Montag, November 28, 2022
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Tesvor S6 Turbo im Test – wie gut ist dieser Saugroboter mit Wischfunktion wirklich?

Im Test habe ich den neuen Tesvor S6 Turbo Saug- Wischroboter, den es aktuell bei Amazon (Link im Text) zu einem sehr, sehr attraktiven Preis zu kaufen ist. Aber was taugt er im Alltag in einer ganz normalen Wohnung?

Wie der Name schon erahnen lässt, ist der Tesvor S6 Turbo so etwas wie ein Nachfolger zum Tesvor S4 (Testbericht), der allerdings ein reiner Saugroboter ist. Der S6 Turbo hingegen ist ein moderner Saugroboter mit Wischfunktion, der sich per LiDAR-Navigation orientiert, sich aber sonst technisch vom S4 nicht so stark unterscheidet. Preislich liegt er zwar über dem Eufy RoboVac G20 Hybrid (Testbericht) oder Xiaomi Robot Vacuum Mop 2S (Testbericht). Anstatt irgendwelche Testräume oder exakt einen Quadratmeter große Flächen zu saugen, wird der Tesvor S6 Turbo bei mir in einer ganz normalen Wohnung mit 115 m² getestet. Mit allem, was dazu gehört.

Wie meine Wohnung aussieht und welche Herausforderungen den Testkandidaten erwarten, habe ich hier ausführlich beschrieben -> Link

Technische Daten Tesvor S6 Turbo:

  • LiDAR-Navigation
  • Sprachsteuerung per Google Assistant/ Alexa
  • 4000 pa Saugleistung
  • 2 Seitenbürste
  • 1 Bodenbürste
  • Zonenreinigung
  • No-Go Areas
  • Virtual Wall
  • Fernbedienung
  • Tesvor App kompatibel
  • 600 ml Staubbehälter
  • 250 ml Wassertank
  • 58 dB(A)
  • HEPA-Filter
  • WLAN (2,4 GHz)
  • 330 x 330 x 101 mm (Sauger)
  • 130 x 125 x 93 mm (Station)
  • 4,8 kg
  • 25 Watt
  • 5200 mAh

Produktseite: tesvor.com/de/tesvor-s6-turbo-saugroboter

Deutsche Bedienungsanleitung: tesvor.com/s6-turbo-anleitung.pdf

Erhältlich ist der Tesvor S6 Turbo zu einer UVP von 399 Euro und bei Amazon (Link zu Amazon*) zum Preis von 379 Euro. Bis Ende Mai kann man ihn mit dem Code Turbo4099 für 259 Euro bekommen.

Was ich gut finde:

Im Karton liegt neben dem Tesvor S6 Turbo noch die Ladestation, ein kombinierter Staubbehälter mit Wassertank, das Netzteil, die Fernbedienung, ein Ersatzfilter, ein weiteres Wischtuch, zwei weitere Seitenbürsten, das Reinigungswerkzeug und die deutsche Anleitung. Bei der scheint oft genug der Google Übersetzer zum Einsatz gekommen zu sein, aber man versteht, was gemeint ist. Die Montage ist wie immer schnell erledigt. Entscheiden, ob man nur saugen möchte oder auch wischen, den entsprechenden Behälter rein, Bürsten einclipsen und die Ladestation positionieren. Auf den ersten Blick sieht der Tesvor S6 Turbo aus wie jeder andere Saugroboter auch. Oben der Turm mit der LiDAR-Navigation Einheit, Davor zwei Tasten, die man öfter drücken wird, als einem lieb ist und daneben eine Leuchtanzeige für das WLAN Signal. Die Abdeckung ist übrigens aus Glas. Sieht echt schick aus.

An der Front der Schlagbalken mit den dahinterliegenden Sensoren und daneben ein echter Ein/Aus-Schalter nebst einer Buchse für das Netzteil, wenn es mal ohne Ladestation zum Laden muss. An der Rückseite ist der kombinierte Staub- und Wassertank eingeschoben. Dieser lässt sich sehr einfach entnehmen und wieder einsetzen. Dabei gibt es aber ein kleines Problem, was ich später noch ansprechen werde. An der Unterseite das Wischtuch, welches man natürlich auch mal zwischendurch unter fließend Wasser mit etwas Seife reinigen kann. Die Unterseite unterscheidet sich kaum von den Mitbewerbern. Die beiden grobstolligen Räder, die beiden Seitenbürsten, diverse Sensoren und die einzelne Bodenbürste, welche ebenfalls sehr einfach zu demontieren ist, um sie mit dem Werkzeug zu reinigen. Am Ende ist es aber im großen und ganzen ein minimal modifizierter Tesvor S4 (Testbericht).

