Bose QuietComfort Ultra im Test – was taugt das High-End Headset?

Im Test habe ich das Bose QuietComfort Ultra Over-Ear Headset, welches mit Bose Immersive Audio glänzen möchte und auch sonst gibt es ein paar Neuerungen vor allem dem Klang betreffend. Aber was taugt es und vor allem, wie klingt es?

Das Bose QuietComfort Ultra ist der große Bruder des Bose QuietComfort 45 (Testbericht) und könnte als so etwas wie der Nachfolger des Bose Noise Cancelling Headphones 700 (Testbericht) angesehen werden. Es gibt Bose Immersive Audio, eine kombinierte Bedienung per Touch und Tasten, Multipoint (was ist das?) und eine neue Klangcharakteristik. Wie so oft im Leben gibt es bei den Bose QuietComfort Ultra auch ein bisschen was zu kritisieren. Viel spannender dürfte aber ein Vergleich zu den AirPods Max (Testbericht) und Bowers & Wilkins Px7 S2 (Testbericht), die ich beide hier liegen habe, weil privat gekauft. Die beiden sind nach wie vor an der Spitze meiner persönlichen Bestenliste und denen muss sich das Bose QuietComfort Ultra stellen.

Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben (Link zum Artikel). Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei. Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. Wie immer sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab. Das auch mit einer der Gründe, warum wir unsere Testberichte eher kurz halten, denn niemand elend lange Texte lesen und daher konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale.

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Technische Daten Bose QuietComfort Ultra:

  • Bluetooth 5.3
  • Bluetooth Profile A2DP, AVRCP, HFP, HSP (was ist das?
  • Bluetooth Codec AAC, SBC (was ist das?
  • Freisprechfunktion
  • 2-stufiges ANC
  • Bose Immersive Audio
  • Tastenbedienung
  • USB Typ-C
  • 2,5 mm Klinkenbuchse
  • Sprachassistenten
  • Speicher für bis zu 8 Geräte
  • Touch/ Tastenbedienung
  • Multipoint (was ist das?)
  • 241 g
  • 195 x 139 x 508 mm (Headset)
  • bis zu 24 Stunden Akkulaufzeit

Produktseite: bose.de/de_de/bose-quietcomfort-headphones-ultra

Deutsche Bedienungsanleitung: bose.com/content/Bose_QCUltra_Anleitung_de.pdf

Erhältlich ist das Bose QuietComfort Ultra Headset in weiß, schwarz oder sandstein bei Amazon* zum Preis von 389 Euro.

Der Lieferumfang des Bose QuietComfort Ultra (ohne Anleitung)

Was ich gut finde:

Packt man den Bose QuietComfort Ultra Over-Ear Kopfhörer aus, hält man zuerst einmal das Transportetui in den Händen, in dem das Headset als solches, ein Audiokabel (3,5 mm auf 2,5 mm) und ein sehr kurzes USB-A auf USB-C Kabel nebst einer deutschen Schnellstartanleitung zu finden ist. Da fallen direkt zwei Dinge bezüglich des Case auf. Es ist sehr kompakt und sehr gut verarbeitet. Innen weich ausgeschlagen mit einem großen Netz für die Kabel und dazu ein sehr gut vernähter Reißverschluss.

Der Bose QuietComfort Ultra selbst ist auf dem ersten Blick rein optisch dem Bose Noise Cancelling Headphones 700 (Testbericht) näher als einem Bose QuietComfort 45 (Testbericht). Die sanft geschwungenen Gondeln mit dem schnörkellosen Kopfband und den schlanken Scharnieren mit der nahezu perfekten, stufenlosen Höhenverstellung die komplett aus Aluminium gefertigt ist. Alleine die Verarbeitung des Headset ist einfach nur traumhaft. Die superweichen Ohrpolster sind natürlich wechselbar und bieten einen hervorragenden Tragekomfort. Schon in den ersten Sekunden merkt man, wie gut es sitzt. Nicht zu stramm, aber fest genug, dass man auch mal schneller gehen kann, ohne das es sofort vom Kopf rutscht. Selbst mich als Brillenträger drückt da nach vielen Stunden rein gar nichts und ich habe das Headset während des Tests oft viele Stunden am Stück getragen. Das ist eben Bose und für den Tragekomfort sind die auch durchaus bekannt.

