Samstag, August 20, 2022
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Dockin D Pure NC im Test – was taugt dieses ANC Headset wirklich?

Im Test des Dockin D Pure NC Over-Ear Headset mit ANC gilt es zu klären, ob dieser angebliche Geheimtipp wirklich sein Geld wert oder nicht und ob es Alternativen dazu gibt.

Vor kurzem habe ich mit dem Srhythm NC75 Pro (Testbericht) mal ein eher günstiges Over-Ear Headset mit ANC getestet und diese Gerätegattung wieder für mich entdeckt. Gerade weil ich kurz davor war in den Urlaub zu fliegen und für den Flug brauche ich ein vernünftiges ANC Headset. Durch die Amazon Vorschläge bin ich dann noch rechtzeitig auf das Sony WH-CH710N (Testbericht) geworden und nach dem Test kurzerhand zwei davon gekauft. Zwei? Natürlich für meine Frau und mich und was soll ich sagen – der Flug verging lautlos wie im Flug. Aber gibt es in der Preisklasse von 50 bis 100 Euro vielleicht noch mehr ANC Headsets für unsere Bestenliste in Over-Ear Bauweise zu entdecken? Wieder geht es auf Amazon und da taucht ziemlich schnell der Dockin D Pure NC als „der absolute Geheimtipp“ auf. Natürlich wissen wir alle, wie das mit den Rezensionen bei Amazon läuft, also habe ich ihn mir im Rahmen der Prime Days einfach mal gekauft und ausprobiert.

Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben (Link zum Artikel). Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei. Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. Wie immer sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab. Das auch mit einer der Gründe, warum wir unsere Testberichte eher kurz halten, denn niemand elend lange Texte lesen und daher konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale.

Technische Daten Dockin D Pure NC:

  • 40 mm Treiber
  • 20 Hz – 20 kHz
  • Bluetooth 5.1
  • Bluetooth Profile A2DP, AVRCP, HFP, HSP (was ist das?
  • Bluetooth Codec AAC, SBC, aptX HD (was ist das?
  • spritzwassergeschützt IPX7 (was bedeutet das?)
  • Freisprechfunktion
  • ANC
  • USB Typ-C
  • 3,5 mm Klinkenanschluss
  • 261 g

Produktseite: dockin.de/dockin-d-pure-nc

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Erhältlich ist das Dockin D Pure NC bei Amazon* zum Preis von 84,99 Euro. Ich habe es am PrimeDay 2022 für 71,90 Euro gekauft.

Ordentlicher Lieferumfang beim Dockin D Pure NC

Was ich gut finde:

Das Auspacken fängt schon mal gut an. Ok, jede Menge Plastik ist in 2022 etwas out, aber es gibt neben dem Headset noch ein Micro-USB Ladekabel, ein 3,5 mm Klinkenkabel, eine Kurzanleitung und ein Tragebeutel. Dieser ist zwar nicht sehr hochwertig und stinkt in den ersten Tagen fürchterlich, aber immerhin wird einer mitgeliefert.

Die Verarbeitung des Dockin D Pure NC ist der Preisklasse angemessen. Zwar Plastik total, aber vollkommen in Ordnung. Das Kopfband aus Kunstleder ist schon mal angenehm zu tragen. Die Länge ist in einem weiten Bereich einstellbar und macht einen wirklich stabilen Eindruck. Das gilt auch für den Klappmechanismus, der das Headset kompakt werden lässt.

Klassisches Design des Dockin D Pure NC in Platik

Weiter geht es mit den Ohrmuscheln. Die äußere Fläche ist geriffelt, was zwar gut aussieht, aber ziemlich anfällig für Dreck und Staub ist. Für eine bessere Passform lassen sich die beiden, leider nicht wechselbaren Ohrpolster, in einem kleinen Bereich kippen und schwenken. Der Tragekomfort ist gut, denn der Druck ist selbst für mich als Brillenträger nicht zu hoch. Im Inneren der Ohrmuscheln ist in großen Lettern „L“ und „R“ eingedruckt.

