Mit dem djive Flowmate ARC Casual habe ich einen 2in1 Luftreiniger mit eingebauten, flügellosen Ventilator im Test und schreibe hier auf, was ich daran gut finde und was nicht.

Erst seit ein paar Wochen beschäftige ich mich so wirklich mit den Luftreinigern. Nicht wegen Corona, sondern wegen Gerüchen, die beim Kochen so entstehen und diesen Mini-Staubflusen, die man sehen kann, wenn die Sonne durch das Fenster scheint. Die muss man doch irgendwie los werden. Ganz schnell landet man dann bei den üblichen Verdächtigen bei Amazon wie dem Xiaomi Mi Air Purifier 3H (Testbericht) oder einem TaoTronics Luftreiniger H13 TT-AP005 (Testbericht). Der djive Flowmate ARC Casual ist ein 2in1 Gerät, welchen einen Luftreiniger und einen flügellosen Ventilator in einem Gerät vereint. Es gibt aber noch weitere Modelle, die dann noch heizen können und/ oder einen Luftbefeuchter beinhalten. Als mich djive bezüglich eines Test des ARC Casual kontaktiert hat, habe ich nicht lange gezögert, denn für das Zimmer meines Sohnes haben wir noch so ein Teil gebraucht. Und da in seinem Zimmer mein Gaming-PC steht, der beim Laufen ordentlich Abwärme produziert, hat der ARC Casual die perfekte Testumgebung, zumal unter seinem Fenster der Nachbar gerne mal eine raucht und Gerüche aus der Wohnung „stecken“ bleiben weil Sackgasse und Ende der Wohnung.

Technische Daten djive Flowmate ARC Casual:

  • LCD-Display
  • 29 – 58 dB
  • App
  • WLAN 802.8 b/g/n (2,4 GHz)
  • Bluetooth
  • 33 bis 64 dB
  • 86 m³/h
  • 25 m²
  • 34 Watt
  • Oszillation
  • Alexa/ Google Assistant Integration
  • 89,5 x 28,5 x 26 cm

Produktseite: djive.eu/djive-flowmate-arc-casual-2in1-luftreiniger

Deutsche Bedienungsanleitung: djive_Flowmate_ARC_CASUAL_Manual.pdf

Erhältlich ist der djive Flowmate ARC Casual unter anderem bei Amazon* zum Preis von 199,99 Euro und aktuell sogar im Angebot für 169,99 Euro.

Was ich gut finde:

In der Verpackung findet man neben dem Flowmate noch eine Fernbedienung, der Filter und die deutsche Kurzanleitung. Die ist übrigens nicht wirklich vonnöten, denn die Bedienung erklärt sich praktisch von selbst, aber dazu gleich mehr. Die Verarbeitung ist ok. Der djive Flowmate ARC Casual besteht vollständig aus Plastik, ist aber alles im allem tadellos. Die breite Basis verleiht dem Luftreiniger einen stabilen Stand, wirkt aber mit dem Aufbau dennoch grazil. Ja, dieser bewegliche Ventilatorarm ohne Rotoren sieht aus wie von einem anderen, bekannten Hersteller. Na und? Wie will man das auch anders bauen? Das Hauptgehäuse ist beweglich, denn der ARC Casual bietet eine Oszillation, kann sich also um jeweils 40° auf beide Seiten drehen, was die Luftverteilung enorm verbessert. Aber der „Turm“ ist nicht nur drehbar, sondern auch noch kippbar. Der Arm kann nach Wunsch stufenlos nach vorne oder hinten gekippt werden, was sich im Alltagstest als sehr nützlich erwiesen hat. An der Vorderseite dann noch ein Farbdisplay, welches sich aber nicht abdunkeln oder abschalten lässt.

