Xiaomi Mi 9 Test – einer der etwas anderen Art aus dem normalen Alltag

Das Xiaomi Mi 9 ist aktuell einer der heißesten Kandidaten um die Krone, wenn es um das Thema Preis/Leistung geht. Kein Wunder, denn es bietet viel für vergleichsweise wenig Geld. Testberichte gibt es ja schon viele, daher wird dieser etwas anders sein, als viele andere.Also los geht es mit meinem Xiaomi Mi 9 Test. 

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Mein Dank geht an notebooksbilliger.de, die mir für den Xiaomi Mi 9 Test leihweises eines zur Verfügung gestellt haben. Ab 438 € wird man dort zum Besitzer des Mi 9

Wie bereits erwähnt, gibt es da draußen jede Menge Testberichte von großen oder kleinen Seiten. Sie alle beschreiben ausführlich den hübschen Karton, dessen Inhalt, allerlei technischen Daten, wie es aussieht usw. Alles ganz toll, aber mir sind bereits in den ersten Stunden so ein paar Sachen aufgefallen, positiv wie negativ, über die man so wirklich nirgends was lesen kann.

Warum dem so ist,  überlasse ich mal der Phantasie. Mein Xiaomi Mi 9 Test beschäftigt sich nur nebenbei mit ein paar technischen Daten und ist in die drei Bereiche „Gut, ok und nicht gut“ aufgeteilt, in denen ich frei von der Leber weg meine Eindrücke aufschreibe. 

Warum ich unter anderen das Xiaomi Mi 9 hier liegen habe, hat einen ganz bestimmten Grund. Aktuell besitze ich das OnePlus 6 und habe gespannt auf das OnePlus 7 gewartet, welches ja jetzt offiziell ist. Hörer unseres Podcast wissen ja, dass ich hin- und her gerissen bin. OnePlus 7 kaufen oder doch lieber das Xiaomi Mi 9, welches für einen Hunderter weniger dieselbe Ausstattung bietet. Dann kam recht überraschend noch das Google 3a XL dazu, welches auch sehr spannend erscheint. Oder doch beim OnePlus 6 bleiben, da es nach wie vor hervorragend läuft?

Eine Frage, die mich schon seit einiger Zeit intensiv beschäftigt und in diesem Xiaomi Mi 9 Test für dieses Smartphone eine Entscheidung treffen wird. Behalten oder weggeben?

Was mir am Xiaomi Mi 9 gut gefällt:

Das ist zu allererst einmal der Preis. Ab 429 € geht es los mit dem 64 GB Modell. Für die 128 GB Variante legt man derzeit um die 470 € auf den Tisch. Ein wirklich guter Preis, wenn man die Technik, Ausstattung und den Lieferumfang berücksichtigt. Denn in der Verpackung liegt neben dem Headsetadapter auch noch ein Silikoncase. Nicht schlecht.

Dann dieses Design und die wirklich hervorragende Verarbeitung. Einfach nur traumhaft. Es fasst sich sehr gut an, liegt sehr gut in der Hand und muss sich hinter den erheblich teureren Konkurrenten wie ein Samsung Galaxy S10 oder Huawei P30 absolut nicht verstecken. Nicht einmal vor einem iPhone. Toll und zeigt, was man heute für unter 500 € erwarten kann.

AI-Taste. Was ist das? Damit ist die eine Taste an der linken Seite gemeint. Sie kann mit verschiedenen Befehlen belegt werden, was die Bedienung vereinfacht.

Die MIUI 10 Oberfläche des Xiaomi Mi 9 bietet eine Fülle an Funktionen und man kann sich wirklich austoben. Es ist wirklich jede Menge und die besten Tipps und Tricks, habe ich hier mal zusammengestellt. Man bekommt wirklich das Gefühl, die komplette Kontrolle über das System zu haben. Vor allem diese Sicherheits-App ist eine tolles Sache, da man hier viele wichtige Funktionen zentral verwalten kann. Einfach genial gelöst.

Dazu noch eine gut durchdachte Gestensteuerung, die Möglichkeit sich eine Warnung für das Datenvolumen pro Tag einzustellen oder informiert zu werden, wenn eine App in kurzer Zeit viele Daten verbraucht. Es sind diese vielen Kleinigkeiten, die die alltägliche Nutzung des Xiaomi Mi 9 tatsächlich erleichtern.

Das Display ist ebenfalls eine sprichwörtliche Glanzleistung. Wobei ein AMOLED Display mit 2340 x 1080 Pixel heute in dieser Klasse als Standard anzusehen ist. Es leuchtet bunt und selbst bei strahlenden Sonnenschein hervorragend abzulesen. Wer möchte, kann die Farbintensität anpassen. 

Xiaomi hat vor kurzem „Super Charge Turbo“ vorgestellt, bei dem mit bis zu 100 Watt geladen werden kann. So weit sind sie beim Xiaomi Mi 9 leider noch nicht, aber bis zu 27 W verträgt es. Leider ist nur ein Netzteil mit 18 W im Lieferumfang, aber damit ist der Akku innerhalb von 30 Minuten um exakt 50% aufgeladen. Das ist schon beachtlich, zumal sich die Erwärmung absolut im Rahmen hält.



