Dienstag, November 29, 2022
StartTestberichte SaugroboterDreameBot D10s Pro im Test - was taugt dieser Saugroboter mit Wischfunktion?

DreameBot D10s Pro im Test – was taugt dieser Saugroboter mit Wischfunktion?

Im Test habe ich den DreameBot D10s Pro, einem neuen Saugroboter mit Wischfunktion, der in der Mittelklasse antritt, aber Funktionen aus der High-End Klasse mit an Bord hat. Aber was taugt er im Praxistest in einer ganz normalen Wohnung?

Mittlerweile habe ich von Dreame ja schon ein paar Saugroboter testen dürfen, zuletzt den Dreame Bot D10 Plus (Testbericht). Nun gab es zur IFA eine ganze Reihe neuer Modelle zu bestaunen. Unter anderem der DreameBot D10s Pro, der preislich in der Mittelklasse angesiedelt sein wird, aber mit Funktionen wie der AI- Kamera aus dem deutlich teureren Dreame Bot W10 Ultra (Testbericht) und einer nochmals deutlich erhöhten Saugleistung aufwarten kann. Die D-Serie kommt ohne Absaugstation daher, welche ab der L-Serie mitgeliefert wird. Die W-Serie sind dann die High-End Linie von Dreame.

Wie immer sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und Erfahrungen in meiner Wohnung und nicht aus einem Testlabor. Wie meine Wohnung so aussieht und welche Herausforderungen auf den Testkandidaten warten, habe ich hier ausführlich beschrieben -> Link

Technische Daten DreameBot D10s Pro:

  • LiDAR-Navigation
  • Sprachsteuerung per Google Assistant/ Alexa/ Siri
  • 5000 pa Saugleistung
  • 1 Seitenbürste
  • 1 Bodenbürste
  • Zonenreinigung
  • No-Go Areas
  • Virtual Wall
  • Dreame App kompatibel
  • AI Kamera
  • 570 ml Staubbehälter
  • 235 ml Wassertank
  • HEPA-Filter
  • WLAN (2,4 GHz)
  • 350 x 350 x 96,8 mm (Sauger)
  • max. 60 dB(A)
  • 3,6 kg
  • 46 Watt
  • 5200 mAh

Produktseite: n/a

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Der DreameBot D10s Pro ist ab sofort in schwarz zum Preis von 429 Euro erhältlich.

Der Lieferumfang des DreameBot D10s Pro ist in Ordnung

Was ich gut finde:

Packen wir den DreameBot D10s Pro aus, fallen uns neben dem Saugroboter noch Ladestation nebst dem Ladekabel, dem Wischpad und eine deutsche Kurzanleitung. Die Seitenbürste ist auf dem Bild nicht zu sehen, da ich sie direkt montiert habe. Soweit so gut und wenig aufregend.

Viel mehr, was im DreameBot D10s Pro drin steckt. Aber zuerst mal außen. Oben wie üblich der Turm mit dem integrierten LiDAR Sensor, was übrigens dasselbe ist wie LDS, nur ein anderer Name. Damit vermisst der Saugroboter die Wohnung und orientiert sich im Raum. Davor sind drei Tasten zu sehen, über die man den Roboter auch mal ohne App bedienen kann. Damit sind aber nur die nötigsten Befehle umsetzbar wie alles reinigen, Pause und Stopp bzw. zurück zur Ladestation.

Unter dem Deckel ist alles wie gehabt. Ein Reset-Taster, eine LED für das WLAN, das Werkzeug zum Reinigen des Saugers, was eine gute Sache ist, denn so hat man sie immer griffbereit. Eine Kleinigkeit, die im Alltag Golf wert ist. Dazu dann noch der Staubbehälter. Der QR-Code führt direkt zur App. Ebenfalls ein kleines Helferlein, welches gerade den Einstieg enorm erleichtert.

An der Front sieht man schon mal die Linse des Laser, über den der DreameBot D10s Pro Hindernisse erkennt und drum herum fährt. Darunter die Linse der AI-Kamera. Mit ihr kann man tatsächlich aus der Ferne einen Blick in die Wohnung werfen und auch „telefonieren“. Der Schlagbalken mit weiteren Sensoren ist nichts Aufregendes.

Die Unterseite wird schon mal vom Wischpad dominiert, in dem auch der Wassertank mit 235 ml integriert ist. Das es sich hier um passives Wischpad handelt, habe ich weiter unten noch mal im Detail angesprochen. Daneben die Bodendüse mit der Gummiwalze, wie man sie auch vom iRobot Roomba j7 (Testbericht) kennt. Üb das Für und Wider von einzelnen bzw. doppelten Walzen kann man diskutieren. Wichtig ist, was im Praxistest unten rein kommt und das dürfte dank einer Saugleistung von 5000 pa sicher einiges. Damit hängt man schon mal viele Konkurrenten alleine schon von den Zahlen her ab.

