Samstag, August 20, 2022
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yeedi vac max im Test – wie gut ist dieser Saugroboter mit Wischfunktion?

Im Test habe ich den yeedi vac max Saugroboter mit Wischfunktion, denn er verspricht viel, aber wie sieht es in der Praxis aus? Kann er im Alltag einer ganz normalen Wohnung überzeugen?

Vor kurzem habe ich mit dem yeedi vac hybrid (Testbericht) ein Schwestermodell des jetzt im Test befindlichen yeedi vac max getestet, der mich allerdings nicht restlos überzeugen konnte. Der max soll alles besser machen und soll in wichtigen Punkten verbessert worden sein. Allem voran die höhere Saugleistung, die verbesserte Erstellung der Karten und vor allem die verbesserte und vor allem präzisere Navigation. Also jede Menge Ansatzpunkte für einen guten Test. Dort muss er sich dann aber auch dem Xiaomi Robot Vacuum Mop 2S (Testbericht) stellen, der zwar schwer auszusprechen ist, aber als gutes Gesamtpaket zum Preis von 249 Euro überzeugen konnte.

Wie immer sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und Erfahrungen in meiner ganz normalen Wohnung und nicht aus einem Testlabor. Wie meine Wohnung so aussieht und welche Herausforderungen auf den Testkandidaten warten, habe ich hier ausführlich beschrieben -> Link zum Artikel

Technische Daten yeedi vac max:

  • Visuelles SLAM Navigation
  • Sprachsteuerung per Google Assistant/ Alexa
  • 3000 pa Saugleistung
  • 1 Seitenbürste
  • 1 Bodenbürste
  • Zonenreinigung
  • No-Go Areas
  • yeedi Home App
  • 450 ml Staubbehälter
  • 240 ml Wassertank
  • HEPA-Filter
  • WLAN (2,4 GHz)
  • 350 x 350 x 77 mm (Sauger)
  • 40 Watt
  • 67 dB
  • 5200 mAh

Produktseite: de.yeedi.com/yeedi-vac-max

Deutsche Bedienungsanleitung: yeedi.com/yeedi_vac_max_DE.pdf

Erhältlich ist der yeedi vac max zu einer UVP von 349,99 Euro. Während der Amazon Prime Days wird er bis zum 20. Juli 2022 zum Preis von 239,99 Euro* angeboten. Für 199 Euro kann man bei Amazon* noch eine automatisch Absaugstation hinzukaufen. Der yeedi vac station ist die KOmbinaton aus dem yeedi vac max und der Absaugstation und kostet 499,99 Euro. Auch dieser ist bei Amazon im Angebot für 379,99 Euro*. Der oben genannten yeedi vac hybrid (Testbericht) ist bei Amazon auf 209,99 Euro* reduziert.

Der Lieferumfang des yeedi vac max

Was ich gut finde:

In der Verpackung findet man neben dem yeedi vac max noch zwei Wischpads, die Ladestation mit dem Netzkabel und eine deutsche Anleitung. So weit, so normal. Viel montieren muss man nicht, aber genau drauf aufpassen, dass um die Ladestation herum genug Platz ist, damit der Saugroboter ausreichend Platz zum rangieren hat. Das sollte sich im weiteren Verlauf des Tests noch als wichtig erweisen.

