xFyro Aria Test – eigentlich ist dieses True Wireless Headset richtig gut…

xFyro Aria sind hierzulande eigentlich unbekannt. Eher zufällig bin ich über dieses True Wireless Headset gestolpert und habe es direkt bestellt und ausprobiert. Was ich an diesem kabellosen Headset gut finde und was nicht, lest ihr im xFyro Aria Test.




Vor kurzem habe ich mit dem xFyro xS2 (Testbericht) ein anderes kabellose Headset des Startup xFyro getestet und habe das Gütesiegel nicht vergeben, obwohl es an sich richtig gut war. Grund war am Ende war nur, dass es schlicht zu teuer für das Gebotene ist.

Auch beim xFyro Aria wird die Wasserdichtigkeit sehr prominent hervorgehoben. Es wird ein Schwimmer gezeigt, aber eigentlich ist das nur ein PR-Gag, denn unter Wasser funktioniert Bluetooth nicht.

Das tat dem Erfolg der Kampagne bei Indiegogo keinen Abbruch. Insgesamt hat das xFyro Aria dort sagenhafte 1,75 Millionen Euro eingesammelt und lag damit mehr als 9000% über dem Ziel und eben dieses habe ich für einen xFyro Aria Test direkt vom Hersteller erhalten.

Technische Daten xFyro Aria:

  • 20 Hz – 20 kHz
  • Bluetooth 5.0 + EDR
  • 16 mm Treiber
  • CVC 6.0 Noise Reduction
  • Freisprechfunktion
  • wasserdicht nach IP67 (was bedeutet das?)
  • 55 x 32 mm (Case)
  • 52 g (komplett)
  • 7 g (einzelnes Earpiece)
  • 850 mAh (Case)

Produktseite: xfyro.com/aria

Ausführliche Bedienungsanleitung: drive.google.com/Aria User Manual & FAQ.pdf

Kaufen kann man die xFyro Aria Wireless Earbuds derzeit nur über den hauseigenen Onlineshop. Allerdings nur in schwarz. Das Preisschild mit den 250 Euro ist ein Mondpreis, denn die angezeigten 111 Euro stehen dort seit Wochen, obwohl es angeblich nur noch wenige Stück zu diesem Preis gibt.

Über diesen Link bekommt man direkt noch mal $20 Rabatt: http://xfyro.refr.cc/mobitest*

Wie immer teste ich für jeden ganz einfach nachvollziehbar. Ich lade die Dinger komplett auf, in diesem Fall das Case und die Stöpsel, höre Musik bis der Akku leer ist und lade sie im Case wieder auf. So lange, bis auch der Akku im Case leer ist.

Als Musik habe ich bei Google Play Music eine Playlist „Alltime Favorites“, in der aktuell 141 Titel zu finden sind. Von Klassik über Pop, Elektro, Hardrock, Filmmusik, Jazz, Funk, Soul usw. Von allem etwas. Dazu höre ich Podcasts und Hörbücher. 

Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei.

Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. 

Natürlich sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab.

Nicht zuletzt von der Auswahl der passenden Aufsätze die zum sehr großen Teil den Klang beeinflussen. Dazu habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengetragen -> Link




 

Was mir gut gefällt:

Da wäre zuerst mal das gefällige Design. Denn dieses ist für Sportler optimiert. Diese Bügel/Hörner oder wie auch immer man das nennen möchte, hält den Ohrstöpsel wirklich gut im Ohr.

Das wird in der Anleitung sogar noch extra gezeigt, wie man sie am besten trägt und in der Tat, kann man damit auch heftige Übungen beim Cardio Workout machen, ohne dass sie heraus fallen. Besser noch als bei den xFyro xS2 (Testbericht) oder den QCY T1S/T2C (Testbericht).

Sie passen einfach und wenn nicht, dann liefert xFyro direkt noch zwei weitere Größen an Aufsätzen und noch zwei Paar Bügel in verschiedenen Größen mit. 

Die Ohrstöpsel selbst sind sehr gut verarbeitet und bieten eine sehr große Taste für die Bedienung. Im Inneren sorgen 16 mm Treiber für die Beschallung. Damit toppt es alles, was ich bislang so kenne. 4 Millimeter ist bei den günstigen von Amazon und Co. normal. Das QCY T1S/T2C (Testbericht) hat schon 6 mm Treiber und klingen bombastisch.

Hier werkeln jeweils 16 mm große Lautsprecher und damit sind meine Erwartungen schon ziemlich hoch…gewesen…

Das Case ist schön klein und die beiden Ohrstöpsel werden magnetisch darin gehalten. Die Taste schaltet die Aufladung des Headset ein. Die LEDs zeigen dabei den Ladezustand des 850 mAh Akku im Case, welcher dann über eine Micro-USB Buchse aufgeladen werden kann.

Wie groß die Akkus in den Ohrstöpsel sind, war leider nicht herauszufinden. Der Hersteller verspricht aber bis zu 8 Stunden Musikgenuss mit einer Akkuladung. Leider konnte ich das nicht einmal annähernd erreichen. Nach etwas mehr als 5 Stunden war bei mir Schluss, dabei habe ich (kann man auch nicht) sehr laut gehört.

Der Akku im Case soll beide Ohrstöpsel dann noch vier bis fünfmal komplett aufladen können. Bei mir waren es vier mal und dann einmal ein kleines bisschen. Das ist aber auf jeden Fall schon erheblich mehr als viele, viele Konkurrenten.

