Bowers & Wilkins PX8 im Test – geht noch mehr?

Im Test habe ich das Bowers & Wilkins PX8 Over-Ear Headset, denn ich will wissen, ob da nicht doch noch mehr geht. Vielleicht etwas provokativ gefragt, aber in dieser Preisklasse muss man genau so rangehen.

Ich verwende ja eigentlich nie irgendwelche Superlative wie hervorragend oder überragend, da ich der Meinung bin, dass es immer Luft nach oben gibt. Egal wie gut und/ oder wie teuer etwas ist. Irgendwas wird danach kommen und noch besser sein. Beim Bowers & Wilkins PX8 muss ich da leider eine Ausnahme machen, denn was dieses Over-Ear Headset mit mir gemacht hat, habe ich vorher noch nie erlebt. Ich habe mir erst vor kurzem die Bowers & Wilkins Px7 S2 (Testbericht) zusätzlich zu keinen Apple AirPods Max (Testbericht) gekauft und habe zeitgleich auch noch die Bose QuietComfort Ultra (Testbericht) hier liegen. Also die absoluten Topmodelle aus meiner persönlichen Bestenliste und bin schon sehr gespannt, in wieweit es sich vom Vorgänger Px7 S2 unterscheidet und ob sich das PX8 an die Spitze setzen kann.

Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben (Link zum Artikel). Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS und nicht zuletzt der Tragekomfort usw. Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. Wie immer sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab. Das auch mit einer der Gründe, warum wir unsere Testberichte eher kurz halten, denn niemand elend lange Texte lesen und daher konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale.

Bowers & Wilkins PX8 günstig bei Cyberport kaufen*
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Technische Daten Bowers & Wilkins PX8:

  • 10 Hz – 30 kHz
  • 40 mm Treiber
  • ANC
  • Bluetooth 5.2
  • A2DP, AVRCP, HFP, HSP, BLE GATT
  • AAC, SBC, aptX, aptX Adaptive, aptX HD (was ist das?)
  • Trageerkennung
  • Multipoint (was ist das?)
  • USB Typ-C mit USB-Audio
  • Schnellladefunktion
  • 189 x 233 x 63 mm
  • 320 g

Produktseite: bowerswilkins.com/de-de/px8

Deutsche Bedienungsanleitung: bowerswilkins.com/Px8_Anleitung.pdf

Erhältlich ist das Bowers & Wilkins PX8 Headset in Schwarz, Beige oder Royal Burgundy zu einer UVP von 699 Euro. Bei Cyberport.de* ist er bereits zum Preis von 648 Euro erhältlich.

Der Lieferumfang des Bowers & Wilkins PX8

Was ich gut finde:

Zuerst das Auspacken des Bowers & Wilkins PX8 und da fängt es schon direkt an, denn das Case ist einfach nur sehr gut verarbeitet und verdammt kompakt für so ein Vollformat-Over-Ear-Headset. Das Innere ist mit einem schwarzen, weichen Bezug ausgekleidet. Unter der Klappe findet man ein USB-C auf USB-C Kabel und ein 3,5-mm-Klinke auf USB-C Kabel. Ja, richtig gelesen, denn man kann das Bowers & Wilkins PX8 problemlos an einen PC oder Laptop anschließen. Dazu aber gleich mehr. In der Verpackung liegt dann noch eine deutsche Kurzanleitung bei. Das Case ist mit dem des Px7 S2 identisch, nur dass es beim S2 mit hellem Stoff ausgekleidet ist.

Schon der Bowers & Wilkins Px7 S2 (Testbericht) war rein optisch eine echte Augenweide. Der Bowers & Wilkins PX8 legt aber noch einmal nach, denn der Kopfbügel mitsamt den beiden Gelenken und den beiden Gondeln sind aus Aluminium gefertigt, aber beim PX8 ist das Kopfband rundum mit feinsten Nappaleder bezogen, was nicht nur optisch besser aussieht, sondern sich auch hervorragend anfühlt. An den beiden Gelenken hat sich nichts geändert. Warum auch, denn sie arbeiten perfekt und bieten viel Raum für Anpassungen. Überhaupt ist der Tragekomfort selbst für mich als Brillenträger unübertroffen. Dazu tragen sicher auch die mit Nappa-Leder umspannte Memory-Foam-Ohrmuscheln bei. Mehrere Stunden am Stück auf dem Kopf und man merkt – nichts.

