Ich habe das Tronsmart Apollo Q10 ANC Headset im Test und hier nachlesen, was ich an diesem eher preisgünstigen ANC Headset gut finde und was nicht. Aber gegebenenfalls auch passende Alternativen, denn auch das Tronsmart ist leider auch nicht perfekt.

Nach etlichen In-Ear Headsets hat es mich mal wieder in Richtung Over-Ear gezogen und mit dem Tronsmart Apollo Q10 ist gerade der perfekte Testkandidat auf den Markt gekommen. Wer unseren Podcast hört, weiß, dass ich durch das viele Testen von In-Ears aktuell auch etwas mit Problemen mit meinen Ohren zu kämpfen habe. Aber das nur nebenbei. Schicke Optik, ANC, App Anbindung und das für unter 70 Euro zu haben. Das klingt sehr gut und schon ein paar Tage später liegt der Testkandidat bereit. Dieser muss sich den direkten Vergleich mit dem MPOW H17 (Testbericht) und auch dem deutlich teureren Jabra Elite 85h (Testbericht) gefallen lassen.

Technische Daten Tronsmart Apollo Q10:

  • 40 mm Treiber
  • 100 dB
  • 20 Hz – 20 kHz
  • Bluetooth 5.0
  • Bluetooth Profile A2DP, AVRCP, HFP, HSP (was ist das?
  • Bluetooth Codec AAC, SBC (was ist das?
  • Freisprechfunktion
  • ANC
  • Sprachassistenten
  • USB Typ-C
  • 226 g
  • 1200 mAh

Produktseite: tronsmart.com/tronsmart-apollo-q10

Deutsche Bedienungsanleitung: mediafire.com/tronsmart_apollo_q10_anleitung.pdf

Erhältlich ist das Tronsmart Apollo Q10 ANC Headset bei Amazon* zum Preis von 65,99 Euro. Aktuell erhält man sogar noch einen Rabatt von 8 Euro.

Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben -> Link

Natürlich sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab. Das auch mit einer der Gründe, warum wir unsere Testberichte eher kurz halten, denn niemand elend lange Texte lesen und daher konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale.

Was ich gut finde:

Im Lieferumfang befindet sich neben dem Headset noch ein USB Typ-C Ladekabel, eine deutsche Kurzanleitung und ein Tragebeutel. Allerdings fühlt sich dieses ziemlich unangenehm nach Plastik an und riecht die ersten Tage auch ziemlich übel. Daher ging diese erst einmal ein paar Tage auf den Balkon zum lüften.

Bis zu 100 Stunden soll der Akku laut Produktseite mit seinen 1200 mAh durchhalten. Das wäre bei mir der absolute Rekord, aber kurz darauf findet man aber die Info, dass das nur bei 50% Lautstärke, ohne ANC und eine Stunde pro Tag hören bezieht. Also nicht wirklich realistisch. Und so wurden es bei mir im Test trotzdem noch gute 43 Stunden und das ist mehr als ausreichend. Denn wie ich später noch anspreche, wird man mit 50% Lautstärke nicht weit kommen und sicher auch das ANC aktivieren (sonst kauft man dieses Feature nicht). Zum Glück gibt es schnelles Laden, was sich aber wohl eher als Marketingspruch abhaken, denn 10 Minuten laden, sollen für 3 Stunden Musikgenuss ausreichen. In der Realität sind es 1 Stunde und 26 Minuten, aber man muss die Kirche im Dorf lassen, denn was ist das für eine Nutzung? Nur 10 Minuten laden. Aber egal. Denn um den Akku komplett aufzuladen, benötigt man knapp 3 Stunden und das ist bei diesem 1200 mAh kein schnelles Laden, wie wir es heutzutage bei den Smartphones definieren.

Auch gut ist das ANC. Und das ist in dieser Preisklasse sicher nicht alltäglich. Bei vielen ist das so ein „Hauptsache mit drin“- Feature, welches aber keine wirkliche Funktion hat. Hier bei den Tronsmart Apollo Q10 verdient es absolut seinen Namen. Man kann aus drei Stufen wählen. „ANC On“, „ANC Off“ und „Ambient Mode“ und genau dieser Ambient Mode ist für mich sehr wichtig. Denn gerade im Straßenverkehr muss man seine Umgebung wahrnehmen oder auch bei mir in der Wache. Ich höre sehr gerne Musik, Podcasts oder schaue auch mal Serien und da muss ich die Umgebung noch ein Stück weit hören und genau das funktioniert beim Tronsmart Apollo Q10 wirklich gut. Eine richtig gute Mischung aus Musik und Umgebung. In der Stellung „ANC On“ wird die Umgebung wirklich deutlich gedämpft. Nicht nur wegen der dicken, weichen Ohrpolster, die für sich schon einiges schlucken, aber es ist deutlich reduziert. Natürlich kommt das ANC nicht an die Leistung eines Sony WH-1000XM4 (Testbericht), aber deutlich besser als beim etwas günstigeren MPOW H17 (Testbericht). Für diese Preisklasse echt toll und eine wirkliche Überraschung.

