CMF Buds Pro im Test – was taugt der In-Ear by Nothing wirklich?

Im Test habe ich das CMF Buds Pro In-Ear Headset made by Nothing. Aber was steckt wirklich hinter dem Hype bzw. was kommt im Ohr davon an?

Die CMF Buds Pro haben schon vor der offiziellen Vorstellung für ordentlich Wirbel gesorgt. Auch wir haben in unserem Podcast sehr oft und ausführlich über CMF gesprochen, denn dahinter steckt niemand geringeres als Nothing bzw. Carl Pei und da war der Hype groß. Jetzt sind die CMF Buds Pro auch bei uns erhältlich und natürlich habe ich nicht lange nach einem Testmuster gefragt, sondern direkt selbst bei Amazon gekauft. Was bleibt vom Hype übrig, denn mit unter 60 Euro sind die CMF Buds Pro deutlich günstiger als die Nothing Ear Stick (Testbericht). Gerade erst habe ich mit den EarFun Free Pro 3 (Testbericht) einen absoluten Preis/ Leistungsknaller in unsere Bestenliste der In-Ear Headsets aufgenommen. Die sind zwar 20 Euro teurer, aber eben ein absolut genailes Gesamtpaket. Mal sehen, ob die CMF Buds Pro noch mal eine Schippe drauflegen können.

Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben (Link zum Artikel). Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei. Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. Wie immer sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab. Das auch mit einer der Gründe, warum wir unsere Testberichte eher kurz halten, denn niemand elend lange Texte lesen und daher konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale. Nicht zuletzt von der Auswahl der passenden Aufsätze die zum sehr großen Teil den Klang beeinflussen. Dazu habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengetragen -> Link

CMF Buds Pro günstig bei Amazon kaufen*
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Technische Daten CMF Buds Pro:

  • 10 mm Treiber
  • Bluetooth 5.3
  • Bluetooth Profile BLE, SPP, HFP, A2DP, AVRCP (was ist das?
  • Bluetooth Codec AAC, SBC (was ist das?
  • Freisprechfunktion
  • ANC bis 45 dB
  • Touchbedienung
  • Trageerkennung
  • Sprachassistenten
  • spritzwassergeschützt nach IP54 (was bedeutet das?)
  • USB Typ-C
  • Fast Charge
  • 58 x 24 mm (Case)
  • 4 g (pro Earpiece)
  • 56 g (gesamt mit Case)
  • 55 mAh (Earpiece)
  • 460 mAh (Case)

Produktseite: intl.cmf.tech/buds-pro

Deutsche Bedienungsanleitung: cmf.tech/buds_pro_anleitung.pdf

Erhältlich ist das CMF Buds ProTWS Headset in orange, weiß oder schwarz bei Amazon* zum Preis von 57 Euro.

Der Lieferumfang der CMF Buds Pro

Was ich gut finde:

Die Verpackung der CMF Buds Pro ist schon mal spektakulär und im Stile der CMF Watch Pro (Testbericht). Darin dann einmal das Case mit den beiden innenliegenden Ohrstöpsel, einem USB-A zu USB-C Ladekabel, zwei Größen der Aufsätze und eine deutsche Kurzanleitung.

Das Case ist kreisrund und im typischen Orange gehalten. Ist echt schick und hat was von Puderdose und ich liebe es. Vielleicht etwas unpraktisch im Alltag, aber egal. Damit fällt man auf jeden Fall schon mal auf. An der Vorderseite eine LED, die sehr grob über den Akkustand informiert, sobald man die Ohrstöpsel einlegt. Leuchtet die LED weiß, dann ist der Akkustand höher als 30%. In Rot, sollte der Akku unter 30% liegen. Genauer bekommt man es nur über die App. Auf der Rückseite die USB-C Buchse zum Laden des Case. Die Entnahme der beiden Ohrstöpsel ist sehr einfach und beide werden magnetisch gehalten. Zwischen den beiden Ohrstöpseln ist dann noch eine Taste zu sehen.

