Freitag, Dezember 9, 2022
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ASUS MeMO Pad ME172V im Dauertest – ist es eine Alternative zum Nexus 7?

ASUS Memo Pad ME172V Hands-On (3)Android Tablets mit 7″ Display scheinen derzeit der absolute Renner zu sein. Asus möchte mit dem ME172V einen ganzen Stück vom Kuchen abhaben. Aber um gegen ein Nexus 7 (Testbericht) zu bestehen, muss ein bisschen mehr rüberkommen als ein etwas günstigerer Preis. Dabei ist der große Halbbruder eigentlich der falsche Gegner. Oder besser gesagt ist ein Vergleich damit ziemlich unfair. Allerdings verstoße ich bei diesem Dauertest gegen meine eigene Regel. Eigentlich wollte ich keine Single-Core Krücken mehr testen…

Gekauft habe ich es im hiesigen Media Markt und wer es noch nicht gewusst hat. Das Nexus 7 wird von ASUS gebaut und da wundert es kaum, dass das ME172V diesem verdammt ähnlich sieht. Aber wie gesagt. Ein direkter Vergleich wäre wirklich unfair. Als angemessener Gegner fällt mir aber auf Anhieb das mit unserem Gütesiegel geschmückten Überflieger Acer Iconia B1-A71 (Testbericht) ein.

Technische Daten:

  • Android 4.1 Jelly BeanASUS MeMO Pad ME172V_1
  • 7″ TN-LED Backlight Display mit 1024 x 600 Pixel
  • 169 ppi
  • 1 GHz VIA WM8950 Single-Core Prozessor
  • Mali 400 GPU
  • 1 GB RAM
  • 16 GB interner Speicher
  • microSD Slot
  • 5 GB ASUS WebStorage lebenslang
  • WLAN 802.11 b/g/n (2,4 GHz)
  • 1 Megapixel Frontkamera
  • 196,2 x 119,2 x 11,2 mm
  • 358 g
  • 4720 mAh

Produktseite (deutsch): http://www.asus.de/Tablet/MeMO_Pad/ASUS_MeMO_Pad/

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: me172v_emanual.pdf

Es ist bei Amazon, cyberport.de, notebooksbilliger.de oder redcoon.de zum Preis ab 139 € in den Farben Weiß (Sugar White), Grau (Titanium Gray) und Rosa (Cherry Pink) erhältlich.

ASUS MeMO Pad ME172V_2

HDMI? Bluetooth? GPS oder gar NFC? Alles Fehlanzeige. Hier regierte eindeutig der Rotstift. Gegenüber dem B1 hat das Asus zwar einen Prozessorkern weniger, aber doppelt so viel RAM und mit 16 GB auch den doppelten eingebauten Speicher. Dafür trumpft das B1 eben mit einem Dual-Core und einem GPS Modul. Das kostet dann auch noch knapp über 100 €, ist also rund 30% zu haben als das ASUS. Das Nexus 7 bekommt man nicht unter 199 €. Dabei erwähne ich jetzt noch nicht einmal die Massen an China-Tablets, die ähnliches leisten und in etwa dasselbe kosten.

Ich will wissen, ob das ASUS wirklich dagegen ankommen kann und sein Geld wert ist.

Übersicht:

Unboxing:

Um es kurz zu machen. Die Packung ist nix besonderes und der Lieferumfang dürftig:

  • ASUS Tablet
  • Netzteil
  • USB Kabel
  • Kurzanleitung

ASUS Memo Pad ME172V Unboxing (3)

Wie zu erwarten besteht auch das ME172V komplett aus Plastik, aber es liegt durch seine angerundete Form sehr gut in der Hand. Das liegt vor allem an der strukturierten Rückseite. Das Gewicht von 355 g passt zum Äußeren.

An der Front findet man ein bündig eingelassenes Display, wobei der Rand etwas breiter ausfällt wie beim Nexus 7. Oben die Linse der Frontkamera. Tasten gibt es keine.

