Xiaomi Mi Watch im Test – was ich gut finde und was nicht

Und da ist sie endlich. Ich habe die Xiaomi Mi Watch im Test und ihr könnt hier nachlesen, was ich an ihr gut finde, was nicht und welche Alternativen es geben könnte.

Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich den kleinen Bruder, die Xiaomi Mi Watch Lite (Testbericht) getestet. Allerdings gibt es wegen der Bezeichnung ein wenig Verwirrung. Diese Uhr hier hat nichts mit der ursprünglichen Xiaomi Watch zu tun, die mit Wear OS läuft und auch bei uns im Podcast schon Thema war. Diese wurde bislang unter der Bezeichnung Xiaomi Mi Watch Revolve gesehen und in China als Xiaomi Mi Watch Color. Mit der Modellnummer XMWTCL02 kommt man dem ganz gut auf die Schliche, um welche es genau handelt.

Auch wichtig zu wissen ist, dass ich eine Smartwatch rund um die Uhr trage und wie genau ich teste, ist hier ausführlich beschrieben -> Link

Technische Daten Xiaomi Mi Watch:

  • Android ab 5.0 / iOS ab 10.0
  • 1,39″ AMOLED Display mit 454 x 454 Pixel
  • Gorilla Glass 3
  • Always-On Display
  • 512 MB RAM
  • 2 GB interner Speicher
  • Pulsmessung
  • Schlaftracking
  • 6-Achsen-Beschleunigungssensor
  • Barometer
  • wasserdicht bis 5 ATM (was bedeutet das?)
  • GPS, GLONASS, Galileo, BDS
  • Bluetooth 5.0
  • WLAN 802.11 b/g/n
  • 22 mm Wechselarmbänder
  • 47,2 × 53,3 × 11,4 mm
  • 48 g
  • 420 mAh

Produktseite: mi.com/de/mi-watch

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Erhältlich ist die Xiaomi Mi Watch in den Farben Schwarz, Dunkelblau oder Beige z.B. bei Amazon* zum Preis von 119,99 Euro und aktuell sogar im Angebot für 99,99 Euro.

Was ich gut finde:

In der Verpackung ist nicht viel. Neben der Uhr noch das Ladegerät und die deutsche Kurzanleitung. Mehr braucht es aber auch nicht. Die Verarbeitung ist gut. Ein schön gearbeitetes, rundes Gehäuse mit zwei wirklich gut bedienbaren Knöpfen an der rechten Seiten, von dem der untere frei belegbar ist. Das Display ist aufgesetzt und durch die sanfte Schräge sieht das optisch sehr ansprechend aus. Allerdings ist das Display nicht randlos. Ein gewisser Rand bleibt, ist aber verschmerzbar. Auf der Rückseite die Pogo-PINs für das Ladegerät und Sensoren. Die Amrbänder sind ohne Werkzeug wechselbar und haben die Standardbreite von 22 mm. Dieses fühlt sich aber im Gegensatz zu vielen Konkurrenten leider eher billig an, was auch für die Schließe aus Plastik gilt.

Für den Preis bekommt man eine wirklich gute Ausstattung. Angefangen beim 1,39″ ,messenden AMOLED Display mit einer Auflösung von 454 x 454 Pixel, welches durch Gorilla Glass 3 geschützt ist. Des weiteren ist die Xiaomi Mi Watch wasserdicht bis 5 ATM (was bedeutet das?), womit man also auch schwimmen gehen kann. Entsprechende Aktivitäten sind vorhanden. Erfreulicherweise gibt es auch ein Always-On Display, welches weniger Akku verbraucht als gedacht. Apropos Display. Dank AMOLED ist es schön hell und die automatische Helligkeitsregelung sorgt dafür, dass es sich an die Umgebung anpasst. Allerdings muss man dazu sagen, dass es vor allem nachts noch viel zu hell ist. Aber mit der Hand kurz das Display abgedeckt und schon ist es dunkel. Die Reaktion des Display ist ebenfalls gut. Weitaus besser als bei der Xiaomi Mi Watch Lite (Testbericht).

