Mpow H17 im Test – taugt dieses günstige ANC Over-Ear Headset?

Mit dem Mpow H17 habe ich einen verhältnismäßig günstiges Over-Ear Headset mit ANC im Test. Ich bin sehr gespannt, wie gut es klingt und vor allem wie das ANC im Mpow H17 Test abschneidet.




Mittlerweile gibt es auch immer mehr ANC Headsets für unter 50 Euro bei Amazon und Co. Da wird die Auswahl schwierig, denn versprochen wird viel, aber leider nur selten auch gehalten. Daher teste ich mich nach und nach durch das wachsende Sortiment.

Normalerweise bevorzuge ich hochwertige High-End Headsets mit ANC, weshalb ich seit längerer Zeit mit einem Bowers & Wilkens PX (Testbericht) unterwegs bin. Die Wahl fiel nach dem Test des Bang & Olufsen BeoPlay H9i (Testbericht) und dem Sony WH-1000XM3 (Testbericht), welche aber in einer ganz andere Liga spielen und ein Vergleich unfair wäre.

Am ehesten ist das Mpow Holo H17 wohl mit dem TaoTronics TT-BH060 (Testbericht) zum Preis von 59,99 Euro zu vergleichen. Beide verfügen über ANC (Active Noise Cancelling), können also Umgebungsgeräusche mehr oder weniger gut ausblenden.

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Wie immer teste ich für jeden ganz einfach nachvollziehbar. Für den Test lade ich die Dinger komplett auf, in diesem Fall das Case und die Stöpsel, höre Musik bis der Akku leer ist und lade sie im Case wieder auf. So lange, bis auch der Akku im Case leer ist.

Als Musik habe ich bei Google Play Music eine Playlist „Alltime Favorites“, in der aktuell 141 Titel zu finden sind. Von Klassik über Pop, Elektro, Hardrock, Filmmusik, Jazz, Funk, Soul usw. Von allem etwas. Dazu höre ich Podcasts und Hörbücher. Ein Equalizer kommt bei mir nicht zum Einsatz.

Das ANC teste ich auf eine ganz einfache und vor allem nachvollziehbare Art und Weise. Ich lasse einen Fön und einen Staubsauger abwechselnd laufen. Beide erzeugen ein gleichbleibendes Geräusch, welches von einem guten ANC problemlos herausgefiltert werden kann.

Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität, Tragekomfort usw.

Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. 

Natürlich sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab.

Technische Daten Mpow Holo H17:

  • 20 Hz – 20 kHz
  • Bluetooth 4.1
  • HSP / HFP / A2DP / AVRCP
  • ANC
  • Google Assistant/ Siri
  • Freisprechfunktion
  • 40 mm Treiber
  • Micro-USB
  • 3,5 mm Klinkenbuchse
  • Fast Charge
  • 85 x 46,5 x 31 mm (Case)
  • 208 g
  • 650 mAh

Produktseite: xmpow.com/mpow-h17

Ausführliche deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Das Mpow Holo H17 ANC Headset ist bei Amazon zum Preis von 49,99 Euro* zu haben. Aktuell gibt es noch einen Rabatt von 10 Euro, den man direkt bei Amazon aktivieren kann.

Was ich gut finde:

Natürlich ist ein vorhandenes ANC eine tolles Sache und mittlerweile eines der Hauptkriterien beim Kauf. Per Schalter lässt es sich beim Mpow H17 aktivieren bzw. deaktivieren. Ansonsten gibt es noch Tasten zur Allgemeinen Bedienung wie Play/Pause, Lauter und Leiser. 

Geladen wird es per Micro-USB und erfreulicherweise ist auch eine 3,5 mm Klinkenbuchse vorhanden. Die passenden Kabel befinden sich im Lieferumfang, genauso ein (recht übel riechender) Tragebeutel und eine deutsche Kurzanleitung. 