Was ich ok finde:

Die Verarbeitung ist absolut in Ordnung. Zwar Plastik, aber ohne Tadel. Das Kopfband ist weit verstellbar und rastet sauber. Das weiche Kunstleder lässt den Tragekomfort auch über den Stunden nicht leiden. Gilt im übrigen auch für die Ohrpolster. Weich und dick sind sie und im Inneren schön groß „L“ und „R“ aufgedruckt. Kleinigkeiten, aber im Alltag echt hilfreich, weil man nicht lange suchen muss, wo links und rechts ist. Das man mit der Zeit unter den Ohrpolster schwitzt, ist als normal anzusehen, außer es wird ständig belüftet, was man in dieser Preisklasse nicht erwarten kann. Die Ohrmuscheln sind in alle Richtungen dreh- und schwenkbar und daher lässt es sich auch sehr gut zusammenklappen. Sehr clever ist die Position der Taste mitsamt Mikrofonen unter dem Bügel. So sind sie immer gut geschützt und sicher gegen versehentliches drücken. Ja, im laufenden Betrieb kommt man nicht so gut dran, aber die primäre Bedienung läuft per Touch und Gesten auf den Obermuscheln.

Die Ausstattung ist für diese Preisklasse in Ordnung. Es gibt ANC, die wichtigsten Codecs werden unterstützt, die Verbindung Bluetooth 5.0 und auch eine App. Es fehlt mir persönlich Multipoint, aber das ist in dieser Preisklasse leider noch nicht angekommen. Die Verbindung ist dank Bluetooth 5.0 kein großes Thema, selbst das umschalten zwischen verschiedenen Geräten ist dank doppeltes Drücken der Mulitfunktionstaste kein Problem. Die Reichweite bewerte ich nicht mehr, da sie von zu vielen Faktoren abhängt und nicht wirklich bewertet werden kann. Eher die Latenz und die ist erfreulich niedrig. Zum Spielen ist sie vielleicht noch etwas zu hoch, aber zum Filme schauen reicht es allemal und das ist in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich. Es gibt auch eine App, die sich schlicht Tronsmart (Android / iOS) nennt und alle nötigen Funktionen bietet. Neben Firmwareupdates kann man das ANC umschalten, aus vier Equalizer-Einstellungen wählen und die Bedienung anpassen. Es reicht vollkommen aus, denn ehrlich gesagt braucht man auch nicht viel mehr.

Die Bedienung per Touch ist eingängig. Nach oben streichen erhöht die Lautstärke, nach unten streichen reduziert sie. Nach vorne oder nach hinten streichen springt einen Titel vor oder zurück. Doppeltes Antippen steuert Play und Pause. Drei Sekunden gedrückt halten schaltet zwischen den ANC-Stufen um. Kommt ein Anruf rein, kann man diesen durch doppeltes Antippen annehmen oder durch gedrückt halten ablehnen.

Für den Reset auf die Werkseinstellungen löscht man das Headset zunächst aus den Bluetootheinstellungen des Handys, schaltet das Headset ein und hält dann die Power-Taste und die MFB-Taste zusammen für 5 Sekunden gedrückt. Die LED blinkt danach kurz rot und blau, als Zeichen, dass der Reset abgeschlossen wurde.

Der Klang ist jetzt nicht High Fidelity, aber absolut in Ordnung. Der typische Badewannen-Klangcharakter mit leicht überzogenen Bässen und Höhen nebst etwas zurückhaltenden Mitten. Genau diesen Klang haben tausende Headsets dieser Preisklasse, denn ich wette, dass diese 40 mm Treiber mitsamt der Elektronik vom gleichen Band fallen und sich nur in Namen des Anbieters unterscheiden. Wer nicht gerade Klassik hört wird seinen Spaß haben, denn es klingt satt, teilweise etwas brummig, wenn die Musik sehr basslastig ist. Die Bühne ist ordentlich, hat aber ihre Schwäche in der Räumlichkeit. Aber mal im ernst. Wir sprechen hier von einem Headset für unter 70 Euro. Bei Telefonaten kommt das gegenüber schön satt rüber, allerdings mit einem minimalen Hall, wo hingegen man selbst sehr gut verstanden wird.

Was ich nicht gut finde:

Es gibt zwei Dinge, die ich zu bemängeln habe. Zum einen die zu niedrige maximale Lautstärke, die selbst mir zu gering ist. Das will echt was heißen, dafür verzerrt aber auch nichts. Des weiteren die fehlende Trageerkennung. Dieser kleine Sensor hätte das Headset sicher nicht viel teurer gemacht, aber den Komfort massiv erhöht. Klar kann man durch antippen die Wiedergabe pausieren, aber so eine Automatik ist halt doch besser.

Fazit:

Ist das Tronsmart Apollo Q10 Hybrid ANC Headset empfehlenswert? Ja, und das ohne Vorbehalte, wenn man den Preis im Kopf behält. Denn für unter 70 Euro erhält man ein ordentlich klingendes Over-Ear Headset mit einem guten ANC und einer sehr guten Akkulaufzeit. Auch der Tragekomfort geht in Ordnung. Einzig die fehlende Trageerkennung trübt den ansonsten positiven Gesamteindruck. Nichtsdestotrotz passt das Gesamtpaket, sprich das Preis/Leistungsverhältnis ist absolut top und daher wird es ab sofort in unsere Bestenliste der besten Over-Ear Headsets in der Preisklasse von 50 bis 100 Euro Einzug halten, denn es ist die bessere Alternative zum MPOW H17 (Testbericht), auch wenn es ein wenig teurer ist. Wer Dinge wie eine Trageerkennung und Multipoint benötigt, kann sich mal das Jabra Elite 85h (Testbericht) anschauen, welches aber um einiges teurer ist.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Tronsmart Apollo Q10
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Klang
  • Preis/ Leistung
3.5

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ gutes ANC
+ sehr gute Akkulaufzeit
+ günstiger Preis

– keine Trageerkennung
– niedrige Maximallautstärke

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