Tile Mate und Tile Slim GPS Tracker im Test

Bluetooth Tracker sind gerade total angesagt und so habe ich mal den Tile Mate und den Tile Slim ausgiebig getestet. Was ich daran gut finde und was nicht, habe ich nach einiger Zeit im Praxistest aufgeschrieben.

Nicht erst seit den Apple AirTags* sind Bluetooth Tracker wieder total angesagt, aber man muss neidlos anerkennen, dass Apple mal wieder mal einen Anschub geliefert hat. Früher hatten wir „dumme“ Anhänger für die Schlüssel, die auf pfeifen reagiert und sich dann gemeldet haben. Das war halt früher. Heute sind sie smart und es gibt jede Menge davon. Von billig bis richtig teuer gibt es alles, aber die allermeisten sind nicht wirklich smart und eher rausgeworfenes Geld. Davon kann ich ein Lied singen. Sehr schnell wird man bei der Suche nach einem solchen modernen Finder auf den Namen Tile* treffen. Da ich mir gerade einen KeySmart Pro mit Tile* gekauft habe, kam die Anfrage von Tile zum Testen (und anschließender Verlosung im Podcast) des Tile Mate und Tile Slim gerade recht. Und weil wir richtig testen, habe ich es ganz einfach, aber für jeden nachvollziehbar gemacht. Zuerst die App installiert, die Tiles eingerichtet, den Tile Slim in das Portemonnaie und einen weiteren für den Koffer eingerichtet. Wie es sich dann im Falle eines Falles verhält, habe ich einen Tile mitsamt einem Apple AirTag bei unserem Stammitaliener in der Aschaffenburger Innenstadt deponiert und geschaut, was passiert.

Produktseite: tile.com/de/

Erhältlich sind diverse Tracker von Tile:

Bei Amazon* gibt es diverse Sets, mit denen sich einiges sparen lässt, wenn man mehrere Tiles kaufen möchte. Im Test haben wir diverse Tile Mate und Tile Slim, da wir kurz vor dem Test bereits ein Set selbst gekauft haben.

Was ich gut finde:

Der Tile Mate hat schon mal den riesigen Vorteil gegenüber den AirTags von Apple, dass es eine Anhängeöse gibt. So kann man ihn überall anhängen wie z.B. Schlüssel, Taschen usw. Dazu ist er mit 35 x 35 x 6,2 mm relativ kompakt und mit 5 g sehr leicht. Der CR1632 Akku ist wechselbar und soll 1 Jahr halten. Die Reichweite soll bis zu 61 Meter betragen, was aber ein rein theoretischer Wert ist, denn selbst im Freien mit Blickkontakt komme ich auf knapp 40 Meter. In einem Gebäude schrumpft dieser auf die normalen 6 bis 10 Meter je nach baulichen Gegebenheiten. Das gilt im übrigen auch für den Tile Slim, der mit 86 x 54 x 2,4 mm exakt die Abmessungen einer Kreditkarte hat und auch nur doch dick ist, wie zwei Kreditkarten. Somit eignet er sich für den Einsatz im Portemonnaies, an Laptops, Tablets usw. Also überall dort, wo es sehr flach sein muss. Dazu ist er komplett wasserdicht. Alle Tiles haben einen eingebauten Lautsprecher, so dass sie sich beim Finden per App auf sich aufmerksam machen können. Allerdings sollte man sich von der Lautstärke keine Wunder erwarten.

Die Einrichtung und Verwaltung der Tiles ist mit der Tile App (Android / iOS) ein Kinderspiel. Nachdem man ein Konto eingerichtet hat (ohne funktioniert es nicht) begleitet ein gut gemachter Assistent die Einrichtung des Tiles und erklärt dabei auch gleich die wichtigsten Funktionen. Anschließend können in den Einstellungen jedes Tiles weitere Optionen angepasst werden wie z.B. der Name, wie laut er klingeln soll und mit welchem Klingelton. Man kann einen Tile auch mit anderen teilen oder direkt auf jemand anderen übertragen. So habe ich die beiden Tiles meiner Frau zunächst bei mir eingerichtet und dann auf sie übertragen. Übrigens kann man auch Alexa, Google Assistant oder Siri darum bitte einen Tile suchen zu lassen. Dazu lassen sich in der App entsprechende Befehle hinterlegen. Was leider (noch) nicht funktioniert ist die direkte Einbindung in Apples „Wo ist“ Netzwerk oder Googles Wo ist Smartphone.

Die Premium Funktion kostet 32,99 Euro pro Jahr oder 3,49 Euro pro Monat und beinhaltet einen 30 Tage Standortverlauf, intelligente Benachrichtigungen, den kostenlosen Batterietausch, welcher aber nur für wechselbare Akkus gilt und eine auf 3 Jahre verlängerte Garantie. Die intelligenten Benachrichtigungen sorgen dafür, dann man vom Smartphone gewarnt wird, sobald man einen entsprechend aktivierten Tile zurücklässt, also die Bluetoothverbindung abreißt. Ob man den 30-tägigen Standortverlauf benötigt muss jeder für sich entscheiden. Ich brauche es nicht. Auch die 3-jährige Garantie ist in Anbetracht des Preises für das Abo ein reines Rechenexempel. Den ersten Monat gibt es gratis.