Auf der linken Seite ist lediglich ein Mikrofon des ANC zu finden. Alle Bedienelemente und Buchsen sind auf der rechten Seite zu finden. Zuerst einmal die USB Typ-C Buchse zum Laden des Dockin D Pure NC. Daneben eine 3,5 mm Klinkenbuchse und der Schalter zum Umschalten des ANC. Weiterhin die 3-teilige Taste zur Bedienung des Dockin D Pure NC. Links und Rechts die Tasten zur Steuerung der Lautstärke. In der Mitte die Multi-Taste, die auch die Power-Taste repräsentiert. Daneben findet man noch eine superkleine LED.

Tasten mit Problemen bei der Bedienung des Dockin D Pure NC

Im Inneren werkeln Treiber mit einem Durchmesser von 40 mm. Neben den obligatorischen AAC und SBC Codecs gibt es noch aptX HD (was ist das?). Allerdings muss auch das eigene Smartphone diesen unterstützen, was aber die wenigsten tun, sonst wird der Standard-Codec genutzt. Natürlich muss auch der Streaminganbieter diese Qualitäten liefern, was ich in diesem Artikel in eine Übersicht gepackt habe (Link zum Artikel). Das Dockin D Pure NC ist spritzwassergeschützt nach IPX7, womit der Regenschauer oder starkes Schwitzen kein Problem darstellen sollten.

Das ANC bietet drei Stufen „Aus“, „Ambient“ und „ANC“. Mit dem Schiebeschalter an der rechts Ohrmuschel kann man jederzeit zwischen den drei Einstellungen wechseln. Der Ambient-Modus aktiviert die beiden Außenmikrofone, wodurch das Drumherum zu Gehör gebracht wird. Mir gefällt der Mix aus Umwelt und Musik. Genau richtig dosiert, allerdings leidet die Klangqualität ein wenig. Aktiviert man das ANC, wird es angenehm ruhig. Für diese Preisklasse echt ordentlich und ist deutlich besser als vom Srhythm NC75 (Testbericht) und auf Augenhöhe mit dem Sony WH-CH710N (Testbericht). Mit dem deutlich hörbaren Rauschen kann man leben, da es nur störend wird, wenn man leise hört. Aber lieber etwas rauschen, als den Lärm um einen herum. Man darf halt nie den Preis vergessen, welches das Dockin D Pure NC kostet. Mit einem Sony WH-1000XM5 (Testbericht) lässt es sich natürlich nicht vergleichen.

Die Buchsen des Dockin D Pure NC

Der Akku des Dockin D Pure NC soll mit aktiven ANC bis zu 32 Stunden durchhalten. In der Praxis waren es bei normalen Hörlautstärken am Ende 31 Stunden und 52 Minuten, also fast an der Werksangabe. Eine Schnellladefunktion gibt es leider nicht, aber auch ohne ist der Akku relativ schnell geladen.

Und wie klingt das Dockin D Pure NC? Besser als ich dachte. Es hat den typischen Badewannen-Klangcharakter, der bei vielen Hörern so beliebt ist. Die Tiefen und Höhen etwas hervorgehoben und dazwischen ein neutraler Mitteltonbereich. Im direkter Vergleich fällt das Srhythm NC75 (Testbericht) gnadenlos ab. Hier kann das Dockin D Pure NC mühelos vorbeiziehen. Im direkten Vergleich mit dem Sony WH-CH710N (Testbericht) hört man den Klangcharakter dann aber deutlich heraus. Das Sony hört sich luftiger und räumlicher an und auch der neutralere Klangcharakter der Sonys lässt es schlicht schöner klingen. Aber am Ende macht das Dockin D Pure NC trotzdem Spaß, denn gerade der voluminöse Bass weiß zu gefallen. Gerade beim Sport ideal, oder wenn es mal richtig scheppern soll. Leider kann es bei der maximalen Lautstärke nicht ganz erzeugen, denn die Höhen werden dann doch zu aufdringlich.

Weiter Verstellbereich des Kopfbandes des Dockin D Pure NC

Bei Telefonaten gibt es hingegen nichts zu meckern. Im Gegenteil. Hier macht die leichte Überhöhung der tiefen Töne bei Anrufern positiv bemerkbar. Störende Nebengeräusche werden ausreichend gut herausgefiltert.