Die Verarbeitung ist einerseits echt gut, denn die Ohrpolster sind superweich, genau wie die Innenseite des verstellbaren Bügels, was man sofort merkt, wenn es aufsetzt. Sehr komfortabel und selbst nach mehreren Stunden am Stück zwickt das nichts. Allerdings schwitzt man darunter ein wenig, was aber eigentlich bei allen (auch deutlich teureren) Modellen der Fall ist. Auch die Höhenverstellung weiß durch eine satte Rasterung zu gefallen. Die Tasten weisen allesamt gute Druckpunkte auf, auch wenn sie für meinen Geschmack etwas zu klein ausfallen und zu nahe beieinander liegen, um sie korrekt zu ertasten.

Ein nettes Gimmick ist der Kunstlederbezug an den äußeren Seiten der Ohrmuschel. Leider ist einer dieser Bezüge etwas locker befestigt, so dass er Falten wirft. Das ist leider die andere Seite der Verarbeitung. An vielen Stellen ist es selbst für diese Preisklasse zu schlecht verarbeitet. Die Gelenke der Ohrpolster sind fast in alle Richtungen dreh- und schwenkbar, aber so locker, dass es schon beim Auspacken negativ auffällt. Wirkt halt billig. 

Dafür ist es aber faltbar und daher platzsparend zu transportieren.

Das geringe Gewicht von gerade einmal 208 Gramm zeigt schon, dass hier eigentlich nur Plastik zum Einsatz kommt, was aber kein Nachteil ist.

Bis zu 30 Stunden soll der Akku durchhalten. Bei ausgeschalteten ANC. Mit aktiven ANC waren es bei meinem Test gute 25 Stunden. Geladen ist er relativ schnell, auch wenn die versprochenen 10 Minuten laden für 2 Stunden Musikgenuss etwas weit hergeholt sind. In der Realität reichen diese 10 Minuten Laden für exakt 63 Minuten Musik mit aktiven ANC.

Aber das ist absolut in Ordnung und nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Kommen wir zum wichtigsten Kriterium bei einem Headset. Der Klang. Und den finde ich gut. Klar, kommt es nicht einmal annähernd an den fantastischen Klang eines Bowers & Wilkens PX (Testbericht) heran, aber das etwas teurere TaoTronics TT-BH060 (Testbericht) lässt es mal ganz locker hinter sich. Die größte Überraschung ist aber, dass es selbst das JBL Tune600BTNC* für weit über 70 Euro, lässt es locker links liegen.

Den Klang könnte man am ehesten mit ausgeglichen charakterisieren. Zwar eine leichte Badewannen-Charakteristik, also leichte Überhöhung des Bass- und Hochtonbereich, aber das scheint vielen zu gefallen.

Auf jeden Fall klingt es wesentlich räumlicher als das JBL, was echt eine Überraschung ist. Im direkten Vergleich gegen das Mpow H17 klingt das Orchesterkonzert beim JBL wie in der Dorfkirche, während es beim Mpow in einer großen Halle stattfindet. Selbst meine Frau hat diesen Unterschied mehr als deutlich herausgehört. 

Allerdings muss man auch sagen, dass das Mpow H17 eher basslastige Musik mag. Also eher Pop und Dance als Jazz oder Klassik. Aber es macht schlicht und ergreifend Spaß. Punkt.

Was ich ok finde:

Der Tragekomfort ist ok, denn die bereits erwähnten weichen Polster sind positiv zu bewerten, aber der etwas zu lockere Sitz, oder dass der Bügel selbst in der kleinsten Einstellung vor allem für kleinere Kopfdurchmesser noch zu groß ist, sprechen eine etwas andere Sprache. Es ist jetzt nicht so, dass der Mpow H17 direkt vom Kopf fällt, aber wenn es mal hektisch wird, kann das Headset schon mal verrutschen.

Leider ist nur Bluetooth 4.1 verbaut, was man einerseits an der maximalen Reichweite merkt, aber auch in der Stabilität der Verbindung. Bei mir in der Wohnung oder auf der Wache mit der jeweils eher offenen Bauweise, ist das kein großes Problem, sich auch mal mehrere Meter vom Smartphone zu entfernen. 

Aber wehe, wenn es mal um die Ecke geht. Dann ist die Verbindung recht schnell weg und wird auch nicht nicht sofort wieder aufgebaut. 

