Urbanista Miami im Test – Was mir gefällt und was nicht

Ein over-ear-kopfhörer der gut verarbeitet ist, der ANC sowie einen Ambient Modus verbaut hat, Bluetooth 5.0 sowie vom Hersteller angegebene 50 Stunden Akkulaufzeit besitzt, für unter €150. So ein Kopfhörer müssen wir von Mobi-Test natürlich testen.  Der folgende Testbericht ist nach unserem, was mir gefällt und was mir nicht gefällt Prinzip aufgebaut. Das bedeutet, wie üblich erkläre ich euch die Punkte des Gerätes die mir gut gefallen und die Punkte des Gerätes die mir nicht so gut gefallen. Also, starten wir mit dem Urbanista Miami Testbericht.

Gerätetreiber: 40 mm
Bluetooth-Version: 5.0
Bluetooth-Klasse: 2
Trägerprofile: A2DP1.3/AVRCP1.5/HFP1.6
Kabelloses System: 2,4 GHz
Chipset: BES2300YP
RF-Reichweite: 2.402G Hz–2.480 GHz
Lautsprecher: Schwingspule
Kanalbalance: ±3 dB
Mikrofon-/Lautsprecherfrequenzgang: ‘+/- 3 dB @ 1kHz, +/- 5 dB @ 300 Hz~10 kHz Frequenz
Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz
Impedanz: 32Ω±15 %
Sensibilität: 107±3 dB @1 KHz
Mikrofonabstand: 0,5 m
Batteriekapazität: 750 mAh
Spieldauer: 40 Std. mit eingeschaltetem ANC
SBC: Ja AAC: Ja
Google-Assistent: Ja

Werden wir mal kurz etwas technisch. Die Verbindung zwischen mobilen Endgerät und dem Kopfhörer wird mittels Bluetooth 5.0 hergestellt. Mein üblicher Verbindungs-Test wurde vom Urbanista Miami ohne jegliche Beanstandung bestanden. Bedeute das Smartphone liegt in der Küche und ich gehe in den Garten. Ich konnte bis zum Ende des Gartens gehen ohne Verbindungs-Abbrüche festzustellen. Ich konnte sogar komplett ums Haus gehen, in den Vordergarten. Die Küche geht nach Hinten raus und es befanden sich zwischen Smartphone und Kopfhörer mehrere Dicke Wände. Kein problem und keinen Verbindungsabrüche. Selbiges im Haus. Egal ob im Keller oder im Dachgeschoss, die Verbindung wurde jederzeit zuverlässig gehalten. Das hat so, bisher noch kein Kopfhörer bei mir geschafft.

Als codecs werden der SBC (Bluetooth eigener Standard) sowie AAC unterstützt. Der beliebte Codec aptX  Kommt leider nicht zum Einsatz. Was das bedeutet hat Peter hier aufgeschrieben.  Ihr solltet also darauf achten dass euer Endgerät die passenden Codec mitgeliefert um einen möglichst guten Klang zu garantieren. Kurz gesagt, der Urbanista Miami klingt am iPhone besser als an einem Android Gerät. Die Bluetooth Multiconnect Funktion unterstützt der urbanista Miami ebenfalls nicht. Das bedeutet man kann immer nur ein Endgerät zur selben Zeit mit dem Kopfhörer verbinden. Bei den Treibern handelt es sich um 40 mm, dynamische Treiber mit einer Impedanz von 32 Ohm. Diese decken ein Frequenzbereich von 20 Hertz bis 20 Kilohertz ab. Der maximal erreichbare Schalldruckpegel liegt bei 107 dB bei 1 kHz. 

Die Bedienung des Urbanista Miami ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die verschiedenen Modi, ANC, und Ambient schaltet man durch eine große Taste am linken Kopfhörer ein und weiter. Die generelle Steuerung wird am rechten Lautsprecher vorgenommen und die ist etwas hakelig. Das liegt daran, dass die Tasten sehr klein sind und sich nicht deutlich voneinander abgrenzen. Die kleine mittlere Taste am rechten Kopfhörer schaltet das Gerät ein. Dafür muss man die Taste recht lange drücken. Wenn man die mittlere Taste zweimal drückt wird der Sprachassistent aktiviert. Außerdem kann man damit während der Musikwiedergabe Titel pausieren und weiter laufen lassen. Auch lassen sich anrufen damit annehmen. Die Sprachqualität ist übrigens gut. Die obere und untere Taste sind für die Lautstärke zuständig. Wenn man die obere oder untere Taste 2 Sekunden drückt kann man zum nächsten Titel skippen. Die Druckpunkte der Tasten sind sehr gut, aufgrund der Größe der Tasten ist es etwas friemelig.

