Tile GPS Tracker Modell 2022 im Alltagstest – was taugen die Neuen?

Die Tile Tracker Modell 2021 sind da und ich durfte sie (fast) alle im Alltagstest ausprobieren. Was taugen sie? Was hat sich verbessert und vor allem, wie gut werden sie unter realistischen Bedingungen gefunden? Genau das habe ich ausprobiert und leider auch unfreiwillig einen Tile in meinem Portemonnaie wirklich verloren.

Es ist noch gar nicht so lange her, als ich mit meinem Schlüsselorganizer KeySmart Pro (Testbericht) zum ersten mal so wirklich mit den Tile Trackern in Berührung gekommen bin. Klar kennt man die Firma und auch was die herstellen, aber ausprobiert habe ich deren GPS Tracker bislang nicht. Dieses habe ich aber ganz schnell geändert, in dem ich einen Apple AirTag, einen Chipolo One Spot (Testbericht) und eben mehrere Tile Tracker für einen Vergleich gekauft habe. Wie die sich im direkten Vergleich geschlagen haben, könnt ihr hier nachlesen. Dabei stellte sich heraus, dass Tile prinzipiell zwar genauso funktioniert, aber auf eine eigene Community baut. Nun ist das neue Lineup für das Jahr 2022 erhältlich und ich durfte sie ausprobieren, da es einige Neuerungen gibt. Leider erscheint der neue Tile Ultra erst Anfang 2022, aber mit dem Tile Pro )2022), Tile Slim (2022), Tile Mate (2022) und dem Tile Spot (2022) konnte ich dafür umso ausführlicher ausprobieren.

Was mir gefällt:

Die Reichweite wurde auf bis zu 120 Meter erhöht, genauso die Lautstärke und auf der Rückseite befindet sich nun ein QR-Code, denn der Finder scannen kann, um den Besitzer zu kontaktieren. Was dort dem Finder angezeigt wird, kann in der Tile App festgelegt werden. Außerdem sind alle Tracker nun nach IP67 wasserdicht und überstehen so einen gewissen Zeitraum unbeschadet auch Regen, Schnee und Eis. An den grundlegenden Funktionen wie das Suchen des Smartphones durch doppeltes Drücken des Tiles hat sich nicht geändert, genauso die Möglichkeit den Tile per Amazon Alexa oder Google Assistant suchen. Unverändert auch die Tile App, über die auf Android und iOS alle Tiles verwaltet werden können. Über die App habe ich im letzten Test ausführlich geschrieben -> Link

Den Tile Pro (2022) gibt es in schwarz und weiß und kostet bei Amazon 34,99 Euro*. Im Doppelpack kommt er auf 59,99 Euro* und wer direkt vier davon möchte, kann diese zum Preis von 104,99 Euro* erwerben. Von allen Neuheiten hat der Pro optisch das größte Makeover erfahren. Er unterscheidet sich nun deutlich vom Mate und macht sich durch seine Form hervorragend an meinem Autoschlüssel. Die Abmessungen betragen 59 x 34 x 8 mm und laut Datenblatt soll die Reichweite bis zu 120 Meter betragen. Bei ihm ist die CR2032 Batterie wechselbar.

Produktseite: de.tile.com/pro

Der Tile Slim (2022) hat sich optisch nicht verändert, außer dass auch er einen QR Code auf der Rückseite aufgedruckt hat. Bei Amazon ist er für 29,17 Euro* zu haben. Auch er ist nun spritzwassergeschützt, lauter und hat eine Reichweite von nunmehr bis zu 76 Metern. Die nicht wechselbare Batterie hält nun bis zu 3 Jahre. Beim Vorgänger war es noch 1 Jahr. Der Slim hat die Abmessungen von 85 x 54 x 2 mm und gleicht damit einer normalen Scheckkarte und ist so flach, dass er in jedes Portemonnaie passt oder überall da, wo es eben flach sein muss z.B. in einem Tablet-Case versteckt. Ich habe ihn in einem superschlanken Exentri-Wallet* und kurz nach Beginn des Tests den Ernstfall erlebt…ich habe es verloren. Dazu weiter unten mehr.

Produktseite: de.tile.com/slim

Weiter geht es mit dem Tile Mate (2022), den es ebenfalls in weiß und schwarz zum Einzelpreis von 24,99 Euro auf Amazon* gibt. Zwei davon kommen auf 48,70 Euro*. Er hat die Abmessungen von 38 x 38 x 7 Millimeter. Die Batterie ist leider nicht mehr wechselbar, hält nun aber bis zu einem Jahr. Wasserdicht ist er, mit QR Code auf der Rückseite und lauteren Lautsprecher versehen. Gegenüber dem Vorgänger ist die Form zudem deutlich abgerundeter und die Reichweite beträgt ebenfalls bis zu 76 Meter.

