Jabra Envolve2 65 Stereo Office On-Ear Headset im Test

Im Test haben wir den Jabra Envolve2 65, dem angeblich besten Office Headset auf dem Markt und meine Frau hat es 4 Wochen lang im harten Homeoffice-Alltag getestet.

Geht es um professionelle Headsets, dann fällt sehr oft direkt der Name Jabra und das nicht ohne Grund. Meine Frau ist seit einigen Jahren im Homeoffice und ist dort täglich mehrere Stunden in diversen „Calls“ auf verschiedenen Plattformen zugange. Wie es sich für eine Managerin gehört, hat sie auch ein Geschäftshandy, mit dem sie zu den Bürozeiten auch erreichbar sein muss. Da kam die Frage nach einem Test des neuen Jabra Envolve2 65 gerade recht, denn es ist ein hochwertiges Headset mit Multipoint und diversen weiteren Vorzügen, die den Büroalltag erleichtern. Und so testet sie für jeden nachvollziehbar im ganz normalen Büroalltag. Natürlich bewertet sie auch die Verarbeitungsqualität, Konnektivität zum PC und Smartphones mit Android und iOS, Tragekomfort usw. Wie immer sind das ihre ganz persönlichen Eindrücke. Das auch mit einer der Gründe, warum wir unsere Testberichte eher kurz halten, denn niemand möchte elend lange Texte lesen und daher konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale.

Technische Daten Jabra Envolve2 65:

  • 40 mm Treiber
  • 20 Hz – 20 kHz
  • Bluetooth 5.0
  • Advanced Multipoint
  • Bluetooth Profile HSP, HFP, A2DP, AVRCP, PBAP, SPP (was ist das?
  • Bluetooth Codec SBC (was ist das?
  • Touchbedienung
  • Trageerkennung
  • Sprachassistenten
  • spritzwassergeschützt nach IPX5 (was bedeutet das?)
  • USB Typ-C
  • 186 x 157 x 60,5 mm
  • 177 g
  • 360 mAh (Case)

Schnellladefunktion

Produktseite: jabra.com.de/jabra-evolve2-65

Deutsche Bedienungsanleitung: jabra.com/Jabra-Evolve2-65_User-Manual_DE_German_RevC.pdf

Erhältlich ist das Jabra Envolve2 65 in schwarz oder beige z.B. bei Amazon* in einer Mono und in einer Stereo-Variante zum Preis ab 139,99 Euro. Im Test haben wir die Stereo-Variante.

Was ich gut finde:

In der Verpackung findet man neben dem eigentlichen Headset noch die Ladestation mit einem fest verbauten Ladekabel, dem Jabra Link 380 Bluetooth Adapter, den es als USB Typ-C und als USB Typ-A Variante erhältlich ist, einem USB Typ-C Kabel, ein Etui und eine deutsche Anleitung. Wie bei Jabra üblich ist die Verarbeitung ohne Tadel. Wir haben ja schon mehrere Jabra Headsets getestet (Testbericht), darunter auch das Jabra Elite 45h (Testbericht) welches nicht nur rein optisch dem Jabra Envolve2 65 ähnlich ist. So ist es wieder ein On-Ear Kopfhörer mit dem superweichen Kunstlederüberzug am Bügel und den Kunstlederpolstern auf den Ohrmuscheln, die sich durch den bewährten Memory-Foam an die Ohren schmiegen, ohne zu sehr auf das Ohr zu drücken und so einen hervorragenden Tragekomfort über viele Stunden ermöglicht. Wie eingangs beschrieben nutzt meine Frau das Headset jeden Tag über mehrere Stunden und ist gerade bei den Ohren sehr empfindlich und lobte den Tragekomfort unter anderem, weil sie darunter nicht so schwitzt. Außerdem sind die Ohrpolster kipp- und drehbar, so dass sie sich beim Aufsetzen anpassen. Bei Jabra denkt man aber auch an Kleinigkeiten, wie z.B. dass die Verstellung des Kopfbandes keine Rasterung hat, sondern stufenlos und vor allem lautlos zu verstellen ist. Fragt mal das Gegenüber wie laut es ist, wenn man während eines Telefonats den Bügel verstellt und dieses Rasten 1:1 übertragen wird. So etwas macht ein Business Headset aus. Sämtliche Bedienelemente sind rechts zu finden und Jabra setzt auf Tasten. Zu aller erst fällt natürlich der Mikrofonarm auf. Dieser ist drehbar und dient nicht nur dafür, dass sich das Mikrofon sehr nahe am Mund befindet, sondern auch zum Annehmen und Beenden von Gesprächen. Während eines Telefonats kann man das Mikrofon durch hochklappen stumm schalten.