Etwas ungelenk aber trotzdem vernünftig einstellbar

Was ich nicht gut finde:

Die Bedienung ist an sich sehr einfach gehalten, da es keine Bedienung per Touch gibt, sondern ganz oldschool per Tasten. Allerdings ist die Bedienung teils nervig, obwohl die Tasten ordentliche Druckpunkte aufweisen. Vielmehr liegt das Problem beim Drücken bzw. gedrückt halten der Tasten. Das fängt schon beim Einschalten an. Oft muss klappt das nicht beim ersten mal, obwohl man vernünftig drückt. Um die Lautstärke zu reduzieren bzw. zu erhöhen, darf die jeweilige Taste wirklich nur ganz kurz gedrückt werden. Einen Hauch zu lange gedrückt, springt man direkt einen Titel weiter oder produziert anderweitig lustige Aktionen.

Das Dockin D Pure NC ist flatbar

Kommt ein Anruf rein, genügt das kurze Drücken der mittleren Taste, aber hierbei muss man ebenfalls höllisch aufpassen nicht zu lange zu drücken, denn ich habe so oft genug Telefonate aus versehen weggedrückt, obwohl ich der Meinung war nur kurz gedrückt zu haben. Das zurücksetzen auf die Werkseinstellungen mutet etwas seltsam an. Laut Anleitung soll man das Dockin D Pure NC nur an das Ladekabel anschließen, um es zurückzusetzen. Das kann aber nicht so ganz stimmen, denn dann müssten ja auch alle Verbindungen mit den Geräten gelöscht sein, was nicht der Fall ist. Also irgendwas passt da hinten und vorne nicht.

Weiterer Minuspunkt des Dockin D Pure NC ist das Fehlen von Multipoint. Man kann also immer nur ein Gerät verbinden. Selbst das Srhythm NC75 Pro (Testbericht) bietet es und das Sony WH-CH710N (Testbericht) sowieso. Heutzutage ist das in dieser Preisklasse ein Must-Have, was die Nutzung im Alltag deutlich vereinfacht. Leider kann man das Dockin D Pure NC während des Ladevorgangs nicht nutzen, da es sich abschaltet, sobald man das Ladekabel verbindet.

Negativ fällt auch die hohe Latenz auf. Egal ob beim Filme schauen oder zocken. Der Versatz zwischen Bild und Ton ist deutlich hör- bzw. sichtbar. Das ist sehr schade, denn in Punkte Reichweite und Verbindungsqualität kann das Dockin D Pure NC absolut überzeugen.

Der Tragekomfort des Dockin D Pure NC ist gut

Fazit:

Ist das Dockin D Pure NC empfehlenswert? Am Ende leider nicht, denn das Sony WH-CH710N (Testbericht) kostet dasselbe und bietet in allen Punkten einfach mehr von allem. Beim Sony fehlt zwar aptX HD, aber speziell dieser Codec wird nur von sehr wenigen Smartphones unterstützt und sollte daher nicht überbewertet werden. Zudem macht die hohe Latenz das Dockin D Pure NC nicht zum idealen Partner zum Filme schauen oder spielen, wenn es um schnelle Reaktionen geht. Daher vergebe ich das Gütesiegel nicht.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf eigene Kosten bei Amazon gekauft. Es wurde nicht vom Hersteller bzw. Onlineshop als Leihgabe bzw. als Geschenk zur Verfügung gestellt. Diese Offenlegung dient der Transparenz.

Peter W.
Dockin D Pure NC
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Klang
  • Preis/ Leistung
2.3

Zusammenfassung

+ ordentliche Verarbeitung
+ aptX HD
+ gutes ANC
+ faltbar
+ Tasche im Lieferumfang

– kein Multipoint
– etwas dumpfer Klang
– keine Trageerkennung
– beim Laden nicht nutzbar

Peter W.https://www.mobi-test.de
Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch oder Marketing Gelaber, sondern Klartext. Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.
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