Chipolo ONE Spot GPS Tracker im Test

Wir haben den Chipolo ONE Spot getestet und das nicht technisch, sondern in der Praxis. Einfach mal „verloren“ und geschaut was passiert.

Es noch nicht so lange her, dass Apple sein „Wo ist“-Netzwerk auch für Drittanbieter geöffnet hat. Die zweit bekanntesten Hersteller, die direkt eingestiegen sind, waren VanMoof mit ihren genialen E-Bikes und Chipolo. Ein Hersteller für GPS Tracker, die man z.B. an seinen Schlüsselbund hängen kann, um diesen per App finden zu können. Die Technik ist uralt, aber wie so oft hat er erst an Fahrt aufgenommen, als die Apple AirTags vorgestellt wurden. Im Podcast haben Markus und ich kontrovers darüber diskutiert, aber ich bin ein riesiger Fan davon. Zuletzt habe ich mir mit dem Keysmart Pro (Testbericht) einen Schlüsselorganizer mit Tile Tracker gekauft habe. Natürlich habe ich im Zuge dessen mal einen Apple AirTag, einen Tile Mate und einen Chipolo One (zum Vergleichstest) direkt miteinander vergleichen. Nun ist der Chipolo One Spot auf dem Markt und das ist der erste seiner Art, der exakt dieselbe Technik wie ein Apple AirTag nutzt und direkt in das „Wo ist“ Netzwerk von Apple eingebunden wird. Und auch diesen habe ich in der Praxis getestet. Einfach mal „verloren“ und geschaut, was passiert.

Produktseite: chipolo.net/de/chipolo-one-spot

Deutsche Bedienungsanleitung: support.chipolo.net/Chipolo-ONE-Spot-Bedienungsanleitung-Deutsch

Was mir gefällt:

Zuerst einmal ist der Chipolo One Spot mit 30 Euro pro Stück* etwas günstiger als der original Apple AirTag, für den man 35 Euro pro Stück bezahlt*, oder im 4er Pack* für 109 Euro. Jetzt muss man aber genau aufpassen, denn rein optisch unterscheidet sich der Chipolo One (ohne Apple Wo ist) absolut nicht vom Chipolo One Spot. Man liest des Öfteren, dass es Shops gibt, die zwar Spot drauf schreiben, aber einen normalen One verschicken. Den Betrug bemerkt es erst beim Verbinden. Der Chipolo One Spot hat dem Apple AirTag ein Loch zum befestigen voraus, aber beide sind spritzwassergeschützt nach IPX5 (was bedeutet das?). Auch in Punkto Batterielaufzeit von bis zu 1 Jahr sind beide identisch und auch, dass man man die Batterie sehr einfach wechseln kann. Exakt dasselbe Prozedere beim Einrichten, denn der Chipolo One Spot wird nicht mit der Chipolo App verbunden, sondern direkt mit der Wo Ist App von Apple. Unter Android funktioniert der One Spot nicht wie unter Apple, sondern verhält sich da, wie ein gewöhnliche Chipolo One. Funktioniert soweit, aber nur eben in Reichweite des Bluetooth.

Ist der Chipolo One Spot ausgepackt, ist er direkt betriebsbereit. So kann es passieren, dass die Batterie nach wenigen Monaten schon leer ist. Allerdings ist der Wechsel sehr einfach und die benötigte CR2032 Knopfzelle gibt es überall und ist auch nicht teuer. Zum Verbinden öffnet man einfach die „Wo ist“ App und drückt den One Spot kurz. Kurz darauf wird das iPhone dessen Existenz anzeigen und die Einrichtung ist dann eine Sache von wenigen Klicks. Dabei kann man dem Spot auch einen eigenen Namen geben, um ihn leichter zu identifizieren, sollte man mehrere besitzen.

