Samstag, August 20, 2022
StartHuaweiHuawei Band 7 im Test - wie gut ist dieser günstige Fitnesstracker?

Huawei Band 7 im Test – wie gut ist dieser günstige Fitnesstracker?

Im Test habe ich das Huawei Band 7, dem neuesten Fitnesstracker aus dem Huawei und dieses muss sich gegen die Konkurrenz von Xiaomi und sogar aus dem eigenen Hause durchsetzen.

Das Huawei Band 7 ist, oh welch Wunder, der Nachfolger des Huawei Band 6 und kommt kurz nach dem Xiaomi Mi Band 7 (Testbericht), welches jetzt schon wieder als der Quasi-Standard in dieser Geräteklasse angesehen werden kann. Erschwerend kommt hinzu, mit dem Huawei Watch Fit new (Testbericht) ein direkter Konkurrent direkt im eigenen Regal liegt. Aber geben wir dem Huawei Band 7 mal eine faire Chance, denn wie immer soll auch dieses alles besser machen. Aber wie sieht es in der Realität aus?

Auch wichtig zu wissen ist, dass ich eine Smartwatch rund um die Uhr trage und wie genau ich teste, ist hier ausführlich beschrieben -> Link

Technische Daten Huawei Band 7:

  • 1,47″ AMOLED-Display mit 368 x 194 Pixel
  • Bluetooth 5.0 LE
  • Benachrichtigungen
  • Pulsmessung
  • Schlaftracking
  • wasserdicht bis 5 ATM (was bedeutet das?)
  • SpO2 Messung (was ist das?)
  • 16 mm Wechselarmband
  • 6-Achsen Sensor
  • 96 Workouts
  • 44,35 x 26 x 9,99 mm
  • 30 g
  • 180 mAh

Produktseite: huawei.com/de/band7

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Erhältlich ist das Huawei Band 7 in den Farben Schwarz, Pink, Grün und Rot bei Amazon* zum Preis von 54,99 Euro.

Der Lieferumfang des Huawei Band 7

Was ich gut finde:

In der Verpackung ist neben dem Huawei Band 7 nur noch ein kurzes Ladekabel und eine deutsche Kurzanleitung. Mehr braucht es auch nicht. Die Verarbeitung ist sehr gut und macht mehr her als das Xiaomi Mi Band 7 (Testbericht). Das liegt auch daran, dass das Huawei Band 7 eher einer Smartwatch ähnelt und nicht so sehr nach einem Fitnesstracker.

Das Huawei Band 7 besteht komplett aus Kunststoff, welches sich aber alles andere als nach Plastik anfühlt und schon gar nicht danach aussieht. Gerade in grün kommt der Metalliclack sehr schön zur Geltung. Die Front wird natürlich zum größten Teil vom 1,47″ messenden AMOLED-Display mit 368 x 194 Pixel Auflösung eingenommen. Der Rand ist leider etwas breit, fällt im Alltag aber nicht weiter auf, wenn man ein eher dunkles Watchface nutzt. Eine automatische Helligkeitsregelung gibt es zwar nicht, aber selbst bei Sonnenschein habe ich noch nie die Helligkeit nachregeln müssen. Dafür gibt es aber ein Always-On-Display, was die alltägliche Nutzung ungemein erleichtert. Zum Akkuverbrauch komme ich gleich.

Links das Xiaomi Smart Band 7 Pro, das Huawei Band 7 und rechts das Xiaomi Mi Band 7

An der rechten Seite findet man eine Taste, mit der man das Huawei Band 7 zusammen bedienen kann. Diese Art der Bedienung ist intuitiv, da logisch aufgebaut. Das Armband ist ohne Werkzeug wechselbar, was aber eine ziemliche Fummelei ist. Mittlerweile gibt es bei Amazon eine stattliche Auswahl an Armbändern*. Das original Armband ist eines der besseren seiner Art, denn es hat eine vernünftige Schließe und ist angenehm zu tragen.

Telefonieren kann man mit dem Huawei Band 7 nicht, obwohl es oft behauptet wird. Es gibt weder ein Mikrofon, noch einen Lautsprecher. Zwar werden eingehende Anrufe signalisiert, aber telefoniert wird dann ganz normal über das Smartphone.

Auf der Rückseite sind die beiden Pogo-Pins für das magnetische Ladekabel zu sehen. Das Ladegerät ist übrigens auch mit dem Huawei Watch Fit 2 kompatibel. Weiterhin die Sensoren für den Puls und die Sauerstoffsättigung. Wasserdicht ist die Huawei Watch 7 bis 5 ATM (was bedeutet das?), womit sie sich zum Duschen eignet, aber auch zum Schwimmen im Süßwasser, wofür es auch diverse Aktivitäten gibt.

