Multipoint bei Bluetooth Headsets – was ist das eigentlich?

Immer öfter hört man in Verbindung mit Bluetooth Headsets das Wort Multipoint. Was das genau ist, welche verschiedenen Arten es gibt, was es kann und was nicht, erkläre ich hier ohne Fachchinesisch.

Neben den Bluetooth Codecs, wie dem sehr begehrten aptX (was ist das?), wird immer wieder nach einem ganz besonderen Feature gefragt. Die Rede ist von Multipoint. Viele haben von Multipoint schon mal gehört, aber oft genug wird diese Funktion falsch verstanden. Denn wie so oft im Leben gibt es Unterschiede und auch Einschränkungen. Die Möglichkeit mit mehreren Geräten gleichzeitig verbunden zu sein, findet man immer häufiger auch in Headsets unter 100 Euro und das ist absolut lobenswert. Zumal dieses Multipoint nicht unbedingt nur für Business-Menschen nützlich, sondern auch für „Normalos“ wie mich. Auch ist Multipoint schon lange nicht mehr nur den Over-Ear Headsets vorbehalten, sondern auch die neumodischen Knöpfe im Ohr können das.

So nutze ich tagtäglich mehrere Stunden die AirPods 3 (Testbericht) und kann damit jederzeit und oft auch voll automatisch zwischen meinem iPad Pro und iPhone 12 Pro wechseln. Davor habe ich lange Zeit die Samsung Galaxy Buds Live (Testbericht) genutzt, welche Markus gerade gekauft hat und darüber im Podcast gesprochen. Diese beiden beherrschen Multipoint und es werden immer mehr. Headsets mit Multipoint habe ich mittlerweile auch etliche getestet (Link zu den Tests) und zuletzt haben die OnePlus Buds Pro (Testbericht) dieses Feature per Update erhalten.

Was ist Multipoint?

Diese Technologie wurde Mitte der 2000er etabliert und seitdem stetig erweitert und verbessert. Vereinfacht gesagt ist es eine Funktion von Bluetooth, die es dem Nutzer möglich macht, mit seinem Headset mit zwei Geräten gleichzeitig verbunden zu sein. In meinem Fall mit meinem iPhone und meinem iPad. So kann ich auf dem iPad Videos schauen und kommt ein Anruf auf meinem iPhone rein, kann das Telefonat annehmen und sprechen. Das alles, ohne irgendwas umzuschalten, was ohne Multipoint nötig wäre. Anderes Beispiel ist die gleichzeitige Verbindung zum Headset mit seinem privaten Handy und dem Geschäftshandy. Egal wer anruft, privat oder geschäftlich, wird über das verbundene Headset ermöglicht.

Welche Arten von Multipoint gibt es?

Multipoint ist natürlich nicht gleich Multipoint, denn mittlerweile gibt es nunmehr drei Kategorien.

  • Multipoint

Das „einfache“ Multipoint ist am weitesten verbreitet, denn es ist genau das, was viele kennen. Zwar ist man mit zwei Geräten gleichzeitig verbunden, kann aber immer nur einen Anruf annehmen. Kommt ein weiterer Anruf rein, bekommt man einen Hinweis über einen ankommenden Anruf und muss sich entscheiden. Den aktiven Anruf weiterführen oder beenden und dafür den zweiten Anruf annehmen.

  • Advanced Multipoint

Die bessere Technologie ermöglicht das Halten des aktiven Anrufs und bietet die Möglichkeit den zweiten Anruf anzunehmen, zwischen den beiden Anrufen zu wechseln und dafür das andere Telefonat in eine Warteschleife zu setzen.

  • Triple-Multipoint

Diese Technologie funktioniert nicht ohne weitere Hardware in Form eines zusätzlichen Displays, welches das Headset mit derzeit bis zu 4 Geräten per Bluetooth verbinden kann. Mit allen Vorteilen von Advanced Multipoint, nur das man mehr als zwei Anrufe gleichzeitig führen kann und sogar zu Konferenzen zusammenschalten.

Was kann Multipoint nicht?

Mit Multipoint kann man nicht mehrere Bluetooth Lautsprecher miteinander verbinden. Damit hat Multipoint rein gar nichts zu tun. Dieses Feature ist Sache der Hersteller. Allen voran JBL Connect bzw. JBL Connect+ welche allerdings nicht untereinander kompatibel sind. UE Double Up heißt diese Funktion bei Ultimate Ears.

Was ebenfalls nicht mit Multipoint möglich ist, dass zwei Smartphones einen Bluetooth Lautsprecher gleichzeitig mit Musik füttern. Ein Feature, welches man z.B. von Teufel kennt und sich Stereo Connect. Unter Android kann man auch mal die App SoundSeeder – Musik gemeinsam & synchron abspielen ausprobieren,

Peter W.

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