In der rechten Ohrmuschel seht ihr einen kleinen Sensor. Dieser ist für die Trage-Erkennung zuständig. Der urbanista Miami erkennt ob ihr das Gerät auf dem Kopf tragt oder es zwischendurch abnehmt. Sobald ihr den Kopfhörer vom Kopf nehmt stoppt die Musikwiedergabe automatisch. Wenn ihr ihn wieder aufsetzt spielt sie weiter. Das funktioniert in der Praxis schon zu gut. Leider ist diese Funktion sehr sensibel eingestellt. Es kommt häufig vor dass die Musikwiedergabe zwischendurch stoppt. Das liegt daran das schon minimale Bewegungen erkannt werden. Ihr müsst den Kopfhörer also wirklich fest platzieren, so dass er sich nicht bewegt. Die Latenz bewegt sich im akzeptablen Rahmen. Ich würde sagen Standard für 150 € Kopfhörer. Es sind minimale Verzögerung zu erkennen wenn man Youtube oder Netflix schaut. Ein low latency Codec wird nicht geboten und ist somit deutlich teureren Kopfhörern vorbehalten. Eine App für Updates oder Sound Spielereien gibt es nicht. Das finde ich etwas schade. Denn gerade der Trageerkennung würde ein Update gut tun. Dann starten wir mal direkt mit dem was mir gefällt und was mir nicht gefällt

Urbanista Miami – Was mir gefällt

Der erste Punkt der mir sehr gut gefällt ist das Unboxing. Denn es ist wirklich alles mitgeliefert was man benötigt. Und noch mehr. Der Kopfhörer kommt in einer sehr hübschen weißen Verpackung. Wenn man diese Verpackung öffnet befindet sich im darin eine Hartschalentasche. Das ist schon mal sehr gut. Ein Aux-Kabel mit 3.5 Klinke wird ebenfalls mitgeliefert. Sehr toll, wenn der Akku mal zur Neige geht könnt ihr weiterhin Musik hören, wenn euer Smartphone oder Ausgabegerät ein 3.5 Klinkeneingang besitzt. Außerdem wird das zum Aufladen benötigte USB C Kabel mitgeliefert sowie ein Flugzeug-Adapter. 

Das einzige was fehlt ist der Ladestecker selber. Da sich aber über einen Standard USB-C Kabel handelt könnt ihr jeden Smartphone oder Tablet Stecker der Welt benutzen. Ihr solltet eigentlich einige Dutzend davon rumliegen haben. Zur Not tut es auch die USB Buchse an eurem Rechner. Ich finde den Lieferumfang mehr als großzügig und bin selbst in dieser Preisklasse deutlich schlechteres gewöhnt. 

Wenn wir schon mal beim Unboxing sind können wir uns den Kopfhörer selber direkt anschauen. Und auch hier kann ich nur besten Noten vergeben. Der Urbanista Miami wirkt sehr hochwertig verarbeitet.

Nachdem ich so begeistert vom Unboxing, dem Lieferumfang sowie der Verarbeitung war stellt sich natürlich die Frage, wie trägt sich der urbanista Miami? Hier sind wir in einem Bereich der individuell beantwortet werden muss. Generell trägt sich der Urbanista Miami sehr gut. Der Kopfhörer-Bügel des Urbanista Miami besteht aus Metall. Chrom glänzend geht er in die Lautsprecher über. Die Lautsprecher, genauer gesagt Ohr Aufsätze, sind es aus einem sehr weichen, angenehm zu tragenden Kunstleder hergestellt.  Ein breiter weicher Kunstleder Besatz am oberen Kopfhörer-Bügel sorgt für ein weiches und sehr angenehmes Tragegefühl.  Der verchromte Kopfhörer-Bügel in Verbindung mit dem weißen Material des Kopfhörers wirkt sehr schön. Die Höhenverstellung funktioniert über einen Schiebemechanismus. Dieser hält sehr fest und es kommt nicht zu keinem unabsichtlichen verrutschen. Er ist übrigens stufenlos verstellbar. Ein luftausgleich wie bei 300 € Kopfhörern ist natürlich nicht vorhanden. Das bedeutet wenn ihr diesen Kopfhörer lange tragt beginnt ihr unweigerlich am Ohr zu schwitzen. Da ist es gut, dass man die Polster entnehmen und wechseln kann. Das Design sowie die Verarbeitung dieses urbanista Miami ist, zumindest in dieser Geräteklasse, beispiellos. Ich bin restlos begeistert.