Am Anfang ist immer die App. In diesem Fall natürlich die Huawei Health App (Android / iOS). Diese unterscheiden sich bei den jeweiligen Betriebssystem primär darin, dass man unter Android bei allen Apps die Benachrichtigungen steuern kann, was bei iOS seit jeher nur sehr eingeschränkt möglich ist. Zudem kann man unter Android sog. „Schnellantworten“ aktivieren, mit denen man auf Whatsapp reagieren kann. Aber so richtig antworten wie z.B. auf der Apple Watch mit einem eigenen Text geht auch unter Android nicht. Ansonsten ist Huawei Health eine sehr ausgereifte App, die aber leider immer noch ein riesiges Manko hat, welches ich später noch ansprechen muss.

Ansonsten bietet Huawei Health auch beim Huawei Band 7 alles, was sich für ein modernes Wearable gehört. Zuerst einmal kann man fast alles den eigenen Vorstellungen anpassen. Angefangen von den Bildschirmen auf dem Band, die man durch das Wischen von links nach rechts erreicht, die auf dem Band angezeigten Aktivitäten, deren Reihenfolge, die Startseite der Health App und natürlich das Watchface. In der Health App gibt es mittlerweile eine riesige Auswahl und viele davon kostenlos. Da hat man echt die Qual der Wahl und bei einigen kann man auch noch die Komplikationen anpassen. Also viel auszuprobieren und anzupassen.

Die App als solches ist sehr übersichtlich. Die anpassbare Startseite zeigt alle wichtigen Infos auf einen Blick, bei denen man durch antippen weitere Details präsentiert bekommt. Gerade für Läufer, oder alle die es werden wollen, gibt es diverse Pläne, die von den ersten Schritten bis hin zum kompletten Marathon helfen sollen. Startet man einen Lauf, egal ob Indoor oder Outdoor, kann man weitere Lauftrainings starten, darunter auch selbst erstellte Pläne. Also für Läufer bietet das Huawei Band 7 mehr als alle Konkurrenten in dieser Preisklasse zusammen.

Der Wecker weckt morgens mit einer angenehmen Vibration, die man auch noch schwächer einstellen kann, sollte diese doch zu stark sein. Auch sonst ist das Huawei Band 7 ein eher unaufgeregter Begleiter durch den Alltag, aber genau so soll das ja auch sein. Es soll mich unterstützen und nicht noch zusätzlich Arbeit machen.

Das Menü des Huawei band 7

Das Always-On Display ist für mich eine echte Bereicherung, da ich jederzeit die Uhrzeit sehen kann und auch hier kann man sich beim Huawei Band 7 eines aussuchen und passen sich größtenteils auch dem gewählten Watchface an. Kommt eine Benachrichtigung herein, dann erscheint diese zuverlässig auf dem Display, zeigt aber meist nur die ersten Zeilen. Das reicht aber vollkommen aus, um zu entscheiden, ob diese Nachricht wichtig ist oder nicht. Überhaupt gefällt mir, dass man vieles wie z.B. den Wecker direkt auf dem Band nutzen kann und nicht ständig das Handy dazu holen muss.

Bei Aktivitäten hat man die Wahl zwischen dem Start in der App oder direkt auf dem Band. Über die App hat den Vorteil, dass man hier etwas mehr einstellen kann, als über das Band. Aber die grundlegenden Funktionen sind identisch. Zum Thema GPS Empfang habe ich weiter unten noch etwas geschrieben, denn das Huawei Band 7 hat kein GPS, auch wenn das immer wieder behauptet wird. Auch zum Schrittzähler komme ich noch später zu sprechen.

Ansonsten liefert das Huawei Band 7 zufriedenstellende Messwerte. Der Schlaf wird bis auf wenige Minuten Abweichungen korrekt aufgezeichnet, was auch für das Nickerchen am Nachmittag gilt. Es spielt also keine Rolle, wann man schläft. Das Huawei Band 7 erkennt den Schlaf automatisch und addiert es ggf. zusammen. Über die Auswertung des Schlafs kann man sicher streiten. Ich weiß am Besten, wie ich geschlafen habe, aber die Dauer über die Zeit ist schon interessant.

