Plantronics BackBeat Pro 5100 im Test – was ich gut finde und was nicht

Vor kurzem habe ich das Plantronics Voyager 8200 UC (Testbericht) getestet und war etwas hin und her gerissen. Das Plantronics BackBeat Pro 5100 ist wohl so etwas wie der kleine Bruder und muss sich nun bei mir im Test beweisen. Die Konkurrenz in der Preisklasse von 150 Euro bis 200 Euro ist riesig. Angefangen vom Sony WF-1000XM3 (Testbericht) mit seinem hervorragenden ANC oder meinen aktuellen Überflieger Oppo Enco X (Testbericht). Alleine schon diese beiden zeigen sehr eindrucksvoll, in welchem Feld wir hier uns bewegen, aber Plantronics ist eben Plantronics und ich stelle die Frage, bb das Pro 5100 TWS Headset da mitspielen kann oder nicht.

Technische Daten Plantronics Backbeat Pro 5100:

  • 5,8 mm Treiber
  • 20 Hz – 20 kHz
  • Bluetooth 5.0
  • Bluetooth Profile A2DP, AVRCP, HFP (was ist das?
  • Bluetooth Codec AAC, SBC (was ist das?
  • Freisprechfunktion
  • Trageerkennung
  • Sprachassistenten
  • spritzwassergeschützt nach IPX4 (was bedeutet das?)
  • Micro-USB
  • 5,8 g (pro Earpiece)
  • 53 g (gesamt mit Case)
  • 60 mAh (Earpiece)
  • 440 mAh (Case)
  • Quick Charge

Produktseite: poly.com/de/backbeat-pro-5100

Deutsche Bedienungsanleitung: poly.com/backbeat-pro-5100-anleitung-de.pdf

Erhältlich ist das Plantronics BackBeat Pro 5100 nur in schwarz unter anderem bei Amazon* zum Preis von 179,99 Euro. Allerdings sollte man vor dem Kauf ein wenig umschauen, denn oft sind die für unter 130 Euro im Angebot.

Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben -> Link

Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei.

Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. 

Natürlich sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab. Das auch mit einer der Gründe, warum wir unsere Testberichte eher kurz halten, denn niemand elend lange Texte lesen und daher konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale.

Nicht zuletzt von der Auswahl der passenden Aufsätze die zum sehr großen Teil den Klang beeinflussen. Dazu habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengetragen -> Link

Was ich gut finde:

Im Lieferumfang befindet sich neben dem Case mit seinen beiden Ohrstöpseln noch zwei Paar Ohrpolster in verschiedenen Größen, ein kurzes Micro-USB Kabel und eine deutsche Kurzanleitung. Auf die komme ich später noch mal zu sprechen. Die Verarbeitung ist wirklich gut, auch wenn es komplett aus Plastik besteht. Angefangen beim Case, dessen Deckel per Knopf geöffnet werden kann. Dieser Deckel ist an einer Stelle etwas lichtdurchlässig, um die innenliegende LED durchscheinen zu lassen. Das ist schon ziemlich pfiffig und im Alltag eine gute Sache, denn die Entriege

lung des Deckels ist gleichzeitig auch eine Taste. Das das Case einen Micro-USB Anschluss hat und keinen USB Typ-C, ist für mich nicht ausschlaggebend und sicher kein Grund zur Abwertung. Die beiden Ohrstöpsel werden magnetisch gehalten, allerdings muss man des Öfteren nachhelfen, bis sie richtig sitzen. Die Trageerkennung funktioniert gut. Das gilt auch für die Touch-Bedienung. Der große Knopf an jedem Ohrstöpsel kann eigentlich nicht verfehlt werden und bietet einen guten Druckpunkt. Jede Aktion wird mit einem dezenten „Beep“ quittiert. Hält man den jeweiligen Ohrstöpsel für mehr als 4 Sekunden gedrückt, kann man ihn ausschalten. Wieder einschalten kann man sie durch gedrückt halten für 2 Sekunden. Nimmt man sie aus dem Case, sollten sie sich automatisch einschalten. Warum sollten? Darauf komme ich später noch zu sprechen. Die Lautstärken kann ebenfalls direkt am Headset angepasst werden. Einen Reset auf die Werkseinstellungen kann nur über die App erfolgen. Kann man mit dieser keine Verbindung herstellen, hat man schlicht ein Problem.

Der Akku soll bis zu 6 Stunden durchhalten, was ich absolut bestätigen kann. Bei normalen Hörlautstärken war bei mir nach 6 Stunden und 21 Minuten der Akku leer. Im Case kann man die beiden Ohrstöpsel jeweils noch zweimal aufladen und beim dritten mal reicht es noch für knapp 30 Minuten. Also alles im allem sind es mitsamt Case rund 20 Stunden und damit entsprechend der Werksangabe.

Der Klang weiß zu gefallen. Das Plantronics BackBeat Pro 5100 macht wirkich Spaß. Nichts für audiophile Hörer, aber für alle anderen, die einen vollmundigen Klangcharakter mögen. Schöne Bässe, gute Mitten und nicht zu vorlaute Höhen. Passt einfach, auch wenn die Bühne nicht ganz so breit ist wie erhofft und auch die Tiefe des Raumes lässt Raum für Verbesserungen. Aber egal. Beim Sport hört man das ohnehin nicht und da treiben die Bässe den Träger an. Die Maximallautstärke dürfte einigen Nutzern vielleicht etwas zu niedrig sein, aber es ist schon ausreichend.

