

Peter W.https://www.mobi-test.de
Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch oder Marketing Gelaber, sondern Klartext. Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.
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