Was ich ok finde:

Der Lieferumfang ist normal. Das Headset inkl. Case als solches, dazu noch zwei Paar Aufsätze in verschiedenen Größen und eine Anleitung.

Zu  Thema Wasserdichtigkeit habe ich mich ja schon in der Anleitung ausgelassen. Dieses IP67 Einstufung bedeutet ja, dass man mit dem Headset bis zu 30 Minuten in bis zu 1 Meter Tiefe schwimmen kann. In der Dusche funktioniert das ganz hervorragend, aber nicht im Wasser, denn sobald man untertaucht, bricht die Verbindung ab.

Apropos Verbindung. Dank Bluetooth 5.0 ist die Reichweite sehr gut. Selbst bei mir in der Wohnung kann ich um mehrere Ecke gehen, ohne das die Verbindung abbricht. Und wenn sie dann mal weg ist, geht man zurück und sie verbinden sich sofort wieder.

Das gilt auch für die Verbindung untereinander.

Der rechte Ohrstöpsel ist zwar der Master, aber man kann auch problemlos einzeln nur mit dem linken hören und jederzeit den zweiten dazu holen.

Die Bedienung empfinde ich als ok, da sie zuerst mal erlernt werden muss, denn es spielt eine Rolle, ob man nur mit einem Stöpsel hört oder mit beiden. Dazu gibt es einen kurzen Druck, doppelt drücken und lange drücken.

Erfreulicherweise kann man durch doppeltes Drücken des rechten Ohrstöpsel die Lautstärke erhöhen und mit einem doppelten Druck auf den linken reduzieren. Klappt aber eben nicht, wenn man nur mit einem hört. Dazu gibt es noch die Möglichkeit Telefonate anzunehmen bzw. ein weiteres Telefonat anzunehmen, während man das erste Telefonat in die Warteschleife stellt.

Beim Test habe ich durch Verwechslungen halt auch mal aufgelegt oder den Titel gewechselt anstatt die Lautstärke zu reduzieren. Dafür regieren die Tasten sehr gut auf Eingaben.

Was ich nicht so gut finde:

Bei den xFyro Aria gibt es eigentlich nur einen Kritikpunkt und dieser betrifft leider den Klang. 

Zu Beginn des Tests bin ich auf das Samsung Galaxy S10 umgestiegen und dachte erst an einen defekt des Samsung, denn es klang total dünn, mager, langweilig und viel zu leise. Also das Galaxy S10 meiner Frau geholt und dort dasselbe Trauerspiel. Anders kann man es wirklich nicht bezeichnen.

Es klingt an sich gut, aber eben ohne Substanz. Bass gibt es so gut wie gar nicht, selbst wenn ich mit verschiedenen Aufsätze (wie in diesem Artikel beschrieben) herum probiere und mir die Ohrstöpsel noch etwas tiefer ins Ohr stecke.

Es dudelt halt so vor sich hin und von maximaler Lautstärke kann man erst gar nicht reden. Das ist selbst mir zu leise und das will was heißen.

Und ja, ich habe in den Entwickleroptionen des Samsung Galaxy S10 die Lautstärkebegrenzung aufgehoben. Geholfen hat es nichts.

Um mal etwas Podcast oder ein Hörspiel zu hören ist es allemal ausreichend. Aber für Musik erwarte ich in dieser Preisklasse einen erheblich besseren Klang.

Das gilt übrigens auch für die Telefonie. Man selbst ist zwar gut zu hören, aber diese Geräuschunterdrückung steht nur auf dem Papier. In der Realität wird nahezu alles 11:1 weitergeleitet.

Das Gegenüber ist viel zu leise, was in etwas lauteren Umgebungen schon zum echten Problem werden kann.

Man kann und darf es auch nicht anders ausdrücken, aber im xFyro Aria Test hat es in der Disziplin Klang total versagt.

Auch unverständlich und eigentlich ein No-Go ist die Tatsache, dass man in ein Headset für über 100 Euro kein aptX verbaut hat. Nicht nur, dass man so dem Klang auf die Sprünge helfen kann, haben die xFyro Aria gerade bei der Wiedergaben von Videos eine recht eindrucksvolle Verzögerung von beinahe einer halben Sekunde. 

Fazit im xFyro Aria Test:

Ist das xFyro Aria zu empfehlen? Ehrlich gesagt nein, denn was nützt ein hervorragendes sitzendes In-Ear Headset mit langer Akkulaufzeit, wenn der Klang einfach nur bescheiden ist?

Nichts, also gibt es auch kein Gütesiegel. Da klingen die günstigeren xFyro xS2 (Testbericht) aus gleichen Hause besser und mit den QCY T1S/T2C (Testbericht) für gerade einmal 25 € will ich es erst gar nicht vergleichen, denn die klingen selbst für diesen Preis um Längen besser, auch wenn sie nicht so lange durchhalten.

xFyro Aria
  • 8/10
    Verarbeitung/ Ausstattung - 8/10
  • 7/10
    Verbindung/ Bedienung - 7/10
  • 5/10
    Praxistest / Klang - 5/10
  • 4/10
    Preis/ Leistung - 4/10
6/10

Kurzfassung

+ gute Verarbeitung
+ schickes Design
+ lange Akkulaufzeit
+ einzeln nutzbar
+ wasserdicht
+ sehr guter Tragekomfort beim Sport

– zu hoher Preis
– dünner, schlaffer Klang
– Geräuschunterdrückung ohne Funktion
– kein aptX
– viel zu hohe Latenz

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