ASUS Memo Pad ME172V Details (3)

An der Unterseite mittig die micro-USB Buchse, über die das ASUS auch geladen wird. Links daneben der microSD Slot in der die Speicherkarte satt einrastet und bündig mit dem Gehäuse abschließt. Eine Entnahme ist auch ohne lange Fingernägel oder Werkzeug möglich.

Links außen die aus Plastik bestehende, einteilige Lautstärketaste und direkt darüber die Power-Taste. Beide liefern einen sauberen Druckpunkt und sitzen perfekt in ihren Behausungen.

ASUS Memo Pad ME172V Vergleich (4)

Am oberen Rand die 3,5 mm Buchse für das Headset. Die rechte Seite ist clean, besitzt also keinerlei Tasten oder Öffnungen.

Die Rückseite ist wie bereits erwähnt strukturiert, auch wenn es sich nicht so hochwertig anfühlt, wie beim Nexus 7. In Ermangelung einer Hauptkamera ist die Rückseite bis auf den vergitterten Lautsprecher ebenfalls clean. Etwas unschlüssig bin ich derzeit noch über zwei kleine Öffnungen. Mikrofone oder Lautsprecher scheinen das nicht zu sein. Wozu auch. Für einen Reset-Taster sind sie wiederum zu klein. Vielleicht finde ich das noch heraus.

Hier mal ein Größenvergleich mit dem:

  • Nexus 7
  • iPad Mini
  • Samsung Galaxy Tab 2 7.0

Wie man unschwer erkennen kann, sind die Abmessungen mit denen eines Nexus 7 nahezu identisch und so ist es kein Wunder, dass das ASUS perfekt in die Tasche meines Nexus 7 passt.

Betriebssystem:

Das ME172V kommt mit vorinstallierten Android 4.1.1 Jelly Bean. Und davon sieht man mehr als man denkt. Zum Glück hat sich ASUS mit Anpassungen zurück gehalten und nur ein einigen Stellen Hand angelegt. Der Lockscreen ist Android-Standard.

Der Homescreen schaltet zwischen Hoch- und Querformat um und ist vom Werk aus mit einem hübschen Wetter- bzw. Uhrenwidget und einem Mailwidget geschmückt.

ASUS Memo Pad ME172V Homescreen

Bei der Nachrichtenleiste hat ASUS ein paar Optimierungen vorgenommen. So kann man hier direkt ein paar Einstellungen wie z.B. WLAN schnell aktivieren oder deaktivieren. Außerdem kann man zwischen drei Betriebsarten direkt umschalten:

  • Energiesparen
  • Ausbalanciert
  • Leistung

Allerdings bemerke ich keinen wirklichen Unterschied zwischen den drei Modis. Es ändert sich weder die Leistung des Prozessor, noch wird die Helligkeit geregelt oder solche Sachen wie WLAN deaktiviert. Keine Ahnung, wozu das dann da ist.

ASUS Memo Pad ME172V_Bar1

Das Menü ist bis auf eine kleine Besonderheit absoluter Standard. Das Extra ist der Menüpunkt „ASUS-Benutzereinstellungen“. Hier kann man ein paar Einstellungen für die Aufnahme von Screenshots vornehmen. Übrigens kann man beim ME172V solche ganz einfach durch gedrückt halten der Taste mit dem Taskmanager (die Zweite von rechts unten in der Leiste).

Der Pfeil ganz rechts unten blendet eine Schnellstartleiste ein, die nach belieben mit sog. Floating Apps oder Widget belegt werden kann. Die Floating Apps sind z.B. ein Browser, der sich beim Start nicht im Vollbild öffnet, sondern als Fenster. So kann man beim Film schauen nebenbei etwas bei Google suchen.