Allerdings frage ich mich, warum man auch beim DreameBot D10s Pro immer noch auf eine einzelne Seitenbürste setzt. Hier hat eine Zweite nur Vorteile. Die Ladestation ist eine 08/15 ohne Extras, bietet keine Möglichkeit das zu viel vorhandene Kabel zu verstecken. Dafür ist das Kabel ausreichend lang.

Die Einrichtung erfolgt nur noch über die Dreame Home App (iOS Android). Die Xiaomi Home App wird nicht mehr unterstützt. Ist auch nicht nötig, denn die Dreame App ist mittlerweile richtig gut geworden. Die eigentlich Verbindung zur App ist binnen Sekunden eingerichtet und vielleicht kann man schon ein erstes Update installieren. Ist alles verbunden, geht es auch schon an die Kartierung. Wie bei Dreame üblich, verfügt auch der DreameBot D10s Pro über die schnelle Kartierung. Damit ist meine Wohnung mit ihren 4 Zimmern und 115m² innerhalb von nicht einmal 5 Minuten fertig kartiert und bereit für die Bearbeitung.

Bei der Bearbeitung der Karten sollte man sich wirklich Zeit nehmen und alles so einrichten, bis es passt. Das wird dann im Alltag einiges erleichtern. Natürlich gibt es auch virtuelle Wände und No-Go Areas. Dazu kann man auch gleich eine 3D-Karte erstellen, die zwar sehr aufwendig ist, da man sogar Möbel passend platzieren kann. Wer sich hier wirklich die Zeit nimmt, kann später per Sprachbefehl auch unter der Couch saugen lassen, weil der DreameBot D10s Pro ja genau weiß, wo die Couch steht. Das ist gerade im Alltag echt nützlich.

Wie es sich für einen modernen Saugroboter gehört, kann man mehrere Etagen verwalten, umfangreiche Reinigungspläne erstellen oder auch für jeden Raum einzelne Programme erstellen, wie gesaugt bzw. gewischt werden soll. Letzteres gerne auch während der Arbeit in Echtzeit. Auch wenn die App sehr umfangreich ist, ist die Bedienung einfach, wenn man sich einmal gewöhnt hat. Oft braucht man die App später sowieso nicht mehr, da ich mittlerweile alles per Sprachbefehl erledige. Die bereits kurz angesprochene Videofunktion ist schon genial.

Ich kann den Roboter aus der Ferne durch die Wohnung per Fernbedienung fahren lassen und nachschauen, was los ist. Mit potentiellen Einbrechern oder Haustieren kann man auch per Sprache kommunizieren. Für Spanner auch direkt der Hinweis, dass der DreameBot D10s Pro direkt beim Starten der Videofunktion akustisch darauf hinweist. Also heimlich ausspionieren ist nicht möglich. Auf Wunsch kann man sich z.B. für den Urlaub einen Zeitplan mit einer Route erstellen, die er dann abfährt.

In der Praxis muss sich auch der DreameBot D10s Pro beweisen. Es fällt zuerst einmal der leise Betrieb auf. Natürlich abhängig von der gewählten Saugleistung. Selbst auf der normalen Saugkraft ist die Reinigungsleistung schon sehr ordentlich. Da bleibt kaum noch was liegen. Je mehr Saugkraft, desto lauter, aber selbst auf Maximum ist das absolut erträglich. Leider fährt er nicht komplett durch mein Stuhllabyrinth unter dem Esstisch. Der DreameBot D10s Pro fährt zwar ein Stück weit zwischen die Stühle, um dann umzudrehen und weiter zu fahren. Wie viele andere auch, ist er da zu vorsichtig.

Hier müssen die Hersteller entscheiden, ob so ein Saugroboter eher vorsichtig zu Werke geht, was die Möbel und Einrichtung schont, oder eher auf Körperkontakt, was sich dann halt auch an den Möbeln bemerkbar macht.

Weiterhin fällt auf, wie sicher und vor allem kollisionsfrei der DreameBot D10s Pro durch die Wohnung fährt. Relativ schnell, aber vor Hindernissen bremst er ab und fährt daran vorbei. Beim Saugen fährt er sehr nahe an die Kanten heran, was gerade für eine gute Kantenreinigung unerlässlich ist. Hier kann der DreameBot D10s Pro absolut überzeugen, wenn auch er in richtigen Ecken durch seine runde Bauart nicht perfekt in die Ecken kommt. Aber das ist meckern auf sehr hohem Niveau, denn selbst teurere Modelle der Konkurrenz wie Ecovacs bekommen das nicht besser hin. Mir gefällt auch, dass der DreameBot D10s Pro logisch die Räume reinigt. Erst außen, dann innen. Machen auch nicht alle.