Alles wichtige auf einen Blick in der Huawei Health App

Bei den Pulswerten gibt es ein gemischtes Ergebnis. In Ruhe sind die Werte durchaus korrekt, denn im direkten Vergleich zur Pulsmessung mit einem Fingerclip, liegt die Abweichung meist nur bei wenigen Schlägen. Während einer Aktivität liegen die Werte dann schon mal um bis zu 20 Schläge auseinander, aber auch hier muss man die Kirche im Dorf lassen. Wir sprechen hier von einem 50 Euro Tracker. Professionelle Sportler werden da sicher nicht zur Kundschaft gehören. Für die Tendenz beim Sport, ob zu hoher Puls oder genau richtig, reicht es allemal. Über die unsinnige SpO2-Messung habe ich mich schon hier ausgelassen -> Link zum Artikel

Die von Huawei genannten 10 Tage Akkulaufzeit bei normaler Nutzung können wir direkt mal vergessen. Keine Ahnung, was da gemessen wird, aber wie immer teste ich auch das Huawei Band 7 mit allem aktiviert, was es bietet. Also Always-On Display aktiviert, mittlere Helligkeit, alle Benachrichtigungen aktiviert, jeden zweiten Tag Laufen mit GPS Aufzeichnung von mindestens 30 Minuten, dazwischen Cardio-Training, Puls-, SpO2,- und Stressmessung permanent aktiviert usw. Also das vollen Programm. Nach spätestens 3 Tagen ist der Akku leer, ist aber dank Schnellladefunktion aber wieder in etwas mehr als einer Stunde wieder voll aufgeladen. Schränkt man sich etwas ein, sind bestimmt auch mal 4 Tage drin. Wer aber alles möglich abschaltet, um irgendwie an die 10 Tage zu kommen, sollte sich die Frage gefallen lassen, ob man wirklich ein smartes Wearable braucht.

Das GPS Signal wird offensichtlich zu selten abgefragt

Was ich nicht gut finde:

Leider gibt es beim Huawei Band 7 kein GPS. Das ist zwar jetzt nicht das große Problem, weil es in dieser Preisklasse (leider) noch viel zu selten ist, aber das GPS Signal wird vom Smartphone wohl zu selten abgefragt, weshalb man laut GPS gerade in Kurven oft durch die Gärten abkürzt. Am Ende fehlen bei den Strecken gerne mal mehrere hundert Meter. Jetzt muss man natürlich fair sein und den Preis bedenken, aber es geht durchaus besser.

Es gibt eine riesige Auswahl an Watchfaces für das Huawei band 7

Nach wie vor zählt die Huawei Health App die Schritte falsch, da mehrere Datenquellen zusammengeführt und daraus dann eine Schrittzahl ermittelt wird. Jetzt habe ich zum Testzeitpunkt zwei Huawei Band 7 hier liegen und noch die Huawei Watch Fit 2. Natürlich sind alle auch jeweils verbunden, allerdings zwei davon mit meinem iPhone und eines mit meinem OnePlus Nord CE. Das führt dazu, dass von diesen drei Wearables und beiden Smartphones die Schritte zusammengefasst werden, was natürlich totaler Quatsch ist. Schrittzahlen über den Tag von weit über 20.000 sind zwar super, aber leider nicht die Realität. Eher die Hälfte davon. Wie man (vorübergehend) Abhilfe schaffen kann, habe ich hier beschrieben -> Huawei Health zählt die Schritte doppelt – hier ist die Lösung

Vergleicht man das Huawei Band 7 mit dem Vorgänger Huawei Band 6, merkt man sehr schnell, dass es sich nur minimal unterscheidet. Eigentlich nur in den Abmessungen, dem Design auf der Rückseite, wo sich die Sensoren befinden und das das Armband beim Huawei Band 7 jetzt wechselbar ist. Ansonsten ist das 7er ist etwas dünner geworden, dafür aber länger und breiter. Ansonsten gleiches Display, gleiche Funktionen, gleiches Design, gleicher Akku usw.

Übersichtlich aufgebautes Menü der Huawei Health App

Fazit:

Ist das Huawei Band 7 empfehlenswert? Das kommt drauf an. Wer das Huawei Band 6 sein eigen nennt und umsteigen möchte, kann es sich sparen. Dafür bietet es zu wenig Mehrwert. Wer noch mit dem Kauf eines Xiaomi Mi Band 7 (Testbericht) liebäugelt, sollte zum Huawei Band 7 greifen. Es ist in fast allen Bereichen die bessere Wahl. Oder wer absolut nicht mehr als 55 Euro ausgeben kann oder möchte, soll das Huawei Band 7 greifen. Wer aber noch einen 10er drauflegen kann, sollte sich das Huawei Watch Fit new (Testbericht) kaufen. Minimal größer, bessere Ausstattung, kann mehr und auch sonst die bessere Wahl. Trotzdem vergebe ich das Gütesiegel, denn für Einsteiger in dieser Preisklasse ist es nach wie vor eine Empfehlung.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf eigene Kosten bei Huawei gekauft. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Peter W.
Huawei Band 7
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
3.3

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ Wechselarmbänder
+ gutes Display
+ Schnellladefunktion
+ gut gemachte App
+ Always-On Display

– kein Upgrade gegenüber dem Vorgänger
– Schritte werden immer noch falsch gezählt

Peter W.https://www.mobi-test.de
Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch oder Marketing Gelaber, sondern Klartext. Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.
Ähnliche Artikel zum Weiterlesen

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Smartphone Testberichte