Amazfit GTR 2 im Test – was ich gut finde und was nicht

Ich habe die Amazfit GTR 2 im Test und möchte wissen, ob sie in die großen Fußstapfen ihres Vorgängers reinpasst. Lest hier, was ich an dieser Smartwatch gut finde und was nicht.

Endlich habe ich die Amazfit GTR 2 für einen Test hier liegen, beerbt sie doch, die in meinen Augen bislang beste Amazfit Smartwatch, die Amazfit GTR (Testbericht). Meine Erwartungen sind entsprechend hoch und ich werde ganz genau hinschauen, denn wie immer, muss sich auch die Amazfit GTR 2 im direkten Vergleich mit der Apple Watch behaupten. Auch wichtig zu wissen ist, dass ich eine Smartwatch rund um die Uhr trage und wie genau ich teste, ist hier ausführlich beschrieben -> Link

Technische Daten Amazfit GTR 2:

  • Android ab 5.0 / iOS ab 10.0
  • 4 GB interner Speicher 
  • 1,65″ AMOLED Display mit 348 x 442 Pixel
  • Always-On Display
  • Pulsmessung
  • Schlaftracking
  • SpO2 Messung (was ist das?)
  • 6-Achsen-Beschleunigungssensor
  • wasserdicht bis 5 ATM (was bedeutet das?)
  • GPS / GLONASS
  • NFC (nutzbar nur mit Alipay)
  • WLAN (2,4 GHz)
  • Bluetooth 5.0 LE
  • 20 mm Armbandbreite
  • 42,8 x 35,6 x 9,7 mm
  • 24,7 g (ohne Armband)
  • 471 mAh

Produktseite: de.amazfit.com/amazfit-gtr-2

Deutsche Bedienungsanleitung: amazfit-support.com/German_Amazfit GTR 2.docx

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Was ich gut finde:

Im Lieferumfang der Amazfit GTR befindet sich neben der Uhr nicht wirklich viel. Außer einem Ladekabel, welches übrigens baugleich mit der Ladeschale der Amazfit Bip U (Testbericht) ist, und einer Anleitung ist gähnende Leere im Karton. Aber ok. Mehr braucht es auch nicht. Dafür ist die Verarbeitung absolut ohne Tadel. Ein wunderschön gearbeitetes Gehäuse aus Aluminium beim schwarzen Modell oder Edelstahl bei der Silbernen. Schön abgerundet und sehr sanft übergehend in das Curved-Display. Überhaupt ist die Amazfit GTR 2 sehr schlank ausgefallen. Vor allem im direkten Vergleich mit einem Wear OS Klopper, wie der Ticwatch Pro 3 GPS (Testbericht). An der rechten Seite zwei sehr gut zu bedienende Knöpfe, links ein Mikrofon und ein Lautsprecher. Was im ersten Moment gut klingt, ist aber wirklich nur für den Notfall gedacht. Denn der Lautsprecher ist viel zu leise, um im Freien z.B. an einer Straße vernünftig zu sprechen. Aber zu Hause klappt das echt gut. Man kann sich auch mit einem echten Weckton wecken lassen oder Benachrichtigungen akustisch erklingen lassen. Auf der Rückseite die beiden Pogo-Pins für das Ladegerät und die Sensoren für den Puls und Blutsauerstoff. Der Tragekomfort der Amazfit GTR 2 ist dank seiner schlanken Bauweise und geringen Gewichts wirklich hervorragend. Selbst im Schlaf stört sie nicht und sieht einfach nur schick aus. Auf jeden Fall sollte man das Armband wechseln. Warum, darauf komme ich später noch zu sprechen.

Aber es geht noch weiter mit der wirklich guten Ausstattung. GPS ist in dieser Preisklasse Pflicht. Genauso die Wasserdichtigkeit bis 5 ATM (was bedeutet das?), das Always-On Display und WLAN. Wobei auch dieses wiederum im Alltag eher unwichtig ist. Aber eben nice to have.