Was ich ok finde:

Wasserdicht ist das Plantronics BackBeat Pro 5100 nicht, aber spritzwassergeschützt nach IPX4 d.h. dass man auch mal durch den Regen laufen kann und stark schwitzen, aber duschen darf man damit nicht. Liest sich jetzt schlimmer als es ist, denn selbst wesentlich teurere Headsets bieten oft nicht mehr als IPX4.

Der Tragekomfort ist durchaus gut und das liegt vor allem an den relativ großen Ohrpolstern. Gerade beim Pro 5100 muss man sich Zeit nehmen und mit den verschiedenen Größen ausprobieren, denn wenn es mal richtig sitzt, dann ist die Abschirmung zur Außenwelt teilweise besser als mit einem aktiven ANC und selbst beim Sport fallen sie nicht aus dem Ohr. Wobei man hierbei immer die Kirche im Dorf behalten muss. Kein Headset wird wildeste Bewegungsabläufen standhalten. Aber Aktivitäten wie Jumping Jacks, Seilspringen und ähnlichen mit einer gewissen Bewegung sind kein Problem.

Als App kommt hier die BackBeat App (Android / iOS) zum Einsatz. Diese bietet einige Möglichkeiten wie Firmware Updates, Änderung der Tastenbelegung und sogar die Änderung des Masters. Also dem vorrangigen Ohrstöpsel. Allerdings muss man dazu sagen, dass es mittlerweile viele Headsets ohne diese Master/Slave Anordnung gibt. Bei denen ist jeder Ohrstöpsel autark, verbindet sich jeweils direkt mit dem Smartphone und kann einzeln bzw. als Stereo betrieben. Hier beim Plantronics BackBeat Pro 5100 gibt es einen Master und der andere wird automatisch zum Slave und verbindet sich mit dem Master. Und genau das wird im Test noch zum Problem. Hat man das Headset verloren, kann man diese über die App suchen und einen Ton abspielen lassen. Dafür müssen sie aber mit dem Smartphone verbunden sein.

Was ich nicht gut finde:

Das ANC gehört in der Preisklasse ab 100 Euro mittlerweile zur Ausstattung dazu. Leider nicht beim Plantronics BackBeat Pro 5100. Gerade Plantronics steht für Bürokommunikation und bietet eigentlich durch die Bank weg eine Multipointverbindung. Auch dieses Option fehlt beim Plantronics BackBeat Pro 5100. Es kann also immer nur mit einem Gerät verbunden sein. Man kann zwar (theoretisch) per Knopfdruck zwischen zwei Geräten wechseln, aber in der Praxis hat das leider nicht funktioniert.

Denn gerade die Verbindung als solches ist das größte Problem des Headsets. Das fängt schon mal bei der Anleitung an. Nur in der beiliegenden gedruckte Kurzanleitung ist es einigermaßen richtig beschrieben. Zumindest die Sache mit der erstmaligen Verbindung. Die Anleitung in der App oder die PDF im Netz (siehe Link oben bei den technischen Daten) sind komplett falsch. Dort sind z.B. zwei LEDs im Case zu sehen. In Wirklichkeit gibt es nur eine. Lädt man das Headset, dann blinkt die LED dreimal weiß. Was das bedeutet? Keine Ahnung. Wohl, dass der Akku voll aufgeladen ist. Aber selbst wenn ich das Headset 24 Stunden am Ladegerät lasse, blinkt es immer noch dreimal und sollte laut Anleitung ausgehen, sobald der Akku voll ist. Passt also in keiner Anleitung. Auch die in der der verlinkten und in der App befindlichen Anleitung beschriebenen Möglichkeiten zum Verbinden passen nicht zur Realität. So habe ich die ersten Stunden nur damit verbracht, die beiden Ohrstöpsel irgendwie mit meinem iPhone 11 oder meinem Redmi 9 zu verbinden. Weil, wer liest schon die gedruckte Anleitung? Funktioniert hat es dann irgendwann, aber fragt mich bitte nicht, was ich wann, wie und wie lange gedrückt habe. Wie oft schaltet sich nur der linke Ohrstöpsel (Ab Werk der Master) und der rechte überhaupt nicht. Da hilft nur, den rechten Ohrstöpsel noch im Case durch gedrückt halten einzuschalten und dann erst zu entnehmen. In der Hälfte der Fälle funktionierte dann die Verbindung zwischen den beiden Ohrstöpseln. Oft genug aber auch nicht. Das diese Probleme auch beim verbinden mit der App auftreten muss ich sicher nicht noch extra erwähnen. Total nervig und absolut nicht eines Plantronics würdig.

Fazit:

Ist das Plantronics BackBeat Pro 5100 empfehlenswert? Kurz und hart…Nein. Auch wenn man es für unter 130 Euro bekommen sollte, würde ich ein bisschen was drauflegen und entweder die Sony WF-1000XM3 (Testbericht) oder Oppo Enco X (Testbericht) kaufen. Gründe gibt es viele. In eigentlich allen Belangen sind die beiden erheblich besser als das Plantronics BackBeat Pro 5100. Selbst das wesentlich günstigere Haylou T16 (Testbericht) ist, bis auf den minimal schlechteren Klang, die bessere Option weil eben mit einem guten ANC, ähnlicher Akkulaufzeit usw. Von daher vergebe ich das Gütesiegel nicht.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Plantronics BackBeat Pro 5100
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Klang
  • Preis/ Leistung
2.9

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ guter Tragekomfort
+ sehr gute Akkulaufzeit
+ guter Klang

– kein Multipoint
– kein ANC
– massive Verbindungsprobleme

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.