Mittwoch, November 30, 2022
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Saphe One+ im Test – was ich gut finde und was nicht

Im Test habe ich mit Saphe One+ einen „Verkehrsalarm“, der in ganz Europa vor Verkehrskameras, Unfällen und anderen Gefahren warnen soll und mit einem Preis von unter 50 Euro durchaus interessant sein könnte. In einem mehrwöchigen Praxistest erfahrt ihr, was ich daran gut finde und was nicht.

Der Test zum Ooono Verkehrsalarm (Testbericht) ist schon einiges her und er hat sich bei mir im Auto nicht bewährt. Zu viele Fehlalarme, nervige App und noch einiges mehr, haben es mir vermiest. Natürlich gab es seitdem schon diverse Updates, aber mittlerweile funktioniert der aber auch nicht mehr, trotz Batteriewechsel. Über einen Kommentar zum Ooono Test wurde ich auf den Saphe One+ aufmerksam und wurde natürlich neugierig. Denn auch dieser Kasten basiert auf Daten der Blitzer.de Pro App und die nutze ich schon ewig. Also habe ich kurzerhand die dänischen Macher von Saphe kontaktiert und mir wurde ein Testexemplar zum testen zur Verfügung gestellt. Diesen werden wir ich in beiden Autos testen, da ich ihn nicht fest montieren werde, um eben flexibel zu sein, da ich abwechselnd mit den Autos unterwegs bin.

Nur noch eines vorab. Natürlich ist die Nutzung eines solchen Verkehrsalarms eine rechtliche Grauzone. Natürlich muss man sich an die Tempobeschränkungen halten, aber auch der Saphe One+ warnt nicht nur vor Blitzern, sondern auch vor vielen anderen Gefahren wie Pannen, Staus usw. und natürlich soll man während der Fahrt die Finger vom Handy lassen. Das ist übrigens auch einer der großen Pluspunkte des Saphe One+.

Homepage: saphe.com

Deutsche Bedienungsanleitung: support.saphe.dk/Saphe One Manual World.pdf

Der Saphe One+ ist derzeit nur über den Saphe Onlineshop zum Preis von 49,95 Euro erhältlich. Für Biker gibt es für 39,95 Euro den Saphe MC.

Was mir gut gefällt:

Der Saphe One+ besteht einmal aus einer kleinen Box mit den Abmessungen von 64 x 36 x 15 mm, die irgendwo im Fahrzeug montiert oder besser gesagt per doppelseitiges Klebeband befestigt wird und der Saphe Link App (iOS / Android). Die ist zwar größer und dicker als der Ooono Verkehrsalarm (Testbericht), hat aber den großen Vorteil, dass es zwei getrennte Tasten (rot und blau) gibt, die die Bedienung und alltägliche Nutzung massiv vereinfacht. Bei mir ist der Saphe One+ auf der Mittelkonsole befestigt, so das er gut erreichbar ist. Durch gedrückt halten der roten Taste startet man den Saphe One+ für die erstmalige Einrichtung. Er wird per App bzw. Bluetooth verbunden und man wird durch die Einrichtung geleitet. In der App kann man die Warnschwelle in Sekunden für die verschiedenen Ereignisse einstellen, genauso den Ton und auf welchen Kanal der Sound abgespielt werden soll. Die Freisprecheinrichtung, Handylautsprecher usw.. Alles sehr eingängig und gut beschrieben. Übrigens unterscheidet sich iOS nicht groß von Android und auf beiden Systemen läuft die App einwandfrei.

Die beiden Tasten dienen dazu, das jeweilige Ereignis entsprechend zu melden. Bei einem „normalen“ Ereignis wie z.B. einem Stau drückt man einmal kurz die rote Taste. Bei einer Panne am Straßenrand die rote Taste gedrückt halten. Bei einem mobilen Blitzer drückt man die blaue Taste einmal kurz und bei einem festen Blitzer drückt man die blaue Taste für 3 Sekunden. Das war es auch schon. Mehr ist das nicht und das schöne ist, dass man die App nicht offen haben muss. Aber das ist nicht alles.

Steigt man in das Auto ein, verbindet sich das Handy automatisch mit dem Saphe One+, was mit einem Signalton und blinken quittiert wird. Die App muss man dafür nicht starten. Und schon kann es los gehen, denn auch während der Fahrt muss die App nicht geöffnet sein. Bei Android muss man einfach nur drauf achten, dass die App auch im Hintergrund laufen darf und bei iOS und Android muss erlaubt sein, dass die App jederzeit auf den Standort zugreifen kann. Gibt es Probleme mit der Verbindung, ertönt nach 30 Sekunden ein Alarm und die LED blinkt gelb.