Wie auch alle anderen Testkandidaten, muss sich auch der DreameBot D10s Pro der Sauerei mit dem Kaffee stellen. Also ein riesiger Fleck auf dem Fliesenboden mit einem Gemisch aus Kaffeeresten und Wasser aus dem Auffangbehälter, der mir mal wieder „aus Versehen“ heruntergefallen ist und da ich es über Stunden nicht bemerkt habe, ist der teilweise eingetrocknet.

Der DreameBot D10s Pro wischt und saugt nahezu alles direkt mit dem ersten Arbeitsgang auf. Das ist schon erstaunlich, denn er verfügt nur über ein passives Wischpad. Was das bedeutet, erkläre ich gleich. Der Fleck, selbst die eingetrockneten Bereiche, sind restlos entfernt. Nur in den Fugen der Fliesen sieht man beim genauen Hinsehen noch ein wenig Kaffeepulver, welcher aber beim zweiten Durchgang restlos entfernt wird. Hut ab. Das machen auch die deutlich teureren Modelle nicht besser.

Und so kann der DreameBot D10s Pro in Punkto Saug- und Wischleistung im Alltag absolut überzeugen. Selbst Katzenfutter oder kleine Steinchen im Flur sind kein Problem. Lediglich noch gröberer Dreck wird durch die Seitenbürste „weggeschossen“ anstatt aufgesaugt. Oft wird dieser Schmutz während der Reinigung erwischt. Flecken schafft er auch, aber den wochenlang eingetrockneten Saucenfleck schafft er nicht. Da muss man realistisch bleiben.

Hindernisse wie Türschwellen bis 20 mm werden mühelos überklettert. Auch Teppiche stellen kein Problem dar. Allerdings braucht der DreameBot D10s Pro bei hochflorigen ab und zu mal mehrere Anläufe, bis er den richtigen Winkel für das hinauffahren findet. Aber dann wird auch der Badteppich porentief gesaugt, denn die Saugleistung erhöht sich automatisch, sobald ein Teppich erkannt wird. Bezüglich Feuchtigkeit wegen des passiven Wischpads äußere ich mich weiter unten.

Hindernisse werden gekonnt umfahren. Lediglich die Fernbedienung stellt den DreameBot D10s Pro vor ein Problem. Die erkennt er zwar, aber fährt nicht weit genug drum herum, so dass sie doch noch erwischt wird. Der Plüschteddy bleit allerdings verschont, genauso das Verlängerungskabel mit Steckdosenleiste. Hier leistet die Hinderniserkennung sehr gute Arbeit. Zur Akkulaufzeit kann ich nicht viel sagen, denn selbst wenn ich die Wohnung komplett reinigen lasse, macht er das in einem Durchgang, ohne zwischendurch geladen werden zu müssen.

Was ich nicht gut finde:

Mittelklasse hin oder her. Diese passive Wischfunktion ist ein echter Nachteil Was heißt eigentlich Passiv? Die Wischplatte des DreameBot D10s Pro ist zwar aufgehängt und in der Höhe verstellbar, aber das passiert eben nicht automatisiert. Er zieht die Wischplatte einfach hinter sich her. Fährt auf einen Teppich, dann hebt er das Wischpad nicht an und macht ihn dadurch natürlich ein bisschen nass. Es hält sich von der Feuchtigkeit her zwar in Grenzen, aber es geht auch in dieser Preisklasse durchaus besser.

Mit dem Videomanager des DreameBot D10s Pro wirft man jederzeit einen Blick in die Wohnung

Fazit:

Ist der DreameBot D10s Pro empfehlenswert? Ja, absolut. ich überlege sogar meinen iRobot Roomba j7 (Testbericht) gegen ihn auszutauschen, weil das Gesamtpaket passt, auch wenn er „nur“ über eine passive Wischfunktion verfügt. Aber in allen anderen Belangen konnte mich der Saugroboter überzeugen und dafür gibt es das Gütesiegel.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Peter W.
DreameBot D10s Pro
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
3.9

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ sehr hohe Saugkraft
+ Gummiwalze
+ Videofunktion
+ gute Wischfunktion
+ schnelle Kartierung
+ sehr gute Akkulaufzeit
+ gute App

– passive Wischfunktion

Peter W.https://www.mobi-test.de
Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch oder Marketing Gelaber, sondern Klartext. Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.
Ähnliche Artikel zum Weiterlesen

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Smartphone Testberichte