Das Case des Bowers & Wilkins PX8 sitzt wie ein Maßanzug

Die Oberflächen der beiden Gondeln des Bowers & Wilkins PX8 wurden optisch etwas angepasst. Diese sind nicht mehr matt schwarz, sondern metallisch glänzend mit einer geschliffenen Fase. Diese gibt es auch am Übergang von der Gondel zum Ohrpolster. Diese kleinen Kunstgriffe bewirken wahre Wunder, was das Design und Anmutung angeht, denn rein von der Form her hat sich nichts geändert. Auch nicht, die insgesamt sechs Mikrofone, wovon alleine vier für das ANC zuständig sind. Die restlichen zwei Mikrofone befindet sich auf der rechten Gondel und sind nur für die Telefonie gedacht. Auf der linken Seite befindet sich eine einzelne Taste, mit der sich das ANC umschalten lässt. Auf der rechten Seite gibt es dann zwar keine 3,5 mm AUX-IN Buchse, aber die USB-C Buchse, die drei Tasten zur Bedienung der Musikwiedergabe und ein Schiebeschalter, mit dem das Headset nicht nur ein- und ausgeschaltet werden kann, sondern auch in den Bluetooth-Pairing Modus gebracht werden kann.

Die Verarbeitung des Bowers & Wilkins PX8 kann man schlicht als hervorragend bezeichnen. Die Tasten bieten sehr gute Druckpunkte, die stufenlose Längenverstellung des Kopfbügel lässt keine Wünsche offen und auch sonst ist der PX8 rundum ein Meisterwerk. Keine Ahnung, was man hier noch besser machen kann. Zumindest nicht in dieser Preisklasse. Sicher gibt es noch ein Headset, welches noch besser verarbeitet ist, noch leichter, flexibler oder sonstwas, aber sicher nicht zu diesem Preis.

Unter der Klappe finden die Kabel genug Platz

Im Inneren des Bowers & Wilkins PX8 sind zwar noch die gleichen Treiber mit einem Durchmesser von 40 mm verbaut, die natürlich auch wieder leicht angewinkelt in das Aluminium-Gehäuse eingebaut wurden, aber anstatt der Zellulosemembranen des Px7 S2 kommen beim PX8 nur Membranen aus Kohlefaser zum Einsatz, die die Musik noch präziser wiedergeben sollen. Ein großes Plus des PX8 ist der verbaute D/A-Wandler, der auch 24 Bit/96kHz-Dateien verarbeiten kann. Aber nicht nur kabellos per Bluetooth, sondern auch kabelgebunden, weshalb auch ein passendes 3,5-mm-Klinke auf USB-C Kabel beiliegt, um den Bowers & Wilkins PX8 z.B. direkt an einen PC oder Laptop anzuschließen und dann nahezu verlustfreie Signale hören zu können.

Eine Trageerkennung bietet natürlich auch der Bowers & Wilkins PX8, die sogar per App in der Empfindlichkeit anpassbar ist, aber hier arbeitet diese Trageerkennung so gut, dass es schon reicht eine Gondel vom Ohr abzuheben, damit die Musik pausiert wird. Denn wie macht man es im Alltag? Man hat das Headset auf dem Kopf und wird angesprochen. Niemand nimmt das Headset jetzt komplett ab, sondern hebt kurzerhand eine Gondel hoch. Während bei allen anderen die Musik munter weiterspielt, stoppt die Wiedergabe beim Bowers & Wilkins PX8 prompt und wieder nach kurzer Zeit wieder automatisch fortgesetzt, sobald man die Gondel wieder aufsetzt. Bei mir ist die Empfindlichkeit übrigens auf Mittel eingestellt.

Rein optisch ist das Bowers & Wilkins PX8 ein absoluter Leckerbissen

Multipoint (was ist das?) ist auch mit an Bord und damit die Möglichkeit das Bowers & Wilkins PX8 Auf Wunsch mit zwei Geräten gleichzeitig zu verbinden. Ein Feature, welches ich heute nicht mehr missen möchte. Selbiges gilt auch für die Codecs AAC, SBC, aptX, aptX Adaptive und aptX HD (was ist das?). Zwar kann ich als Nutzer eines iPhone nur auf AAC zurückgreifen, aber mit meinem Pixel 7a komme ich in den Genuss von aptX bzw. aptX Adaptive. Ob man das hört? Muss jeder für sich entscheiden, denn um einen hochwertigen Codec wie eben aptX überhaupt zu Gehör zu bekommen, muss nicht nur das Headset und das Smartphone selbigen Codec unterstützen, sondern auch die Quelle ebensolche Qualitäten liefern. Damit wären schon mal die allermeisten Nutzer der Streamingportale raus, die kein extra Geld für bessere Qualitäten zahlen möchten. Da hilft der tollste Codec nix, wenn ein Glied der Kette nicht passt. Das vergessen viele oder wissen es schlicht nicht.

