Nexus 6P im Dauertest – das Google Phablet ist groß, stark und rein aber auch gut?

Nexus 6P Test Banner

Es ist groß, schwarz, stark, absolut rein und nicht ganz billig. Das Nexus 6P. Kann es sich der Nachfolger des glücklosen Nexus 6 (Testbericht) gegen die immer stärker werdende Konkurrenz wie dem genialen Huawei Mate 8 (Testbericht) behaupten? Der Dauertest wird es schonungslos aufdecken.


 

Es gab Zeiten, da galt ein Nexus als absoluter Preisbrecher. High-End mit einer völlig unangetasteten Android Oberfläche in der jeweils aktuellsten Version zum kleinen Preis. Der niedrige Preis wurde von Google subventioniert, was uns als Käufer ziemlich egal ist. Das war einmal, denn mittlerweile sind Nexusse alles andere als günstig. Auch die verschiedenen Hersteller dieser Spezies liest sich wie ein Who-is-Who der Smartphonebauer. So kamen bislang Hersteller wie ASUS, HTC, Samsung, LG und natürlich auch mal Motorola zum Zuge. Das Nexus 6P, welches von Huawei gebaut wird, bietet alles an High-End Ausstattung, was man aktuell bekommen kann. Und eben die neueste Android Version 6.0.1 Marshmallow. Mal sehen, wie es sich im Kampf der Titanen, also im direkten Vergleich zum Huawei Mate 8 (Testbericht) oder Samsung Galaxy Note 4 (Testbericht) schlägt. Denn das Mate 8 hatte ich direkt davon im Dauertest gehabt.

Bevor es mit dem eigentlichen Dauertest los geht, zunächst einmal kurz die wichtigsten technischen Daten zum Kandidaten:

  • Android 6.0.1 MarshmallowNexus6P
  • 5,7″ AMOLED Display mit 2560 x 1440 Pixel
  • 518 ppi
  • Gorilla Glass 4
  • 4 x 2 GHz + 4 x 1,5 GHz Snapdragon 810 V2.1 64bit Octa-Core Prozessor
  • Adreno 430 GPU
  • 3 GB RAM
  • 32/ 64 / 128 GB interner Speicher
  • 8 Megapixel Frontkamera mit 4K Videoaufnahme
  • 5 Megapixel Frontkamera mit Full-HD Videoaufnahme
  • LTE Cat.6 (300/50 Mbit/s)
  • WLAN 802.11a/b/g/n/ac (2,4 GHz / 5 GHz)
  • 2 x 2 MIMO
  • Bluetooth 4.2
  • NFC
  • DLNA
  • GPS / GLONASS
  • Fingerabdrucksensor
  • USB Typ-C
  • Stereo Frontlautsprecher
  • 159,3 x 77,8 x 7,3 mm
  • 178 g
  • 3450 mAh (nicht wechselbar)
  • Quick Charge 2.0

Produktseite: google.com/nexus6p

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung (online): support.google.com/nexus#topic=3415518

Erhältlich ist das Nexus 6P in den Farben Aluminium, Grafit und Kristallweiß. Dank diverser Preissenkungen sind die einzelnen Modelle zu erträglichen Preisen zu haben. Allerdings sollte man es nicht über den Playstore kaufen, denn dort ist es trotz Preissenkungen um mehr als 100 € teurer als in den bekannten Onlineshops und Läden. So kostet das Modell mit 32 GB internen Speicher bereits ab 530 € erhältlich und im Playstore für 649 €, das mit 64 GB kommt auf rund 650 € und das Topmodell mit 128 GB geht für 799 € über die virtuelle Ladentheke. Beim Kauf des Nexus 6P gibt es auch noch 90 Tage Google Play Music gratis obendrauf.