Nach dem Auspacken fällt schon mal direkt auf, dass sich der yeedi vac max rein optisch vom yeedi vac hybrid (Testbericht) absolut nicht unterscheidet. Nach wie vor ist er mit 77 mm Höhe einer der flachsten Saugroboter auf dem Markt. Ein Erkennungszeichen von yeedi ist die nach oben ausgerichtete Kamera mit dem Kartierungssensor. Nennt sich bei yeedi visuells SLAM Navigation (Simultaneous Localization and Mapping) und klingt zunächst etwas seltsam, funktioniert aber wirklich. Weiterhin noch die einzige Taste, mit der man den Saugroboter starten und pausieren kann. Nach vorne gibt es keinerlei Sensorik mehr, außer dem Schlagbalken. Unter dem Deckel der bekannte Staubbehälter, ein echter Ein/Aussschalter, ein Reset-Taster und das Reinigungswerkzeug. Alles wie gehabt. Auch unten herum ist alles beim alten. Die einzelne Seitenbürste, die einzelne Bodenbürste, diverse Sensoren und Räder.Und wo liegen jetzt die Unterschiede? Die Saugleistung wurde von 2300 pa auf nunmehr 3000 pa erhöht und der Akku wurde von 2600 mAh auf jetzt 5200 mAh verdoppelt und das ist auch die absolute Stärke des yeedi vac max. Ausprobiert habe ich das eher unfreiwillig, worauf ich später noch mal beim Punkt Kartierung kommen werde. Selbst nach einigen Stunden am Stück musste der Roboter nicht zum Laden an die Station zurückkehren.

An sich gut ist auch die yeedi App (Android / iOS). Schlicht, elegant und übersichtlich. Kann man aber auch so interpretieren, dass es auch nicht viel einzustellen gibt. Die Einrichtung ist auch etwas anders, als bei anderen. Für die Verbindung muss man den auf dem Smartphone gezeigten QR-Code vor die Kamera halten. Also Display kopfüber in ca. 10 cm Abstand über die Kamera halten und hoffen, dass die Kamera den Code erkennt. Hat bei mir nach dem 4. Versuch geklappt. Für den Start der Reinigung wählt man zuerst aus, was man reinigen möchte. Die Automatik soll selbst entscheiden, wo gesaugt und gewischt werden soll. Bei mir heißt das wohl immer nur „Alles“. Intelligent war die Automatik irgendwie nicht. Am ehesten wird man die Reinigung einzelner Zimmer nehmen oder die Bereichsreinigung.

Mir gefällt gut, dass ich auch während der Reinigung die Saugleistung und Wassermenge regulieren kann. Vorab kann man für die Räume auch entscheiden, ob dieser zweimal gereinigt werden soll. Vorab muss man sich im Menü der App auch entscheiden, ob man nur wischen oder wischen und saugen möchte. Das ist etwas ungewöhnlich, denn mehr Sinn würde es genau umgekehrt machen, wie sich im weiteren Verlauf Tests zeigen sollte.

Während der Arbeit fällt die geringe Bauhöhe auf und wie angenehm leise der yeedi vac max unterwegs ist. Erst wenn man die Saugleistung auf die höchste Stufe stellt, wird es ein wenig unangenehm, aber da habe ich hier schon ganz andere Kandidaten gehabt, bei denen man meinte, dass ein Sturm durch die Wohnung fegt. Im akustischen Sinne. Von daher ist der yeedi absolut im Rahmen des erträglichen. Überhaupt ist die Saugkraft ordentlich. Im Praxistest kam er selbst mit groben Verschmutzungen gut zurecht. Ab und „schießt“ die Seitenbürste mal was weg, aber im weiteren Verlauf erwischt der yeedi vac max dann meist auch diese Geschosse wirkungsvoll. Ist der Behälter voll, kann dieser sehr leicht entnommen und entleert werden. Das gilt leider nicht für den Wassertank, für den man den Roboter am besten etwas anhebt.

Zu Beginn ist die Navigation durch die Räume und auch während der Reinigung etwas seltsam. Statt per direkten Weg, fährt der yeedi vac max teils extrem umständlich von A nach B. In meinem Fall fuhr er in den ersten Tagen mitten durch die insgesamt 24 Stuhlbeine der 6 Stühle unter dem großen Esstisch im Wohnzimmer. Das dauert halt und so hatte es gerne mal runde 10 Minuten gebraucht, bis er in dem zu reinigenden Zimmer angekommen ist. Das wird aber mit jeder Reinigung besser, denn der yeedi vac max lernt mit jeder Fahrt dazu. Zumindest was die Orientierung angeht. Beim Reinigen fällt vor allem beim wischen das streifige Wischbild auf. Ist an sich kein Problem, denn frische Flecken werden auch so problemlos beseitigt. Eingetrocknete Flecken packt er aber nicht. Da scheitern auch deutlich teurere Modelle.