Rund und Orange ist das Case der CMF Buds Pro

Die beiden Ohrstöpsel sind klassisch designed und werden per Touch bedient. Die Verarbeitung ist absolut in Ordnung. Der Tragekomfort ist sehr gut, was natürlich auch von der passenden Wahl der Ohrpolster abhängt. Hat man sich dafür ein bisschen Zeit genommen und die für sich passende Kombiantion ausgewählt, dann halten die Ohrstöpsel sehr gut. Egal ob Burpees, Jumping Jacks oder Seilspringen. Sie bleiben wo sie sind.

Im Inneren werkeln 10 mm Treiber, dazu gibt es eine Trageerkennung, ja richtig gelesen. Die CMF Buds Pro sind eines der ganz, ganz wenigen Headsets in dieser Preisklasse, die über eine Trageerkennung verfügen. Dafür gibt es leider kein Multipoint, es fehlt also die Möglichkeit die CMF Buds Pro mit zwei Geräten gleichzeitig zu verbinden. Hochwertige Codecs sucht man leider auch vergebens, dafür wiederum ein Niedrig-Latenzmodus zum zocken. ieser ist in Ordnung. Man hört bzw. sieht noch einen gewissen Versatz, aber für diese Preisklasse ist das absolut in Ordnung. Das Headset ist nach IP54 spritzwassergeschützt (was bedeutet das?), was aber nur für die Ohrstöpsel gilt. Damit können sie im Regen getragen werden und auch starkes Schwitzen macht den Ohrstöpsel nichts aus. Das Case ist nicht weiter geschützt.

Das Innere der CMF Buds Pro

Als App kommt Nothing X (Android / iOS) zum Einsatz. Diese ist optisch sehr ansprechend gestaltet, eben typisch Nothing, sehr übersichtlich, was aber vor allem daran liegt, dass die App nicht viele Optionen bietet. Man kann das ANC steuern bzw. Ein- oder Ausschalten, den Transparenzmodus aktivieren oder eben komplett ausschalten. Den Equalizer bespreche ich weiter unten. Ansonsten kann man die Trageerkennung einstellen, den Low-Latency-Modus oder bei Bedarf auch die Ohrstöpsel suchen lassen, in dem man einen Ton abspielen lässt. Dieser ist allerdings sehr leise. Man muss also schon sehr genau hinhören. Wer möchte kann auch die Bedienung anpassen. Das für jeweils links und rechts getrennt. Schade finde ich, dass die CMF Buds Pro nicht wie die „original“ Nothing Headsets (Testbericht) direkt mit iOS wie die AirPods genutzt werden können.

Die Bedienung der CMF Buds Pro ist sehr einfach und eingängig, zumal man es sich anpassen kann, wie man es gerne hätte. Tippt man doppelt steuert man Play und Pause bzw. Anrufe annehmen und Beenden. Dreimal drücken links springt einen Titel zurück und dasselbe rechts springt einen Titel vor. Tippen und halten steuert das ANC. Kann man wie gesagt alles anpassen. Die Touchfläche am Ende des Stengels ist gut erreichbar und reagiert gut auf Eingaben. Für einen Reset auf die Werkseinstellungen legt man die Ohrstöpsel in das Case und hält die Taste für 10 Sekunden gedrückt, bis die LED dreimal in rot blinkt.

Klassisches In-Ear Design der CMF Buds Pro

Und wie klingen die CMF Buds Pro? Gut, wenn man die passenden Einsätze drauf hat. Dann gibt es schon gute Bässe, die zwar nicht weit herunter reichen, aber schon präsent sind. Ist halt eine eher moderne Klangabstimmung mit leicht überzogenen Tiefen und moderaten Mitten. Adele hat zwar nicht so die stimmliche Präsenz, wie man sie gerne hätte, aber absolut ok. Die Höhen sind dagegen wieder omnipräsent, also leicht überzogen, was aber durchaus zum Rest passt. Da das Headset eine eher niedrige Maximallautstärke hat, verzerrt da auch nichts. Nicht falsch verstehen. Die CMF Buds Pro können schon laut, aber andere wie die EarFun Free Pro 3 (Testbericht) können lauter. Die Räumlichkeit und Tiefe ist dagegen wieder richtig gut. Wie könnte man den Klangcharakter nennen – ich glaube an Fast Food angelegt, könnte es Fast Hearing sein. Nichts audiophiles, sondern auf Spaß ausgelegt. Man steckt sich die Ohrstöpsel ins Ohr und hört einfach Musik. Nicht mehr und nicht weniger, aber die EarFun Free Pro 3 (Testbericht) klingen dann doch eine ganze Klasse besser.

