iRobot Braava jet m6 im Test – macht der Wischroboter wirklich alles sauber?

Ich habe den iRobot Braava jet m6 getestet, denn zusammen mit dem iRobot Roomba j7 (Testbericht) soll er meine Wohnung auf Hochglanz bringen und bitte schön auch so beibehalten. Ist diese smarte Gadget sein (vieles) Geld wert oder doch nur Augenwischerei?

Kombinierte Saug-Wischroboter gibt es mittlerweile viele und die neueste Generation übersteigt die 1000 Euro Grenze spielend. Zuletzt hatte ich en Dreame Bot W10 (Testbericht) im Test und er hat sich im Alltagstest wacker geschlagen, auch wenn er am Ende nicht ganz perfekt abgeliefert hat. Dann kam das Angebot, den iRobot Roomba j7 (Testbericht) und den iRobot Braava jet m6 als Gespann zu testen. Und was soll ich sagen? Natürlich teste ich die beiden, auch wenn wir auch hier preislich weit über 1000 Euro liegen. Aber der j7 hat im Test schon bewiesen, dass er jeden Cent wert ist, aber wie sieht es mit dem Wischroboter aus? Es ist für mich der Erste seiner Art und daher bin ich sehr, sehr gespannt, ob das nur ein lustiges Extra ist, oder tatsächlich eine sinnvolle Ergänzung.

Wie genau meine Wohnung aussieht, welchen Herausforderungen sich der iRobot Braava jet m6 stellen muss inkl. der riesigen, halb eingetrockneten Kaffee-Sauerei in der Küche, habe ich hier ausführlich beschrieben -> Link

Technische Daten iRobot Braava jet m6:

  • LiDAR-Navigation
  • Sprachsteuerung per Google Assistant/ Alexa
  • Zonenreinigung
  • No-Go Areas
  • Virtual Wall
  • iRobot Home App
  • 500 ml Wassertank
  • WLAN (2,4 GHz)
  • 270 x 252 x 90 m (Sauger)
  • 315 x 290 x 93 mm (Station)
  • 2,2 kg
  • 100 Watt
  • 58 dB

Produktseite: irobot.de/m-serie

Deutsche Bedienungsanleitung: irobot.com/braavajet_m6_manual_de_DE.pdf

Erhältlich ist der iRobot Braava jet m6 bei Amazon* in weiß zum Preis von 549 Euro. Im iRobot Onlineshop gibt es den m6 auch in schwarz. Sparen kann man noch mal 100 Euro, wenn man eines der angebotenen Bundles direkt bei iRobot kauft.

Hier versteckt sich ein iRobot Braava jet m6

Was ich gut finde:

In der Verpackung findet sich einiges. Natürlich zuerst einmal der iRobot Braava jet m6 selbst, seine Ladestation nebst Stromkabel, eine kleine Probe mit der Hartboden-Reinigungslösung, zwei Nasswischtücher, ein Trockenwischtuch, ein waschbares Nasswischtuch, ein waschbares Trockenwischtuch und eine deutsche Anleitung. Diese Reinigungstücher müssen übrigens nicht unbedingt original sein. Da reichen auch die Tücher von Drittanbietern (Link zu Amazon*). Anders ist das schon mit der Reinigungslösung (Link zu Amazon*). Bislang habe ich noch keine brauchbare Alternative gefunden, die nicht schäumt, denn damit kann man den iRobot Braava jet m6 auf Dauer killen. Auch der Geruch einiger Alternativen ist alles andere als angenehm. Da aber nur wenige Spritzer des Originals pro Füllung des Wassertank genügen, muss man nicht so oft nachkaufen.