Beim Thema ANC gibt es eigentlich immer dieselben vier der Spitzengruppe zu nennen. Die Apple AirPods Max (Testbericht), das Bose QuietComfort Ultra (Testbericht) und natürlich die Sony WH-1000XM5 (Testbericht). Mittlerweile zähle ich auch das Bowers & Wilkins Px7 S2 (Testbericht) zur Spitzengruppe. Diese Top 4 werden nun zur Top 5, denn das Bowers & Wilkins PX8 übertrumpft sie alle. Zwar minimal, aber im direkten Vergleich aller vier ist das ANC eben noch mal einen Ticken besser. Zwar sind vorbeifahrende Autos und Gespräche der Kollegen immer noch zu hören, aber nur noch als leises Rauschen und sobald man nur leise Musik hört, herrscht absolute Ruhe. Dabei ist zu bedenken, dass selbst modernes ANC eine Reduktion von max. 40 dB erreichen kann. Selbst ein normales Gespräch hat schon um die 60 dB und ein vorbeifahrendes Auto kommt auf ca. 80 dB. Erstaunlich ist, dass es selbst ohne Wiedergabe absolut kein Rauschen vom Headset gibt. Einfach der Wahnsinn, zumal das ANC auch im ANC auch im Kabelbetrieb aktiv ist. Auch dieses Feature findet man sehr, sehr selten bei einem Bluetooth-Headset.

Als Spitzenreiter präsentiert sich das Bowers & Wilkins PX8 auch beim Transparenzmodus. Ich habe bislang noch kein Headset getestet, bei dem dieser Modus so perfekt umgesetzt wurde. Man hört nach wie vor Musik in einer hervorragenden Qualität, aber zeitgleich alles um einen herum, als ob man kein Headset auf dem Kopf hätte. Wird man von schräg hinten angesprochen, kommt es genauso an den Ohren an und man kann sich ganz normal unterhalten, ohne das man das Gegenüber anschreit, weil man auch sich selbst perfekt hört.

Links das Bowers & Wilkins PX8, rechts das Bowers & Wilkins Px7 S2

Mit der Music | Bowers & Wilkins App (Android / iOS) gibt es zwar die Möglichkeit das Bowers & Wilkins PX8 zu verbinden, aber zwingend notwendig ist es nicht, da man alles wichtige auch ohne App direkt am Headset steuern kann. Trotzdem sollte man sich mit der App verbinden, denn so bekommt man Zugriff auf den Equalizer, der zwar nur die Tiefen und Höhen relativ breitbandig beeinflussen kann, aber dieses sollte man wirklich nur machen, wenn einem die neutrale Abstimmung absolut nicht zusagt. Ehrlicherweise habe ich einen „größeren“ Equalizer mit diversen Voreinstellungen oder noch mehr Bändern nicht eine Sekunde vermisst. Weiterhin lässt sich die Empfindlichkeit des Tragesensors ändern, die zu ändernden Stufen der ANC-Taste anpassen, Updates der Firmware installieren oder das Headset auf die Werkseinstellungen zurücksetzen, also ein Reset durchführen. Ein Novum ist auch, dass sich Streamingportale wie Tidal, Deezer, Soundcloud , TuneIn und Qobuz direkt aus der App bedienen lassen.

Genau wie der Bowers & Wilkins Px7 S2 (Testbericht) soll der Akku des Bowers & Wilkins Px8 bis zu 30 Stunden mit aktiven ANC durchhalten und nur 15 Minuten Aufladung sollen ausreichen, um danach wieder bis zu 7 Stunden Musik abspielen können. An den tatsächlichen Laufzeiten hat sich nicht viel getan und die Unterschiede bezeichne ich mal als Toleranz, da ich keine technischen Geräte zur exakten Analyse habe. Braucht man auch nicht, denn mit 29 Stunden und 2 Minuten konnte ich fast die Werksangabe erreichen und dabei habe ich teilweise auch mal etwas (viel) lauter gehört. Nachdem ich den Akku am Ende für 15 Minuten aufgeladen habe, konnte ich dann noch mal 6 Stunden und 39 Minuten weiter hören. Apropos weiterhören. Auch während des Ladevorgangs kann man mit dem Bowers & Wilkins Px8 weiter Musik hören. Dieses Feature bieten auch nicht viele Konkurrenten und schalten das Headset ab, sobald das Ladekabel angeschlossen wird.