Übersicht:

Unboxing:

Verpackt ist das Nexus 6P eher unspektakulär. Der Inhalt verblüfft aber:

  • Nexus 6P
  • 3A / 5V Netzteil
  • USB Typ-C zu USB Standard-A-Kabel
  • USB Typ-C zu USB Typ-C-Kabel
  • SIM-Tool
  • Kurzanleitung

Etwas seltsam muten die beiden USB Typ-C Kabel an und man fragt sich wozu zwei Stück? Schaut man sich das Netzteil mal genauer an, sieht man, dass dort keine normale USB Buchse (Typ-A) vorhanden ist, sondern ebenfalls eine USB-Typ C. Keine Ahnung, was dieser Quatsch soll, aber so ist es halt. Mit dem kurzen USB Kabel kann man sich z.B. mit einem PC oder einem normalen Netzteil verbinden. Die Kurzanleitung ist beim Nexus 6P wirklich eine Kurzanleitung. Ein bedrucktes Stück Papier. Das wars auch schon.

Nexus 6P Unboxing (2)

Verarbeitung und Ausstattung:

Das man Huawei mit der Fertigung des Nexus 6P betraut hat ist schon mal kein Fehler, denn das Mate 8 war in Sachen Verarbeitung einfach nur ein Traum. So ist es auch beim Nexus 6P, welches übrigens das Erste Nexus mit einem Gehäuse aus Aluminium ist. Es ist natürlich groß und jeder der dieses mokiert sollte sich vorher informieren, welche Abmessungen so ein 5,7″ Phablet haben wird. Einfach nur lachhaft, denn ich kaufe mir keine S-Klasse um dann zu meckern, dass dieses Schiff nicht in meine Garage passt oder? Ich finde die Größe absolut in Ordnung auch wenn das Nexus 6P ein echter Brocken ist. Zumindest wenn man es mit dem Nexus 6 (Testbericht) oder Huawei Mate 8 (Testbericht) vergleicht. Beide bieten mit 6″ ein größeres Display, sind aber von den Abmessungen nahezu gleichgroß. Vergleicht man es mit dem Samsung Galaxy Note 4 (Testbericht), welches wie das Nexus 6P auf ein 5,7″ Display setzt, fällt die Größe des nexus 6P erst recht auf. Ein paar Zeilen weiter unten findet ihr ein paar Vergleichsbilder, die das verdeutlichen. Dank des Alugehäuses und seiner wirklich excellenten Verarbeitung sollte man es nicht so ohne weiteres verbiegen können. Zumindest nicht, wenn man es im Sinne eines Smartphone nutzt. Es knarzt nichts und beim klopfen auf die Rückseite hört es sich nicht hohl an.

Nexus 6P Hands-On (3)

Die komplett schwarz gestaltete Front mit dem bündig eingepassten Display gefällt mir sehr gut, lässt aber einen für heutige Verhältnisse, doch recht breiten Rand. Tasten gibt es keine, dafür aber vorne zwei Lautsprecher für echten Stereoklang. Dazu noch die Linse der Frontkamera und links davon noch eine Benachrichtigungs-LED.

Am unteren Ende mittig die USB Typ-C Buchse und die möchte ich nicht mehr missen. Natürlich ist es zuerst einmal eine Umstellung, aber dafür ist die Datenübertragung selbst von mehrere GB eine Sache von wenigen Sekunden und der Akku innerhalb einer Stunde fast wieder komplett aufgeladen. Dabei spielt es keine Rolle, wie herum man das Kabel einsteckt. Es passt immer. Kein Gefummel mehr im Dunkeln.

Links außen der Schlitten für die Simkarte. Dieser ist zwar größer als man es von Single-SIM Geräten her kennt, aber es passt wirklich nur eine Simkarte rein. Sehr schade, denn der Trend geht ganz klar in Richtung Kombi-Slot mit Dual-SIM bzw. Single-SIM und microSD Speicherkarte. Dafür rastet der Schlitten sauber ein und schließt absolut plan mit der Außenkante ab. Am Kopfende die 3,5 mm Headsetbuchse. Rechts außen dann noch die Power-Taste und die einteilige Lautstärke-Taste. Schön dass auch diese beiden aus Metall bestehen und die Power-Taste zur besseren Unterscheidung eine gut fühlbare Riffelung aufweist. Ebenfalls positiv, dass beide nicht klappern und sehr präzise Druckpunkte aufweisen.