Der Praxistest hat einfach nur Spaß gemacht. Die Amazfit GTR 2 ist ein absolut unaufgeregter Begleiter im Alltag. Was jetzt total langweilig klingt, ist ein großes Lob, denn so eine smarte Uhr soll uns den Alltag erleichtern, aber nicht erschweren und genau das macht die Amazfit. Sie fällt schon mal nicht so auf, weil eben rund, schön flach und mit dem Always-On Display sieht es eben mehr nach Uhr als Spielzeug aus. Das AMOLED Display ist eben ein waschechtes AMOLED. Das steht für sehr bunte, leuchtende Farben und weiß wirklich zu gefallen, da es auch bei Sonne sehr gut ablesbar und Texte zwar etwas klein, aber gestochen darstellen kann inkl. dem ß, Sonderzeichen und Smilies. Allerdings kann man nach wie vor nicht auf Nachrichten reagieren. Dafür muss man dann doch das Handy in die Hand nehmen, weshalb ich solche Uhren nicht als Smartwatch bezeichne, was wir auch im Podcast immer wieder ansprechen. Mittlerweile muss man gelesene Nachrichten auch nicht mehr löschen. Dass passiert automatisch, sobald neue Nachrichten reinkommen, aber man kann alle auf Wunsch in einem Rutsch löschen. Der Schlafmodus wird automatisch aktiviert und zeichnet relativ präzise auf. Das gilt auch für alle anderen Messwerte den Puls oder auch die SpO2 Messung. Prinzipiell funktioniert es, aber eben nur bedingt aussagekräftig, worüber ich in diesem Artikel ausführlich geschrieben habe -> Link

Erstaunlich präzise ist auch das GPS. Gerade hier hat Xiaomi/ Amazfit seit jeher massive Probleme. Keine Ahnung, was Amazfit bei der GTR 2 geändert hat, aber die Aufzeichnung von Strecken ist durchaus als genau zu bezeichnen und steht einer Apple Watch in nichts nach. Natürlich differieren auch hier die ermittelten Strecken von der Realität, halten sich aber bei einer Wanderung von 10 km mit 200 Meter Differenz absolut im positiven Rahmen. Wer es exakt haben will, muss erheblich mehr Geld in die Hand nehmen.

Wie schon gesagt ist die Amazfit GTR 2 im Alltag ein stiller Begleiter, der im Hintergrund seine Arbeit macht und um den man sich nicht weiter kümmern muss, zumal man das Menü und auch die Widgets ein Stück weit seinen Bedürfnissen anpassen kann. Allerdings muss man aufpassen, denn im Menü der Uhr findet man den Menüpunkt „Blutdruck“. Das ist ein Fehler, denn hier wird der Stress gemessen. Den Blutdruck messen kann die Amazfit GTR 2 nicht.

Eine Spielerei sind die Watchfaces, von denen einige zur Auswahl stehen und ein Stück weit auch die Optik des Always-On Display bestimmen. In Punkto Sport kann die Amazfit GTR 2 ebenso überzeugen. Es gibt 12 Sportmodi, die automatisch erkannt werden. Innerhalb des Menüpunkt „Training“ findet man aber noch viele mehr, die man nach Lust und Laune zu Favoriten erklären kann, sortieren usw. Das ist schon mal sehr gut. Auch, dass man Ziele vorgeben kann, während der Aufzeichnung durch diverse Screens seine aktuelle Daten checken kann usw. Das alles wird in der App optisch ansprechend aufbereitet präsentiert. Gerade für „Normal-Sportler“ wie mich absolut ausreichend, auch was die Genauigkeit angeht. Auch hier gilt. Wer es perfekt will, darf nicht sparen.

Was ich ok finde:

Der Akku der Amazfit GTR 2 ist zwar nominell größer als bei der Amazfit GTR (Testbericht), aber an die 30 Tage Akkulaufzeit kommt sie nicht einmal annähernd heran. Bei mir waren es immer um die 4 Tage, einmal sogar 5 Tage, was aber davon abhängt, wie oft man mit der Uhr telefoniert, GPS nutzt usw. Solche Angaben sind immer mit Vorsicht zu genießen, denn die Nutzung ist bei jedem anders. Natürlich kann man mit dem Akkusparmodus noch einen oder zwei Tage heraus holen, oder Funktionen deaktivieren, aber dann braucht man keine solche smarte Uhr.