Kommen wir mal zum Appdrawer, also der Übersicht aller installierten Apps und da hat ASUS leider ein bisschen viel vorinstalliert. Es gibt:

  • Amazon Kindle – die Bücher App von Amazon
  • Anwendungssicherung – damit kann man ein Backup seiner Apps inkl. Daten anlegen. Ist ganz bauchbar
  • App Locker – zum sperren von Anwendungen mit einem Passwort
  • ASUS Story – macht aus Fotos eine Geschichte inkl. einem passenden Album
  • ASUS Studio – nix anderes wie die Galerie (und die gibt es auch noch)
  • Audio Wizard – Ein kleiner Equalizer
  • Aufgabenliste – wie der Name schon sagt
  • BuddyBuzz – bündelt Facebook und Twitter unter einer Oberfläche
  • Dateimanager – na wer errät es?
  • MyBitCast – eine Notizapp
  • MyLibrary Lite – eine weitere Bücher App
  • My Painter – Malen und Notizen machen
  • Press Reader – Online Zeitung lesen
  • Sticky Memo – noch eine Notiz App
  • SuperNote Lite – Notiz App Nr. 4
  • WebStorage – der hauseigene Onlinespeicher (5GB gibts gratis)
  • Zinio – Online Zeitung und Zeitschriften

Wie man unschwer sehen kann, hat es ASUS ein bisschen übertrieben. Jetzt ist das Ding sowieso schon ein bisschen knapp mit Speicher und Leistung bestückt, da wird das arme Ding noch unnötig vollgeballert. Leider kann man keines dieser Apps deinstallieren. Das ist unschön aber kein Beinbruch.

Womit ich aber echt Probleme habe, ist die direkt rechts neben der Leertaste befindliche Zurück-Taste zum Löschen, sobald man tippt.

ASUS ME172V Tastatur

Performance:

Zum Einsatz kommt hier ein auf dem Papier doch recht schwach anmutender 1 GHz VIA WM8950 Single-Core Prozessor. Also ein magerer Kern. Aktuell sind 4 Kerne und die ersten Prozessoren mit 8 Kernen stehen in den Startlöchern. Aber mitnichten ist das ME172V eine lahme Ente. Zusammen mit 1 GB RAM und einer ausgewachsenen Mali 400 GPU kommt vor allem beim Zocken richtig Laune auf.

Im Alltag merkt man dann aber schon, dass es mit der Power nicht so weit her ist. So kommt es öfter mal vor, dass sich Aktionen gerne mal ein paar Hunderstel Sekunden Zeit nehmen. Sieht man ganz gut beim wechseln der Homescreens oder wenn man in die App Übersicht wechselt. Aber es ist durchaus im Rahmen. Wobei man es natürlich nicht mit einem Nexus 7 vergleichen sollte. Dazwischen liegen Welten.

ASUS Memo Pad ME172V_Hardware

Hier noch ein paar Benchmark Ergebnisse:

  • 3D Mark: 1173
  • AnTuTu: 4292
  • Base Mark On-Screen: 2.480 fps
  • Base Mark Off-Screen: 2.399 fps
  • NenaMark 2: 24,1 fps
  • Geekbench 2: 512
  • Quadrant Standard: 1830
  • Vellamo: 1080

Zum surfen, chatten per Facebook usw. reicht es allemal. Installiert man sich mal ein „richtiges“ Game wie z.B. Need for Speed Most Wanted oder Zen Pinball HD, dann wird man sich verwundert die Augen reiben. Ein Onda V812 mit seinem Quad-Core lässt es einfach mal stehen. Und auch beim direkten Vergleich mit meinem Preis/Leistungschampion Acer Iconia B1 muss man schon genau hinschauen, um zu sehen, dass es ein ME172V ein klitzekleinesbisschen mehr ruckelt.

ASUS Memo Pad ME172V_Need for Speed

Ein Hitzeproblem gibt es ob des vergleichsweise kleinen Prozessor nicht. Beim Antutu Akkutest, der unter Vollast den Akku leersaugt, erreicht es im Bereich der Kamera gerade einmal 36,4 °C. Messen tue ich dieses mit einem Infrarot-Thermometer.

