Die Realme Watch 2 Pro haben wir als nächstes im Test und wie immer schreibe ich hier schonungslos auf, was ich an dieser einigermaßen günstigen Smartwatch mit GPS gut finde und was nicht.

Realme betont immer wieder wie stolz man darauf ist, derzeit die am schnellsten Marke auf dem Markt zu sein. Neben Smartphones hat man auch Smartwatches im Angebot und davon habe ich die aktuellste, die Realme Watch 2 Pro ausführlich testen dürfen. Zum Vergleich muss die Bip U Pro (Testbericht) herhalten, da sie sich technisch wie preislich sehr ähnlich sind. Auch wichtig zu wissen ist, dass ich eine Smartwatch rund um die Uhr trage und wie genau ich teste, ist hier ausführlich beschrieben -> Link

Technische Daten Realme Watch 2 Pro:

  • Android ab 5.0 / iOS ab 11
  • 1,75″ TFT Display mit 385 x 320 Pixel
  • 3 Achsen Sensor
  • Bluetooth 5.0 LE
  • Pulsmesser
  • SpO2 Messung (was ist das?)
  • GPS
  • Schlafüberwachung
  • spritzwassergeschützt nach IP68 (was bedeutet das?
  • 90 Aktivitäten
  • Watchfaces
  • 22 mm Wechselarmbänder
  • 38,9 x 25,5 x 12,6 mm
  • 40 g
  • 390 mAh

Produktseite: realme.com/eu/realme-watch-2-pro

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Erhältlich ist die realme Watch 2 Pro in schwarz oder silber bei Amazon* zum Preis von 74,99 Euro.

Was ich gut finde:

In der Verpackung findet man neben der Uhr noch eine Ladegerät und eine Kurzanleitung. Direkt positiv fällt die gute Verarbeitung auf. Ich bin mir nicht sicher, aber ich vermute mal, dass das Gehäuse aus Plastik besteht, aber wenn, dann sieht und fühlt man es ihr nicht an. Das ganze wirkt sehr hochwertig und sieht auch noch richtig gut aus. Ja, ein bisschen wie eine Apple Watch, die ich während des Tests am linken Arm trage und rechts die Realme Watch 2 Pro. Das Display lässt zwar einen relativ breiten Rand, aber auch das ist absolut im Rahmen, zumal viel Inhalt angezeigt werden kann. Das gesamte Gehäuse ist an allen Seiten abgerundet und liefert so ein schönes Anfassgefühl. Bedient wird die Uhr klassisch per Touch und der rechten Taste. Diese bietet einen wirklich guten Druckpunkt. Auf der Rückseite aus Plastik befinden sich die Sensoren und die beiden Pogo-Pins für das magnetische Ladegerät. Das Armband ist aus Silikon, hat eine Breite von 22 mm und kann ohne Werkzeug gewechselt werden. Den „DARE TO LEAP“ Schriftzug finde ich richtig gut. Es sind solche Kleinigkeiten, die ich so liebe. Wasserdicht ist die Realme Watch 2 Pro leider nicht, sondern lediglich spritzwassergeschützt nach IP68. Das reicht für den Regenschauer und starkes Schwitzen, aber nicht zum Schwimmen.

Bis zu 14 Tage Akkulaufzeit verspricht der Hersteller und mit dem 390 mAh Akku kam ich in der Praxis auf 10 Tage, was in der heutigen Zeit richtig gut ist. Das, obwohl ich die Pulsmessung auf 5 Minuten eingestellt habe (kürzere Zeiten gibt nicht), die Displayhelligkeit auf 60%, alle Benachrichtigungen aktiviert und was man halt noch so alle braucht. Geladen wird es mit einem magnetischen Ladegerät und dauert etwas mehr als 90 Minuten.

Was ich ok finde:

Das Display misst 1,75″ und ist ein klassisches TFT mit einer Auflösung von 385 x 320 Pixel. Auch wenn einige jetzt die Nase rümpfen, ist so ein TFT die durchaus bessere Wahl, wenn es um die Helligkeit im Freien bei Sonnenschein geht. Denn die maximale Helligkeit ist wirklich gut und damit immer gut ablesbar. Leider gibt es keine automatische Helligkeitsregelung, was auch schon in dieser Preisklasse Standard sein sollte. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist ebenfalls gut, denn Befehle per Touch gegeben, werde direkt umgesetzt. Passt soweit.

Was ich nicht gut finde:

