Im Garmin Instinct Test wird sich zeigen, wie robust diese Smartwatch wirklich ist, die nicht sofort als Smartwatch erkennbar ist, aber trotzdem eine ist…so irgendwie…




Als die Garmin Instinct vorgestellt wurde, war ich sofort angefixt. Nicht nur weil Garmin eben Garmin ist und damit der feuchte Traum aller Sportler oder Menschen wie mir, die so halbwegs sportlich sind. Egal wen man fragt. Die meisten Sportler die ich kenne, tragen eine Garmin.

Was für mich aber den Ausschlag gegeben hat, war der Werbespot mit dem Feuerwehrmann. Wie einige Leser wissen, arbeite ich bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main und so müsste es eigentlich die perfekte Smartwatch für mich sein. Maskuline Optik, mega robust, lange Akkulaufzeit und trotzdem eine komplette Smartwatch mit allem drum und dran.

Und genau die habe ich von Garmin für einen Test 30 Tage lang tragen dürfen. Ich habe jede Minute genossen. So viel vorab.

Technische Daten Garmin Instinct:

  • Android und iOS
  • Monochromes, transflektives Display mit 128 x 128 Pixel
  • 16 MB interner Speicher
  • Pulsmesser
  • Benachrichtigungen
  • Höhenmesser
  • Barometer
  • Thermometer
  • 3-Achsen Kompass
  • Navigation
  • Militärstandard MIL-STD-810G (was bedeutet das?)
  • GPS / GLONASS / Galileo
  • Bluetooth mit ANT+
  • wasserdicht bis 10 ATM (was bedeutet das?)
  • 45 x 45 x 15,3 mm
  • 54 g

Produktseite: garmin.com/de/instinct

Deutsche Bedienungsanleitung: garmin.com/Instinct_DE.pdf

Die Garmin Instinct gibt es in schwarz, rot und silber zum Preis von 299 € UVP. Bei Amazon* ist sie aber schon für 249 € zu haben.

Verarbeitung und Ausstattung:

In der Verpackung ist nicht wirklich viel. Neben der Smartwatch noch das Ladekabel und eine Kurzanleitung. Dafür ist der Karton aber recht groß geraten. Egal. Weg damit.

Die Garmin Instinct ist robust. Das sieht man ihr schon an. Schon mal nix für Frauen. Klobig aber nicht groß, auch wenn es so erscheint. 

Vor kurzem habe ich mir privat die Samsung Galaxy Watch (Testbericht) gekauft. Die ist im direkten Vergleich zur Garmin Instinct verdammt schwer. Obwohl die Garmin Instinct extrem robust ist, wiegt sie erstaunlich wenig. 

Gerade einmal 54 g sind es. Die Samsung Galaxy Watch bringt es auf 84 g, die Fenix 5 Plus eines Kollegen gar auf 87 g. Und das merkt man deutlich. Gerade weil man so eine Smartwatch wohl ständig am Arm trägt. Sollte man nicht unterschätzen.

Das niedrige Gewicht der Garmin Instinct ist dem Gehäuse aus faserverstärktem Polymer zu verdanken. Ist zwar grob genommen Plastik, fühlt sich aber nicht so an und hält wirklich einiges aus. Kratzer habe ich nach fast einem Monat absolut keine. Nix zu sehen und das, obwohl ich öfter mal an der Wand entlang geschrammt bin, heruntergefallen usw.

Das Display sitzt etwas vertieft im Gehäuse und besteht aus chemisch verstärkten Glas. Auch hier ist nach wie vor alles in bester Ordnung. Und nein. Es ist kein Touchscreen. Braucht es auch nicht. Auch keine drehbare Lünette. 

An der linken Seite befinden sich drei Tasten, auf der rechten Seite sind es derer zwei. Wie bei vielen anderen Garmins auch. Die Belegung ist ebenfalls identisch. Auf der Rückseite der Anschluss für das Ladekabel und der optische Pulssensor.



Das 22 mm Armband aus Silikon ist wechselbar, wobei man sagen muss, dass ein nicht originales Band ziemlich bescheiden aussieht. Liegt an der optischen Anbindung von Armband an das Gehäuse. Aber warum wechseln? Das Band ist perfekt.

Ein riesiger Verstellbereich, sehr guter Tragekomfort, kein Eigengeruch auch wenn man stark schwitzt und ein über jeden Zweifel erhabene Schließe. Die verliert man nicht ohne seinen Arm.

Geladen wird die Garmin Instinct über ein eigenes Ladekabel. Schade, dass man hier nicht auf USB Typ-C oder Micro-USB setzt. Dafür lädt es aber sehr schnell. Von 7% auf 100% sind es etwas über eine Stunde. Bei mir hat der Akku ziemlich genau 2 Wochen gehalten.