Auf der Rückseite sitzt der PM 2.5 Luftqualitätssensor und unter einem Deckel ein HEPA14 Filter, welcher wesentlich effektiver als der Hepa13 Filter eines Xiaomi Mi Air Purifier 3H (Testbericht). Den Unterschied bemerkt man im Alltag nicht direkt, außer dass der ARC Casual bei Gerüchen irgendwie effektiver zu sein scheint. Apropos Filter. Nach 720 Stunden meldet der sich zu Wechsel. Unabhängig wie er tatsächlich aussieht. Allerdings kann man diese Meldung durch 5 Sekunden gedrückt halten wieder zurücksetzen. Des weiteren bietet der djive Flowmate ARC Casual eine zuschaltbare UV-C Sterilisation, die die vorbeiströmende Luft zusätzlich von von Kreimen befreit. Die Wirkweise ist sehr einfach. Die Luft wird vorne durch das Gitter angesaugt, durch den Filter geleitet und dann durch die Öffnungen am Arm wieder ausgeblasen.

Dank WLAN und Bluetooth ist die Verbindung sehr einfach möglich, sollte mich aber im Praxistest vor Probleme stellen. Wer das alles nicht möchte. Also keine App und keine drahtlose Verbindung, kann den ARC Casual dank der Fernbedienung komplett offline nutzen.

Was ich ok finde:

Wie schon erwähnt ist die Bedienung sehrt einfach. Die Fernbedienung hat wenige Tasten, die sich von selbst erklären. Natürlich kann man den ARC Casual auch komplett nur mit der einzelnen Taste oberhalb des Displays bedienen. Drücken, gedrückt halten für bestimmten Zeiten und das alles so einfach, dass man es in Sekunden verinnerlicht hat. Über die App geht das auch. Also drei Arten der Bedienung, von denen ich im Alltag aber eigentlich immer nur die Fernbedienung benutzt habe. Geht am schnellsten und ich muss mich nicht bücken. Die App djive home (Android / iOS) sieht modern aus und bietet jede Menge Funktionen, was vor allem die Automatisierung angeht. Ansonsten steuert man den ARC Casual über die Tasten schneller, außer man verbindet ihn mit Alexa oder dem Google Assistant, was bei mir aber nur An oder Aus steuern konnte.

Der Praxistest lief bei meinem Sohn im Zimmer. Die Ersteinrichtung ist an sich sehr einfach, da der Assistent den Nutzer durch den Vorgang leitet, aber bei mir wollte die Verbindung per WLAN nicht klappen. Voraussetzung ist ein WLAN im 2,4 GHz. Das haben eigentlich alle Router und ist bei mir auch aktiviert, aber trotz Neustart des Routers und Kontrolle dessen Einstellungen hat erst die Verbindung per Bluetooth funktioniert, welche dann aber doch noch die Verbindung per WLAN ermöglicht haben muss. Keine Ahnung warum, aber plötzlich war das WLAN verbunden. Der Laie staunt und der Fachmann wundert sich. Aber egal. Es läuft. Dann geht es an die App. Die umfangreichen Möglichkeiten der Automatisierung nutzen wir nicht, da er rund um die Uhr im Automatikmodus läuft. Auf veränderungen der Luft reagiert der djive Flowmate ARC Casual recht zügig. Nicht so schnell wie der Xiaomi Mi Air Purifier 3H (Testbericht), der nebenan im Flur ebenfalls im Automatikmodus werkelt, aber auch der ARC Casual reguliert die Lüftung nach oben und unten, je nachdem wie sich die Luft verändert. Der rauchende Nachbar, dessen Zigarettenqualm gerne in das gekippte Fenster zieht, lässt die Luftqualität binnen Sekunden verschlechtern. Umgehend reagiert er und fährt die Lüfterleistung nach oben. Und innerhalb weniger Minuten ist die Luft wieder einigermaßen in Ordnung. Er bewirkt keine Wunder. Die miefende Bude wird er nicht zur Oase verwandeln, aber die Luft im 16 m² großen Zimmer meines Sohnes wirkt schon nach wenigen Stunden im Betrieb deutlich frischer. Am auffälligsten ist aber, dass die kleinen Schwebeteilchen, die man bei Sonneneinstrahlung in der Luft sieht, komplett verschwunden sind. Die würden wir normalerweise einatmen und damit ist die Verbesserung des Klima schon mal sichtbar.