Das Case bietet auch Platz für die Kabel und ist weich gepolstert

Auf der linken Gondel findet man mehrere Mikrofone, die 2,5 mm Klinkenbuchse, die USB-C Buchse und daneben noch eine kleine LED. Auf der rechten Seite dann die Mutlifunktionstaste und die Bluetooth-Taste. Neu ist der Sensor-Streifen, einer erhabenen Linie, der nicht nur die Regulierung der Lautstärke durch wischen ermöglicht, sondern durch gedrückt halten auch die Umschaltung von Bose Immersive Audio, auf die ich gleich zu sprechen komme. Leider gibt es auch bei den Bose QuietComfort Ultra keine offiziellen Angaben, welche Treiber verbaut werden. Es heißt nur, dass es dieselben Treiber wie im Bose QuietComfort 45 (Testbericht) sind, die aber durch Bose Immersive Audio ein neues Sounderlebnis bieten.

Bose Immersive Audio bietet immersives und dreidimensionales Klangerlebnis á la Dolby Atmos oder Spatial-Audio (was ist das?), welches man von Apple kennt. Eine DSP-Software errechnet im Kopfhörer in Echtzeit eine 3D-Version des aktuell gehörten, was im Test nicht perfekt funktioniert, worauf ich später noch zu sprechen kommen. Es ist aber eben kein „echtes“ Dolby Atmos, sondern eine simulierte 3D-Version des gerade gehörten. Ansonsten gibt es noch Multipoint (was ist das?), eine Trageerkennung, die im Test nahezu perfekt funktioniert und natürlich darf auch ANC nicht fehlen. Zusätzlich besteht dank der Funktion SimpleSync die Möglichkeit sich mit einer Bose Smart Soundbar zu verbinden.

Das Bose QuietComfort Ultra hat ein sehr elegantes Design

An der Bedienung des Bose QuietComfort Ultra gibt es nicht viel auszusetzen, weil wenig Knöpfe und nur die wichtigsten Funktionen. Über die obere Taste wird durch einmaliges Drücken Play und Pause gesteuert. Drückt man diese Taste doppelt, springt man einen Titel nach vorne und dreimaliges Drücken springt einen Titel zurück. Gedrückt halten schaltet das ANC zwischen „Wahrnehmbar“, „Immersion“ und „Leise“ um. Die Taste bietet einen sehr guten Druckpunkt. Um die Lautstärke zu ändern streift man mit dem Finger über den hervorgehobenen Streifen nach oben oder unten, was sehr intuitiv funktioniert und vor allem ohne große Verzögerung nahezu stufenlos. Hält man den Streifen kurz gedrückt, kann man das Head-Tracking namentlich Bose Immersive Audio umschalten. Für einen Reset auf die Werkseinstellungen des Bose QuietComfort Ultra schaltet man es ein und hält die Power-Taste und die ANC-Taste zusammen so lange gedrückt, bis die LED weiß blinkt. Nicht vergessen das Headset aus der Bose App und den Bluetooth Einstellungen zu löschen.

Natürlich gibt es auch für die Bose QuietComfort Ultra eine App, die sich schlicht Bose Music nennt (Android / iOS). Die ist sehr einfach und übersichtlich gehalten und auf Android und iOS identisch. Bei „Modi“ kann man das ANC umschalten und auf Wunsch auch eigene Modis z.B. für die Arbeit konfigurieren, bei dem man einen „Wind Block“ oder Immersive Audio aktivieren kann. Leider kann man hierüber kein ANC aktivieren. Unter „Quelle“ kann man die verbundenen Geräte auswählen und auch die Multipoint-Verbindung aktivieren. Hierbei ist es möglich auf zwei Geräten gleichzeitig verbunden zu sein wie dem Geschäftshandy und seinem privaten Handy. Hört man auf dem privaten Telefon Musik und es kommt ein Anruf auf dem Geschäftshandy rein, schaltet das Bose automatisch um und nach dem Gespräch wieder zurück.

Zwei Tasten und eine Sensor-Leiste für die Bedieung des Bose QuietComfort Ultra

Der Equalizer ist leider sehr einfach gehalten und ändert mit seinen drei Bändern beim regeln entsprechend breitbandig die Frequenzen. Es gibt insgesamt vier Voreinstellungen, die zwar noch angepasst werden können, aber eigene Presets können leider nicht angelegt werden. Dazu muss man aber auch gleich sagen, dass man eigentlich nicht nachjustieren muss, was gleich der Klangcheck offenbaren wird. Es gibt auch keinen Hörtest oder ähnliches, was ich aber ehrlich gesagt auch keine Sekunde vermisst habe. „Immersive Audio steuert besagte Funktion, was man aber auch sehr bequem direkt am Headset anpassen kann. Viel interessanter ist die Funktion „Shortcut“, mit das gedrückt halten den Sensorbandes gemeint ist. Diese Funktion kann man aktivieren oder auf Wunsch auch deaktivieren. Einmal aktiviert, kann man sich hierüber durch gedrückt halten den Akkustand ansagen lassen, das Immersive Audio anpassen, den Sprachassistenten aktivieren oder Spotify Connect steuern.