Kommen wir zu einem weiteren Punkt der mir hervorragend gefällt. Die Akkulaufzeit bei ausgeschalteten ANC beträgt laut Hersteller 50 Stunden. Diese 50 Stunden habe ich nie erreicht. Ich habe immer mehr, eher 53 oder 54 Stunden Musik damit hören können. Das muss man sich einmal vorstellen. 2 Tage und mehr ununterbrochen Musik hören. Und wenn der Akku dann einmal keinen Saft mehr hat, kann man einfach das mitgelieferte 3,5 Klinkenkabel an sein Ausgabegerät anschließen und ohne Akku weiter hören. Allerdings nur wenn das Ausgabegerät über einen Kopfhöreranschluss verfügt. Mit ANC verringert sich die Laufleistung um einige Stunden. Aber auch nicht so dass es weh tun wird. Nebenbei, die Funktionen ANC sowie Ambient funktionieren auch ohne Akku mit Verbundenem Klinkenkabel. Man hört dann aber keine Benachrichtigung über das Einschalten der Funktion.

Der Klang des Urbanista Miami

Der wichtigste Punkt an einem Kopfhörer ist der Klang. Mal weitab von allen technischen Spielereien. Wie klingen die Dinger eigentlich? Denn mit 150 € sind Sie ja nicht ganz billig. Da ich den Klang unter dem Punkt „was mir gut gefällt“ eingliedre könnt ihr euch vorstellen wie sie klingen. Oder zumindest wie ich es empfinde. Die urbanista Miami klingen satt und warm. Das liegt vor allem an dem sehr voluminösen Bass. Dieser klingt nicht technisch oder mechanisch sondern er fühlt sich warm und drückend von unten an. Der Klang ist meiner Ansicht nach für Pop oder Rockmusik perfekt geeignet. Also für analoge Musik. Auch Jazz und Funk kann man hervorragend damit hören.

Bei Rap, Hip Hop oder Elektro wirkt der Bass etwas dumpf. Bei analogen Instrumenten, vor allen Dingen bei einer guten Produktion, geht aber die Sonne auf. Der Bass ist zwar sehr prägnant, dass bedeutet aber nicht dass Höhen oder Gitarren nicht durchkommen. Ganz im Gegenteil. Für einen Kopfhörer dieser Preiskategorie ist der urbanista Miami sehr gut, ich würde beinahe schon sagen perfekt abgestimmt. Alles in allem ein Kopfhörer der in keiner Art und Weise oder bei keinem Musikstil nervt. Ich weiß das Klang immer subjektiv ist und man stundenlang darüber streiten kann. Man kann aber nicht darüber streiten das der urbanista Miami sehr gut klingt.

Was ich ok finde

Die Bedienung des Kopfhörers läuft über drei kleine Tasten auf der rechten Kopfhörer Seite und eine große Taste auf der linken Kopfhörer Seite. Mit der großen Taste auf der linken Seite könnt ihr die verschiedenen Modis durchschalten. ANC An/Aus, Ambient an/aus oder der normale Modus. Das funktioniert hervorragend und sehr einfach. Die drei kleinen Knöpfe auf der rechten Seite sind sehr klein. Mit ihnen könnt ihr den derzeit gehörten Titel vorskippen oder zurück, Lautstärke erhöhen oder verringern sowie den Kopfhörer ein oder ausschalten. Da die drei Tasten gleich groß, sehr schmal und sehr eng beieinander liegen ist es etwas mühselig den Kopfhörer damit zu bedienen.