Direkt daneben die Taste zum stummschalten des Mikrofons. Telefoniert man gerade nicht, kann durch einen Druck auf diese Taste der Sprachassistent gestartet werden. Sehr pfiffig diese Taste so weit von den anderen Tasten zu platzieren, denn da muss der Finger nicht lange suchen und kann nicht aus Versehen etwas anderes drücken. Auf der anderen Seite des Kopfbügels die drei Tasten zur Steuerung der Musikwiedergabe. Am unteren Rand der Ohrmuschel der Schiebeschalter zum Ein/Ausschalten und verbinden, eine kleine LED und die USB Typ-Buchse. Die vier „Busylights“ sind am Headset so nicht zu sehen, aber wenn diese rot leuchten sieht man schon von weitem, dass der Träger gerade telefoniert. Diese sieht man natürlich nicht, wenn der Träger, wie meine Frau, längere Haare hat. Mittig auf der rechten Ohrmuscheln dann noch eine runde Multifunktions-Taste, mit der man bei der „Unified communications“ Ausführung ebenfalls einen Anruf annehmen, halten oder auch beenden, bzw. ablehnen kann.

Apropos „Unified communications“. Auch wir standen zu Beginn etwas ratlos davor, was das bedeuten soll. Damit ist nichts anderes gemeint, dass dieses Headset mit allen gängigen Plattformen wie Cisco, Avaya, Zoom, Teams usw. kompatibel ist. Bei der Microsoft Teams-zertifizierten Ausführung des Jabra Envolve2 65 ist es speziell für diese Anwendung optimiert.

Die Ladestation kostet rund 30 Euro extra, ist aber nicht unbedingt nötig, da sich das Jabra Envolve2 65 problemlos mit dem USB Typ-C Kabel aufladen lässt. Der größte Vorteil der Ladestation ist, dass das Headset eine festes „zu Hause“ hat. Auf vielen Schreibtischen sieht es sicher so aus, wie auf dem meiner Frau und da ist so ein fester Platz nicht unwichtig, zumal das Headset zum Laden sauber einrastet und so immer frisch geladen ist.

Ein weiteres dickes Plus ist die Jabra Sound+ App (Android / iOS) und die PC-Software Jabra Direct, die es für Windows und Mac gibt. Damit ist das Jabra Envolve2 65 extrem flexibel, was die Verbindungen angeht. Die Verbindung ist in kurzer Zeit eingerichtet. Einfach den Jabra Link 380 Bluetooth Adapter in den PC stecken, kurz warten und im Bluetooth-Menü verbinden. Hat direkt beim ersten Versuch funktioniert. Beim Smartphone läuft die Verbindung wie gehabt über die Bluetooth Einstellungen. Bis zu 8 Geräte können verbunden werden, davon zwei zur gleichen Zeit und das Wechseln der Verbindung geschieht dank Advanced Multipoint vollautomatisch. So ist das Headset mit dem Laptop verbunden und gleichzeitig noch mit dem Handy. Kommt ein Anruf rein, kann dieses angenommen werden und man telefoniert. So weit, so normal. Kommt jetzt aber ein weiterer Anruf rein, bekommt der zweite Anrufer dank Advanced Multipoint kein Besetztzeichnen zu hören, sondern ganz ein Freizeichen. Der Träger wird per Sprache über den weiteren Anruf informiert und kann nun entscheiden, ob er Anruf 1 in die Warteschleife setzen will und Anruf 2 entgegennehmen oder Anruf 1 weiter führen und Anruf 2 abweisen.

Mit der Jabra Sound+ App lassen sich diverse Änderungen vornehmen wie die Sprache des Headsets, ein Equalizer, beruhigende Hintergrundmusik, Firmware Updates oder Tastenbelegungen. Das alles ist sehr übersichtlich und einfach gehalten. Dasselbe gilt auch für die Jabra Direct Software, mit der sich primär die Verbindung zum PC anpassen lässt.

