Bowers & Wilkins PX7 im Test. Lange habe ich darauf gewartet und ich kann es kaum erwarten, dieses High-End Headset mit ANC und aptX zu testen.

Ich höre gerne und vor allem viel Musik. Zu Hause läuft den ganzen Tag Musik über unsere Multi-Room Anlage von Sonos. Auf der Arbeit höre ich Podcasts und Musik über ein In-Ear Headset. Zuletzt mit dem Bowers & Wilkins PI3 (Testbericht).

Wenn es dann mal etwas mehr sein darf, habe ich mir seinerzeit ein Bang & Olufsen BeoPlay H9i (Testbericht) gegönnt, welches mein Bowers & Wilkins PX (Testbericht) abgelöst hat. Zwischendurch habe ich dann noch den kleinen Bruder des PX7, das Bowers & Wilkins PX5 (Testbericht) getestet, natürlich auch den Klassiker Sony WH-1000XM3 (Testbericht) und das Bose Noise Cancelling Headphones 700 (Testbericht).

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Technische Daten Bowers & Wilkins PX7:

  • 10 Hz – 30 kHz
  • 43,6 mm Treiber
  • Adaptives ANC
  • Bluetooth 5.0 mit aptX HD
  • A2DP, AVRCP, HFP, HSP, SBC, AAC, BLE GATT
  • 30 Stunden Akkulaufzeit mit aktiven ANC
  • USB Typ-C 
  • 3,5 mm AUX-IN
  • Schnellladefuktion
  • 307 g

Produktseite: bowerswilkins.com/px7

Deutsche Bedienungsanleitung: bowerswilkins.com/PX7-Manual.pdf

Erhältlich ist das Bowers & Wilkins PX7 in den Farben Space-Grau und Silber unter anderem bei Amazon* zum Preis ab 299 Euro.

Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben -> Link

Was ich gut finde:

In der Verpackung findet man neben dem Headset noch ein Case, ein USB Typ-C Ladekabel, ein 3,5 mm Klinkenkabel und eine bebilderte Kurzanleitung. Eine Anleitung im PDF Format ist weiter oben verlinkt.

Wie auch schon beim Vorgänger Bowers & Wilkins PX (Testbericht) oder dem Bowers & Wilkins PX5 (Testbericht) ist die Verarbeitung einfach nur ein Traum. Am auffälligsten sind natürlich die Bügel aus einem Karbonfaser-Composite-Material, welche zwar nicht so edel wie Alu oder Edelstahl aussehen, dafür aber ein geringes Gewicht haben und trotzdem sehr robust.

Die beiden Ohrmuscheln sind wieder mit Stoff bezogen und besitzen schöne weiche Polster, sitzen aber zum Glück nicht mehr so straff wie beim Bowers & Wilkins PX (Testbericht). Das war auch der Hauptgrund, warum ich diese verkauft habe. Nach kurzer Zeit hatte man Kopfschmerzen. Das ist endlich vorbei und jetzt kann ich problemlos mehrere Stunden am Stück hören.

Die Polster sind übrigens wieder wechselbar. Im Inneren werkeln vergleichsweise riesige Treiber mit 43,6 mm Durchmesser.

Der Bügel ist ebenfalls mit Stoff bezogen und hat innen eine Lederbezug. 

Sämtliche Tasten und Buchsen sind tadellos verarbeitet und nichts bietet Anlass zur Beanstandung.

Die Liste mit der Ausstattung ist komplett. ANC gibt es, genauso Bluetooth 5.0 mit aptX HD, USB Tp-C, Schnellladefunktion, optionale App, usw.

Die Bedienung ist denkbar simpel, denn es gibt richtige Tasten. An der linken Seite befindet sich die ANC-Taste, mit der man das ANC auf Hoch, Niedrig, Automatik und komplett ausschalten kann. Jeder Druck wird mit einer Sprachausgabe (in Englisch) quittiert.

