Immer wieder liest oder hört man diesen Lufterfrischern und daher habe ich mal den Xiaomi Mi Air Purifier 3H getestet und beschreibe hier meine Erfahrungen im Alltag, was er kann, was nicht und wie er im Vergleich zur Konkurrenz ist.

Schon länger beschäftige ich mich mit diesen Lufterfrischern, habe aber bislang keinen gekauft. Zu unterschiedlich die Aussagen von „Testern“ oder angeblichen Nutzern aus dem Alltag. Mal bringen die total viel, vor allem für Allergiker und gegen Gerüche und andere behaupten wiederum, dass es kompletter Humbug ist und reiner Placebo. Und wie ich nun mal bin, habe ich es einfach mal selber ausprobiert. Um es richtig ausprobieren zu können, habe ich den 3H im Schlafzimmer aufgestellt und dort steht er keinen Meter vom mir entfernt, um herauszufinden, ob er Nachts stört oder nicht. Mittlerweile haben wir fünf dieser Luftreiniger in der Wohnung verteilt. Davon einen 3C, zwei mal den 3H, einen Pro und einen TaoTronics Luftreiniger H13 TT-AP005 (Testbericht), den ich aktuell ebenfalls teste. Eine Übersicht aller Modelle findet ihr hier -> Link.

Technische Daten Xiaomi Mi Air Purifier 3H:

  • OLED Touchscreen
  • App
  • WLAN 802.8 b/g/n (2,4 GHz)
  • 33 bis 64 dB
  • 380 m³/h
  • 22 bis 45 m²
  • 38 Watt
  • Alexa Integration
  • 240 x 240 x 520 mm
  • 4,6 kg

Produktseite: mi.com/de/mi-air-purifier-3H

Deutsche Bedienungsanleitung: xiaomi.com/Mi_Air_Purifier_3H_V2.pdf

Erhältlich ist der Xiaomi Mi Air Purifier 3H in weiß bei Amazon* zum Preis von 129 Euro. Ich habe ihn bei AliExpress mit Versand aus Polen für 99 Euro* bekommen.

Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS, Geräuschentwicklung, Stromverbrauch, Nutzung usw. Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. Natürlich sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und diese können sich von anderen unterscheiden.

Was ich gut finde:

Zu allererst sollte man sich vor Augen halten, was der Xiaomi Mi Air Purifier 3H eigentlich ist. Ein Lufterfrischer. Kein Ventilator, auch wenn der Lüfter auf höchster Stufe ordentlich Wind produziert. Er ist auch keine Klimaanlage, kein Luftbefeuchter und auch kein Luftentfeuchter. Er kann auch keine starken Gerüche eliminieren. In einem gewissen Rahmen schafft er es schon, aber wer in der Wohnung raucht oder auch auf dem Balkon, wird den Gestank damit nicht los. Gilt im übrigen auch für alle anderen Gerüche. Dafür sind die Filter nicht ausgelegt. Es ersetzt auch keinen Staubsauger. In direkter Umgebung des Geräts wird auch ein wenig Staub angesaugt, aber nicht aus der hintersten Ecke eines Raumes. Aber er filtert zuverlässig diese Schwebeteilchen aus der Luft, die man bei Sonneneinstrahlung in der Luft sehen kann. Die gibt es bei uns faktisch nicht mehr. Sehr genial.