Die Rückseite ist das Erkennungsmerkmal des Nexus 6P. Die erhabene Leiste am oberen Ende nennt sich „Visor“ und beherbergt die Kamera nebst Dual-LED Blitz. Im ersten Moment wirkt das wirklich aufgesetzt, hat aber durchaus Sinn. Legt man das Gerät auf einen Tisch und tippt darauf herum, kippelt es nicht wie viele andere, bei denen die Kamera aus dem Gehäuse heraus schaut. Darunter ein zweites Mikrofon zur Geräuschunterdrückung und der wie beim Huawei Mate 8 (Testbericht) etwas tiefer gelegte Fingerabdrucksensor, den Google „Nexus Imprint“ nennt. Dieser arbeitet leider nicht so perfekt wie beim Mate 8. Zwar wird der Fingerabdruck in den allermeisten Fällen korrekt erkannt und es spielt keine Rolle, wie man den Finger auf den Sensor legt, aber das Mate 8 macht es eben noch besser. Wie von Huawei gewohnt wird auch das Nexus 6P beim auflegen des Fingers auf den Sensor aufgeweckt und entsperrt.

Und hier der bei mir obligatorische Größenvergleich:

Betriebssystem und Leistung:

Nexus 6P Screenshots (12)Android 6.0.1 Marshmallow mit dem derzeit aktuellsten Patch März 2016 sind einfach nicht zu toppen und genau dafür steht ein Nexus. Von den 64 GB Speicher sind nach dem ersten Start und dem Update aller vorinstallierten Apps noch exakt 51,88 GB frei. Eine Speichererweiterung per microSD Speicherkarte ist nicht vorhanden. Mit Android 6 gibt es einige Neuerungen und da sich das Nexus 6P nicht mit unnötigen Ballast herumschlagen muss, wirkt alles wie aus einem Guss.

Eine echte Erleichterung ist das Ambient-Display, die zwar nicht so neu ist, aber mit Android 6 perfekt harmoniert. Sobald man das Gerät anhebt, leuchtet das Display kurz auf und zeigt neue Benachrichtigungen und das so dezent, dass man es selber gut lesen kann, es aber z.B. im Dunkeln niemanden stört. Ist sowas wie die Light-Version des zweiten Display vom LG V10 (Testbericht). Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit das Display auch im Homescreen zu drehen. Muss zwar extra in den Einstellungen des Display aktiviert werden, erleichtert die Arbeit mit einem solch großen Phablet ungemein. Vielen noch wichtiger ist aber ein weiteres Extra von Android 6. Die neue Rechtevergabe. Bei Huawei kennt man es schon ewig, aber nun kann man auch bei Stock-Android, also Android ab Werk, die einzelnen Rechte der Apps im Auge behalten und nachträglich beeinflussen.

Leider etwas unausgegoren ist der einfache, ich nenne ihn mal den „Nicht-Stören-Manager“, den man erreicht, wenn man über die Schnellstartbuttons auf „Nicht Stören“ tippt und dort dann auf die weiteren Einstellungen. Hier kann man diverse Automatische Regeln erstellen, in welches der drei Profile „Lautlos“, „Nur Wecker“ oder „Nur wichtige“ sich das Gerät anhand einer Zeit- oder Ereignisregel umschalten soll. Die Ereignisregeln basieren dabei auf Einträge im Kalender und bis auf die drei bekannten Profile kann man nichts umschalten oder einstellen. Funktioniert soweit echt gut, ist aber wirklich nur ganz rudimentär und nicht mit den bekannten Profilmanager wie MyProfiles oder PhoneProfiles zu vergleichen. Aber immerhin…