Rechts der Ein-Ausschalter, mit dem man auch die Bluetooth-Verbindung steuern kann. Die dreiteilige Taste steuert Lauter, Leiser, Play, Pause, Anrufe usw. Durch die erhabene mittlere Taste sind die drei sehr gut durch Tasten unterscheidbar.

Echt praktisch ist die Funktion zur automatischen Pause, wenn man eine Ohrmuschel anhebt oder das Headset absetzt. Umgekehrt wird die Wiedergabe fortgesetzt, wenn man es wieder aufsetzt. Und das funktioniert richtig gut.

Einen Reset auf die Werkseinstellungen kann man durch gleichzeitiges gedrückt halten der beiden Lautstärke-Tasten und der ANC-Taste für 10 Sekunden durchführen, bis die LED erlischt und anschließend wieder aufleuchtet. Alternativ funktioniert das auch über die App.

Das adaptive ANC leistet gute Dienste, wobei adaptiv bedeutet, dass es auf der Stellung „Auto“ permanent zuhört und das ANC entsprechend anpasst. Aber auch dieses ANC kann keine Wunder vollbringen. Es arbeitet genauso gut oder schlecht wie das des Sony WH-1000XM3 (Testbericht).

Alleine die dicken Polster isolieren schon ganz gut. Auf der Wache wird es in der Stellung „High“ schon deutlich ruhiger, aber man hört noch das Gerede, wenn keine Musik läuft. Das gilt erst recht für den Straßenverkehr. Ein gleichmäßiges Geräusch wie den Fön kann das ANC auch nicht vollständig ausblenden. Aber so weit minimieren, dass es nicht mehr wirklich stört.

Und wie ist der Klang? Einfach nur gut. Ich liebte den voluminösen Klangcharakter des Bowers & Wilkins PX (Testbericht) und den hat der PX7 vererbt bekommen. Im direkten Vergleich zum kleinen Bruder Bowers & Wilkins PX5 (Testbericht) ist es in allen Bereichen noch mal eine Ticken mehr.

Die Bässe kommen druckvoll und trotzdem sehr präzise. Ein herrlicher Wumms, der auch bei höheren Lautstärken nicht anfängt zu brummen. Im Mitteltonbereich zeichnet sich das Headset durch einen angenehme Abstimmung aus. Sänger bekommen das nötige Volumen, ohne zu fett zu wirken oder gar dünn. 

Der Hochtonbereich spielt sauber und klar auf und zu keiner Zeit spitz oder gar schrill. Zu gefallen weiß auch die Breite der Bühne und Tiefenstaffelung. Es ist einfach irre, wie sich selbst aufwendige Orchesteraufnahmen in Master Qualität auf dem Bowers & Wilkins PX7 anhören.

Denn auch die Dynamik und die generelle Spielfreude sind absolut lobenswert. Kurzum. Musik zu hören mit dem Bowers & Wilkins PX7 macht einfach nur einein riesigen Spaß.

Was ich ok finde:

Mit einem Lebendgewicht von 307 Gramm ist er etwas schwerer als der Bang & Olufsen BeoPlay H9i (Testbericht) und um einiges schwerer als der Sony WH-1000XM3 (Testbericht), der allerdings auch komplett aus Plastik besteht. Im Alltag merkt man davon aber nichts, da die weichen Polster am Bügel das Gewicht gut verteilen.

Der Tragekomfort ist sehr gut, was wie beschrieben an den weichen Polstern und den nicht mehr so stramm sitzenden Bügel liegt. Durch die Gelenke, Neigungs- und Längenverstellung passt sich der Kopfhörer eigentlich jeder Kopfform an.

Der Akku soll bis zu 30 Stunden durchhalten. Ich selber konnte mit aktivierten ANC knapp 28 Stunden Musik hören. Das ist schon mal eine Ansage, denn selbst der Sony WH-1000XM3 (Testbericht) hält da nicht mehr mit.