Was ich nicht gut finde:

Ziemlich enttäuscht bin ich von der Akkulaufzeit der CMF Buds Pro. Bis zu 6,5 Stunden ohne ANC werden versprochen. Im Test bin ich aber nie über 4 Stunden und 48 Minuten gekommen. Allerdings bei etwas höheren Lautstärken, das das Headset von Hause aus eher leise abgestimmt zu sein scheint. Man will ja schließlich was hören. Ich weiß jetzt nicht, wie und womit CMF die Laufzeiten ermittelt, aber realistisch ist das wohl nicht. Auch nicht, dass dank Fast Charge innerhalb von 10 Minuten wieder für 2,8 Stunden Musik ertönen soll. Das wären 2 Stunden und 48 Minuten. In der Praxis sind das 1 Stunde und 23 Minuten, also scho einiges drunter. Im Case können beide Ohrstöpsel noch zweimal komplett aufgeladen werden. Alles im Allem ist die Akkulaufzeit in Ordnung, aber eben weit unter den Werksangaben und die EarFun Free Pro 3 (Testbericht) bieten noch etwas mehr.

Der Tragekomfort der CMF Buds Pro ist gut

Laut Beschreibung sollen die CMF Buds Pro über eine „45 dB Hybrid Active Noise Cancellation“ verfügen. Also ANC gibt. Sogar noch einen Transparenzmodus, aber das mit den 45 dB und diesem Hybrid ganz ich nicht so ganz nachvollziehen. Was bedeutet dieses Hybrid? Und 45 dB sind schon mal eine Ansage, aber im Test bin ich dann doch etwas enttäuscht. Das ANC kann nicht zaubern. Bei keinem Headset. Nicht einmal den teuersten, denn Geräusche werden nur gedämpft, aber nicht ausgelöscht. Wie auch? Eine Dämpfung um 45 dB würde bedeuten, dass man flüstern nicht mehr hören kann. Leider höre ich den flüsternden Kollegen immer noch ganz gut. Gleiches gilt für vorbeifahrende Autos oder den Staubsauger. Besser ist dagegen der Transparenzmodus, der eine gute Mischung aus Musik und Umgebung liefert.

Enttäuschend ist auch der Equalizer. Es gibt zwar einen und auch ein paar Voreinstellungen und das sieht auch echt schön aus, so wie man diese drei Kugeln verschieben kann, aber unter dem Strich hat der Equalizer gerade mal 3 Bänder, die man dann auch noch in einem breiten Spektrum verschiebt. Gezielt eingreifen bei bestimmten Frequenzen ist leider nicht möglich.

Es kommt die Nothing X App zum Einsatz

Fazit:

Sind die CMF Buds Pro empfehlenswert? Ja, denn für unter 60 Euro hat man zwar eine gigantische Auswahl, aber das meiste davon ist halt Schrott. Hier bei den CMF Buds Pro bekommt man ein ordentliches Gesamtpaket inkl. einer Trageerkennung, einem brauchbaren Klang, brauchbarer Akkulaufzeit, guter App und einfacher, weil anpassbarer Bedienung. Das ANC ist verbesserungswürdig und auch bei der Akkulaufzeit ist noch Luft nach oben. Aber hey, knapp 58 Euro. Da muss man die Kirche im Dorf lassen und genau dafür gibt es das Gütesiegel. Gegen das EarFun Free Pro 3 (Testbericht) kommt es zwar absolut nicht an, aber das ist eben 20 Euro teurer.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf eigene Kosten bei Amazon gekauft. Es wurde nicht vom Hersteller bzw. Onlineshop als Leihgabe bzw. als Geschenk zur Verfügung gestellt. Diese Offenlegung dient der Transparenz.

Peter W.
CMF Buds Pro

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ guter Klang
+ gute App
+ Trageerkennung
+ einfache Bedienung

– ANC nicht so effektiv
– sehr einfacher Equalizer
– Akkulaufzeit weit unter Werksangaben

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