Das Nexus 6P hat mächtig Dampf unter der Haube. Kein Wunder, denn vier der acht Kerne des Snapdragon 810 V2.1 Prozessors takten mit bis zu 2 GHz und die restlichen vier mit bis zu 1,5 GHz pro Kern. Natürlich unterstützt der Prozessor 64bit und neben einer Adreno 430 Grafikeinheit kommen noch 3 GB RAM dazu. Gerade weil das Nexus 6P keinen Ballast mit sich herumschleppen muss, läuft es super smooth und blitzschnell durch die  Homescreens und Menüs. Ruckeln? Zuckeln? Abstürze? Gibt es nicht und trotzdem erreicht das 6P nicht die Spitzenplätze bei den ganzen Benchmarks. Da liegt es bei AnTuTu z.B. fast 20.000 Punkte hinter dem Mate 8. Also in nackten Zahlen ausgedrückt fast 25% langsamer, die einem in der Realität überhaupt nicht so langsam vorkommen. Im Gegenteil. Beide nebeneinander gelegt, lassen keinerlei Unterschiede erkennen. Vielleicht ist das Mate 8 mal ein Zehntel schneller beim Starten einer App, aber ganz ehrlich…ich bin weder auf der Flucht, noch sterbe ich in den nächsten Minuten. Das zeigt mal wieder ziemlich eindeutig, wie sinnlos und wenig aussagekräftig diese Benchmarks eigentlich sind. Aber weil viele drauf stehen, lasse ich sie halt mal laufen und notiere die Ergebnisse.

In Sachen Wärmeentwicklung gibt es keine Auffälligkeiten, was wohl dem Alugehäuse zu verdanken sein dürfte. Bei intensiver Nutzung wird es zwar schnell warm, aber mein Infrarotthermometer zeigte selbst nach dem Durchlauf aller Benchmarks direkt hintereinander einen maximalen Wert von 39,8°C an. Das zeigt auch, dass die Version 2.1 des Snapdragon 810 Prozessor sein Hitzeproblem abgelegt hat.

Hier noch ein paar Benchmark Ergebnisse:

  • AnTuTu: 74514
  • Base X Mark: 28900 / 18803
  • Basemark OS II: 1405 / 1817 / 1158 / 2445 / 757
  • CF-Bench: 46410 / 22133 / 31843
  • Chrome Sunspider Browser Benchmark: 777,4 ms
  • Epic Citadel: 57,3 fps (High Quality)
  • Epic Citadel: 48,7 fps (Ultra High Quality)
  • Epic Citadel: 58,2 fps (High Performance)
  • Geekbench 3: 908 / 3568
  • Icestorm Sing Shot: 1547
  • Icestorm Unimited: 24283
  • Icestorm Extreme: Maxed Out
  • Icestorm: Maxed Out
  • Jetstream Benchmark: 44.343
  • NenaMark 2: 59,9 fps
  • Octane 2.0 Score: 8950
  • Quadrant Standard: 21254
  • PC Mark: 4471
  • Vellamo: 2180 / 2247 / 4557

Nexus 6P Leistung (28)

Display:

Nexus 6P Display (10)Im Gegensatz zum Vorgänger Nexus 6 (Testbericht) ist das Display des Nexus 6P mit 5,7″ eine ganze Ecke kleiner ausgefallen. Das AMOLED Panel bietet eine QHD-Auflösung von 2560 x 1440 Pixel und somit eine Pixeldichte von 518 ppi. Geschützt ist es durch Gorilla Glass 4. Einzelne Pixel wird man wohl nicht einmal mehr mit einer Lupe zu sehen bekommen. Das Thema Schärfe sollte keines mehr sein. Die automatische Helligkeitsregelung nennt sich seit Android 6 Marshmallow „Adaptive Helligkeit“ und funktioniert sehr gut. Die Beleuchtung wird umgehend und vor allem zielsicher an die aktuellen Umgebung angepasst. Allerdings ist das Display selbst bei maximaler Helligkeit nicht so hell wie viele Konkurrenten. Aber man kann sich behelfen, wenn man die adaptive Helligkeitsregelung deaktiviert. Manuell auf Maximum gestellt, erscheint mir das Display erheblich heller als mit Automatik. Lichthöfe gibt es keine. Also Licht, welches seitlich ins Display einfällt. Kein Wunder, denn bei der Darstellung der Farbe schwarz werden bei einem AMOLED Display sämtliche Pixel abgeschaltet.