Produktseite: de.tile.com/mate

„Ach, ist der süß“…der Tile Sticker (2022), der dank Klebepad an alles angeklebt werden kann wie z.B. eine Fernbedienung. Er misst 27 x 28 x 8 Millimeter und kostet einzeln 24,99 Euro*. Im Doppelpack ist er für 47,99 Euro* zu haben. Natürlich ist auch er wasserdicht, lauter als sein Vorgänger und die nicht wechselbare Batterie hält nun auch bis zu 3 Jahre. Ich habe ihn in meinem Rucksack, da er so schön klein ist.

Produktseite: de.tile.com/sticker

Wie bereits beschrieben, erscheint der Tile Ultra (2022) erst Anfang 2022 und wird als erstes Tile auch über die neue Ultrabreitband-Technologie verfügen, die dann per „Point and Locate“-Funktion in Echtzeit gefunden werden kann. Kennt man schon vom Apple AirTag, der das in Verbindung ab dem iPhone 11 bietet. Um diese Point und Locate Funktion auch unter Android zu nutzen, braucht es aber ein Smartphones, welches dieses Technik unterstützt und Android 12. Dazu hat er eine Reichweite von bis zu 120 Meter und ist natürlich auch wasserdicht.

Produktseite: n/a

So wird es Anfang 2022 mit dem Tile Ultra aussehen, wenn man ihn sucht

Was mir nicht gefällt:

Prinzipiell gibt es an den Tile Trackern nicht auszusetzen. Die Einrichtung ist ein Kinderspiel, denn an der Tile App hat sich seit dem letzten Test nichts geändert, weshalb ich einfach den Test verlinke, in der ich die App im Detail zeige. Verlegt man so einen Tile zu Hause z.B. den Autoschlüssel und dieser ist in Reichweite, dann kann man ihn mit der App sehr einfach finden. In einem Kreis füllt sich die Anzeige immer weiter, je näher man dem Tile kommt. Zeitgleich wird der Tile einen lauten Ton abspielen, den man gut hört, wenn der Tile bzw. der Gegenstand, an dem er angebracht ist, nicht irgendwo in die Ritze der Couch oder tief in einer Schublade vergraben ist. Teilweise kann es etwas dauern, aber bislang habe ich alle Tiles wieder gefunden.

Der testweise verlorene Tile Mate am Bahnhof Kleinostheim

Und dann kam der unfreiwillige Testfall. Geburtstag der Schwiegermutter und dort ist mir mein Portemonnaie mit dem Tile Slim beim nach Hause gehen aus der Tasche des Sakkos heraus gerutscht. Bemerkt habe ich es zu Hause. Also Tile App gestartet und direkt gesehen, dass dieser Tile nicht erreichbar ist. Er ist also nicht in meiner Umgebung. Als letzter bekannter Standort wurde die Adresse meiner Schwiegermutter angezeigt. Ich muss ihn also dort verloren haben. Da meine Frau noch dort war und auch die Tile App installiert hat, habe ich den Tile in den „Verloren-Modus“ gesetzt, damit ihre App auf die Suche nach meinem Tile gehen kann. Schließlich wirbt Tile mit diesem Community-Feature, denn jeder Tile Nutzer wird so zum Helfer bei der Suche. Aber Pustekuchen…auch nach einer Stunde noch keine Rückmeldung von einem Fund, obwohl sie nur wenige Meter von meinem Portemonnaie entfernt saß, wie sich später herausstellte. Ok, sie saß im Keller, der Tile lag im Treppenhaus. Zwar nur wenige Meter, aber baulich offensichtlich doch nicht so einfach mit der Reichweite. Und so haben sich die restlichen Gäste auf die Suche gemacht. Ganz oldschool danach gesucht, in dem alles umgedreht wurde und siehe da…es wurde im besagten Treppenhaus gefunden. Meine Frau hat das Portemonnaie in die Hand genommen, um mich mit einem Foto per Whatsapp über den Fund zu unterrichten. Spätestens jetzt ist mein Tile in Reichweite ihrer Tile App, denn es sind nur wenige Zentimeter, aber eine Meldung bekam ich trotzdem nicht. Erst knapp 15 Minuten später, schon auf ihrer Heimfahrt, bekam ich die Nachricht über den Fund und als Standort wurde mir die Schnellstraße genannt. Klar, sie hat mein Wallet bei sich im Auto, aber die Meldung kam halt sehr, sehr spät.