Das ANC funktioniert leidlich. Wer ein ein ANC der Güteklasse von den Sony WX1000 xm3 erwartet, das ist völlig unrealistisch. Interessanterweise ändert sich der Klang der Kopfhörer beim Einschalten des ANC merklich. Er wirkt noch offener. Noch weiter. Das mag daran liegen dass der Bassbereich etwas gesenkt wird. Wenn man z.b. Fahrrad fährt und die Kopfhörer dabei auf hat und Musik hört, was man natürlich nur auf abgesperrten Strecken machen sollte, merkt man beim Einschalten des ANC das sich Windgeräusche massiv verringern. Auch beim Rasenmähen mit Kopfhörer auf und ANC an ist ein deutlicher Unterschied zu bemerken. Aber, niemand sollte sich diese Kopfhörer wegen des ANC kaufen. Ein nettes Gimmick, leider nicht mehr.

Selbiges gilt für den Ambient Mode. Der Ambient Mode soll eigentlich dafür sorgen, dass man während man die Kopfhörer trägt, sich unterhalten kann. Das heißt, jemand spricht mit euch und seine Stimme dringen durch die Musik durch und ihr hört klar und deutlich was die Person sagt. Das funktioniert nicht. Nicht einmal im Ansatz. Was allerdings funktioniert ist, wenn ihr den Ambient Mode einschaltet verstärkt sich noch einmal der Bass. Wer also wirklich „Bass Bass ich brauche Bass“ braucht der sollte den Ambient Mode einschalten.

Was mir am Urbanista Miami nicht gefällt.

Dann kommen wir mal zu den Punkten die mir nicht gefallen. Und zunächst einmal und das ist das größte Ärgernis die Bedienung. Die Bedientasten am rechten Kopfhörer sind zu klein, wie bereits oben erwähnt. Ich habe es auch nach einem Monat kontinuierlichen Tragens nicht geschafft mich daran zu gewöhnen. Sehr häufig nehme ich den Kopfhörer ab und gucke mir die Tasten an und schaue wo ich drücken muss. Das hätte man besser lösen können.

Eine weitere Sache die ich etwas schade finde ist die Bluetooth Multi Fähigkeit. Ich mag es mehrere Geräte an meinen Kopfhörer koppeln zu können, um schnell zwischen den Geräten hin und her zu springen. Besonders für jemand wie mich, als Smartphone Tester, der immer zwei drei verschiedene Geräte rumliegen hat. Für den normalen User dürfte das allerdings kein Problem sein.

Das war’s eigentlich auch schon. Und kann mir direkt zum Fazit kommen

Urbanista Miami Test – Fazit

Der Urbanista Miami ist ein guter bis sehr guter, dem Preis angemessener Kopfhörer. Der Klang ist warm und offen das Design wirklich schön, die Verarbeitung über jeden Zweifel erhaben, er fühlt sich mehr als hochwertig an.  Der Klang ist bei allen Geräten gut. Ja beim iPhone oder Geräten die den AAC Codecs nutzen sogar noch etwas besser. Aber generell ein guter warmer Klang. Der Lieferumfang ist toll und das ganze Gerät sowie die Marke machen einen sympathischen Eindruck. Mir gefällt der urbanista Miami wirklich gut. Ob jemand jetzt 150EUR für diesen Kopfhörer ausgeben möchte, muss er selbst entscheiden. Denn abgesehen von dem Design, der Verarbeitung und dem Lieferumfang kann er nicht mehr und auch nicht weniger als andere Geräte seiner Preisklasse. Wer aber genau auf diese Punkte steht, Design und Verarbeitung, der sollte zugreifen. Und deshalb bekommt er auch unser Gütesiegel. Ein tolles Gerät.

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Urbanista Miami
  • Lieferumfang
  • Verabreitung
  • Klang
  • Preis Leistung
4.4

Zusammenfassung

Der Urbanista Miami ist ein guter bis sehr guter, dem Preis angemessener Kopfhörer. Der Klang ist warm und offen das Design wirklich schön, die Verarbeitung über jeden Zweifel erhaben, er fühlt sich mehr als hochwertig an.

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