Farben werden dank des AMOLED Display sehr farbenfroh dargestellt, aber nicht annähernd so übertrieben bunt, wie man es von den Super-AMOLEDs von Samsung kennt. Es passt einfach, auch wenn man die Farbtemperatur nicht verändern kann. Die Kontraste sind dank AMOLED sowieso super, genauso wie die Präzision. Eingaben, auch mit mehreren Finger zu gleichen zeit, werden ohne jede Verzögerung umgesetzt. Die Gleitfähigkeit der Displayoberfläche ist sehr gut.

Im Freien gibt es nichts zu beanstanden. Selbst wenn die Frühlingssonne munter scheint, lässt sich der Inhalt noch gut ablesen. Zwar spiegelt es deutlich, aber nicht so schlimm, dass man es bemängeln müsste. Was aber negativ ins Auge fällt ist die Sache mit der Blickwinkelstabilität. Prinzipbedingt sind hier AMOLED Displays den LCD oder TFT unterlegen, aber beim Nexus 6P verändern sich die Farben schon bei relativ steilen Winkel. Je flacher man auf das Display schaut, um so mehr verfärbt es sich zu Rosa.

Kamera:

Seit jeher ist die App der Kamera bei Android bzw. den Nexus Modellen eher rudimentär. Bietet also eigentlich nur das Nötigste. So auch bei Android 6 Marshmallow. Richtig gut finde ich aber nach wie vor die Panoramafunktion und Photo-Sphere für echte 360° Aufnahmen. Gerade mit einer VR-Brille macht das richtig Laune und sorgt immer noch für offene Münder bei Neulingen auf dem Gebiet. Ansonsten gibt es nicht viel zu entdecken. Das Nexus 6P verfügt zwar über einen Bildstabilisierung, die aber nur elektronisch und funktioniert eher mäßig. Spielereien wie diverse Filter oder einen manuellen Modus sucht man vergeblich. Praktisch ist die neue Möglichkeit die Kamera des Nexus 6P durch doppeltes Tippen der Power-Taste zu starten.

Kommen wir zur Qualität der 12,3 Megapixel Kamera. In der Vergangenheit haftete den Nexussen immer so ein Hauch von mieser Kameraqualität an. Das hat sich zum Glück geändert. Solange die Sonne scheint, gelingen wirklich tolle Aufnahmen die durch leuchtende, natürliche Farben und sehr guter Schärfe und Details zu gefallen wissen. Dabei macht sich der schnell arbeitende Fokus positiv bemerkbar. Zumindest solange man keine Nahaufnahmen machen möchte. Denn hier patzt der Fokus. Egal ob mit Autofokus oder manuellen Fokus. Objekte in Nahaufnahme werden nicht scharf gestellt. Man muss etwas weiter weg gehen, dann klappt es auch mit der Schärfe. Der BDual-LED Blitz leuchtet Aufnahmen in der Dämmerung bzw. Dunkelheit gut aus, auch wenn ein gewisses Bildrauschen deutlich sichtbar bleibt, aber das tut es auch bei der Konkurrenz. Aber gegen meinen aktuellen Kamera-Chmapion LG G4 (Testbericht) kommt das Nexus 6P nicht an.