Auf der Suche nach dem Tile in der Wohnung…warm…wärmer…

Bei meinem letzten Test hatte ich den Tile mit den anderen Testkandidaten im Schaufenster eines Restaurants in Aschaffenburg platziert und dort wurde der Tile Tracker zwar nicht so oft gefunden, wie der Apple AirTag, aber auch ein paar mal. Dieses mal habe ich den Tile Mate 2022 am Bahnhof in Kleinostheim direkt am Fahrkartenautomat platziert. Hier fahren jeden Tag hunderte Züge. Von der Bummelbahn über Regional Expresse im 30 Minuten Takt, dazu unzählige ICE auf der Durchfahrt und Güterzüge. Gefühlt tausende potentielle Finder jeden Tag und tatsächlich wurde der Tile in den ersten 2 Tagen insgesamt 4 mal gefunden. Zweimal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen um ca. 6:30 Uhr und nachmittags um 16:35 Uhr. Offensichtlich ein Pendler, der dann aber wohl Urlaub hatte, denn ab dem dritten Tag war dann 10 Tage lang nichts mehr mit Findern. Wundert mich auch nicht, wenn ich an den extrem verzögerten Fund meines Portemonnaie ein paar Tage zuvor denke. Ein durchfahrender Zug ist wohl nicht lange genug in Verbindung mit dem Tile, um gefunden zu werden und auch wartende Reisende scheinen keine geeigneten potentiellen Finder zu sein, wenn der Zug keine Stunde Verspätung hat.

Mein Portemonnaie ist tatsächlich verloren gegangen…

Im nächsten Test wollte ich wissen, wie es ist, so einen Teil in der freien Wildbahn zu finden z.B. an jenem Bahnhof. Da ist es alles andere als leise und hier sollte die erhöhte Reichweite und ebenfalls deutlich erhöhte Lautstärke von Vorteil sein. Also hin zum Bahnhof und nach dem Tile gesucht. Da ich ja weiß, wo er liegt, habe ich mich in einer Entfernung von ca. 30 Meter Luftlinie hingestellt und die Tile App geöffnet. Allerdings zeigt die mir „Diese Tile ist nicht in Reichweite“. Warum? Ich kann ihn sehen! Also näher ran und erst als ich gute 10 Meter entfernt bin, erscheint er als „In der Nähe“ und ich kann auf auf „Suchen“ drücken, damit der Ton abgespielt wird. Man muss schon sehr genau hinhören, um es zu hören und dabei ist er frei zugänglich und der Lautsprecher nicht verdeckt. Erst in unmittelbarer Nähe kann ich ihn dann per Gehör orten und „finden“. Also prinzipiell funktioniert es, aber es dauert und man muss sich selber auf die Suche begeben und dann langsam die Umgebung mit offener Tile App ablaufen, um die Verbindung zum Tile herzustellen.

So sieht es aus, wenn der QR-Code gescannt wird

Fazit:

Sind die Tile Tracker empfehlenswert? Ich bin hin und her gerissen. Prinzipiell funktioniert so ein Tile Tracker. Zumindest zu Hause, denn da ist es ruhig und man kann die Wohnung Stück für Stück ablaufen. Im Freien wird es umso schwerer, denn dann ist es nicht der Lärm, sondern die Reichweite, die zwar erhöht wurde, aber man muss schon sehr nahe heran, um ihn zu finden. Auf die Community sollte man sich nur verlassen, wenn viele Menschen für längere Zeit an einem Ort sind und somit genug Zeit ist die Verbindung herzustellen und über den Fund zu berichten. Zudem sind die auch nicht ganz billig, aber uneingeschränkt mit Android und iOS nutzbar. Eine echte Alternative dazu gibt es für Android nicht, denn die Apple AirTag funktionieren nur mit iOS und die Chipolo GPS Tracker haben keine Community, die danach suchen können. Aber die Tile Tracker sind allemal besser als gar kein Tracker, denn dann stehen die Chancen auf einen Fund fast bei 0…

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Geschenk erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Tile Tracker
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
2.8

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ flexibel einsetzbar
+ gut gemachte App
+ funktioniert mit iOS und Android

– im Freien nur schwer auffindbar
– weitere Funktionen nur per Abo

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