Sehr gut gefällt mir die leise Arbeitsweise, natürlich abhängig von der eingestellten Saugleistung. Auch bei normaler Saugleistung ist er nicht so laut wie mein iRobot Roomba j7 (Testbericht) und so kann er auch mal, mit etwas reduzierter Saugleistung, während des Fernsehens saugen und wischen. Auch die Art der Navigation ist sehr geschickt, denn dank des guten LiDAR-Navigation im Turm fährt er sauber um den Esstisch herum, bei dem sich die Position der Stühle immer ein wenig verändert, um dann zielsicher sein Ziel anzusteuern.

Was ich nicht gut finde:

Warum sind keine Batterien für die Fernbedienung im Lieferumfang? Selbst günstigere Konkurrenten legen diesen Cent-Artikel bei. Sicher eine Kleinigkeit, aber gefällt mir nicht, denn wie sich im Praxistest gezeigt hat, habe ich öfter mal zur Fernbedienung greifen müssen.

Ein Ärgernis ist und bleibt die Tesvor App (Android iOS), denn wie schon beim Test des Tesvor S4 (Testbericht) gibt es nach wie vor etliche Probleme bzw. Bugs. Aber der Reihe nach. Bevor es richtig losgehen kann, muss der Tesvor S6 Turbo verbunden werden. Hat bei mir zunächst nicht funktioniert. Weder unter iOS, noch unter Android. Mein OnePlus Nord CE ist mit 5 GHz per WLAN verbunden, womit der Tesvor nicht zurechtkommt, da er nur per 2,4 Ghz verbunden werden kann. Also muss ich zunächst im WLAN Router das heimische WLAN auf „nur 2,4 Ghz“ ändern, womit natürlich alles zusammenbricht, um es dann doch nicht zu schaffen. Mit dem iPhone 13 pro hat es nach Dutzenden Versuchen und zwei Neuinstallationen der App funktioniert.

Als nächstes muss der Tesvor S6 Turbo die Wohnung erkunden. Das hat bei mir zwei Tage und fünf Anläufe gebraucht, da der Tesvor S6 Turbo massive Probleme bei der Kartierung. Es fängt damit an, dass der Tesvor nach wie vor große Probleme mit allen Arten von Teppichen hat, aber auch einfachen Hindernissen wie Kabel, Steckdosenleisten, Bürostühle usw. Diese muss man vor der Kartierung restlos entfernen. Aber wirklich restlos. So eine Kartierung meiner Wohnung dauert gute 2 Stunden und nichts ist ärgerlicher, als ein vergessenes Kabel als Todesfalle für den Sauger im letzten Zimmer. Fährt der Saugroboter sich fest und man nimmt ihn in die Hand, um ihn neu zu positionieren, wird die komplette Karte unbrauchbar, da er plötzlich eine neue Karte um ein paar Grad versetzt auf die bereits vorhandene Karte drauf setzt. Logisch, dass die unbrauchbar ist, also löschen und neu anfangen. Aber nachdem ich meine Wohnung zur Hälfte leer geräumt habe, hat es dann endlich funktioniert.

Damit ist der Stress aber nicht zu Ende, denn man setzt sich nun hin, passt die Räume an, benennt sie entsprechend, setzt No-Go Areas usw. um am nächsten Tag festzustellen, dass die komplette Aufteilung der Zimmer wieder total durcheinander geworfen wurde und sämtliche Bezeichnungen verschwunden. Nach dem dritten mal habe ich es aufgegeben. Genau dasselbe Problem hatte auch schon der Tesvor S4 (Testbericht) und es spielt keine Rolle, ob unter Android oder iOS.

Auf den ersten Blick erstklassige Arbeit, aber…

Einziger Ausweg ist die Fernbedienung, aber auch die hat ihre Tücken. Drückt man die Taste für die Spotreinigung, sollte sich der Tesvor S6 Turbo um den Nullpunkt herum spiralförmig nach außen bewegen und einen Kreis von ca. 80 cm Durchmesser saugen und wischen. Macht der aber nicht. Stattdessen dreht er sich solange im Kreis, bis man dem Spuk per Tastendruck ein Ende setzt. Oder die Regulierung der Saugkraft. Man kann so lange auf die entsprechende Taste drücken, so lange man will, denn es ändert sich nichts.

