Oral-B GENIUS X 20000N smarte Zahnbürste im Test – was ich gut finde und was nicht

Mit dem Test der smarten Zahnbürste Oral-B GENIUS X 20000N nehmen wir uns ein neues Feld der intelligenten Geräte zur Brust. Besser gesagt mein Sohn, denn er hat die Zahnbürste getestet und für uns Eltern herausgefunden, was daran gut ist und was nicht.

Die tägliche Diskussion kennen Eltern mit Sicherheit, wenn man Kinder hat. Man fragt das Kind, ob es denn schon die Zähne geputzt hat. „Ja, schon lange“. Wie von Zauberhand ist die Zahnbürste trocken und somit steht Aussage gegen Aussage und die Laune ist hinüber. Also wird man sich als Eltern über kurz oder lang mit dem Gedanken anfreunden, eine smarte Zahnbürste zu kaufen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist aber so viel besser. So auch bei uns mit unserem 12-jährigen Sohn. Eine smarte Zahnbürste muss her und so haben wir natürlich auch mal eine billige gekauft, aber direkt nach dem Auspacken zurückgeschickt weil defekt. Also wieder mal bei den namhaften Herstellern gesucht und mit der Oral-B GENIUS X 20000N fündig geworden. Diese wurde uns oder besser gesagt meinem Sohn für den Test zur Verfügung gestellt. Natürlich war mein Sohn alles andere als erfreut, als ich ihm die brandneue Hightech-Zahnbürste unter die Nase hielt, aber das sollte sich sehr schnell ändern. Der Test verlief über insgesamt 3 Wochen.

Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS und nicht zuletzt der große Praxistest. Mein Sohn testet für jeden nachvollziehbar. App installieren, Apps starten und putzen. Und da wir unsere Testberichte eher kurz halten wollen, weil niemand elend lange Texte lesen möchte, konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale.

Technische Daten Oral-B GENIUS X 20000N:

  • 6 Reinigungsmodi
  • Andruckkontrolle
  • Bewegungssensoren 
  • Bluetooth
  • Smart Coaching
  • Appsteuerung
  • 2 Minuten Timer

Produktseite: oralb.de/de-de/oral-b-genius-x-20000

Deutsche Bedienungsanleitung: service.braun.com/Genius_X_Anleitung.pdf

Erhältlich ist die Oral-B GENIUS X 20000 in verschiedenen Ausführungen, die sich aber nur im Lieferumfang unterscheiden. So ist bei der von meinem Sohn getesteten 20000N ein Reiseetui dabei und eine Aufsteckbürste. Bei der Oral-B Genius X Luxe Edition sind es dann vier Aufsteckbürsten. Die Preise variieren dadurch zwischen 120 und 150 Euro.

Was ich gut finde:

Der Lieferumfang ist ordentlich, denn neben dem Handstück mitsamt einer Bürste gibt es noch ein Reiseetui, eine Halterung, ein Ladekabel, ein Ladegerät und eine sehr dicke Bedienungsanleitung. Die Verarbeitung ist sehr gut, was man bei diesem Preis auch durchaus erwarten darf. Das Handteil ist sehr griffig und hat direkt beim Aufsatz für die Bürste einen umlaufenden Ring, 360° Smart Ring genannt, der aufleuchtet, sobald man beim Zähne putzen zu fest drückt. An der Vorderseite gibt es zwei Tasten. Die obere, größere startet die Bürste, die untere schaltet zwischen den Putz-Modis um, die dann direkt aufleuchten. Darunter dann noch die Akkuanzeige. Dieser musste im Laufe des Tests von 3 Wochen aber nicht aufgeladen werden. Wenn der Akku mal leer sein sollte, kann man das Handteil im Reiseetui laden oder auf dem beiliegenden Ladegerät, welches auch mit anderen Oral-B Bürsten kompatibel ist. Dieses kleine Ladegerät kann in die beiliegende Halterung eingeclipst werden und dann auch noch Platz für 4 Bürsten bietet.

Das Reiseetui hat wohl einen eingebauten Akku und kann nicht nur die Zahnbürste als solches laden, sondern auch ein Smartphone, wenn auch nicht wirklich viel. Aber in der Not nimmt man gerne jede mAh. Allerdings ist diese Grip-Oberfläche etwas zu empfindlich, denn wenn man damit auf Reisen ist, verkratzt diese sehr schnell und sieht dann nicht mehr wirklich schön aus. Das Case fungiert auch als Powerbank für z.B. ein Smartphone. Zu diesem Zweck gibt es eine USB Buchse an der Stirnseite. Allerdings nur, wenn das Reiseetui selbst am Strom hängt, also geladen wird. Es gibt aber noch eine Funktion, denn wenn man es aufklappt, kann man an der einen Seite das Smartphone aufstellen. Damit es funktioniert, also die Putzsession aufgezeichnet wird, muss die Zahnbürste mit dem Smartphone verbunden und in Reichweite sein. Ein Wechsel der Bürste wird nicht nur über die Farbe der Borsten angezeigt, sondern auf Wunsch auch per Pushnachricht. Apropos Wechsel des Bürstenkopfs. Es müssen nicht zwingend die Genius X Borsten gekauft werden, denn es passen auch alle anderen Aufsteckbürsten von Oral-B außer von der Oral-B Pulsonic und Oral-B Sonic Reihe.