Wie immer gibt es bei mir den ultimativen Test. Ich verschütte eine komplette Ladung Spülwasser aus der Kaffeemaschine und ein wenig Kaffeesatz aus dem Tresterbehälter. Das alles lasse ich dann noch ein paar Stunden eintrocknen. So habe ich alles zusammen. Richtig viel Flüssigkeit mit teils eingetrockneten Rändern und festen Dreck. Vor der Reinigung stelle ich die Wasserzufuhr und die Saugleistung hoch und lassen den Bereich zweimal wischen. Im ersten Durchgang wurden schon die allermeisten Sauereien entfernt. Es blieb nur ein wenig von den eingetrockneten Rändern und ein wenig Kaffeesatz übrig. Das aber leider auch nach dem zweiten Durchgang, denn der yeedi vac max fährt exakt dieselbe Strecke nochmals ab und lässt dann halt auch mal was liegen, worauf ich weiter unten noch mal kurz eingehen werden, denn insgesamt ist das Wisch- und Saugergebnis zufriedenstellend.

Was ich nicht gut finde:

Im Praxistest gab es Licht, aber leider deutlich mehr Schatten. Das mit der Kartierung der Wohnung gestaltet sich zur Geduldsprobe. Wie immer bereite ich die Wohnung nicht wirklich vor. Es bleibt alles wie es ist und so starte ich in der App die erste Fahrt durch die komplette Wohnung. So zumindest der Plan. Am Ende waren es 5 Fahrten, bis die Karte im Kasten war und das auch nur, weil ich alle möglichen Hindernisse aus dem Weg geräumt habe. Also alle Kabel weg oder hoch legen, alle möglichen (und unmöglichen) Gefahrenstellen wie die Waage auf dem Boden im Bad wegräumen, Schuhe, Schlappen, Spielzeug auf dem Boden, Teppiche weg oder rutschsicher an die Wand schieben usw. Das ist in einer ganz normalen Wohnung ganz schön viel, wo sich so ein moderner Saugroboter wie der yeedi vac max festfahren kann und auch getan hat. Erst dann hat er die Wohnung störungsfrei abgefahren und die Karte erstellt.

Danach sieht man direkt das nächste Problem, welches schon beim yeedi vac hybrid (Testbericht) vorhanden war. Die Karte der Wohnung ist extrem grob und mangels Anpassungsmöglichkeiten kann man an ihr eigentlich nicht wirklich was ändern. So ist meine offene Küche, das Wohnzimmer und der Flur ein riesiger zusammenhängender Raum. Das ist in so fern etwas unpraktisch, da ich nicht mal so eben nur die Küche nach dem Kochen säubern lassen kann. Es geht zwar über die Bereichsreinigung, bei der man ein Rechteck in die Karte einzeichnet, aber weil die Karte eben auch im Detail eher grob ist, kann man es vergessen, da einen einigermaßen passenden Bereich einzuzeichnen. Was hingegen funktioniert ist das einfügen von No-Go Areas, die aber leider öfter mal korrigiert werden müssen, bis es passt, weil die Karte eben so ungenau ist.

Etwas weiter oben habe ich beschrieben, dass man in der yeedi App auswählen kann, ob der yeedi vac max nur wischen oder auch saugen soll und warum es verkehrt herum sinnvoller wäre. Denn der yeedi vac max lässt Teppiche aller Art konsequent aus. Es macht ja Sinn, dass er Teppiche meidet, wenn er auch wischen soll, aber man diese Wischfunktion nicht deaktivieren kann. Der yeedi vac max erkennt Teppiche problemlos, denn er fährt an diese heran, daran entlang aber nicht drauf. Es ist also durchaus technisch lösbar, macht so absolut keinen Sinn. Denn in der App lassen sich zwar Bereiche einstellen, in denen nicht gewischt werden soll, aber so weit kommt er halt nicht, wenn in diesem Bereich ein Teppich vorhanden ist.