Die Akkulaufzeit ist so einfach nicht zu erfassen, denn gefühlt hält der ewig. Normalerweise testen wir Headsets in der Form, dass wir so lange ein Rosa Rauschen bei etwas höhere Lautstärken laufen lassen, bis der Akku leer ist. Diesen Test haben wir dieses mal nicht gemacht, sondern das Headset ganz normal im Büroalltag genutzt. Durch die Kurzarbeit arbeitet meine Frau derzeit an vier Tagen die Woche für je 4 Stunden. Am 4. Tag meldete das Headset immer noch einen mittleren Akkustand. Erst am 9. Arbeitstag wurde der Akku ladepflichtig. Umgerechnet also nach etwa 36 Stunden und damit fast punktgenau bei den 37 Stunden laut Herstellerangabe. Und dank Quick Charge ist der Akku nach nur 15 Minuten aufladen wieder fit für einen kompletten Arbeitstag. So reicht es vollkommen aus, das Headset nur am Wochenende aufzuladen. Das es so lange hält und das trotz vielen Telefonaten liegt wohl daran, dass das Headset bei Nichtbenutzung in den Standby geht und blitzschnell wieder scharf geschaltet wird, sobald ein Anruf reinkommt. Allerdings gilt es einiges beim Ladegerät zu beachten, wenn man nicht die aufpreispflichtige Ladestation dazu kaufen möchte, aber dazu gleich mehr.

Jabra Direct Software

Natürlich habe wir auch den Klang bewertet und hier begeistert vor allem der sehr neutrale Klangcharakter. Jabras sind keine Bassmaschinen, aber spielen sich sehr leicht durch unsere Test-Playlist. So auch das Jabra Envolve2 65. Aufsetzen, einschalten und völlig unaufgeregt einfach nur Musik genießen. Straffe Bässe, stimmige Mitten und angenehme Höhen. Es passt einfach, auch wenn es nicht High-End ist. Das will so ein Business Headset auch nicht sein. Wenn endlich Feierabend ist, kann man eben auch sehr gut Musik hören. Die Jabras bieten eine weite Bühne, die sich in alle Richtungen öffnet. Alleine damit übertrifft es viele, auch teurere, Konkurrenten, die „nur“ für Musik gedacht sind und sich High-End nennen. Über die Sprachqualität bei Telefonaten muss man bei Jabra auch nicht viel schreiben. Perfekt umschreibt es mit einem Wort. Die Rauschunterdrückung der insgesamt drei Mikrofone lässt Nebengeräusche nahezu verstummen. So kann meine Frau bei einem aktiven Call problemlos einen Kaffee machen, ohne das es alle mithören müssen oder auch mal auf dem Balkon stehen und niemand bekommt es mit. Der Empfang ist so gut, dass man sich mit dem Jabra Envolve2 65 problemlos durch die ganze Wohnung bewegen konnte, dem Briefträger die Tür öffnen, ohne dass es auch nur ansatzweise zu Verbindungsabbrüchen, Rauschen beim Telefonat oder sonstiges kam. Eben perfekt.

Was ich nicht gut finde:

Das Jabra Envolve2 65 scheint extrem wählerisch zu sein, was das Ladegerät angeht. So wurde es selbst mit dem beiliegenden Ladekabel nicht am Laptop oder dem Monitor geladen. Zwar leuchtet die grüne LED auf, aber es wird nicht geladen. Laut Jabra soll das aber problemlos möglich sein. Dasselbe an einem an sich potenten USB Ladegerät mit 1A bei 5V. Die LED leuchtet, aber keine Reaktion. Erst an einem 10W Ladegerät, also 2A bei 5V, wurde es geladen. Es macht also absolut Sinn den Aufpreis für die als extra erhältliche Ladestation zu investieren.

Jabra Sound+ App

Fazit:

Ist das Jabra Envolve2 65 empfehlenswert? Ja und alleine die Tatsache, dass wir direkt nach dem Test die Mono-Variante gekauft haben, sollte alles aussagen. Der Preis ist gerechtfertigt, denn wenn man so ein Headset jeden Tag auf dem Kopf hat und damit telefonieren muss, dann muss es einfach passen und das in allen Belangen. Hier liefert das Jabra, mal wieder, gnadenlos ab und daher vergeben wir natürlich das Gütesiegel.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Jabra Envolve2 65
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
4.5

Zusammenfassung

+ top Verarbeitung
+ sehr guter Tragekomfort
+ sehr gute Verbindungsmöglichkeiten
+ stabile Verbindung
+ sehr flexibel nutzbar
+ sehr gute Akkulaufzeit
+ sehr einfache Bedienun
+ sehr gute Sprachqualität
+ guter Klang

– wählerisch beim Laden

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