Einfach irre und hätte ich niemals erwartet. Ganz im Gegenteil und genau das macht mir Spaß. Diese Überraschungen.

Display:

Das 7″ TN-LED Backlight Display mit 1024 x 600 Pixel erreicht einen Wert von 169 ppi. Alleine die Verwendung eines TN-Display, sagt leider ziemlich viel über die Qualität desselben aus.

ASUS Memo Pad ME172V_Display (10)Diese sind bekannt dafür, nicht allzuhoch aufzulösen und Probleme mit den Blickwinkeln zu haben. Das mit den Winkeln stimmt, aber das mit der Auflösung liegt wie immer im Auge des Betrachters. Unseriöse Tester vergleichen so etwas gerne mit dem iPad 4 Display. Dabei zieht es gnadenlos den Kürzeren. Trotzdem ist es für Otto-Normal-Nutzer völlig ausreichend. Vor kurzem habe ich ja mit dem BioniQ Pro (Testbericht) ein  ähnliches getestet und das hat beim Abschnitt Display komplett versagt. Nicht aber das ME172V.

Fachidioten bekommen bei 1024 x 600 Pixel sicher Zahnschmerzen oder den gefürchteten Augenkrebs, aber ich erfreue mich, auch nach längerer Nutzung, noch einer guten Gesundheit. Selbst Ebooks lassen sich ganz vernünftig lesen, auch wenn man bei kleinen Schriften sehr schnell etwas vergrößert.

Farben werden zwar nicht so perfekt abgebildet wie bei der teureren Konkurrenz, aber es ist wie gesagt völlig in Ordnung. Das trifft auch auf den Kontrast und die Helligkeit zu. Leider regelt sich die Displayhelligkeit nicht automatisch, aber das ist ja leider Quasi-Standard in dieser Geräte- bzw. Preisklasse.

ASUS Memo Pad ME172V_Display (12)

Sehr erfreulich ist aber die Tatsache, dass es offensichtlich keinerlei Lichthöfe gibt. Gerade hier patzen viele Konkurrenten. Vor allem in dunklen Umgebungen (abends auf der Couch) fällt so etwas schon mal auf, wenn es links und rechts heraus kräftig leuchtet. Hier ist dunkel.

Leider fehlt dem ME172V das letzte Quentchen an Helligkeit, um in hellen Umgebung z.B. im Freien problemlos nutzbar zu bleiben. Obwohl ich das Display auf 100% Helligkeit gestellt habe, ist es schon bei leichten Sonnenschein schwer alles gut zu erkennen. Aber immerhin erkennt man noch etwas. Da habe ich schon schlimmere Kandidaten gehabt.

Wie schon erwähnt, haben TN-Displays massive Probleme bei der Darstellung, sobald man nicht mehr direkt drauf schaut. Ich glaube, hier sagt das folgende Bild mehr als viele Worte.

ASUS Memo Pad ME172V_Display (5)

In Anbetracht des Preises dürfte man eigentlich nicht viel meckern, aber ich habe halt immer noch ein Nexus 7 im Hinterkof. Da gibt es für 50 € mehr ein um Längen besseres Display.

Akku:

Beim Akku mit seinen 4720 mAh war ich ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht. Rein vom Papier her, liest sich das ja sehr gut, aber in der Praxis ist davon nicht mehr viel übrig.

Da das Tablet sowieso nicht wirklich viele Funktionen bietet, kann man auch nicht viel einsparen. Beim Display kann man nicht viel weiter als 50% herunter regeln, wenn man noch etwas erkennen möchte. Und WLAN muss man halt beim surfen eingeschaltet haben.