Altbekannt ist auch die Zepp App (iOS / Android). Sie kann alles und bietet alles, was man von einer App heute erwarten kann. Das alles sehr übersichtlich und gut nutzbar. Sehr schön sind die Möglichkeiten seine Aktivitäten zu verfolgen und zu analysieren. Natürlich nicht auf Profineviveau, aber für den Breitensportler absolut ausreichend. Auch die Synchronisation geht schnell und problemlos vonstatten. Wo wir schon bei den Apps sind. Die bekannte Notify & Fitness App wird unterstützt, aber man kann wohl derzeit keine Watchfaces damit installieren. Auch andere Apps sind derzeit nicht mit der Amazfit GTR 2 kompatibel. Es scheint, dass Amazfit intern irgendwas am Zugriff geändert hat.

Die Bedienung der Amazfit GTR 2 sollte auch niemanden vor ernste Probleme stellen. Per Touchscreen und den beiden 2 Tasten bewegt man sich durch das Menü. Slidet man vom Hauptbildschirm nach unten, erscheint ein Schnellstartmenü. Dasselbe nach oben, wenn man die Benachrichtigungen sehen möchte. Wischen nach links oder rechts lässt diverse Werte wie den Puls oder den PAI-Wert (was ist das?) anzeigen. Der obere Knopf bringt den Nutzer in das eigentliche Menü und der untere Knopf lässt sich z.B. mit den Aktivitäten frei belegen. Dabei reagiert das Display sehr gut. Nur wenn man nasse Hände hat, wird es etwas schwieriger, was aber auch bei einer Apple Watch passiert.

Der integrierte 4 GB Speicher für Musik ist in der heutigen Zeit dank Streaming nicht mehr so wichtig. Aber er ist vorhanden, aber effektiv nutzbar sind nur noch knapp 3 GB, weil der Rest vom System benötigt wird. Die Bedienung geschieht über den eingebauten Player, der aber auch gestreamte Musik vom Smartphone steuern kann. Dafür muss aber das Smartphone in Reichweite und verbunden sein. Also ist der Speicher eher ein Gimmick. Gilt im übrigen auch die Bluetooth Funktion. Mit ihr kann man zwar ein Headset oder ein Smartphone koppeln, aber einen Bluetooth-Brustgurt kann man damit aber nicht verbinden.

Was ich nicht gut finde:

Das mitgelieferte Silikonarmband ist für diese Preisklasse inakzeptabel. Es sieht nicht nur billig aus, sondern fühlt sich auch so an und riecht in den ersten Tagen fürchterlich. Kein Wunder, dass ich davon direkt einen Ausschlag bekommen habe. Zum Glück kann man es ohne Werkzeug wechseln und mit seiner Standardbreite von 22 mm findet man unendlich viele Alternativen.

Fazit:

Ist die Amazfit GTR 2 empfehlenswert? Ja, das ohne Wenn und Aber. Denn das Armband sollte man ohnehin direkt auswechseln, da es einfach nur billig wirkt. Ansonsten löst die GTR 2 den Vorgänger GTR ganz locker als meine neue Lieblings-Amazfit ganz locker ab. Tolles Design, super schlank und leicht, tolles Display, gute Akkulaufzeit, viele Funktionen und brauchbare Werte. Auch wenn sie etwas teurer ist, passt das Gesamtpaket und ist ihr Geld auf jeden Fall wert und von daher vergebe ich das Gütesiegel.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Onlineshop notebooksbilliger.de als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Amazfit GTR 2
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
4

Zusammenfassung

+ sehr gute Verarbeitung
+ sehr guter Tragekomfort
+ Wechselarmbänder
+ zuverlässiger Begleiter

– billiges Silikonarmband
– Übersetzungsfehler in der App

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