Dank einer geringen Latenz zwischen Video und Headset macht auch das Video schauen mit dem Mpow H17 Spaß.




Die Bedienung ist sehr einfach gehalten. Play/ Pause ist durch einmaliges Drücken der mittleren Taste zu bewerkstelligen. Lauter und Leiser durch einen kurzen Druck der jeweiligen Taste. Einen Titel vor und zurück springt man durch gedrückt halten der Lauter/ Leiser-Taste.  

Kommt ein Anruf rein, kann man diesen durch einen kurzen Druck auf die mittlere Taste annehmen oder durch gedrückt halten ablehnen. Doppeltes Drücken der Lauter-Taste startet den Assistenten. Das ANC lässt sich durch eine extra Taste aktivieren. Allerdings leuchtet die LED immer, auch wenn das Headset ausgeschaltet ist. Etwas seltsam, ist aber so.

Einen Reset kann man übrigens durchführen, indem man die Multifunktionstaste 4 Sekunden gedrückt hält.

Eher Mittelmaß ist die Klangqualität bei Telefonaten. Für den Notfall ok, aber auf Dauer ist das nichts. Man hört das Gegenüber zwar gut, aber man selbst wird nur sehr leise gehört und dazu noch mit Rauschen.

Was ich nicht gut finde:

Das ANC ist leider in die Kategorie Gimmick zu zählen. Dafür muss man wissen, dass diese Technik durch eingebaute Mikrofone die Umgebung analysiert, ein entsprechendes Gegengeräusch erzeugt, einspielt und dieses damit eliminiert. Soweit die Theorie, die auch zeigt, dass so etwas eigentlich nur bei gleichbleibenden Geräuschen wie Flugzeugtriebwerken oder im Zug das Fahrgeräusch funktioniert. Ein Stück weit auch die Geräuschkulisse eines Bahnhofs oder eine Autofahrt. 

Kurze, laute Geräusche ein einzelnes vorbeifahrendes Auto oder Stimmen direkt neben dem Hörer packt selbst ein teures Headset nicht so schnell zu eliminieren. Aber leider schafft das Mpow H17 selbst gleichbleibende Geräusche nicht einmal zu reduzieren. Kann man ganz einfach mit einem Fön oder Staubsauger probieren.

Im Idealfall sollte man diese Geräusche nicht mehr hören, aber leider tut sich da beim Mpow rein gar nichts. Im Gegenteil. Das eher laute Grundrauschen bei aktiven ANC verschlechtert den Klang hörbar. Daher habe ich das ANC deaktiviert.

Fazit im Mpow H17 Test:

Ist das Mpow H17 empfehlenswert? Ja durchaus, auch wenn das ANC eher unbrauchbar ist. Kann man ja abschalten. Der Tragekomfort ist völlig in Ordnung, der Klang weiß zu gefallen, der Akku hält lange und der Preis ist absolut im Rahmen, zumal man bei Mpow immer wieder mal Rabatte bekommt, wie aktuell ein 10 Euro Gutschein -> Link*

Das Gütesiegel vergebe ich auch deshalb, weil meine Frau ihr JBL Headset gegen das Mpow austauscht und das will schon was heißen.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf eigene Kosten bei Amazon gekauft. Es wurde nicht vom Hersteller bzw. Onlineshop als Leihgabe bzw. als Geschenk zur Verfügung gestellt. Diese Offenlegung dient der Transparenz.

Mpow H17
  • 5/10
    Verarbeitung/ Ausstattung - 5/10
  • 6/10
    Verbindung/ Bedienung - 6/10
  • 7/10
    Klang - 7/10
  • 7/10
    Preis/ Leistung - 7/10
6.3/10

Kurzfassung

+ guter Tragekomfort
+ zusammenklappbar
+ Tasche im Lieferumfang
+ faltbar
+ gute Akkulaufzeit
+ Schnellladefunktion
+ neutraler Klang

– zu teuer
– ANC ohne echte Funktion
– Freisprechfunktion mit Rauschen

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