Lange habe ich darüber nachgedacht, wie ich das am besten unter immer gleichen Bedingungen testen kann. Am Ende habe ich mich für den AnTuTu Tester entschieden, der den Akku unter Vollast leer macht. Je länger da dauert, umso besser. Beim ASUS war nach etwas über 3,5 Stunden der Ofen aus bzw. der Akku auf 20% geleert. Ergibt eine Punktzahl von 633, wie auch immer man das jetzt bewerten kann.

Und so in etwas sieht es auch aus, wenn man es ganz normal auf der Couch nutzt. Langsam aber stetig lässt die Leistung nach. Beim Zocken, was man ja durchaus damit machen kann, geht es ein bisschen schneller. Ein paar Runden, genauer gesagt eine knappe Stunde, Need for Speed Most Wanted oder ein bisschen Zen Pinball HD genehmigen sich 18%. Ein Film in HD Qualität ist mit 21% schon etwas gieriger.

Leider verbraucht das ASUS auch im reinen Standy (trotz deaktivierten WLAN) ziemlich viel Akku. Einen Tag das Tablet einfach nur liegen lassen und der Akku hat gute 40% seiner Kapazität verloren. Beim Aufladen ist das gute Stück leider ziemlich wählerisch. An einem No-Name Ladegerät und einem 12W Netzteil von Apple scheint es nur mit angezogener Handbremse zu laden. Nicht einmal 5% pro Stunde. Mit dem original Ladegerät ist der Akku in nicht einmal 3 Stunden randvoll.

ASUS Memo Pad ME172V_Akku4

Konnektivität:

Mangels Verbindungsmöglichkeiten, außer microSD, gibt es auch hier leider nicht viel zu berichten. Aber dafür nur positives.

Im ASUS ist wohl eines der besseren WLAN Module verbaut, denn selbst im Garten hatte ich noch eine brauchbare Verbindung zum Router. Da tut sich beim Nexus 7 nichts mehr. Keine Verbindung verfügbar. Übrigens hat auch das ASUS mit dem Problem zu kämpfen, dass es bei deaktivierter WLAN Verbindung im Standby zu lange braucht um sich wieder zu verbinden. Aber glücklicherweise ist die Option, im WLAN Menü unter „Erweitert“ zu finden, vom Werk aus auf „Immer“ eingestellt. Die Verbindung bleibt also bestehen, was aber Akku verbraucht. Da muss man für sich selber entscheiden, was wichtiger ist.

Leider ist kein GPS Modul verbaut. Das wäre das i-Tüpfelchen. An NFC denke ich erst gar nicht.

Zunächst einmal werden microSD Speicherkarten bis 32GB klaglos und mit ihrer vollen Kapazität erkannt. Bei 64GB hat es bei mir mal kurz geklappt, aber dann ist das ASUS abgestürzt. Sehr erfreulich ist die Tatsache, das man mit einem OTG Kabel für knapp 3 € jede beliebige externe Festplatte oder USB Stick anschließen kann.

Zu Testzwecken habe ich diverse USB Sticks bis 32GB und externe Festplatten bis zu 2 TB angeschlossen. Alle wurden sofort erkannt und waren direkt nutzbar. Nur sollte man von solchen riesigen Platten keine Filme schauen. Das Laden dauert ewig und meistens läuft es dann nicht. Woran das liegt? Keine Ahnung. Bin ich echt überfragt. Aber Dateien von A nach B verschieben klappt problemlos. Auch mal ein bisschen Musik hören, lesen oder was auch immer.

ASUS Memo Pad ME172V Verbindungen (2)

Klang:

Den Punkt mit dem Klang kann man leider sehr schnell abhaken. Zum einen weil es nur den Standard Android Google Music Player gibt (der mit dem Equalizer) und zum anderen, weil die Klangqualität leider hinter den Erwartungen zurück liegt.

