Eine günstige Apple Pencil Alternative im Test – taugt oder Schrott?

Wir haben bei Amazon die angeblich beste Alternative zum Apple Pencil gekauft und getestet. Taugt so ein Stift für 1/5 des Preises des Originals oder kann das weg?

Seit langer Zeit haben wir zu Hause mehrere iPads im Einsatz. Darunter drei iPads der 8. Generation, wovon eines von meiner Frau mit einem Apple Pencil der 1. Generation tagtäglich genutzt wird. Die beiden anderen werden von meiner Tochter und meinem Sohn tagtäglich für die Schule benötigt und arbeiten dabei auch mit dem Apple Pencil der 1. Generation. Ich selbst habe ein iPad Pro 12,9″ und überlege mir ein Apple Pencil der 2. Generation zu kaufen. Aber wozu so viel Geld ausgeben? Bei Amazon gibt es hunderte zu Preisen von 17 bis 40 Euro. Ein wenig recherchiert und siehe da…es sind gar nicht so viele wie gedacht, sondern nur wenige unter verschiedenen Namen. Die folgende Aufzählung ist nur ein kleiner Ausschnitt, unter welchen Bezeichnungen und zu welchen Preisen unsere Testkandidat zu finden ist:

Wie man sieht, schwanken die Preise für den exakt gleichen Stift zwischen 17,84 Euro und 39,99 Euro.

Was mir gut gefällt:

Der Stift funktioniert übrigens nicht nur mit dem iPad, sondern auch allen anderen Tablets von Samsung, Xiaomi, Huawei usw., sofern diese jünger als 3 Jahre sind. Ältere Modelle können bei der Genauigkeit Probleme machen. Der Pen selbst ist 16,5 Zentimeter lang, hat einen Durchmesser von 9 Millimeter und wiegt 12 Gramm. Am Kopfende kann der Stift ein- und ausgeschaltet werden. Wer den Stift zum nachdenken an das Kinn setzt oder anderweitig mit der Haut berührt, schaltet ihn damit aus. Auf Dauer ganz schön nervig. Die Spitze ist wechselbar und es liegen auch drei Ersatzspitzen bei. Sie gleitet sehr sanft über das Display, was von vielen aber als rutschig empfunden wird. Mich hat es nicht gestört, aber es stimmt schon, dass das Schreibgefühl mit einer dieser Paperlike Folien* noch besser ist. Die Reaktion des Stiftes ist gut und auch einigermaßen feinfühlig, auch wenn der Strich nicht perfekt unter der Spitze ansetzt. Zum Zeichnen oder Malen eignet sich der Stift aber trotzdem gut. Ist zwar nicht perfekt, aber für Skizzen oder einfache Zeichnungen passt es.

Dank eines eingebauten Magneten haftet er gut am Tablet. Geladen wird er aber nicht kabellos, sondern ganz klassisch mit dem beiliegenden USB Typ-C Kabel. Das dauert knapp 80 Minuten und soll bis zu 10 Stunden am Stück durchhalten, was er auch problemlos geschafft hat. Eine kleine LED neben der USB Buchse zeigt dabei den Betriebszustand an. Nach 5 Minuten ohne Nutzung, schaltet sich der Pen automatisch ab.

Zum Verbinden muss man den Stift nicht extra per Bluetooth verbinden. Einfach einschalten, das Tablet entsprechend den Herstellerangaben für die Stifteingabe vorbereiten und los geht es. Sollte das eigene Tablet keine Stifteingabe direkt unterstützen, dann wird die Grundfunktion, also das Auswählen und Tippen auf dem Touchscreen trotzdem funktionieren. Nur kann man mit dem Pen nicht schreiben.

Oben: original Apple Pencil 1. Generation / Unten: die Alternative von Amazon

Was mir nicht gefällt:

Damit der Stift überhaupt zum Schreiben taugt, muss man den beiliegenden Zwei-Fingerhandschuh anziehen, was schon ziemlich behämmert aussieht und am Ende leider auch nicht wirklich funktioniert. Aber warum einen Handschuh anziehen? Ganz einfach. Legt man die Hand auf dem Display ab, funktioniert der Stift nicht mehr. Zwar kann man die Hand beim Schreiben in der Luft halten, aber das klappt genau 5 Sekunden. Dann legt man die Hand ab und dann ist es vorbei mit dem Schreiben. Also Handschuh an, aber auch mit dem kann es immer wieder mal passieren, dass man mit irgendeinem Teil der unbedeckten Hand das Display berührt.

Noch nerviger ist aber die Tatsache, dass man den Stift schon sehr schräg halten muss, damit der Stift überhaupt schreibt. Hält man diesen zu steil, wie man so einen Stift eben so beim Schreiben hält, dann schreibt er zwar, aber sobald man absetzt, wird die letzte Eingabe direkt gelöscht. Und den Stift so flach halten funktioniert auf Dauer auch nur halb so gut. Ehrlich gesagt hat es mich nach kurzer Zeit mega genervt, weil man keine wirkliche Kontrolle hat. Das Geschreibe wirkt eher wie Gekritzel und die ständigen (bitter nötigen) Korrekturen tun ihr übriges. Einen längeren Text am Stück schreiben? Unmöglich ohne die Nerven zu verlieren.

Laut Beschreibung soll die Neigung des Stiftes für verschiedene Strichstärken sorgen und auf einen Seiten kann man was von Drucksensitiv lesen. Keine Ahnung, wie das funktionieren soll, aber bei mir hat das nicht geklappt, denn schon zum einfachen Schreiben muss man den Stift schon sehr flach halten und noch viel flacher geht nicht mehr. Das ist alles echt nervig und macht absolut keinen Spaß. Es spielt auch keine Rolle wie sehr man den Stift drückt, er ist definitiv nicht druckempfindlich.

Fazit:

Ist der Kingone Tablet Pen empfehlenswert? Nein, nein und nochmals nein. Auch wenn er nur 17,84 Euro kostet, nervt er mehr als er nützt. Um ein bisschen auf dem Display einzelne Tasten zu drücken oder Menüs auszuwählen, reicht einer dieser Billigstifte mit der Gummikappe aus dem 1 Euro-Shop. Die angeblich beste Alternative zum Apple Pen sieht zwar stylisch aus, aber mehr auch nicht. Die Stifte von namhaften Herstellern wie eben Apple oder Samsung sind nicht umsonst so teuer, denn die Stifte können wie ein ganz normaler Stift in die Hand genommen werden und die Hand auf dem Display abgelegt werden. Das funktioniert mit der Billig-Kopie überhaupt nicht und daher empfehle ich den Kauf eines gebrauchten Originals statt diesem Schrott.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf eigene Kosten bei Amazon gekauft. Es wurde nicht vom Hersteller bzw. Onlineshop als Leihgabe bzw. als Geschenk zur Verfügung gestellt. Diese Offenlegung dient der Transparenz.

Apple Pencil Alternative
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
2.3

Zusammenfassung

+ sehr gute Verarbeitung
+ wechselbare Spitze
+ gute Akkulaufzeit

– etwas unpräzise
– unnatürliche Handhaltung beim Schreiben
– selbst mit Handschuh nur schwer nutzbar

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