Was ich ok finde:

Mit einem Lebendgewicht von 48 g inkl. Armband ist ok, was aber dem ganzen Plastik zugeschrieben werden muss. Leider sieht man das Plastik der Xiaomi Mi Watch auch an. Gerade weil es mattiert ist. Ehrlich gesagt, sieht die Uhr ziemlich billig aus. Aktuell trage ich schon den nächsten Testkandidaten, die Haylou LS02, am Arm. Ein smarte Uhr für 37 Euro, die auch aus Plastik besteht, aber wesentlich wertiger aussieht. Alleine schon die Tatsache, warum das Armband geriffelt ist, das Gehäuse aber glatt. Warum ist nicht auch das Armband glatt? Hätte in der Gesamtheit wesentlich besser ausgesehen. Leider ist die Mi Watch auch ziemlich dick geraten. Sie gleicht eher einer klobigen Wear OS Smartwatch, denn die Amazfit GTR 2 (Testbericht) hat die bessere Ausstattung, ist aber um einiges dünner und das sind alleine schon optisch Welten.

In der Praxis macht sich das geringe Gewicht natürlich positiv bemerkbar. Auch die Dicke ist weniger störend als zunächst befürchtet, lässt sich aber mit Sicherheit nicht weg diskutieren. Aber genau wie bei der Xiaomi Mi Watch Lite (Testbericht) reagiert meine Haut auf das TPU Material des Armbands, was ich aber nicht bewerten kann, da es vom Träger abhängig ist. Woran man sich gewöhnen muss, ist die starke Vibration. Viele mögen das, aber beim Wecker schafft es die Vibration sogar meine Frau zu wecken. Da hilft es auch nicht, wenn man die Stärke der Vibration in den Einstellungen anpassen kann.

Bei den Aktivitäten hat man eine riesige Auswahl aus über 100 Sportarten und da ist wirklich alles möglich dabei. Schön, dass man im Sport-Menü die Aktivitäten den eigenen Wünschen nach sortieren, hinzufügen oder löschen kann. Auch die Sortierung der Sportarten ist sinnvoll, weil sie in Gruppen einsortiert sind und man sich nicht durch elend lange Listen scrollen muss. Dazu lassen sich Ziele setzen und während des Trainings die wichtigsten Daten anzeigen lassen. Zur Genauigkeit der Daten komme ich gleich.

Der Akku ist ok. Die versprochenen 16 Tage wird man wohl nur erreichen, wenn alles deaktiviert ist und die Uhr ungenutzt in der Ecke liegt. In der Realität waren es bei 5 bis 6 Tage. Mit aktiver Pulsmessung, aktiven Benachrichtigungen, Always-On Display aktiviert, automatische Helligkeitsregelung und zwei Aktivitäten mit GPS Aufzeichnung. Das ist in Ordnung, denn noch längere Akkulaufzeiten sind heute kaum noch machbar. Nicht mit diesen Displays und Performance, denn da lässt sich die Xiaomi Mi Watch nicht lumpen. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, dass da irgendwas hängt oder langsam reagiert. Benachrichtigungen werden auszugsweise angezeigt und können teilweise gescrollt werden, um sie in voller Länge zu lesen. Aber darauf antworten oder reagieren kann man nicht. Auch nicht telefonieren oder navigieren. Es ist eben eine Uhr mit ein paar smarten Funktionen, aber keine wirkliche Smartwatch wie eine Uhr mit Wear OS.