Wie immer findet ihr alle Fotos in ihren vollen Auflösung und unbearbeitet bei Flickr -> Link

Nexus 6P Testfoto (11)

Und hier noch ein kurzes Testvideo, aufgenommen in Full-HD und natürlich ohne Bearbeitung:

Akku:

3450 mAh speichert der fest verbaute Akku des Nexus 6P und ist damit wesentlich kleiner als der Saftspender des amtierende Akkukönigs Huawei Mate 8 (Testbericht). Auch neuen Funktionen zum Stromsparen wie „Doze“ oder der „App-Standby“ bringen dem Nexus 6P nicht die Krone. Mit Doze soll der Akkuverbrauch speziell im Standby-Modus optimiert werden, was aber nur teilweise gelingt, denn gerade Nachts verbraucht das ungenutzte 6P immer noch zu viel Akku, obwohl die Apps gebündelt zur gleichen Zeit kurz ins Netz zum abrufen von Infos gelassen werden.

Dank USB Typ-C ist der Akku aber innerhalb kürzester Zeit wieder voll aufgeladen. So liefert das mitgelieferte Netzteil bei 5V satte 3A und das reicht aus, um den Akkustand innerhalb einer Stunde um bis zu 85% aufzuladen.

Wie immer ist bei mir Bluetooth, WLAN, GPS und Sync dauerhaft aktiviert, das Display auf 75% Helligkeit mit Automatik und die Abschaltung auf 5 Minuten eingestellt. Meine Nutzung würde ich mal heftig bis extrem nennen. Über den Tag lese ich immer wieder hunderte RSS Feeds, lese und beantworte Mails, bin in den sozialen Netzwerken unterwegs, lasse mich mehrmals täglich navigieren (auch kurze Strecken) und telefoniere recht häufig.

Wie man am Screenshot sehen kann, habe ich das Nexus 6P morgens um halb neuen voll aufgeladen vom Strom genommen. Um halb zwölf die Nacht war der Akku nach ziemlich genau 15 Stunden auf 1% runter. Und das bei einer Screen-On Time von 4 Stunden und 33 Minuten. Mit ein bisschen Zurückhaltung sollte also ein kompletter Tag und vielleicht auch noch Nacht möglich sein. Der Energiesparmodus von Android ist eher spartanisch. Man kann ihn manuell aktivieren oder bei 5% oder 15% automatisch einschalten lassen. Dabei wird dann die Prozessorleistung reduziert, die Vibration  deaktivert und viele Hintergrunddienste abgeschaltet. Richtig viel spart man aber nicht, denn bei 5% reichte der Akku dann bei normaler Nutzung noch eine knappe Stunde. Im PC Mark Akkutest erreicht das Nexus 6P einen Wert von 6 Stunden und 43 Minuten. Der Akkutest von Geekbench 3 ermittelt eine Laufzeit von 6:11:50, was einem Ergebnis von 3717 Punkten entspricht.

Nexus 6P Akku (5)

Konnektivität:

Das Nexus 6P bringt alles mit, was man für ein Gerät dieser Preisklasse erwarten kann. Das LTE Cat.6 bringt es auff bis zu 300 Mbit im Download und bis zu 50 Mbit/s im Upload. Das WLAN unterstützt den ac-Standard und funkt im 2,4 GHz und 5 GHz Band. Dabei erkennt das Nexus 6P bei mir 7 von 8 WLAN Netzwerken und hat dank 2 x 2 MIMO keinerlei Probleme beim Empfang. Gleiches gilt auch für das Bluetooth 4.2 bzw. NFC. Läuft einfach.  Leider unterstützt das NExus 6P nur DLNA aber kein Miracast. Mit meinem Samsung Smart-TV konnte ich somit keine Verbindung herstellen. Sehr ärgerlich.