Die Hinderniserkennung des yeedi vac max lässt zu wünschen übrig

Auch nicht wirklich gut ist die Art und Weise, wie der yeedi vac max zu Werke geht. Nicht in geraden Bahnen, sondern schräg. Sieht an sich schon seltsam aus, da er um Hindernissen großräumig herum fährt und diese Details am Ende gerne mal auslässt. Ganz extrem ist das Stuhl- oder Tischbeinen zu sehen. Er fährt mit Wucht heran, erkennt das Hindernis, fährt ein wenig zurück und um das Hindernis herum. Aber nicht bis zum weiteren Verlauf der Bahn, sondern wirklich weit herum. um dann irgendwann von hinten noch mal heranzufahren. Aber er fährt nicht um das Hindernis komplett herum, um wirklich alle Bereiche zu erwischen. Auch bei Ecken agiert der yeedi vac max etwas ungeschickt. Die Ecken der bodentiefen Fenster reinigt er nicht, da er nicht einmal in die Nähe kommt. Er dreht vorher immer ab und auch die Ecken an Schränken, die er „um die Ecke“ kommend anfährt, werden großzügig ausgelassen und daher niemals gereinigt. Da bleiben immer irgendwelche Reste in den Ecken liegen. Auf geraden, großen Flächen ist die Saugleistung wie weiter oben beschrieben gut, aber im Detail ist es ungenügend.

Auch die Hinderniserkennung lässt nach wie vor zu Wünschen übrig. Oder um es direkt auszudrücken, es gibt gar keine. In dieser Preisklasse sollte wenigstens eine einfache Erkennung von Hindernissen vorhanden sein.

Kann ja vorkommen, dass plötzlich eine Fernbedienung, ein ca. 15 cm großer Plüschtedddy und eine Steckdosenleiste mit extra langen Kabel im Weg liegt. Oder im schlimmsten Fall der Hamster aus seinem Käfig fliehen konnte und jetzt frei herum läuft. Interessiert den yeedi leider herzlich wenig, denn alles wird zusammengeschoben und so vor sich her, bis eine Wand kommt. Ein Totalausfall, denn gerade den Teddy scheint er wohl zu erkennen, aber nicht auszuweichen. Schuhe? Werden aus dem Weg geräumt oder im Falle von Flipflops kurzerhand mitgenommen, wenn er sich nicht direkt darauf festfährt. Apropos festfährt. Hindernisse bis 9 mm soll der yeedi vac max problemlos überklettern, was er auch schafft, dafür fährt er sich am Fuß des Drehstuhl im Büro fest oder auf einem ca. 1 m langen Stab aus Bambus, den er hinter dem Gästebett hervorgeholt hat.

Fazit:

Ist der yeedi vac max empfehlenswert? Eher nicht, auch wenn er gegenüber dem yeedi vac hybrid (Testbericht) eine Verbesserung darstellt. Alles im allem kann er im Praxistest aber nicht überzeugen. Die Kartenerstellung dauert zu lange, die Karte ist nicht vernünftig editierbar, es gibt massive Probleme mit Teppichen, der Reinigungsleistung im Detail und keine wirkliche Hindernis Erkennung. Da ist der günstigere Xiaomi Robot Vacuum Mop 2S (Testbericht) die wesentlich bessere Alternative. Sehr schade, denn die Optik, die niedrige Bauhöhe und leise Arbeitsweise wussten zu gefallen. Das Gütesiegel vergebe ich daher nicht.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Peter W.
yeedi vac max
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
2.5

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ sehr flach
+ gute Saugleistung
+ lange Akkulaufzeit
+ einfach bedienbare App

– Probleme bei der Kartenerstellung
– Probleme mit der Navigation
– Probleme bei der Reinigung in Ecken
– Probleme bei der Hinderniserkennung
– recht rabiat zu Möbeln

Peter W.https://www.mobi-test.de
Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch oder Marketing Gelaber, sondern Klartext. Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.
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