Aber verlegen wir doch mal einen Schlüssel. Wie es sich für einen verlegten Gegenstand gehört, liegt der meist nicht offen auf dem Sideboard, sondern in irgendeiner Schublade oder Tasche vergraben. Also die App öffnen, auch „Suchen“ drücken und schon fängt der Tile an zu singen, so dass man ihn finden kann, aber man muss schon sehr nahe heran, um ihn selbst bei höchster Lautstärke zu hören. Zu Hause funktioniert das also schon mal sehr gut, solange das Smartphone eine Verbindung zum Tile hat und das hat dieser eben nur, wenn er in unmittelbarer Nähe ist. Aber was passiert, wenn man einen Tile so richtig verliert? Tile behauptet von sich das größte Fundbüro der Welt zu sein, denn sollte mal ein Tile verloren gehen, dann wird jeder Nutzer automatisch zum Suchhelfer und verständigt den Besitzer des Tiles im Hintergrund, sobald man in Reichweite der verlorenen Tiles ist.

Was ich nicht gut finde:

Leider ist der Akku des Tile Slim fest verbaut, kann also nicht gewechselt werden. Das ist halt der Preis für die extrem flache Bauweise und sehe ich jetzt auch nicht als negativ als solche, auch wenn man natürlich Elektroschrott vermeiden soll. Der Akku soll bis zu 3 Jahre halten, aber da es keine Akkuanzeige gibt, weiß man nicht, wie lange der Akku noch hält. Denn der Akku des Tile Slim muss nicht extra aktiviert werden und es stellt sich die Frage, wie lange der schon beim Händler gelegen hat. Wenn es dumm läuft, ist der nach einem Jahr leer. Leider greift das Premium Angebot hier nicht, denn die 3 Jahre Garantie auf den Akku gilt nur für Tiles mit wechselbaren Akku.

Was mir leider auch nicht gefällt ist das mit der Suche bzw. Verfolgen eines Tiles. Denn viele Interessenten, so auch ich, gehen davon aus, dass man so einen Tile permanent suchen und auch finden kann. Und genau das klappt leider nicht, wie ich erst im Praxistest herausgefunden habe. Für den Test habe ich einen Tile Mate bei unserem Stamm-Italiener in der Aschaffenburger Innenstadt deponiert und als Verloren markiert. Das geht nur, wenn keine Verbindung zum Tile besteht und der Button „Benachrichtigen bei Fund“ erscheint. Ist dieses aktiviert, heißt es warten bis ein Nutzer mit Tile App an unserem Tile vorbei kommt. Das war nach rund 6 Stunden das erste mal der Fall und dann noch einmal nach weiteren 4 Stunden Wartezeit.

Das Smartphone benachrichtigt darüber per Push-Nachricht und Mail. Tippt man auf die Meldung, erscheint eine Karte mit dem Standort des Tiles und der Route dorthin. Im meinem Beispiel ist das jetzt kein Problem, denn mein „verlorener“ Gegenstand bewegt sich nicht. Aber spätestens wenn sich der verlorene Gegenstand weiter bewegt, wird das zum Problem, denn man bekommt halt immer nur den letzten Standort angezeigt, wenn er in die Reichweite eines Tile Nutzers gekommen ist. Wird z.B. der Rucksack gestohlen, dann wird der böse Bube ja nicht stehen bleiben, sondern bewegt sich permanent. Vielleicht habe ich Glück und ein Tile Nutzer ortet meinen Rucksack im Vorbeigehen und benachrichtigt mich über dessen aktuellen Standort. Dumm nur, dass sich mein Rucksack wohl in der Zeit bereits wohl weiter bewegen wird, bis ich diese Stelle erreichen werde. Noch schlimmer wird es, wenn der Rucksack im Keller des Diebes eingelagert wird. Da wird er nie mehr wieder gefunden werden, denn die Chance, dass dort ein Tile Nutzer vorbei kommt ist 0. Hilft mir also leider gar nicht weiter.

Fazit:

Ist der Tile Mate bzw. der Tile Slim empfehlenswert? Ja, auch wenn er nicht perfekt ist und relativ teuer, denn Tile ist zuverlässig und hat dank der großen Nutzerzahl auch große Chancen im Falle eines Verlustes gefunden zu werden. Das allerdings mit Einschränkungen und weil er eben mit iOS und Android kompatibel ist. Die enorme Flexibilität und einfache Verwaltung in der guten App gepaart mit einem vernünftigen Preis/Leistungsverhältnis verdienen sich das Gütesiegel, auch wenn das mit dem Suchen und Finden in Echtzeit leider nicht möglich ist.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Geschenk erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Tile Mate / Tile Slim
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
3.1

Zusammenfassung

+ sehr kompakt
+ sehr gute App
+ sehr flexibel einsetzbar

– Batterie beim Tile Slim nicht wechselbar
– kein echtes Live-Tracking

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