…leider nicht wirklich sauber

Bei der alltäglichen Arbeit, also dem Saugen und Wischen gibt es leider auch mehr Probleme als Arbeitserleichterung. So scheint der Tesvor S6 Turbo diverse No-Go Areas schlicht zu ignorieren. Damit er sich dauernd an den Teppichen festfährt, habe ich diese Zonen als No-Go Area angelegt. Trotzdem fährt er diese immer wieder an und fährt sich natürlich fest. Also wieder befreien und wie ein dummer Lemming fährt sich der S6 Turbo noch etliche male an derselben Stelle fest. Er ist auch der einzige, der sich an den Füßen eines stinknormalen Drehstuhls festfährt. Oder Kabel, die jeder irgendwo liegen hat. Erkennt er nicht und fährt solange darüber, bis er sich festfährt. Dasselbe mit Flip Flops, Kuscheltieren oder anderen kleineren Gegenständen. Die werden so lange vor sich hergeschoben, bis er entweder darauf hängen bleibt oder sich anderweitig festfährt. Es ist einfach nur nervig und so kann man den Tesvor S6 Turbo eigentlich keine Sekunde alleine lassen, denn schon nach kurzer Zeit hat der sich garantiert wieder irgendwo festgefahren.

So wie links sieht die Karte aus, wenn man den Sauger in die Hand nimmt…

Wie immer veranstalte ich auch hier eine Sauerei auf dem Fliesenboden mit Kaffeesatz und dem Spülwasser aus der Kaffeemaschine, in dem ich beinahe den gesamten Inhalt der Tropfschale auf dem Boden verteile und ein wenig eintrocknen lasse. Der Tesvor S6 Turbo muss diese Sauerei anschließend mit einer erhöhten Wassermenge und erhöhter Saugleistung entfernen. Im ersten Moment sieht das auch richtig gut aus, denn bis auf einen Rand des eingetrockneten Teils wischt er alles weg, aber beim Saugen patzt er ordentlich, denn anstatt den Kaffeesatz aufzusaugen, verteilen ihn die schnell drehenden Seitenbürsten und mit der Wischplatte am Hintern verteilt er den Rest quer durch das ganze Zimmer. Also noch mal losfahren lassen und Reste beseitigen lassen.

So geht es eigentlich ständig. Nach dem Kochen muss die Küche oft ein zweites mal gesaugt werden, um am Ende immer noch Reste zu finden. Man hat eigentlich immer das latente Gefühl noch mal von Hand zu saugen. Dafür brauche ich keinen Saugroboter. Beim leeren des Staubbehälters gibt es auch etwas zu beachten. Wie beim Xiaomi Robot Vacuum Mop 2S (Testbericht) auch, gibt es am Staubbehälter keine Abdeckung, so dass beim Entnehmen des Behälters oft genug Dreck herausfällt. Eine Kleinigkeit, die schon etwas nervt. Auffällig sind nach wenigen Tagen die deutlichen Kampfspuren wie Kratzer und Schrammen am Tesvor S6t Turbo. Dessen Schlagbalken hat durch den teils rabiaten Kontakt mit den Möbeln deutliche Spuren zu verzeichnen und das sieht man auch an den Möbeln. Schrammen an den Möbeln? Ein No-Go wenn der Saugroboter, wie der Tescvor S6 Turbo, über eine LiDAR-Navigation verfügt. Ist diese vielleicht defekt? Um das auszuschließen, habe ich mir einen zweiten Tesvor S6 Turbo kommen lassen, aber auch bei ihm dieselben Probleme und zwar alle-

Das Menü der Tesvor App mit teils kuriosen Übersetzungen

Fazit:

Ist der Tesvor S6 empfehlenswert? Leider nein. Zwar macht er auf den ersten Blick einen guten Eindruck, aber am Ende ist das nichts als ein Tesvor S4 (Testbericht) mit Wischfunktion und denselben Problemen. Für diesen Preis muss man mehr bieten. Alles im allem konnte mich der Tesvor S6 Turbo in der Praxis leider nicht überzeugen, Etwas günstiger, aber deutlich besser ist der Xiaomi Robot Vacuum Mop 2S (Testbericht), weshalb der Tesvor S6 Turbo leider nicht das Gütesiegel erhält.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Peter W.
Tesvor S6 Turbo
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
1.9

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ leise
+ gute Wischleistung

– Probleme bei der ersten Kartierung
– unzufriedenstellende Saugleistung
– Probleme mit Teppichen
– Probleme mit Kabel und kleineren Gegenständen
– etliche Bugs in der App
– Fernbedienung mit Fehlern

Peter W.https://www.mobi-test.de
Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch oder Marketing Gelaber, sondern Klartext. Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.
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