Das Schöne ist aber, dass man wirklich nicht händisch machen muss und trotzdem jederzeit rechtzeitig gewarnt wird. Und genau das ist der größte Vorteil gegenüber dem Ooono Verkehrsalarm (Testbericht). Bei einem Ereignis ertönt ein wirklich lauter Warnton und die LED blinkt rot. Bei einem Blitzer ein anderer Sound und die LED blinkt blau. Ist man am Ziel muss man auch nichts machen, denn die Verbindung wird automatisch getrennt und der Saphe One+ geht in den Standby. Extra ausschalten muss man weder die App noch die Box. Wer es möchte, kann dieses durch gedrückt halten der roten Taste für 5 Sekunde tun. Apropos Standby. Ein Akku ist nicht verbaut, sondern eine CR2450 Knopfzelle, die bis zu 2 Jahre halten soll. Danach kann sie problemlos gewechselt werden, indem das Oberteil der Box abgenommen wird.

Die Zuverlässigkeit möchte ich nicht extra bewerten, da die Meldungen von zu vielen Faktoren abhängt. Zwar ist die Blitzer.de Datenbank riesig und sehr aktuell, aber gerade aktuelle Störungen (und auch mobile Blitzer) können vom Saphe One+ nur gemeldet werden, wenn er zuvor von anderen Nutzern gemeldet werden. Das größte Problem sind aber nach wie vor Blitzer, die zwar nicht direkt auf der Strecke liegen, aber trotzdem gemeldet werden, weil sie z.B. unter oder auf einer Brücke stehen. Solche Geräte arbeiten nicht wie ein Navigationssystem, kennen also nicht den exakten Standort, sondern kennen nur die Fahrtrichtung und melden alles, was in Fahrtrichtung gemeldet wurde. Was Saphe bzw. Blitzer.de kennt, wird zuverlässig gemeldet, allerdings sollte man die Entfernung für die Warnung etwas früher einstellen, da es ab und zu schon etwas knapp werden kann.

Was mir nicht gefällt:

Über die Optik kann man streiten, aber so wirklich schön ist die Box aber nicht. Das Design ist halt zweckmäßig und sollte niemanden vor ernste Probleme stellen. Da kein Akku verbaut ist, ist eine Anzeige des Batteriezustands nicht möglich. Das sind aber die beiden einzigen Kritikpunkte.

Fazit:

Ist der Saphe One+ empfehlenswert? Kurz und knapp. Ja, ist er. Für 50 Euro bekommt man zwar keinen Freifahrtschein, aber eine bequeme Möglichkeit ohne viel Einarbeitung, um sicherer unterwegs zu sein. Dank der riesigen Blitzer.de Gemeinschaft ist man immer auf dem aktuellen Stand und muss sich sonst um nichts kümmern, außer alle Jahre mal die Batterie zu tauschen. Und genau das finde ich prima und habe es direkt einem Arbeitskollegen empfohlen. Bei mir wird er ab sofort immer mit dabei sein und daher vergebe ich das Gütesiegel.

Und aufgepasst: demnächst wird im Podcast ein nagelneuer Saphe One+ verlost

Peter W.
Saphe One+
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
4

Zusammenfassung

+ sehr einfache Bedienung
+ arbeitet voll automatisch
+ Akkulaufzeit
+ relativ zuverlässig
+ klebt gut

– Optik gewöhnungsbedürftig

Peter W.https://www.mobi-test.de
Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch oder Marketing Gelaber, sondern Klartext. Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.
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4 Kommentare

  1. ich würde es noch gut finden, wenn bei Verbindung grundsätzlich immer die Leuchtdiode grün leuchtet. Hatte es schon ein paar mal dass die Verbindung über das iphone angezeigt wurde – aber keine Blitzer oder Gefahren-Warntöne kamen. Als ich dann 2 Sekunden auf den roten Taster gedrückt habe- kam nur ein rotes Licht – also keine Verbindung zum iphone … Mit einem dauerhaften grünem Licht wüßte man immer Bescheid ob die Verbindung zum Smartphone auch steht.

    • Wenn ich nicht verbunden bin, dann meckert der Saphe alle paar Sekunden mit einem Piepton und einem blinkenden Bluetooth Symbol. Daher gehe ich davon aus, dass das Handy verbunden ist und das Problem mit dem nicht warnen woanders liegt. Aber wo genau, das kann ich leider nicht sagen. Dafür gibt es zu viele Unbekannte. Man kann aber auch im Menü der Saphe App unter „Geräte“ sehen, ob man verbunden ist.

      Gruß
      Peter

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