Wenn man ihn zum ersten mal in der Hand hält und daneben den Roomba Saugroboter, kommt einem unweigerlich ein „Ach wie süß“ über die Lippen. Und in der Tat. Im direkten Vergleich, ist der iRobot Braava jet m6 eine ganze Ecke kleiner und irgendwie süß wie ein kleines Haustier. Durch seine eckigere Form, soll er auch für saubere Ecken und Kanten sorgen. Und durch seine Kompaktheit passt er locker unter unsere Couch, unser Gästebett oder auch Schränke. An der Oberseite findet man drei Tasten. Eine Taste „Spot“, mit der den direkten Umkreis des Roboters reinigen lassen kann, dann die Taste „Clean“, mit der man die Reinigung manuell starten kann und die Home-Taste, mit der man den Roboter mit einem Druck zurück zur Ladestation schicken kann. Den größten Teil der Oberseite belegt aber ein klappbarer Deckel, unter dem man den Wassertank mit 500 ml Inhalt findet. Dazu noch ein paar Sensoren. An der Front der Schlagbalken mit der Spritzdüse. Auf der Unterseite die Räder, weitere Sensoren und die Platte zur Befestigung der Wischtücher.

Der iRobot Braava jet m6 ist vergleichsweise kompakt

Hier hat sich iRobot eine durchdachte Mechanik einfallen lassen. Um das Wischtusch zu montieren, muss der Roboter nicht angehoben werden. Einfach unten einschieben bis es einrastet, fertig. Zum entfernen drückt man einfach die geriffelte Auswurf-Taste unten an der Vorderseite. Apropos Wischtuch. Es gibt ja zwei Typen. Die Nasswischtücher sind wie ein Microfasertuch ausgeführt und saugen mit ihren Fasern Flüssigkeiten auf. Dieses Tuch ist auch ideal für klebrige Verunreinigungen wie Marmelade oder eingetrocknete Sauce. Die Trockenwischtücher arbeiten wie die bekannten Swiffer-Tücher, an denen dank elektrostatischer Kraft der Staub und Tierhaare haften bleiben. Übrigens erkennt der iRobot Braava jet m6 automatisch, welches Tuch montiert ist und lässt das Wasser weg, wenn das Trockentuch montiert ist.

Der Wischroboter in Aktion

Die Spritzdüse wirft bei mir direkt beim Auspacken eine Frage auf. Werden auch meine Möbel, Wände oder Teppiche angespritzt? Keine Angst. Der iRobot Braava jet m6 ist da schon ein technische Meisterleistung, denn er spritzt nur, wenn der Roboter weit genug von Hindernissen entfernt ist. Der Strahl wird ca.5 bis 10 cm weit „geschossen“ und hat dann immer noch einen Abstand von gut 20 cm. Dieser „Präzisions-Sprühstrahl“ ist dann auch das offene Geheimnis für die sehr gute Wischleistung, denn der Wischroboter spritzt zuerst zwei Sekunden lang und fährt erst dann los. So ist das Wischtuch stets feucht und beseitigt so die Flecken. Wie gut, zeigt sich im Praxistest, aber zunächst muss man die iRobot Home App (iOS Android) einrichten, die per Assistent bei der Einrichtung hilft. Die Einrichtung ist schnell erledigt und da ich ja schon einen iRobot im Einsatz habe, wird die vorhandene Karte der Wohnung übernommen. Auch der m6 lernt bei jeder Fahrt dazu und aktualisiert dank SmartMap die Karten permanent.

In der Praxis war ich mehr als überrascht. Zuerst einmal habe ich die Ladestation etwas versteckt hinter einer Palme paltziert, welche aber trotzdem gut erreichbar ist. Die Möglichkeit das Kabel aufzuwickeln bewahrt vor Kabelsalat. Als nächstes fällt seine Arbeitsweise auf. Der m6 fährt zunächst ganz leise an sein Ziel. Dabei geht er äußerst schonend mit dem Mobiliar um. Wenn er mal anstößt, dann eher sanft, umfährt gekonnt alle möglichen Hindernisse und erreicht auf dem kürzesten Weg sein Ziel. Hochflorige Teppiche werden übrigens umfahren und flache gekonnt überfahren. Auch flache Hindernisse bis 10 mm sind kein echtes Problem. Traut man dem „Kleinen“ gar nicht zu. Überhaupt ist es irgendwie putzig, dem Kleinen bei der Arbeit zuzuschauen.

