Immer wieder gibt es Diskussionen, ob denn A-GPS oder GPS besser ist. Dabei wissen die wenigsten, wo die Unterschiede liegen. Wo die liegen und ob jetzt A-GPS oder GPS das bessere ist, erkläre ich hier ohne Fachchinesisch und für jeden verständlich.

Die sogenannten Wearables sind voll im Trend. Von billig bis so richtig teuer gibt es vor allem bei Amazon* eine gigantische Auswahl. Gerade Einsteiger sind da schnell überfordert und fragen ein wenig herum, vor allem, wenn es um das Thema GPS geht. Lustigerweise bekommen viele Panikanfälle, wenn irgendwelche Apps den Zugriff auf den Standort haben wollen und bei den Wearables wird gejammert, wenn die Position nicht auf den Meter genau erfasst wird. Dabei wird oft vergessen, dass solche Infos meist auf chinesischen Servern landen. Aber das ist ein anderes Thema. Hier geht es jetzt speziell um die Genauigkeiten der beiden bekanntesten Positionsberstimmern GPS und A-GPS. Nicht zu vergessen GLONASS, Galileo und Beidou, die ich demnächst in einem anderen Artikel behandeln werden. Galileo ist übrigens das europäische System, GLONASS russisch und Beidou chinesisch. Aber vorab ist schon mal wichtig zu wissen, dass mittlerweile alle modernen Smartphones und Wearables dank GNSS (Global Navigation Satellite System) die gleichzeitige Nutzung verschiedener Positionssysteme unterstützen. Natürlich muss das Gerät diese zusätzlichen Dienste an sich unterstützen.

Wie funktioniert GPS?

Das GPS (Global Positioning System) als solches wurden in den den 1970er-Jahren von den USA entwickelt und bis zum 2. Mai 2000 primär militärisch genutzt. Danach wurde die künstliche Verschlechterung des Signals deaktiviert und GPS mit der maximalen Präzision für die breite Masse zugänglich gemacht. Zur genauen Bestimmung der Position werden mindestens 3 Satelliten benötigt. Ist ein noch ein vierter erreichbar, ist die maximale Präzision von wenigen Metern erreicht. In der Theorie ist eine Genauigkeit von bis zu 30 Zentimetern möglich, aber durch die Umgebung kann und wird das Signal teilweise massiv beeinträchtigt. Selbst unter freien Himmel können ein paar Wolken die Genauigkeit reduzieren. Damit ein Gerät mit GPS diese Daten nutzen kann, sendet jeder Satellit sog. „Almanach“-Daten aus. Das sind diverse Daten wie seine Umlaufbahn, Frequenzen, ein Signal der Atomuhr noch einiges mehr, in deren Summe die genaue Position in der horizontalen ermittelt werden kann. Das dauert aber mitunter bis zu mehreren Minuten.

Wo liegt jetzt der Unterschied zwischen A-GPS und GPS?

A-GPS (Assisted GPS) ist kein eigenes System, sondern nutzt neben dem eigentlichen GPS, also satellitengestützter Bestimmung der Position, noch das Vorhandensein von Bluetooth, WLAN und Mobilfunkmasten zur genaueren Positionsbestimmung und zur schnelleren Übertragung der Almanach-Daten, die auch hierüber viel schneller aktualisiert werden können, wenn man sich bewegt. Das Ergebnis ist eine exakte Bestimmung der Position in wenigen Sekunden und sogar in der Vertikalen, also mit Höhendaten. Des weiteren noch weitere Systeme wie GLONASS, Galileo oder Beidou, sofern vom Gerät unterstützt. Durch weitere sog. Hilfsdaten wird die Positionierung noch präziser und vor allem schneller. Klitzekleiner Nachteil ist aber, dass dabei unter Umständen ein paar Kilobyte an mobilen Daten genutzt werden müssen.

Welches ist denn jetzt besser? A-GPS oder GPS?

Wer sich den kurzen Text durchgelesen hat, wird sofort merken, dass A-GPS die wesentlich bessere Art der Positionsbestimmung ist. Sprüche von wegen „A-GPS ist das schlechtere GPS“ sind absoluter Unsinn und zeugen von Unwissenheit. Daher macht es auch keinen Sinn sein Wearable gezielt nach dem Vorhandensein von GPS auszusuchen, wenn man sowieso immer sein Handy mit dabei hat. Ein Wearable mit GPS ist nur für diejenigen sinnvoll, die beim Sport ihr Smartphone nicht dabei haben wollen oder können. Alle anderen können auf das (meist aufpreispflichtige) GPS verzichten und erfreuen sich dank A-GPS Verbindung zum Smartphone über schnellere, präzisere Standortbestimmung und einer längeren Akkulaufzeit.

Wissen Deluxe: die häufigen A-GPS Update bei Amazfit bzw. Xiaomi sind nichts anderes als Almanach-Daten Updates, um diese schneller griffbereit zu haben.

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