Auch wenn ich Wireless Charge, also das kabellose Laden selbst nicht nutze, ist das Xiaomi Mi 9 eines der ersten überhaupt, die das Wireless Fast Charge bis 20W unterstützt und das werde ich auch noch ausgiebig testen. 

In Punkto Kamera kann die Funktionsvielfalt überzeugen. Die wichtigsten Programme sind direkt über den Hauptbildschirm auswählbar. Dazu die Möglichkeit die Kamera durch doppeltes Drücken der Power-Taste direkt zu starten. Was ich zum ersten mal gesehen habe ist eine Funktion, um das Flimmern von Fernsehern zu reduzieren und das klappt wirklich.  Genauso können Einstellungen für den Kontrast, Sättigung und die Schärfe vorab fest eingestellt werden. Selbstverständlich gibt es auch einen umfangreichen Pro-Modus, in dem alle Einstellungen von Hand einstellen kann.

Fakt ist, dass das Xiaomi Mi 9 seine drei Linsen mit deren Möglichkeiten hervorragend einsetzt und ein Stück weit auch umsetzt. Zumindest wenn es darum geht, beim Fotografieren kreativ zu werden.

Was am Xiaomi Mi 9 ganz ok ist:

Da ich sowieso nur noch Bluetooth Headsets nutze, vermisse ich die fehlende 3,5 mm Klinkenbuchse nicht wirklich, zumal Xiaomi einen passenden Adapter beilegt.

Allerdings könnte man meinen, dass es über Stereo-Lautsprecher verfügt. Das sieht zumindest so aus, wenn man es sich am unteren Rand anschaut. Aber leider ist unter dem linken nur das Mikrofon versteckt. Es ist also ein einfacher Mono-Lautsprecher.

Wie schlägt sich nun der Fingerabdrucksensor im Xiaomi Mi 9 Test – Nunja, ein durchaus bekanntes Problem stellt der In-Display Fingerabdruckscanner dar. Wie auch schon bei anderen Herstellern, funktioniert der nicht immer. Entweder muss man den Finger etwas länger auf dem Sensor liegen lassen oder er wird gar nicht erkannt. Wenn man nasse Finger hat, funktioniert das ganze überhaupt nicht mehr.

Bei den positiven Dingen habe ich die MIUI Oberfläche mit ihren vielen Funktionen gelobt. Dadurch wird es aber auch ganz schön unübersichtlich ode finden sich Einträge in nicht ganz logischen Menüstrukturen. ich habe mich eigentlich ständig verirrt oder lange nach einer bestimmten Funktion gesucht. Hier kann aber die Suchfunktion in den Einstellungen schnell zum Ziel führen.

Etwas nervig ist hierbei auch die ganze Bloatware. Also Apps, die vom Hersteller vorinstalliert sind und größtenteils nicht deinstalliert werden können. Und das sind beim Xiaomi Mi 9 einige. Insgesamt 18 an der Zahl und nur 4 kann man deinstallieren. Es gibt sogar einen eigenen Menüpunkt in den Einstellungen, um diese aktuell zu halten.

Mit 3300 mAh hat der Akku eine klassenübliche Kapazität, auch wenn jetzt erscheinende Modelle mit bis zu 4000 mAh punkten. Bei mir hält der Akku zwar nicht den ganzen Tag, aber dafür nutze ich permanent und schränke mich auch bei der Nutzung in keinster Weise an. Bei mir ist immer alles aktiv. Dafür habe ich ja so ein Smartphone. Und eine Steckdose ist immer wieder mal in der Nähe.

Die Triple-Kamera hat übrigens keine „echten“ 48 Megapixel, sondern nur 12 Megapixel, die mit einem extra Kameraprogramm „48 Megapixel“ aktiviert werden können. Aus einem Pixel macht die Kamera dann kurzerhand 4 und schon haben wir die 48 Megapixel. Machen übrigens auch andere Hersteller wie Huawei so. Ist also nichts ungewöhnliches.

Allerdings wirken Farben ziemlich überzeichnet.  So ist das rot der Blumen extrem ausgeprägt, ja scheinen förmlich und verlieren damit wichtige Details. Auf dem ersten Blick wirken so knallige Farben durchaus schön, aber oft genug sieht das Fotoobjekt in der Realität etwas anders aus. Ganz heftig wird das bei Nachtaufnahmen, auf die ich auch noch zu sprechen komme.

Was mir am Xiaomi Mi 9 nicht gefällt:

Am allermeisten nervt nicht mich die Eigenheit von MIUI 10, dass in der Benachrichtigungsleiste keine Icons für Benachrichtigungen zu sehen sind. Kommen Benachrichtigungen rein, werden die nur sehr kurz als Popup angezeigt, um dann zu verschwinden. Die Benachrichtigungsleiste bleibt leer. Man muss erst die Benachrichtigungsleiste nach unten ziehen, um die Benachrichtigungen zu sehen. Extrem nervig und ist schon seit MIUI 8 so ohne Aussicht auf Änderung.