Das Bowers & Wilkins PX8 hat einen perfekten Tragekomfort

Und wie klingt das Bowers & Wilkins PX8? Einfach nur fantastisch. Ich liebe ja den neutralen Klang der Bowers & Wilkins Px7 S2 (Testbericht), weshalb ich mir diese ja auch privat gekauft habe. Die Apple AirPods Max (Testbericht) klingen auch toll, aber diese habe ich mir nur deswegen gekauft, weil ich nur hier von Spatial Audio by Apple profitieren kann. Ab und zu muss das einfach sein, aber um mal richtig entspannt richtig gut Musik zu hören, braucht es eben ein Headset wie das Bowers & Wilkins Px7 S2. Das Bowers & Wilkins PX8 klingt noch mal besser. Ich habe ja immer behauptet, dass man in diesen Kreisen keinen Unterschied mehr hören kann, aber da habe ich mich getäuscht. Im direkten 1:1 Vergleich am Kabel hört man sehr wohl, dass der Bowers & Wilkins PX8 noch präziser, noch druckvoller und nochmals dynamischer klingt und das bis zur maximalen Lautstärke. Dabei ist der ursprüngliche, neutrale Klangcharakter des PX7 S2 nicht verloren gegangen, denn Die Mitten und Höhen kommen unglaublich klar und präzise, während der Bass tief und kraftvoll ist. Es ist wie der Vergleich zweier Autos vom gleichen Hersteller. Der eine vom Band ist gut, aber der andere ist dann noch mal getunt worden. Eben das gewisse Extra und das kann der Bowers & Wilkins PX8 absolut zu Gehör bringen. Darf man so etwas einen Ohrenorgasmus nennen? Ich denke ja und ich stehe dazu. Das Bowers & Wilkins PX8 ist klanglich das bislang beste Over-Ear Headset, welches ich bisher testen durfte.

Nichts auszusetzen gibt es auch bei der Telefonie mit dem Bowers & Wilkins PX8. Man selber wird sehr gut verstanden und das ohne Rauschen, Echo oder andere lästige Nebengeräusche. Selbst Windgeräusche werden wirkungsvoll herausgefiltert, sofern man nicht direkt in einem Sturm steht. Das Gegenüber ist ebenfalls sehr gut zu verstehen.

Was ich nicht gut finde:

Was gibt es am Bowers & Wilkins PX8 zu bemängeln? Das es so teuer ist? Nein. Das kann man nicht bemängeln. Wer das Geld nicht hat oder ausgeben möchte, soll sich halt anderweitig umschauen. Das es keinen LDAC Codec mit amn Bord hat? Es hat aptX und hier streiten sich die Gelehrten, welches der bessere Codec ist. Wie oben beschrieben muss alles perfekt aufeinander abgestimmt sein, sonst nutzt das alles nichts. Aber eines fällt mir doch noch ein – es wird kein Airline-Adapter mitgeschickt. Gibt es zwar für wenige Euro bei Amazon, aber bei anderen Headsets ist einer im Lieferumfang enthalten.

Die App ist schlicht, aber absolut ausreichend und bietet mehr als manch anderer

Fazit:

Ist der Bowers & Wilkins PX8 empfehlenswert? Ja, ja, ja und nochmals ja. Er ist teuer, aber jeden Cent wert und alleine das zählt am Ende. Perfekte Verarbeitung, hervorragender Tragekomfort, alles drin und dran was man braucht und dazu dieser phantastische Klang. Ohrenorgasmus pur und auch optisch ein echter Leckerbissen. Wer das Geld ausgibt darf viel erwarten und wird nicht enttäuscht werden. Ob es das Gütesiegel gibt? Keine Frage.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage von Cyberport.de als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Peter W.
Bowers & Wilkins PX8

Zusammenfassung

+ hervorragende Verarbeitung
+ hervorragendes ANC
+ hervorragender Klang
+ hervorragender Tragekomfort
+ sehr gute Akkulaufzeit
+ sehr gutes Case
+ sehr einfache Bedienung

– kein Airline-Adapter

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