Gruppenbild mit dem iRobot Roomba j7

Ist er am Ziel angekommen, folgt zuerst ein etwas längerer Sprühstrahl, um das Wischtuch entsprechend anzufeuchten. Alle weiteren sind dann mit ca. 2 Sekunden deutlich kürzer. Dann fährt der iRobot Braava jet m6 los und zwar ca. 50 cm nach vorne, um dann wieder ca. 20 cm zurück zu fahren. Damit hat der Dreck genug Zeit etwas einzuweichen und wird dann beim zweifachen überfahren aufgenommen. Das ganze wiederholt sich Bahn für Bahn. Kommt ein Hindernis in den Weg, eine Wand oder ein Schrank, fährt er ebenfalls etwas zurück, sprüht erneut und wischt dann bis zum Hindernis, ohne dieses anzusprühen. Und da er sich fast auf der Stelle drehen kann, fährt der m6 auch schön die Ecke aus. Gefällt mir schon mal sehr gut, denn das Wischen erfolgt in geraden, etwas überlappenden Bahnen, die nichts auslassen. In der App kann man übrigens auswählen, wie gründlich und wie oft er ein Zimmer oder einen Bereich wischen soll. Ich habe für die Küche und den Flur eine gründliche Reinigung mit maximaler Wassermenge eingestellt. Alle anderen Bereiche lasse ich auf Standard und mittlerer Wassermenge wischen.

Wie lange der Wassertank hält, hängt natürlich davon ab, welche Wassermenge einstellt, welche Intensität der Reinigung und nicht zuletzt der zu reinigenden Fläche. ich lasse während des Tests mehrere Bereiche pro Tag wischen und musste alle zwei bis drei Tage auffüllen. Das ist ok, denn der Boden ist beim Wischen tatsächlich feucht, trocknet aber sehr schnell wieder ab. Man liest immer wieder Beschwerden bezüglich Reifenspuren vom Roboter, welche ich aber nicht wirklich nachvollziehen kann. Natürlich hinterlässt er am Boden nasse Spuren. Er schwebt ja nicht und seine Spuren sind nach wenigen Minuten verschwunden. Apropos verschwunden. Dabei muss man aber sagen, dass grober Schmutz wie Erde oder Steinchen im Flur von den Schuhen, je nach Größe vor dem Wischroboter hergeschoben werden. Das ist ein Wischer und kein Sauger, den auch ein händisch geführter Wischmop wird solchen Dreck nicht aufnehmen, sondern nur vor sich herschieben. Da muss man fair bleiben. Daher ist die Kombination mit einem Saugroboter absolut sinnvoll.

Diese Sauerei hat der iRobot Braava jet m6 komplett entfernt

Aber auch der iRobot Braava jet m6 muss sich dem Kaffeefleck in der Küche stellen, der zum allen übel noch halb eingetrocknet ist und dazu auch noch Kaffeetrester enthält. Der Dreame Bot W10 (Testbericht) hat diese Aufgabe relativ gut bewältigt, war dann am Ende doch mit den festen Kaffeeresten überfordert. Der jet m6 ist bisher der Einzige, der alles restlos beseitigt hat. Zum Einsatz kam natürlich das Nasswischtuch und dieses war nach der Putzaktion ordentlich eingesaut, aber interessanterweise blieb der Dreck auch auf der Rückfahrt zur Station im Tuch und wurde eben nicht in der restlichen Wohnung verteilt. Besser geht es einfach nicht, zumal die Fläche sehr schnell gesäubert wurde. Beim alltäglichen Wischen, egal ob nass oder trocken, gab es absolut keinen Anlass zur Kritik. Über die App kann man sehr leicht auch spezielle Zonen wie z.B. unter der Couch einrichten, die dann bei Bedarf, oder auch geplant, eben dort mal trocken durchgehen. Oder im Bad nach dem Duschen mal schnell durchwischen? Kein Problem, zumal die Sprachbedienung per Alexa oder Google Assistant problemlos funktionieren.