Ein absolutes Highlight des Bose QuietComfort Ultra ist sein ANC, welches absolut auf Augenhöhe mit dem des Sony WH-1000XM5 (Testbericht) oder den AirPods Max (Testbericht). Schaltet sich das ANC ein, ist der Effekt schon wirklich erstaunlich, denn plötzlich wird es sehr still um einen herum. Natürlich hört man noch vorbeifahrende Autos, denn ANC kann nicht zaubern, Moderne System schaffen eine Reduktion von bis zu 40 dB, womit flüstern eliminiert werden kann. Eine normale Unterhaltung hat schon 60 dB und ein vorbeifahrendes Auto ca. 80 db. Trotzdem ist das ANC des Ultra mit das beste seiner Art, denn bis auf ein sehr leises Rauschen hört man nichts und sobald irgendwas abgespielt wird, hört man auch das Rauschen nicht mehr. Noch viel besser gefällt mir aber der Ambient-Modus, der hier „Wahrnehmbar“ genannt wird. Hierbei werden die Mikrofone aktiviert, um das drumherum zu Gehör zu bringen, obwohl man Musik hört. Die Mischung ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen, auch wenn sich die Außenwelt ein wenig hell anhört, aber man ist eben trotz Musik mittendrin statt nur dabei. Echt klasse Bose.

Die Ohrpolster sind nicht nur weich, sondern auch wechselbar

Weiterer Pluspunkt des Bose QuietComfort Ultra ist die gute Akkulaufzeit. Trotz aktiven ANC und etwas gehobener Lautstärke, hat es die Werksangabe von 24 Stunden mit 23 Stunden und 33 Minuten beinahe erreicht. Bei aktivierten Bose Immersive Audio gehen knapp 3 Stunden Akkulaufzeit verloren. Dank Schnellladen sollen 15 Minuten ausreichen, um bis zu 2 Stunden Musik hören zu können. Das ist zwar weniger als beim Bose QuietComfort 45 (Testbericht), aber mit 1 Stunde und 42 Minuten ist man immer noch gut bedient. Schade ist aber, dass sich das Headset abschaltet, sobald man das Ladekabel anschließt.

Und wie klingt der Bose QuietComfort Ultra? Natürlich habe ich für den Klangtest den Immersion-Modus deaktiviert und ich muss sagen, dass mir der Klang sehr, sehr gut gefällt. Im Gegensatz zum Bose QuietComfort 45 (Testbericht) gibt es deutlich mehr Bass und vor allem die Höhen wurden ein ganz Stück eingebremst, was sich in einem sehr angenehmen und vor allem harmonischen, aber trotzdem kräftigen Klang widerspiegelt und das bei allen Arten von Musik. Der Bowers & Wilkins Px7 S2 (Testbericht) klingt etwas wuchtiger, aber nicht so fein in den Höhen, aber in Punkto Räumlichkeit und Tiefe des Raumes spielen beide in der gleichen Liga. Die AirPods Max (Testbericht) liegen irgendwo dazwischen, so das es am Ende eigentlich keinen besten für mich gibt. Das Bose klingt einfach unfassbar gut, so dass man eigentlich gar nichts am Equalizer verstellen müsste. Ein satter Bass, der niemals dröhnt, egal wie laut man aufdreht, sehr ausgewogene Mitten die eine sehr gute Verbindung zwischen den Tiefen und den Höhen schafft, die, wie bereits erwähnt, etwas zurückhaltender abgestimmt wurden und jetzt sehr gut in das ganze Konzept passen. Hier hört man tatsächlich, das man mehrere hundert Euro ausgeben hat .