Am positivsten überrascht war ich von der Geräuschentwicklung. Im Regelfall, also im Automatik-Modus und einer Luftbelastung von 1 bis 75 μg/m³, ist der Lüfter faktisch nicht zu hören. Natürlich hört man ihn, wenn man direkt dran geht, aber ich hänge eigentlich eher selten mit meinem Ohr auf dem Xiaomi Mi Air Purifier 3H. Natürlich wird er lauter, je höher die Stufe eingestellt wird. Aber selbst auf der höchsten Stufe wird es nicht nervig und im Idealfall wird man das auch nicht lange ertragen müssen. Denn eines muss man sich immer vor Augen halten. Er dreht nur hoch, wenn die Luft es nötig hat oder man es manuell umstellt. Im Automatik-Modus regelt der Xiaomi Mi Air Purifier 3H innerhalb weniger Sekunden selbstständig die Lüfterleistung und das funktioniert richtig gut. Wenn man beim Essen kochen mal was ein wenig anbrennt, läuft er, auch im Schlafzimmer, zügig hoch bis zum Maximum von 600 μg/m³, was durch einen roten Ring auch optisch angezeigt wird. Ist die Luft wieder rein, regelt er wieder herunter und nach wenigen Minuten ist der Spuk wieder vorbei und die Luft wie neu. Im übrigen regelt er auch hoch, wenn man das Fenster zum Lüften öffnet. Ist auch klar, da man von draußen Luft nach drinnen holt und diese ebenfalls analysiert wird. Dadurch sollte man auch sein Lüftungsverhalten ein wenig anpassen. Kurzes Stoßlüften ist empfohlen. Also 5 Minuten das Fenster komplett öffnen und anschließend wieder schließen. Über den Tag sorgt der Xiaomi Mi Air Purifier 3H für gute Luft. Zwischendurch lüften ist unnötig. Überhaupt bemerkt man schon nach wenigen Stunden, dass sich die Luft verbessert. Es ist schwer zu beschreiben, aber die Luft fühlt sich frischer an. Nicht kühler oder „nasser“, sondern einfach frischer. Genau dafür ist er auch gemacht. Was wir nicht bemerkt haben, ist eine Verbesserung des Schlafs an sich oder dass es Schnarchen verhindern soll. Aber morgens riecht die Luft im Schlafzimmer so abgestanden nach Schlaf. Alleine dafür lohnt es sich schon. Der Stromverbrauch ist als gering zu bezeichnen. Aber es ist totaler Unsinn sich darüber zu beschweren, dass so ein Lufterfrischer Strom verbraucht. Er sollte rund um die Uhr im Automatik-Modus laufen, was alle bei uns auch machen und verbraucht dabei laut Messgerät 0,2 kW in 24 Stunden. Läuft er öfter mal auf höherer Stufe, entsprechend mehr. Das ist absolut im Rahmen.

Was ich ok finde:

Ok, was will man groß über die Verarbeitung erzählen. Ein weißes Gehäuse aus Plastik mit viel Luft drin. Die Oberseite wird vom Radialventilator unter dem Gitter dominiert. Der Motor ist übrigens bürstenlos und nutzt sich daher nicht ab. Modellbauer wissen, was das für ein Vorteil ist. Die Bedienung läuft komplett über den Touchscreen an der Front, welches sehr gut reagiert und da man nur die Lüfterstufen durchschalten kann, ist die Bedienung ein Kinderspiel. Ansonsten zeigt das Always-On Display stets den aktuellen Status der Luftsauberkeit von 1 bis 600 an, die Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit, WLAN Signal und aktuell gewählte Stufe. Diese kann man übrigens in sechs Stufen von Automatik, Nacht bis Maximal regeln. Wenn gewünscht, kann das Display auch dunkel geschaltet werden. Ganz deaktivieren lässt es über die App. An der Rückseite sitzt unter einer kleinen Klappe der PM-Lasersensor, der in Echtzeit die Luft analysiert und im Automatik-Modus den Lüfter entsprechend regelt. Darunter, unter einer entsprechend großen Klappe, der 3-lagige Filter. Die erste Lage ist ein Grobfilter für Staub, Haare usw. Die zweite Lage besteht aus einem HEPA-Filter, der Partikel ab 0,1 Mikrometer aus der Luft holt. Last but noch least die dritte Schicht mit einem Aktivkohlefilter. Bei Xiaomi gibt es drei verschiedene Filter zur Auswahl, die sich im Anwendungsgebiet und auch preislich deutlich unterscheiden. Der Luftfilter wird einfach herausgezogen bzw. hineingeschoben. Eine Überwachung meldet sofort, wenn die Klappe geöffnet wurde oder auch mal der Strom ausgefallen ist. Das geschieht akustisch und parallel in der App.