Natürlich hängt es davon ab, wie oft man GPS nutzt. Bei mir war die Pulsmessung dauerhaft aktiv, dazu ständig Benachrichtigungen von Mails usw. Und das trotz eines auch bei Sonnenschein perfekt ablesbaren trotz Always-On Display. Meine Samsung Galaxy Watch schafft gerade einmal 4 Tage. 

Die Verarbeitung ist grandios. Keine scharfen Kanten. Tasten mit einem sehr guten Druckpunkt. Hier passt einfach alles.

Verbindung und Bedienung:

Die zur Garmin Instinct gehörende App nennt sich Garmin Connect Mobile ( Android / iOS ). Wer viel wandert oder prinzipiell viel draußen unterwegs ist, dem sei zusätzlich noch die Garmin Explore App ( Android / iOS ) ans Herz gelegt.

Über den Link Garmin Connect kann man sich alle Daten noch genauer im Detail im Browser anschauen. Weiterhin benötigt man für den PC noch Garmin Express. Hierüber werden Updates installiert, was ich ziemlich umständlich finde.

Denn zum eines bekommt man über die Uhr selbst keine Infos bezüglich Updates und wenn es eines gibt, dann muss man sie per Ladekabel an den PC anschließen und das alles dauert. Gefühlt ewig hat es bei mir direkt ein Update installiert. In 2018 geht das besser.

Die Verbindung zur App ist dagegen eine Sache von wenigen Sekunden. Dafür dafür dauert die Synchronisation bis zu 60 Sekunden. Aber im Gegenzug absolut stabil und ohne Probleme.

Die App ist übersichtlich gestaltet und ganz schön bunt. Alle wichtigen Daten werden direkt auf dem ersten Bildschirm angezeigt und zeigen beim antippen die jeweiligen Details. Das Menü findet man oben links und hier wird es dann, gerade für Einsteiger, etwas unübersichtlich.

So eine Garmin hat verdammt viele Funktionen und Möglichkeiten. Ich habe mehrere Tage gebraucht, bis ich alles erkundet habe und vor allem verstanden habe, wofür das alles ist. Aber wenn es man es verstanden hat, dann nutzt man es auch.

Was mir fehlt ist eine Synchronisation mit Services wie Google Fit oder Runtastic. Nur Strava wird unterstützt.



Die Bedienung der Garmin Instinct ist gerade für Umsteiger von einer Smartwatch mit Touchscreen zuerst einmal irritierend. Ich habe immer wieder auf das Display getippt und/oder an der Lünette gedreht. Dabei wird die Garmin Instinct nur über die 5 Knöpfe bedient.

Und innerhalb kurzer Zeit hat man den Dreh bzw. Druck raus, wobei es auch nicht wirklich logisch ist. Die beiden rechten Tasten hätte ich mit hoch und runter scrollen belegt. Die drei linken Tasten dann mit Auswählen, Zurück und Quick-Start. Aber egal. geht auch so. Dauert halt ein wenig.

Das Menü der Garmin Instinct ist irre umfangreich und auch hier dauert es etwas, bis man sich zurechtfindet. Das Watchface kann ein wenig angepasst werden. Beschränkt sich halt auf vorgegebene Anzeigen wie den Akku, dessen Postion man aber wählen kann.

Praxistest:

Leider muss ich gleich erwähnen, dass mich ein Bänderriss am Tag vor der Ankunft der Garmin Instinct und kurze Zeit später noch ein Bandscheibenvorfall dazu gezwungen hat, meine sportlichen Aktivitäten komplett einzustellen. Daher konnte ich sportliche Aktivitäten bis auf Spaziergänge nicht zur Gänze austesten.

Aber dafür kann ich umso mehr aus dem ganz normalen Alltag als Smartwatch berichten. Und da hat mich die Garmin Instinct mit jeder Sekunde mehr überzeugt.

Knackpunkt ist halt die Gewöhnung an die Bedienung mittels Tasten und dem verschachtelten Menü auf der Garmin Instinct selbst und der App. Aber es klingt dramatischer, als es im Endeffekt ist. Mir gefällt, dass man das Watchface bzw. dessen Anzeigen in gewissen Bereichen selbst bestimmen kann. Auch der Homescreen der App lässt sich anpassen.

Überhaupt fällt auf, dass Garmin keine Wert auf Schnickschnack legt. So Sachen wie Apps und ähnliches gibt es nicht. Im Gegenzug sind alle Funktionen nahezu perfekt integriert, auch wenn man einige nicht direkt versteht. 

So musste ich erst einmal nachlesen, was es mit diesem TracBack auf sich hat. Damit kann man sich per Knopfdruck vom aktuellen Standpunkt aus zurück zum Startpunkt führen lassen. Auch ist es möglich am PC Strecken z.B. eine Wanderung zu planen, diese als GPX zu exportieren, auf der Garmin Instinct importieren und dann ablaufen.

Inklusive einer Kartendarstellung und Profil der Strecke. Wer möchte, kann dann beim nächsten mal gegen einen virtuellen Gegner auf der Strecke antreten. Also unendliche Motivation.