ASUS Memo Pad ME172V_Audio Wizard

Da hilft leider auch nicht der vorinstallierte „AudioWizard“. Hier kann man per Klick zwischen verschiedenen Klangprofilen wie „Musik“, „Film“, Aufnahme“, „Spiel“ und „Sprache“ wählen. Im Endeffekt nix anderes, als ein Equalizer. Und genauso hört es sich dann auch an. Hier wird man ei bisschen der Bass hochgedreht (falls vorhanden) und da mal die Höhen ein bisschen runter. Aber Klang klingt anders.

Zum Vergleich habe ich mir mein Nexus 7 daneben gelegt und dieselben Titel auf beiden Tablets abspielen lassen. Und wie nicht anders zu erwarten (weil größerer Speaker), klingt das Nexus um Längen besser. Zunächst klingt das Asus nicht so füllig. Eigentlich gar nicht. Meine Frau beschreibt den Klang als „Kreischen“. Bässe oder tiefe Töne gibt es gar nicht, die Mitten klingen ausgedünnt, dafür plagen die Höhen die Ohren der Zuhörer. Und wehe man dreht mal auf maximale Lautstärke.

Das geht dann schon fast als Körperverletzung durch. Es klingt wie eine kreischende Kreissäge. Außer man legt es flach irgendwo hin, denn dann verdeckt man den Lautsprecher. Beim Spielen kann es je nach Haltung des ASUS dazu kommen, dass man mit einer Hand den Lautsprecher verdeckt. Umdrehen des Tablet hilft hier.

Trotzdem bin ich der Meinung, dass der Anschluss einen externen Lautsprechers oder hochwertiges Headset absolute Pflicht ist. Denn dann fängt es wirklich an zu klingen. Zwar nicht perfekt, aber man damit leben.

Fazit:

Zunächst war ich der Meinung, dass ich dem ASUS unser Gütesiegel nicht verleihe. Für sich gesehen ist das ME172V kein wirklich schlechtes Tablet. Da bieten die ganzen China-Kracher nicht viel mehr fürs Geld. Zwar trumpfen die Asiaten mit besseren nackten Zahlen auf, aber im Betrieb merkt man sofort, wo gespart wurde. Der Single-Core Prozessor leistet hier richtig gute Arbeit. Besser als so manch Quad-Core Verrecker aus dem Fernen Osten fürs gleiche Geld.

Wer 149 € anlegen will, hätte mit einem Acer Iconia B1 (Testbericht) mehr Freude, weil es  erheblich mehr Leistung für 119 € bietet. Ansonsten bietet es die gleiche Kost. Oder man legt 50 € drauf und gönnt sich ein Nexus 7 (Testbericht). Da ist man in Sachen Leistung und Display über jeden Zweifel erhaben. Nicht zu vergessen, dass man hier für die nächste Zeit immer mit den neuesten Updates bei Laune gehalten wird.

Wenn das Wörtchen Wenn nicht wäre, denn plötzlich hat sich einiges geändert. Wie eingangs erwähnt, ist der Preis für das ME172V um mehr als 30% gefallen. Das ist doch mal eine Hausnummer. Aber nicht bei irgendwelchen Hinterhofhändlern sondern bei den ganz großen. Saturn Hansa, Media Markt und Co. habe den Preis auf 99 € gesenkt. Selbst bei Amazon liegt mit es bei moderaten 108 €. Wohlgemerkt. Innerhalb von nicht einmal 3 Wochen!!!

Für unter 100 € bekommt man mit viel Glück mal ein Acer Iconia B1, aber sicher nie ein Nexus 7. Und bei China-Böllern für unter 100 € würde ich nach meinen leidigen Erfahrungen nicht mehr auf Bestellen klicken. Von daher bietet das ME172V gerade für Einsteiger einen unproblematischen Start in diese Welt. Und deshalb Gratulation zum Gütesiegel in der letzten Sekunde.

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Peter W.
Peter W.https://www.mobi-test.de
Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch oder Marketing Gelaber, sondern Klartext. Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.
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