Für den Praxistest habe ich den Chipolo One Spot auf der Feuerwache hinter einem Schrank deponiert. Zu Hause angekommen, kann ich den Spot dann in der Wo Ist App sehr einfach mit einem Klick in den Modus „Verloren“ setzen und auf Wunsch auch bei Fund benachrichtigen lassen. Damit beginnt dann ein Prozess. Denn nun werde alle iPhones, iPads und Macs zu aktiven Suchern. Sobald jemand mit einem Apple Gerät in die Reichweite des Chipolo One Spot kommt, meldet dieses dem Besitzer den Fund mitsamt dem Standort. Der „Finder“ merkt davon nichts, denn alles läuft im Hintergrund ab. Das ist im übrigen auch nicht neu, denn Tile Mate (Testbericht) besitzt dasselbe System schon länger, aber die Menge an Geräten mit installierten Tile App ist natürlich sehr viel kleiner, als die Masse an Apple Geräten, die nicht einmal die Wo Ist App installiert haben müssen, um am Finder zu fungieren. Hier liefert schlicht die Masse die Klasse, denn schon wenige Minuten nach dem Akt des verloren gegangen sein, meldet sich mein iPhone mit dem ersten Fund und das anschließend teilweise mehrfach pro Stunde. Der Standort wird dabei präzise auf wenige Meter angezeigt, was auch innerhalb von Gebäuden sehr gut funktioniert, denn gibt es kein Netz, dann wartet das iPhone des Finders solange mit der Nachricht, bis es wieder Empfang hat und liefert dem Besitzer die Benachrichtigung aus. Ist man dann vor Ort, kann man den Chipolo One Spot über die „Wo ist“-App klingeln lassen und so letztlich finden. Besitzer eines iPhone 12/ iPhone 12 Pro können das sogar optisch erledigen nach dem Kälter/Wärmer Prinzip. Und das funktioniert einfach nur gut.

Natürlich hängt das Ergebnis des Findens davon ab, wo der Gegenstand verloren wurde. In der Wüste, weitab von Menschen oder einem Keller, ist die Chance gefunden zu werden natürlich viel geringer, als in einer belebten Einkaufsstraße und natürlich könnte ein böser Bube den Gegenstand mitnehmen, den Tracker finden und entfernen. Aber ist eben eine Chance und welche hat man, wenn kein derartiger Tracker am Schlüssel hängt? Dann ist der Schlüssel weg. Punkt. Außer man Glück und jemand gibt das Fundstück im Fundbüro ab. Die Chance darauf? Heutzutage leider hart gegen 0.

Was mir nicht gefällt:

Leider kann man sein iPhone bzw. iPad nicht mit mit Chipolo One Spot lokalisieren. Das funktioniert bislang nur mit dem einfachen Chipolo One über die Chipolo App, aber die App unterstützt den One Spot leider nicht. Allerdings kann man ja sein iPhone per Siri suchen lassen, aber es ist eben ein Nachteil des Chipolo One Spot.

Fazit:

Ist der Chipolo One Spot empfehlenswert? Ja und das ohne Wenn und aber, denn er hat gegenüber dem Apple AirTag den entscheidenden, dass er nicht nur günstiger ist, sondern auch ein schlichtes Loch zum befestigen hat. Denn dafür braucht man beim AirTag von Apple immer einen Anhänger, der extra gekauft werden muss. Ansonsten sind beide rein technisch identisch und damit gibt es das Gütesiegel. Ob man so etwas braucht, muss jeder für sich selber entscheiden, aber wenn man etwas wertvolles wirklich im Falle eines Falles wieder finden möchte, kann der Chipolo One Spot dem Glück ordentlich auf die Sprünge helfen.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf eigene Kosten bei Amazon gekauft. Es wurde nicht vom Hersteller oder einem Onlineshop als Leihgabe bzw. als Geschenk zur Verfügung gestellt. Diese Offenlegung dient der Transparenz.

Chipolo ONE Spot
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
3.8

Zusammenfassung

+ Befestigungsöse
+ klein, leicht, robust
+ einfache Bedienung
+ volle Integration in das Apple Wo ist Netzwerk

– nicht zum Auffinden des iPhone geeignet

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