Zum Thema Automation bietet iRobot nicht nur Sprachassistenten, sondern weitaus mehr. So kann man Reinigungen nach einem Zeitplan durchführen lassen, oder direkt starten, sobald man die Wohnung bzw. das Haus verlässt. Bei der Rückkehr wird die Aufgabe beendet und der Wischroboter fährt zur Ladestation zurück. Verlässt man wieder die Wohnung, macht der iRobot Braava jet m6 genau an dieser Stelle weiter. Das ist alles ist sehr einfach zu programmieren.

Das Menü der iRobot Home App

Was ich nicht gut finde:

Diese „Imprint-Kopplungstechnik“, mit der sich der iRobot Braava jet m6 mit allen iRobot Roomba Saugrobotern der Serien 900, i und s verbindet, ist in der Theorie eine echt tolle Sache. In meinem Fall der iRobot Roomba j7 (Testbericht). Möchte man einen Bereich z.B. die Küche zuerst saugen und dann wischen lassen, muss man diese Aufgabe über den Roomba Saugroboter planen. Dazu tippt man auf die extra Schaltfläche „Hinterher wischen“, wählt dann die Küche als Ziel aus und dann…noch mal weiter unten zu scrollen und dort für den Braava Jet nochmals die Küche als Ziel auszuwählen. Bis ich das begriffen habe, hat es gedauert, denn die Anleitung erklärt das nicht und ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, warum die Schaltfläche zum starten der Aufgabe immer ausgegraut war. Das kann man sicher vereinfachen.

Das Menü der App Teil 2

Fazit:

Ist der iRobot Braava jet m6 empfehlenswert? Ja und er bekommt das Gütesiegel. Natürlich ist er teuer, aber jeden Cent wert, denn so entfällt das lästige Wischen, weil man das alles in seiner Abwesenheit erledigen lassen kann. Und genau dafür eignet sich dieser iRobot perfekt. Nass wischen, feucht durchwischen oder Staub aufnehmen. Das alles bewältigt der jet m6 mit Bravour und weil es so bequem ist und perfekt funktioniert, wird er direkt gekauft und bei uns einziehen.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Peter W.
iRobot Braava jet m6
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
3.6

Zusammenfassung

+ sehr gute Verarbeitung
+ sehr gute Wischleistung
+ sehr einfache Bedienung
+ durch verschiedene Tücher flexibel einsetzbar
+ sehr leise
+ sehr kompakt

– Kombination mit iRobot Saugroboter etwas umständlich

2 Kommentare zu „iRobot Braava jet m6 im Test – macht der Wischroboter wirklich alles sauber?“

  1. Welchen Saug-/Wischroboter würdest du denn letztendlich empfehlen? Der Iroomba ist mir einfach zu teuer.
    Liebe Grüße

    1. Genau das ist ein Denkfehler. Wir haben den Braava mittlerweile gekauft, weil ich bislang keinen Saug-Wischroboter gefunden habe, der als Gesamtpaket mindestens genauso gut ist, aber günstiger. Derzeit kann nur der Ecovacs Deebot X1 Omni meinem Gespann aus iRobot Roomba J7 und dem Braava das Wasser reichen, kostet aber 1500 Euro. Die Kombination von iRobot, vielleicht mit einem günstigeren Sauger von iRobot, kommt auf unter 1000 Euro. Wer perfekte Ergebnisse will, muss mehr Geld ausgeben. Ist wie überall im Leben. Derzeit teste ich den Roborock Q7 Max+, der eine gute Kombi zu sein scheint, kostet aber 620 Euro und kommt an die Wischleistung des Braava nicht heran.

      Gruß
      Peter

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