black apple watch with black sports band

WatchOS 9 auf der WWDC – Apple benötigt eine neue Uhr

Auf der diesjährigen WWDC hat Apple nun WatchOS 9 vorgestellt. Dieses neue Update liefert viele neue spannende Features für die Apple Watch. Es wird um ein großes Fitness-Update erweitert. Dazu gehören viele neue Laufmetriken sowie ein sogenannter Multi-Sportmodus. Dieses Update auf watchOS 9 ist ein direkter Angriffsversuch von Apple auf die etablierten Sportuhrenhersteller wie Garmin oder Polar. Es wird allerdings bei einem Versuch bleiben, denn um ernsthaft gegen eine Garmin oder Polar bestehen zu können, benötigt Apple eine neue, eine andere Uhr.

Zunächsteinmal gestehe ich Apple mit Abstrichen zu, das die von der Uhr erhobenen Daten sehr genau sind. Ich selbst nutze hauptsächlich meine Garmin Fenix. Eine Smartwatch, die im Sportsegment zu Hause ist. Bedeutet ich kann damit mein Smart-Home nicht steuern. Ich kann damit nicht telefonieren, es gibt keinen Sprachassistenten. Dafür erhält man sehr detaillierte Daten. In der Garmin App und noch deutlich mehr, wenn man sich online über einen Rechner in sein Garmin Konto anmeldet. Diese Sportuhren werden von Menschen genutzt, die sehr sportlich unterwegs sind. Auch Profis nutzen dies Uhren und die Daten zur Auswertung des Leistungszustandes. Aber nicht nur. Ich selbst habe meine Fenix, gerade nach meiner Covid-Erkrankung genutzt, um mich nicht zu überlasten, aber dennoch aktiv zu bleiben.

Mit WatchOs 9 versucht Apple nun viele dieser Nutzer für eine Apple Watch zu begeistern. Mit WatchOS 9 werden diverse Metriken und Statistiken eingeführt, die stark an die Auswertungsmöglichkeiten der Garmin oder Polar Uhren erinnern. Es werden Schrittlänge, Trittfrequenz und vertikale Oszillation (gerade für uns Radfahrer sehr wichtig) erfasst werden. Es fügt auch neue Trainingsansichten hinzu, die Diagramme für Höhenmeter, benutzerdefinierte Intervallläufe, Tempowarnungen für eine festgelegte Distanz und die Möglichkeit, auf Strecken, die man häufig läuft, mit sich selbst zu konkurrieren. Auch hier würde mich interessieren, ob und inwieweit Radfahren dort mit genutzt werden kann. Man wird endlich Herzfrequenzzonen festlegen. Völlig unverständlich, dass dieses eine der wichtigsten Funktionen beim Sport treiben, erst jetzt nachgeleifert wird.

Wie gesagt, es scheint, als ob Apple es wirklich ernst meint. Gerüchte besagen, dass Apple noch in diesem Jahr eine robuste Premiumversion der Apple Watch auf den Markt bringen will, um genau diese Kunden anzusprechen. Nur es wird nicht funktionieren. – Ich gratuliere allen 1500 Teilnehmern des New York Marathon 2019, dass sie die Strecke in unter 3 Stunden gelaufen sind. Diese 1500 Teilnehmer hätten ihre sportliche Aktivität durchaus mit der Apple Watch Tracken können. Die übrigen 52.000 Teilnehmer, die es ins Ziel geschafft haben, eher nicht. Denn der Akku der Apple Watch ist zu schwach, um mehrere Stunden GPS Tracking zu überstehen. Neben dem Display der Uhren ist die verwendete Funktechnik die größte Schwachstelle.

GPS saugt einen Akku förmlich leer. 5-6h ist die maximale Dauer, die eine Apple-Watch unter GPS Last durchhält. Das mag für einen Freizeitläufer ausreichen. Nicht aber für Menschen, die Triathlon machen oder lange Radfahren. Auch zum Trekking, Wandern, Bergsteigen etc. ist die Apple Watch nicht zu gebrauchen. Und wer für einen Marathon 5h benötigt, tja. Anders als eine Polar oder Garmin. Die Garmin Fenix hält bis zu 24h im GPS-Modus mit aktiver Herzfrequenzmessung am Handgelenk durch. Bis zu 75h im UltraTrac GPS-Modus. Als Fenix Nutzer weiger ich mich, meine Smartwatch täglich aufladen zu müssen. Wenn man sich in den einschlägigen Garmin Foren umschaut, ist das einer der wichtigsten Punkte der Gamrin Nutzer. Seine Uhr jeden Tag laden zu müssen ist nicht smart sonder 2012.

Ein weiterer Punkt, die Displays der Sportuhren sind meist Transreflektiv. Einfach erklärt, die Displays sind in der Lage, das Umgebungslicht zu nutzen, um so eine deutlich bessere Darstellung in heller Umgebung zu liefern. Die Displays sind nicht so farbprächtig und Brillant wie die Displays der Apple Watch. Aber sie sind auch unter schwierigen Bedingungen immer perfekt ablesbar. Ein Problem, was jeder sicher schon mal erlebt hat, wenn man an einem sehr hellen Tag auf sein Smartphonedisplay schaut. Die automatische Helligkeit regelt immer weiter nach. Das kostet unglaublich viel Akku. Am Ende erkennt man trotzdem nichts. Meine Sportuhr muss ich aber gerade unter Belastung ablesen können. geblendet von der Sonne? Nicht mit einer Garmin oder Polar.

Wenn Apple wirklich auf dem Markt der Sportuhren mitspielen will, benötigen sie eine Uhr, die länger als die Apple Watch durchhält. Apple hat es im Laufe der Jahre nicht geschafft, die Laufzeit ihrer Uhren zu erhöhen. Merkwürdig irgendwie. Bei den neuen Laptops mit dem M1 Prozessor oder auch beim iPhone haben sie es wunderbar hinbekommen. Warum nicht bei der Uhr? Natürlich benötigt eine Apple Sportuhr ein anderes Display. Eben ein Display, welches immer perfekt abzulesen ist. Beim Schwimmen, beim Radfahren und auch beim Laufen. Übrigens, ANT+, ein Verbindungsstandard für Peripherie-Geräte, sollte auch unterstützt werden. Damit all die Sensoren, die wir uns heute an unsere Sportgeräte packen, auch genutzt werden können. Ohne eine ausreichend lange Akku-Laufzeit, mindestens 7 Tage sollten drin sein, wird das nichts. Dann benötigt die Apple Watch ein für den Zweck passendes Display und weitere Schnittstellen. Ohne diese Features bleibt die Apple Watch ein Lifestyle Produkt, welches sogar im Vergleich zu einer Garmin oder Polar, recht billig ist. Denn der letzte Punkt ist recht wichtig. Der einstig in die Apple Watch Welt ist für €200 zu erhalten. Da ist sogar eine Amazfit teurer. Die Apple Watch 7 kostet derzeit unter €400. Sportuhren können leicht das 3-4 fache einer Apple Watch kosten. Da will Apple sicher mitspielen.

Markus

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