Auch wenn man mit der Garmin Instinct eine Aktivität direkt über die Uhr starten kann, braucht man es nicht. Sie erkennt die meisten Sportarten automatisch und trackt diese. Auf Wunsch beendet sie diese auch automatisch.

Aber nicht nur für Sportler ist die Garmin Instinct geeignet. Für mich sind mittlerweile auch gewissen Smartwatch Funktionen wichtig geworden. So kann man einstellen, welche Apps Benachrichtigungen schicken sollen und welche nicht. 

Diese können direkt auf dem Display gelesen oder gelöscht werden. Das erspart so manchen Griff zum Smartphone. Genau das, was ich brauche. Zumal die Garmin Instinct nicht nach Smartwatch aussieht. Eher wie eine ganz normale Digitaluhr, aber eben aufgebohrt.

Beim Wecker kann man entscheiden, ob er nur vibrieren soll oder auch einen Ton ausgeben. Mir hat die Vibration ausgereicht, denn sie ist stark genug. Das gilt auch für die einstellbaren Timer.

links: Samsung Galaxy Watch 46 mm und rechts: Garmin Instinct

Richt gut finde ich, dass man jeder Art von Player auch über die Garmin Instinct steuern kann. Egal ob Spotify, Google Music oder einen Podcast Player. Es werden Interpret und Titel auf dem Display angezeigt. Mehr braucht es nicht.

Apropos Display. Manch einer lacht vielleicht über ein Monochrom Display mit 128 x 128 Pixel. Aber mal ehrlich. Mehr braucht es nicht. Texte sind sehr gut zu lesen. Zumal das ungemein Akku spart. Egal wie die Sonne scheint. Es ist zu jeder Zeit perfekt ablesbar. Nachts auch beleuchtet.

Was mich aber ein wenig gestört hat, war das mit dem DND. Steht für „Do not disturb“. Normalerweise will man beim Schlafen nicht gestört werden, denn ich trage so eine Smartwatch auch Nachts.

Bei der Garmin Instinct kann ich aber nur feste Zeiten angeben, wann sie im DND-Modus sein soll. Egal ob ich schlafe oder nicht. Viele andere Smartwatches erkennen den Schlaf und schaltet die Uhr auf lautlos. Den Schlaf erkennt die Garmin Instinct zwar auch automatisch und das sehr präzise, aber eben nicht wann DND aktiv sein soll und wann nicht mehr.




Im Bezug auf Schritte zählen und Puls messe kann man Garmin nichts vormachen. Keine hat bislang so präzise gemessen. Laufe ich 100 Schritte, dann zeigt mir die Garmin Instinct auch genau 100 an. Der Puls weicht um bis zu 5 Schläge pro Minute ab, was aber absolut  tolerabel ist. Dazu habe ich meinen Puls im Rettungswagen mit einem Profi-EKG messen lassen.

Am Ende bleibt das Thema Akku. Auch hier hat mich die Garmin Instinct überzeugt. Zwar lautet die Werksangabe auf 3 Wochen und ich bin „nur“ auf etwas über 2 Wochen gekommen, aber dafür war bei mir alles aktiv. Also permanente Verbindung zum Handy wegen der Benachrichtigungen, Pulsmessung usw. Alles andere macht für mich keinen Sinn eine Smartwatch zu tragen.

Und da sind über 2 Wochen mehr als dankbar, zumal sich der Akku in einer Stunde komplett aufladen lässt. Schade, dass man dafür ein spezielles Kabel benötigt. Aber das ist verschmerzbar, weil man eher selten laden muss.

Fazit im Garmin Instinct Test:

Hätte nicht nicht schon kurzer Zeit vorher die Samsung Galaxy Watch gekauft, wäre die Garmin Instinct meine Smartwatch der Wahl. Sie sieht gut aus, eher nach normaler Uhr als nach einer Smartwatch, hält einiges aus, ist wirklich wasserdicht, kann alles, was eine moderne Smartwatch können muss, bietet alles für aktive Menschen (und noch mehr), hält sehr lange durch und ist auch preislich attraktiv.

Von daher vergebe ich das Gütesiegel und empfehle die Garmin Instinct allen, die eine robuste Smartwatch haben wollen, aber nicht bereit sind (oder können) über 400 € für eine Smartwatch auszugeben. Denn die Garmin Instinct kann das alles auch.

Garmin Instinct
  • 9/10
    Verarbeitung - 9/10
  • 9/10
    Ausstattung - 9/10
  • 8/10
    Praxistest - 8/10
  • 9/10
    Preis/ Leistung - 9/10
8.8/10

Kurzfassung

+ sehr gute Verarbeitung
+ sehr leicht
+ lange Akkulaufzeit
+ sehr gut ablesbares Display
+ exakte Werte
+ sehr viele Funktionen

– extra Ladekabel nötig
– extra Software für Updates nötig
– zu Beginn etwas umständlich zu bedienen

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