Was ein bisschen nervt ist aber die Tatsache, dass der Ventilator permanent läuft. Muss er ja, denn die Luft muss ja irgendwie bewegt werden und das macht eben der Lüfter, aber das Gebläse ist selbst in niedrigster Stufe zu stark und bläst permanent kalte Luft in den Raum. Im Sommer sicher ganz toll, aber bei kühlen Temperaturen ist das mehr als unangenehm. Einzige Abhilfe ist das umdrehen des kompletten Lüfters, damit die Luft an die Wand geblasen wird. Dadurch kann man zwar nicht mehr die Tasten bedienen und der Stecker ist zu sehen, aber das ist das kleinere Übel. Beim Xiaomi Mi Air Purifier 3H (Testbericht) ist es an sich nicht anders, aber da die Luft nach oben ausgestoßen wird, fällt das nicht weiter auf, zumal der große Lüfter des Xiaomi im Automatikmodus kaum Luftzug erzeugt und trotzdem effektiv arbeitet. Auf seiner höchsten Stufe 9 bläst der djive Flowmate ARC Casual mächtig durch das Zimmer, was aber dank Oszillation und kippen des Armens gut geführt werden kann.

Alles im allem überzeugt der ARC Casual im Praxistest, denn er funktioniert genau so, wie er soll und verbessert das Raumklima deutlich. Allerdings darf man sich von der vergleichsweisen geringen Angabe von 86 m³/h nicht erschrecken lassen. Der Xiaomi Mi Air Purifier 3H (Testbericht) soll bis zu 380 m³/h schaffen, aber nachmessen kann das der normale Nutzer nicht und im direkten Vergleich macht es der, laut Angaben, deutlich potentere Xiaomi es nicht besser.

Was ich nicht gut finde:

Zwei Dinge habe ich beim djive Flowmate ARC Casual zu bemängeln. Zum einen die Lautstärke, denn er ist selbst im Automatikmodus auf Stufe 1 deutlich hörbar. Zu Testbeginn war der ARC Casual im Zimmer meiner Tochter aufgestelltm die in nach wenigen Minuten direkt wieder ausgeschaltet hat. Meinen Sohn hat er nicht gestört, da die Lüfter des Gaming PC noch lauter sind und dank seines gesunden Schlafs, hat es ihn auch nicht Nachts gestört. Da hilft es auch nicht den vorhandenen Nacht-Modus zu aktivieren, da er die Lautstärke kaum merklich reduziert.

Nächster Punkt ist der Preis von knapp 200 Euro. Das ist viel Geld, auch wenn man dafür ein tolles 2in1 Gerät bekommt. Slogans wie Made in Germany oder eine lange Garantie sind ganz toll, aber wenn es um das Bezahlen geht, hört es auf und der Geiz wird doch wieder geil. Zumal der in meinen Augen vergleichbare Xiaomi Mi Air Purifier 3C oft für deutlich unter 80 Euro zu haben ist. Auch beim Preis für Ersatzfilter liegen beide mit rund 30 Euro gleichauf.

Fazit:

Ist der djive Flowmate ARC Casual empfehlenswert? Schwer zu sagen und ich tue mir wirklich schwer ein klares Ja oder Nein zu sagen. Mit knapp 199 Euro ist er schon sehr teuer und die hohe Lautstärke, selbst auf niedrigster Stufe, dürfte viele nerven. Aber es macht seinen Job sehr ordentlich und vor allem bei hohe Temperaturen spart man sich den zusätzlichen Ventilator. Die Filterleistung ist wirklich gut und reicht für einen „normalen“ Raum absolut aus, zumal der Filter im gewissen Maße wirklich Gerüche herausfiltern kann. Dahingehend hat er überzeugt, zumal er auch (leicht eingeschränkt) offline verwendet werden kann. Am Ende vergebe ich aber nicht das Gütesiegel, denn auch wenn der djive Flowmate ARC Casual ein 2in1 Gerät ist, ist er mir zu teuer und zu laut.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

djive Flowmate ARC Casual Luftreiniger
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
3.1

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ gute Filterleistung
+ sehr einfache Bedienung
+ App mit weiteren Funktionen
+ komplett Offline nutzbar

– hoher Preis
– hohe Lautstärke

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