Was ich nicht gut finde:

Das Drama mit dem GPS setzt sich leider auch bei der Xiaomi Mi Watch fort. Selbst unter freien Himmel bei Sonnenschein braucht der GPS-Fix selbst beim zehnten mal teilweise noch mehrere Minuten. Extrem nervig, denn entweder warte ich solange mit meinem Training oder laufe los und verliere etliche Meter (bei mir bis zu 500 Meter) der Strecke. Das bekommen die einfach nicht in den Griff. Gilt im übrigen auch für den Puls. Mit meinem externen Sensor habe ich während eines Cardio Workouts einen Puls von 124 Schlägen pro Minute. Die Mi Watch zeigt mir lässige 84 Schläge an. Und solche unrealistischen Werte bekommt man am laufenden Band geliefert und das trotz straff sitzenden Armband. Auch die SpO2 Messung (was ist das?) ist ein Witz. Laut der Uhr soll ich dauerhaft Werte von 86 bis 88% haben. Damit wäre ich ein Fall für das Krankenhaus. Werte von 96 bis 100% sind für mich als gesunder Nichtraucher normal, aber nichts darunter. Totaler Blödsinn, was da gemessen und angezeigt wird. Zumal man sich für die Messung absolut nicht bewegen darf, sonst bricht die Messung direkt ab.

Das Interface ist dieselbe wie bei der Xiaomi Mi Watch Lite (Testbericht). Also Icons ohne Beschriftung und noch weniger Aussagekraft, was dahinter steckt und auch hier muss zur Xiaomi Wear bei Android und Xiaomi Wear Lite für iOS gegriffen werden. Die ist nach wie vor wesentlich schlechter als das altbekannte Mi Fit, aber die unterstützt eben die Xiaomi Mi Watch nicht. Auch Drittanbieter Apps wie Notify & Fitness können mit der Wi Watch nichts anfangen. Ebenso nervig ist aber auch, dass die App zwar anzeigt, dass die Daten soeben synchronisiert wurden, aber die aktuellen Daten der Uhr tauchen erst mit langer Verzögerung dann auch in der App auf.

Und dann war da noch das Update auf die Version 1.2.52. Mit dieser hält Amazon Alexa Einzug. Sie ist auch da, aber sie funktioniert nicht. Zuerst einmal kann man sie mangels Mikrofon in der Uhr nicht mit einem Sprachbefehl aktivieren, sondern man muss die Uhr entsperren, im Display nach oben wischen und den Alexa Button drücken. Es erscheint „Mit Amazon verbinden…“ direkt gefolgt von „Zuhören“ und bevor man etwas sagen kann erscheint „Später erneut versuchen“. Ganz toll, da komplett unbrauchbar. Interessanterweise funktioniert es beim Amazfit Band 5 problemlos.

Fazit:

Ist die Xiaomi Mi Watch empfehlenswert? Ich lasse mich mal zu einem Ja durchaus verleiten, denn sie ist definitiv besser als die Xiaomi Mi Watch Lite (Testbericht), aber kommt nicht an die Amazfit GTR 2 (Testbericht) heran. Sie rangiert irgendwo dazwischen und in der Preisklasse um 100 Euro gibt es derzeit keine runde, smarte Uhr, die besser ist als die Xiaomi Mi Watch. Man muss halt mit der Xiaomi Wear Lite App vorlieb nehmen und etlichen Problemen beim GPS und den ermittelten Werten. Wenn man absolut nicht mehr ausgeben will, um eine Amazfit GTR 2 zu kaufen, bleibt eben nur noch die Mi WDas Gütesiegel vergebe ich trotzdem nicht. Dafür hat die Xiaomi Mi Watch dann doch zu viele Schwächen.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf eigene Kosten bei Amazon gekauft. Es wurde nicht vom Hersteller bzw. Onlineshop als Leihgabe bzw. als Geschenk zur Verfügung gestellt. Diese Offenlegung dient der Transparenz.

Xiaomi Mi Watch
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
2.5

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ gute Akkulaufzeit
+ gutes Display
+ viele Sportarten

– App verbesserungswürdig
– schlechtes GPS
– unpräzise Werte für Puls, SpO2 usw.

2 Kommentare zu „Xiaomi Mi Watch im Test – was ich gut finde und was nicht“

  1. Also bei mir funzt Alexa wirklich problemlos, einfach oberen Knopf bisschen länger drücken und schon hört se zu und antwortet ohne Probleme ziemlich schnell oder aktiviert meine Homesmart Geräte. Du musst alexa zuvor bloß in der app einmal richtig verknüpfen. Grüße

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