Apropos App. Zum Einsatz kommt die App Xiaomi Home (iOS / Android). Die Einrichtung ist sehr einfach. Die App findet den Xiaomi Mi Air Purifier 3H direkt selbst. Man verbindet sich kurz mit dessen WLAN, woraufhin sich dieser mit dem eigenen WLAN verbunden werden kann und die Einrichtung abgeschlossen wird. Hört sich jetzt etwas kompliziert an, ist aber eine Sache von einer Minute. Schon erscheint er in der Liste und kann einem Raum zugewiesen werden. Dort findet man dann weitere Angaben z.B. zum Zustand des Filters. Dieser wird im übrigen auch kurz im Display angezeigt, wenn man die Klappe öffnet und wieder schließt. In der Übersicht jedes Mi Purifier sieht man die aktuelle Luftqualität, kann die Stufen vorwählen, sieht wie lange der Filter noch halten wird, das Ein- und Ausschalten planen, die Kindersicherung aktivieren und auch aktivieren bzw. deaktivieren, dass eine Meldung bei Fehlfunktionen erfolgt. Natürlich kann man über die App auch Firmwareupdates durchführen usw. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man auf Android oder iOS unterwegs ist. Beide Versionen sind exakt identisch. Und wer Google Home nutzt, kann die Xiaomi Mi Air Purifier auch dort einbinden und steuern. Allerdings nur An oder Aus. Aber immerhin. Nutzer von Amazon Alexa können die Air Purifier auch per Sprache ein- und ausschalten. Per Update sollen demnächst auch weitere Möglichkeiten kommen. Apple Home oder andere Plattformen werden aktuell nicht unterstützt. Bei iOS kann man sich auch drei Widgets auf den Homescreen legen, über die man in Echtzeit die Luftqualität sehen kann, die Air Purifier steuern und auch Szenarien steuern. Unter Android gibt es diese Möglichkeit mit den Widgets nicht.

Was ich nicht gut finde:

Zu meckern habe ich eigentlich nichts. Einzig die teuren original Filter sind zu bemängeln, denn ich kann mit nicht vorstellen, dass ein Plastikgerüst mit ein bisschen Filter, gerade von Xiaomi, so teuer sein muss. Aber Finger weg von No-Name Filtern. Dazu werde ich aber noch einen eigenen Artikel schreiben.

Fazit:

Ist der Xiaomi Mi Air Purifier 3H empfehlenswert? Ja, wenn man sich immer wieder vor Augen führt, wofür der Luftreiniger gedacht ist und wofür nicht. Genau darin liegt bei vielen Nörglern das Problem. Er heißt ja auch Air Purifier. Auf deutsch übersetzt Lufteiniger. Weder Klimaanlage, noch Luftbefeuchter. Steht auch nirgends. Und zum Luft reinigen taugt er allemal. Genau deswegen haben wir uns kurz hintereinander noch drei weitere dazu gekauft. Einen Mi Air Purifier 3C, 3H und Pro. Er ist super leise, verbraucht so gut wie keinen Strom, macht keine Arbeit und verbessert die Luft. Daher vergebe ich das Gütesiegel.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Xiaomi Mi Air Purifier 3H
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Alltagtest
  • Preis/ Leistung
3.6

Zusammenfassung

+ sehr leise
+ gute Filterleistung
+ verschiedene Modis
+ sehr einfache Bedienung

– Filter sehr teuer

1 KOMMENTAR

  1. Dein Bericht bestätigt meine Erfahrungen. Ich war zuerst skeptisch. Wir wollten einen kaufen, weil wir in der Wohnung dampfen (E-Zigarette) um den entstehenden Dampf zu minimieren. Im Winter alle 90 Minuten lüften macht keinen Spaß.

    Letzten Sommer griff ich aber zum Dyson weil ich dachte in Kombination mit einem Ventilator, dass passt. Um es kurz zu fassen, viel Geld ausgeben für nichts. Als Ventilator super auch im DG aber als Luftreiniger, nein.

    Vor drei Wochen sah ich den Xiaomi für günstige 109€ und konnte nicht nein sagen. Erwartet habe ich nichts, gehofft habe ich viel und am Ende noch mehr bekommen. Wir sind sehr zufrieden mit ihm. Er meistert die ganze Wohnung ohne Probleme.

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