Den Standort ermittelt man per GPS oder GLONASS. Das Modul bringt es dabei innerhalb weniger Sekunden im Freien auf eine Genauigkeit von 3 Metern und das bei 10 genutzten Satelliten von 23 in Sicht. Ein sehr, sehr guter Wert. Innerhalb von Gebäuden fällt die Genauigkeit nur minimal auf 10 bis 12 Meter ab. Ebenfalls ein hervorragender Wert.

Was ich aber nicht verstehe ich das mit dem Tempo der USB Typ-C Schnittstelle. Eigentlich sollte sie dank USB 3.0 Support für einen irre hohen Speed beim übertragen von Dateien sorgen. Nicht aber beim Nexus 6P, denn anstatt USB 3.0 hat das Nexus 6P nur den alten USB 2.0 Speed mit auf den Weg bekommen. Gerade weil man keine externe Speicherkarte einlegen kann, wird man vielleicht mal hunderte Fotos vom Handy auf den PC kopieren wollen, was dann ziemlich lange dauert.

Klang:

Nexus 6P Details (12)Mit den Stereo-Lautsprechern auf der Front umgeht das Nexus 6P das Problem, dass man diese mit den Händen verdeckt, wenn man es im Querformat hält. Wer jetzt aber meint, dass das Nexus 6P ein Klangwunder wäre, der irrt leider. Schon bei normalen Lautstärken sind die Bässe und leider auch die Mitten gar nicht bzw. kaum vorhanden. Es klingt recht hell und ohne Volumen. Zwar baut sich eine relativ weite Bühne auf und es spielt auf Wunsch auch schön laut, aber Spaß zu hören ist anders. Je lauter es wird, umso stärker verzerrt der Klang und bohren sich die zu vorlauten Höhen direkt ins Gehirn.

Bei Telefonaten gibt es hingegen nichts auszusetzen. Man selber wird gut, mit natürlicher Stimme und ohne Nebengeräusche verstanden. Der Anrufer kommt ebenfalls gut rüber, auch wenn man einen leichten Hall nicht wegdiskutieren kann.

Fazit:

Verdient sich das Nexus 6P das Gütesiegel? Nein, auch wenn das Gesamtpaket an sich überzeugen kann. Die Konkurrenz bietet einfach das bessere Preis-Leistungsverhältnis. Allen voran das Huawei Mate 8 (Testbericht), bei dem man den Speicher erweitern kann, der Akku endlos hält und sich sonst für den gleichen Preis nicht hinter dem Nexus 6P verstecken muss. Wer auf die Displaygröße schielt, bekommt mit dem Samsung Galaxy Note 4 (Testbericht) für über 100 € weniger ein nicht viel schlechteres Gerät geliefert. Einzig wer immer die neuesten Updates haben will und ein völlig cleanes Android, der kann zuschlagen, aber das werden wohl die allerwenigsten sein, denn auch Huawei und Samsung haben dazu gelernt und liefern fleißig Updates.

About Peter W.

Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch sondern Klartext. Wie ich teste könnt ihr hier nachlesen: http://mobi-test.de/uber-uns/ Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.

3 Comments

  • Wolfgang Denda sagt:

    Hallo, zu diesem Fazit bin ich auch gekommen, und kaufe dieses Nexus trotz der aktuellen Preissenkungen und Angebote nicht. Stattdessen kann man sich gerade günstig (also nicht im MM) von ZTE ein Axon Elite mit ähnlicher Ausstattung und offscreen Tasten holen.

    Ist Huawei denn mit den Aktualisierungen jetzt wirklich so viel besser geworden? Ich kann es kaum glauben.

    • Peter W. sagt:

      Das hat sich bei Huawei wirklich gebessert. Das Mate 8 hat innerhalb der drei Wochen, in denen ich es getestet habe direkt mal 2 Updates bekommen.

      • Wolfgang Denda sagt:

        Danke!

        Laut den Kommentaren bei mydealz sind die wohl auch dringend notwendig, aber wenigstens wird man nicht mehr wie beim Mate 1 hängengelassen.

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