Die Verbindung zur Oral-B App (Android / iOS) ist eine Sache von wenigen Sekunden. Kurz die Power-Taste an der Bürste drücken, wird sie direkt gefunden und verbunden. Allerdings braucht man einen Account, der ebenfalls sehr schnell eingerichtet ist. Dann kann man schon auch direkt putzen. Allerdings sollte man vorher einen Blick in die Einstellungen für die Bürste werfen, denn da gibt es einiges einzustellen. Unter iOS kann man sich z.B. mit Health verbinden. Auf Wunsch kann die Farbe des Ring der Andruckkontrolle geändert werden. Wer nicht alle 6 Modis braucht, wie mein Sohn, kann diese entfernen oder die Reihenfolge ändern. Für meinen Sohn haben wir den Modus für die tägliche Reinigung und die Zungenreinigung aktiviert. Des weiteren kann der Timer von 2 Minuten geändert werden oder auch, ob sie beim empfohlenen Wechsel der Position alle 30 Sekunden vibrieren soll usw.

Und los geht das wilde Putzen. Mein Sohn natürlich alles andere als motiviert, verändert sich sein Putzverhalten von mal zu mal. Grund sind auch die verschiedenen Auszeichnungen, die man sich durch richtiges Putzen verdienen kann. Diese Gamification funktioniert halt immer. Gerade bei den Jungs. Zuerst muss man sich für eine der 6 Reinigungsmodi entscheiden. Es gibt die Tägliche Reinigung, Pro-Clean, Sensitiv, Aufhellen, Zahnfleischschutz und Zungenreinigung. Man kann jederzeit durch drücken der unteren Taste zwischen den Modis wechseln. Sobald die Zeit (meist 2 Minuten) abgelaufen ist, wird die Bürste nicht abgeschaltet. Sie läuft so lange, bis man selbst die Bürste ausschaltet.

Einzig die Art und Weise, wie man die Zahnbürste halten und bewegen muss, muss etwas trainiert werden, worauf ich gleich noch genauer eingehen werde. Ansonsten erklärt sich eigentlich alles von selbst, denn die Bürste überträgt ihre Daten in Echtzeit auf die App. So sieht man immer, wo man gerade wie gut putzt und sieht das anhand der sich ändernden Farbe der Zähne. Von tief blau, über hellblau zu weiß und am Ende blitzen die Zähne. Das nenne ich mal idiotensicher. Auch die Andruckkontrolle funktioniert gut, denn es leuchtet nicht nur der Ring auf, sondern wird auch direkt in der App an rote Markierung angezeigt und mit aufgezeichnet. Beim ersten mal hat mein Sohn noch seine Schwierigkeiten gehabt, aber schon am zweiten Tag hat er direkt 100 Punkte für die Session erreicht und damit noch eine zusätzliche Motivation. Sein Ziel sind immer die 100 Punkte mit einer Abdeckung von 100% mit einem komplett blitzenden Gebiss, 0 Sekunden Druck und das bei 2 Minuten Putzzeit. Und mit jedem Tag kam er diesem Ziel näher und in der zweiten Woche hat er es erreicht und danach immer volle Punktzahl „erputzt“. Betrügen ist jetzt nicht mehr, denn die Bürste zeichnet alles sehr genau auf und damit ist das Ziel absolut erreicht. Besser noch, denn diese riesige Menge an Auszeichnungen bietet jede Menge Motivation und mittlerweile hat er sogar Spaß am Zähne putzen.

Was ich nicht gut finde:

Die Positionserkennung ist leider nicht so perfekt. Wobei man sagen muss, dass es zum größten Teil von der Handhabung abhängt. Mein Sohn hat herausgefunden, dass es am besten funktioniert, wenn man den Mund geschlossen hält, die Bürste ruhig führt und nicht wild herum wedelt. Dann erkennt die Bürste recht gut die aktuelle Position der Bürste. Hat man den Mund offen oder führt die Bürste nicht ruhig, springt der Marker immer wieder an eine andere Stelle, obwohl die Bürste in Wirklichkeit woanders putzt. Das muss man erst einmal verinnerlichen. Auch wenn man viel Speichel bzw. Schaum im Mund hat, kann es zu Problemen bei der Positionierung kommen.

Man kann die Oral-B GENIUS X prinzipiell mit mehreren Nutzern verbinden, aber dafür braucht jeder Nutzer einen eigenen Account und ein eigenes Smartphone bzw. Tablet. Es gibt leider keine Möglichkeit in einer App mehrere Benutzer zu verwalten. Was im ersten Moment etwas kleinlich klingt wird plausibel, dass auch schon Kleinkinder mit der Zahnbürste das richtige Putzen erlernen können, aber meist kein eigenes Handy besitzen und Mama oder Papa brauchen ihr Handy selbst zum Putzen. Ob es dafür eine Lösung in Form eines Updates gibt, ist derzeit leider nicht bekannt.

Fazit:

Ist die Oral-B GENIUS X empfehlenswert? Ja und es gibt das Gütesiegel. Natürlich sind über 100 Euro für eine elektrische Zahnbürste sehr viel Geld und auch Ersatzbürsten sind alles andere als billig, aber als Vater kann ich bestätigen, dass diese Art des Zähne Putzens am Ende nur Vorteile hat. Das Kind kann nicht nur überwacht werden, ob es Zähne geputzt hat oder nicht, sondern es gibt durch die App auch viele Lerneffekte und lange Motivation wegen der zu erringenden Auszeichnungen. Und das ist auf Dauer billiger als zum Zahnarzt zu rennen und nicht zuletzt nervenschonender, weil damit endlich diese täglichen Diskussionen von wegen geputzt oder nicht geputzt und wie geputzt ein für allemal entfallen.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Oral-B GENIUS X 20000N

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ guter Lieferumfang
+ sehr einfache Bedienung
+ motivierende App mit Auszeichnungen
+ gute Akkulaufzeit

– Lageerkennung nicht immer präzise
– jeder Nutzer benötigt einen eigenen Account

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