Der Tragekomfort der Bose QuietComfort Ultra ist hervorragend

Was ich nicht gut finde:

Warum hat das Bose QuietComfort Ultra keine hochauflösenden Codecs mit an Bord? An Bluetooth Codecs sind nur die beiden Standards AAC und SBC (was ist das?) vorhanden. In dieser Preisklasse ist das ein ganz großes Minus, auch wenn man dazu wissen muss, dass für die Nutzung von hochauflösenden Codecs die gesamte Kette zusammenpassen muss. Viele wollen unbedingt aptX, dabei wird der z.B. von iPhones überhaupt nicht unterstützt. Beim iPhone gibt es nur AAC und als hochausflösenden Codec den Apple Lossless Audio Codec (ALAC), den man aber nur in Verbindung mit einem Abo bei Apple Music und AirPods zu hören bekommt. Wenn das eigene Smartphone tatsächlich einen hochauflösenden Codec wie aptX oder LDAC unterstützt, muss auch die Quelle der Musik diese Qualität liefern und damit wären schon mal alle Nutzer raus, die kein extra Geld für so etwas ausgeben oder einen Anbieter nutzen, der solche Qualitäten gar nicht erst anbieten. Passt ein Glied dieser Kette nicht, dann wird automatisch SBC im Falle von Android oder AAC bei einem Apple Gerät genutzt.

Die Bose Music App ist sehr übersichtlich

Nicht ganz so perfekt ist leider auch die Bedienung des Bose QuietComfort Ultra. Es gibt zwar nur zwei Tasten und den Sensorstreifen, womit die Bedienung wirklich sehr einfach gehalten ist, was auch nicht das Problem ist, sondern die Platzierung der beiden Tasten auf der gleichen Seite. Trage ich das Headset und will z.B. die WIedergabe pausieren, dann landet mein Daumen zuerst immer auf dem Sensorstreifen, von dem aus ich mich zur oberen Taste bewege, womit ich in den allermeisten Fällen auch direkt mal die Lautstärke (ungewollt) verstelle. Diese Taste auf der linken Gondel und das Problem wäre gelöst.

Wie bereits erwähnt, ist beim Bose QuietComfort Ultra die Funktion Bose Immersive Audio neu, also das 3D-Audio, was im Test an sich wirklich gut funktioniert und den Klang von den Ohren loslöst, womit sich der Klang im virtuellen Raum verteilt. Bei Spielen oder Filmen ist der Effekt echt beeindruckend und kommt Dolby Atmos schon sehr nahe, aber es gibt eben auch ein paar Probleme und die betreffen vor allem die Basswiedergabe bei Musik. Schaltet man Immersive Audio ein und dabei spielt es keine Rolle, ob man „Unbewegt“ oder „Bewegung“ aktiviert, fangen die Bässe merkwürdig an zu „schnarren“. Also ob die Membran anschlägt bzw. übersteuert. Schaltet man die Immersion aus, geht die Räumlichkeit verloren, aber auch dieses „schnarren“ im Bass. Auch ein herunter regeln der Lautstärke hilft da nicht. Ich weiß nicht, wie ich dieses Phänomen beschreiben soll, aber exakt das gleiche Phänomen habe ich bei einem Expemplar in einem großen Elektronikmarkt hören können. Somit kann mein Testmodell nicht defekt sein oder ich habe echtes Pech gehabt und beide Headsets sind defekt.

Es gibt zahlreiche Funktionen, die gut erklärt werden

Fazit:

Ist der Bose QuietComfort Ultra empfehlendwert? Ja, aber sowas von, denn der Bose QuietComfort Ultra zeigt, dass auch ein Bose noch weiter verbessert werden kann und er ist der mir bislang einzigste Kopfhörer, der so etwas wie Apples Spatial Audio auch auf einem Nicht-iPhone zu Gehör bringen kann. Ja, das ist keine „echte“ Musik mehr, aber es klingt einfach gut, auch wenn es hierbei beim Bass ein paar Probleme gibt. Viel schwerer wiegt aber, dass es keine hochwertigen Codecs gibt, auch wenn man zugeben muss, dass die allermeisten Nutzer nicht einmal wissen was das ist und wenn nicht beachten, dass die Kette zusammenpassen muss. Auch mit den Standard-Codecs ist das Bose QuietComfort Ultra mit das Beste Headset, was ich je getestet habe und wird natürlich einen Platz in meiner Bestenliste nebst dem Gütesiegel erhalten.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Peter W.
Bose QuietComfort Ultra

Zusammenfassung

+ sehr gute Verarbeitung
+ sehr guter Klang
+ Immersive Audio
+ sehr gutes ANC
+ sehr guter Tragekomfort
+ wechselbare Ohrpolster
+ gute App
+ Schnellladefunktion

– Probleme bei Immersive Audio
– Bedienung umständlich
– keine hochwertigen Codecs

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