Der Praxistest ist dann ziemlich durchwachsen. Zwar überwiegen die positiven Aspekte, aber die wenigen negativen vermiesen einem den ganzen Spaß. Alles fängt mit dem Verbinden mit der realme Link (Android / iOS) App. Wie immer teste ich es zuerst ein paar Tage mit dem iPhone 11 und steige dann auf einen Androiden um. Seit kurzem ist es das OnePlus Nord CE 5G. Das Koppeln geht sehr einfach und auch die Einrichtung. Wie so oft kann man nur mit Android alle Apps einzeln für Benachrichtigungen auswählen. Unter iOS ist die Auswahl primär auf bekannte Social Media Apps wie Instagram, Facebook oder auch Whatsapp. In der App kann man aus etlichen Watchfaces das für sich passende aussuchen, aber nichts anpassen. Angepasst werden kann dann aber auch die Liste mit den sportlichen Aktivitäten, das Menü bzw. dessen Reihenfolge und die Widgets auf der Uhr. Allerdings passiert es unter iOS immer wieder, dass diese neuen Einstellungen trotz Speichern nicht übernommen werden. Solche Bugs findet man leider immer wieder, weswegen das alles irgendwie unfertig wirkt. Dieses Gefühl verstärken auch die zahlreichen Fehler in der Übersetzung wie „Gesichtsgalerie“ für die Watchfaces oder auf der Uhr als „Gesicht beobachten“ bezeichnet oder „Strom Aus“ für das Ausschalten. Der Wecker weckt zuverlässig und dessen Stärke in der Vibration ist einstellbar. Nur leider fehlt ein Snooze. Bei Benachrichtigungen vibriert es nicht immer. Keine Ahnung, ob das an den jeweiligen Apps liegt oder ein Bug ist. Apropos Benachrichtigungen. Von diesen kann man die ersten Zeilen lesen, aber nicht drauf reagieren oder antworten.

Der Tragekomfort ist gut, aber bei den Zählung der Schritte gibt es permanent Abweichungen und die sind nicht ohne. Gehe ich exakt 100 Schritte, zählt die Realme Watch 2 Pro derer 109 und über den Tag macht das im direkten Vergleich zur Apple Watch bis zu 1500 Schritte aus. Puls messen kann die Uhr auch, aber wie so oft sind das nur grobe Richtwerte, denn bei mir schwankt der Puls in absoluter Ruhe zwischen 40 und 120 Schlägen pro Minute. Bei einer sportlichen Aktivität sind die ermittelten Werte nahezu unbrauchbar. Dabei wird der Puls nur alle 5 Minuten erfasst. Kürzere Zeiträume oder gar permanentes Messen ist nicht möglich. Das gilt auch für die Messung des Blutsauerstoff. Diese Messung muss manuell gestartet werden und man darf sich dabei nicht bewegen. Aber egal wie oft ich gemessen habe – ich hatte stets 100%. Also auch nicht wirklich aussagekräftig. Den Schlaf zeichnet sie hingegen einigermaßen genau auf. Zwar passen die Zeiten nicht wirklich, aber irgendwie stimmt am Ende die Dauer. Die angezeigten Schlafphasen sind hingegen wieder Unsinn. Auch wenn ich nachts mal raus musste, hat das die Uhr nicht erkannt und mich im Tiefschlaf gesehen. Anrufe kann man annehmen, aber nicht mit der Uhr selbst telefonieren. Zumindest hat das bei mir nicht funktioniert. Entweder habe ich die Anruffunktion nicht verstanden, oder es ist wirklich nur so, dass ich zwar einen Anruf an der Uhr annehmen kann, aber das Telefonat als solches dann doch über das Handy machen muss. Wozu brauche ich dann so eine Funktion?

Beim Sport nerven die nächsten Bugs. Beim Lauftraining warte ich im Freien brav bis das GPS Signal als grün angezeigt wird und trotzdem bekomme ich keine Streckenaufzeichnung. Allerdings wird man pro Kilometer benachrichtigt, auch wenn die Entfernungen nicht immer passen. Das GPS Signal ist also vorhanden, wenn auch etwas unpräzise. Und dabei spielt es keine Rolle, ob mit iOS oder Android. Oder ich starte eine Aktivität „Outdoor-Walking“, welche anschließend in der App als Outdoor-Radfahren angezeigt wird. Auch während einer Aktivität kann man nicht wirklich viel machen. Eigentlich gar nichts, denn nicht einmal der Musikplayer lässt sich mehr bedienen. Man kann nur die Taste drücken, um die Aktivität zu pausieren oder zu beenden.

So könnte man die Liste noch um einiges weiterführen. Überhaupt hat man sehr schnell das Gefühl eine Art Early Access vor sich zu haben. Die Grundfunktionen sind zwar vorhanden, aber irgendwie ist alles total verbuggt und macht so gar keinen Spaß.

Links: Apple Watch 5 44 mm / Rechts: realme Watch 2 Pro

Fazit:

Ist die Realme Watch 2 Pro empfehlenswert? Im derzeitigen Stadium leider nein. Es gibt einfach zu viele Bugs und Probleme, die die an sich schöne Uhr nahezu wertlos machen. Mit Sicherheit kann man viele Probleme mit Updates beheben, aber bislang gab es zwei Updates, die nichts verändert haben oder ich habe es nicht bemerkt. Zumal man für weniger Geld die Amazfit Bip U Pro (Testbericht) bekommt, die ebenfalls über ein (funktionierendes) GPS verfügt und richtig wasserdicht ist. Das kleinere Display fällt nicht so sehr ins Gewicht, denn es ist dank Gorilla Glass vor Kratzern geschützt. Von daher vergebe ich das Gütesiegel leider nicht.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Realme Watch 2 Pro
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
2.5

Zusammenfassung

+ sehr gute Akkulaufzeit
+ gute Verarbeitung
+ viele Sportarten zur Auswahl

– GPS ohne Funktion
– Synchronisation mit Problemen
– wirkt insgesamt unfertig

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