Eher eine Kleinigkeit, aber für mich etwas irritierend, ist die Tatsache, dass im Sperrbildschirm kein Live-Wallpaper genutzt werden kann. Ich mag ein Wallpaper überall haben, auch wenn es sich bewegt. Alle anderen können das.

Apropos Sperrbildschirm und Wallpaper. Das Xiaomi Mi 9 beherrscht ja auch die Gesichtsentsperrung. Das funktioniert soweit gut, außer es wird dunkel und/oder man nutzt ein dunkles Wallpaper. Dann reicht das Licht nicht mehr aus, das Gesicht zu erkennen und somit entsperrt es sich auch nicht. Das können andere wie z.B. OnePlus erheblich besser.

Etwas seltsam agiert auch die automatische Helligkeitsregelung. Diese habe ich aktiviert, aber ich muss sehr oft händisch nachregeln, weil man z.B. am Abend nichts erkennt, weil es zu dunkel ist oder nur ein paar Minuten später wird man geblendet, weil es viel zu hell eingestellt wird. Dabei spielt es keine Rolle, welche Helligkeit ist vorgebe. Es macht, was es will, aber leider unpassend.

Ein Case ist für das Xiaomi Mi 9 wohl ein Muss, auch wenn man damit die wunderschöne Optik und Haptik ruiniert. Aber die Kamera steht derart weit aus dem Gehäuse heraus, dass es wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis man dort die ersten Kratzer sehen kann. 

Auch nicht ohne sind die Probleme beim WLAN Empfang. Egal wo ich mich in ein WLAN einlogge, kommt früher oder später der Hinweis, dass ich bitte meine Netzwerkverbindung kontrollieren soll. Bei Spielen wie PUBG Mobile ist das natürlich im wahrsten Sinne des Wortes tödlich. Denn da wird die Verbindung immer wieder kurz unterbrochen, was natürlich auch das Spiel stoppt.

Die Fotos sind ja wirklich gut, aber Nachtaufnahmen sind mir zu hell und entsprechen nicht der Realität. Ich fotografiere etwas bei Nacht. Normalerweise ist da der Himmel schwarz, genau wie die Straße und die Häuser werden nur von den Straßenlaternen angestrahlt. Die Nachtaufnahmen des Xiaomi Mi 9 machen den Himmel blau, die Straße fast schon weiß…aber seht einfach selbst. Wie gesagt. Es war 23:30 Uhr und der Himmel alles andere als so schön blau.

Fazit:

Wie fällt nun das Fazit meines Xiaomi Mi 9 Test aus? Das Xiaomi Mi 9 ist ein wirklich tolles Smartphone. Es macht vieles richtig wie z.B. der für diese Hardware aufgerufene Preis von 499 €, welcher jetzt schon stark in Richtung 450 € tendiert. Mehr Smartphone fürs Geld bekommt man derzeit nirgends. Dafür erhält man dann eine über jeden Zweifel erhabene Verarbeitung und Haptik. 

Die Kamera ist gut, auch wenn ich den Hype um immer mehr Linsen und vor allem die Nachtaufnahmen nicht nachvollziehen kann. Gerade Aufnahmen im Freien mit dem Nachtmodus wirken viel zu hell und auch tagsüber wirken die Fotos immer etwas übertrieben bunt. Das ist aber Geschmackssache.

Was mir aber komplett den Spaß genommen hat, war die MIUI 10, also die Benutzeroberfläche von Xiaomi. Sie ist völlig überladen. Bietet zwar jede Menge, durchaus nützliche Funktionen, aber man verirrt sich ständig oder sucht ewig nach einer bestimmten Einstellung. Am schlimmsten ist aber der Umstand, dass Benachrichtigungen nicht in der Leiste als Icon angezeigt werden und erst erscheinen, wenn man die Leiste herunterzieht. Das mag kleinlich sein, aber wer das Xiaomi Mi 9 wirklich im Alltag nutzt, wird ganz schnell verstehen, was ich meine.

Von daher werde ich mich bei der Kaufentscheidung (überraschenderweise) gegen das Xiaomi Mi 9 entscheiden und vergebe kein Gütesiegel

Xiaomi Mi 9
  • 8/10
    Verarbeitung - 8/10
  • 8/10
    Ausstattung - 8/10
  • 7/10
    Praxistest - 7/10
  • 8/10
    Preis/ Leistung - 8/10
7.8/10

Summary

+ sehr gute Verarbeitung
+ sehr gute Performance
+ gute Kamera
+ kabelloses Laden
+ Preis
+ Case und Headsetadapter im Lieferumfang

– Probleme beim WLAN Empfang
– Benutzeroberfläche ist völlig überladen
– Benachrichtigung nur umständlich erreichbar
– Kamera steht weit aus dem Gehäuse
– keine Headsetbuchse

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