Dank der Schnellladefunktion soll man durch 15 Minuten aufladen bis zu 5 Stunden Musik hören können. Das kann ich so nicht verifizieren. 

Übrigens kann man auch während des Ladens problemlos weiter Musik hören. Da habe ich auf Anfrage extra ausprobiert und werde das zukünftig in meinen Tests berücksichtigen.

Es gibt auch eine App. Nennt sich schlicht Bowers & Wilkins Headphones (Android / iOS) und wird zum Glück nicht zwingend benötigt, denn mit der App eine Verbindung herzustellen ist echt reine Glückssache.

Mal klappt es auf Anhieb, nur eine Minute später funktioniert nichts mehr und es wird zu einem Geduldsspiel. Keine Ahnung woran das liegt, aber dieses Problem hatte ich bislang mit allen Bowers & Wilkins Headsets.

In der App kann man unter anderem Firmwareupdates durchführen oder auch die Geräuschunterdrückung steuern und auch, wie stark die Durchschaltung von Umgebungsgeräuschen sein soll. Eine sehr praktische Funktion, denn so kann man einstellen, was man noch von der Umgebung mitbekommen wird.

Aber auch, wie sensibel der Tragesensor reagiert oder den Standby einstellen.

Die Klanglandschaften spielen auf Knopfdruck Naturgeräusche wie Regen ein. Ein nettes Gimmick, wenn man sich mal konzentrieren oder entspannen möchte.

Die Latenz ist erfreulich gering, aber noch ein Stück weit wahrnehmbar. 

Links: Bowers & Wilkins PX7
Rechts: Bang & Olufsen BeoPlay H9i

Was ich nicht gut finde:

So wirklich viel habe ich nicht zu kritisieren. Höchstens dieses bereits beschriebene Glücksspiel bei der Verbindung mit der App. Hier hilft es oft, wenn man beim Start der App schon Musik hört. Damit scheint sich die Verbindung leichter herzustellen.

Aber sonst? Fällt mir ehrlich gesagt nichts ein. Denn den Preis kann man nicht negativ bewerten, denn wer High-End möchte, bekommt das nicht für 8,50 Euro.

Fazit:

Ist das Bowers & Wilkins PX7 empfehlenswert? Ich glaube die Tatsache, dass mir gerade ein solches bestellt habe, sagt alles aus. Es ist nicht ganz billig, aber das Gesamtpaket stimmt einfach. Sehr lange Akkulaufzeit, hervorragender Klang, ein gutes ANC und ein sehr guter Tragekomfort sind nur ein paar der positiven Eigenschaften. 

Ab sofort werde ich also zusätzlich zum Bang & Olufsen BeoPlay H9i (Testbericht) noch das PX7 mein eigen nennen und daher vergebe ich auch das Gütesiegel.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Bowers & Wilkins PX7
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Klang
  • Preis/ Leistung
4.3

Kurzfassung

+ sehr gute Verarbeitung
+ sehr guter Klang
+ aptX HD
+ gutes ANC
+ sehr gute Akkulaufzeit 

– Verbindung zur App ist ein Glücksspiel

5 KOMMENTARE

  1. Hallo Peter,
    wie schlägt er sich klanglich gegen den H9i?
    Ich hatte den PX und bin wegen des Klangs auf den H9i umgestiegen welchen ich ausschließlich ohne ANC nutze (Klang besser).
    Zuspieler aktuell iPhone also nur AAC
    Grüße
    Markus

    • Die geben sich beide nichts, würde aber selbst zum H9i tendieren, weil der Klang runder ist. Der PX7 hat einen Ticken mehr Wumms untenrum. Ich habe übrigens beide hier liegen.

      Gruß
      Peter

  2. Danke für Deine schnelle Antwort, dann werde ich beim H9i bleiben.
    Bin ja auch sehr zu frieden aber man will sich ja steigern 😀
    Ich hatte schon den PX, Sony WH10003 und auch einen Bose.
    Aber klanglich war es bisher der H9i…

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