Ein TWS In-Ear Headset mit ANC habe ich mit dem HAYLOU T16 im Test. Gerade das ANC macht dieses Headset zum einem perfekten Testkandidaten. Was ich im Haylou T16 Test gut finde und was nicht, habe ich hier aufgeschrieben.

Haylou kennen nicht viele nicht wirklich, was mich aber nicht davon abgehalten hat alle bislang erhältlichen Haylou TWS Headsets (Testbericht) ausgiebig zu testen. Um vor allem das ANC richtig einschätzen zu können, ziehe ich zum Vergleich noch die neuen Samsung Galaxy Buds Live (Testbericht), mein Alltags-Headset AirPods Pro (Testbericht), aber auch die Sony WF-1000XM3 (Testbericht) hinzu.

Technische Daten Haylou T16:

  • Bluetooth 5.0
  • Bluetooth Profile A2DP, AVRCP, HFP, HSP (was ist das?
  • Bluetooth Codec AAC, SBC (was ist das?
  • Freisprechfunktion
  • ANC
  • Trageerkennung
  • spritzwassergeschützt nach IPX5 (was bedeutet das?)
  • USB Typ-C
  • Wireless Charge
  • 73,2 x 39,2 x 34 mm (Case)
  • 21 x 24 mm (Earpiece)
  • 6 g (pro Earpiece)
  • 58 g (gesamt mit Case)
  • 50 mAh (Earpiece)
  • 600 mAh (Case)

Produktseite: haylou.info/t16

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Erhältlich ist das Haylou T16 derzeit exklusiv nur bei Gearbest* zum Preis von 90,90 Euro. Aktuell gibt es die mit dem Code HAYLOUT16GB zum Preis von 60,20 Euro inkl. Versand.

Haylou T16 ANC Headset günstig bei Gearbest kaufen*

Wie immer teste ich für jeden ganz einfach nachvollziehbar. Für den Test lade ich die Dinger komplett auf, in diesem Fall das Case und die Stöpsel, höre Musik bis der Akku leer ist und lade sie im Case wieder auf. So lange, bis auch der Akku im Case leer ist.

Als Musik habe ich bei Google Play Music eine Test-Playlist, in der aktuell 36 Titel zu finden sind. Von Klassik über Pop, Elektro, Hardrock, Filmmusik, Jazz, Funk, Soul usw. Von allem etwas. Dazu höre ich Podcasts und Hörbücher. Ein Equalizer kommt bei mir nicht zum Einsatz.

Das ANC teste ich auf eine ganz einfache und vor allem nachvollziehbare Art und Weise. Ich lasse einen Fön laufen, denn er erzeugt ein gleichbleibendes Geräusch, welches von einem guten ANC problemlos herausgefiltert werden kann. Dann stelle ich mich auf den Balkon und schaue, ob die vorbei fahrenden Autos noch zu hören sind und dann noch auf der Wache, wo das ANC an einem ganz normales Arbeitsplatz mit mehreren Personen und seinen typischen Geräuschen seine Wirkung zeigen kann.

Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei.

Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. 

Natürlich sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab.

Nicht zuletzt von der Auswahl der passenden Aufsätze die zum sehr großen Teil den Klang beeinflussen. Dazu habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengetragen -> Link

Was ich gut finde:

In der Verpackung findet man neben dem Case mitsamt der beiden Ohrstöpsel noch ein kurzes USB Typ-C Ladekabel, diverse Aufsätze in verschiedenen Größen und eine englische Kurzanleitung. Alleine Menge an Aufsätzen ist gut, denn sie unterscheiden sich Form und Größe, so dass wirklich jeder die für sich passende Kombination finden wird.

Die Ausstattungsliste liest sich wirklich gut, denn das Haylou T16 bietet alles, was auch die wesentlich teurere Konkurrenz wie eben die Samsung Galaxy Buds Live (Testbericht), die AirPods Pro (Testbericht), aber auch die Sony WF-1000XM3 (Testbericht) bieten.

Das fängt bei der Trageerkennung an. Nimmt man einen Ohrstöpsel heraus, wird die Wiedergabe pausiert und beim Einsetzen wieder fortgesetzt. Das funktioniert auch wirklich gut. Als nächstes das ANC. Gerade diese Aktive Geräuschunterdrückung wird immer mehr nachgefragt und ich selbst möchte diese Technik auch nicht mehr missen. Ist zwar in dieser Preisklasse kein Novum, aber bislang hat es so gut wie nie bei günstigen Modellen funktioniert.

Sehr positiv ist ebenfalls die Möglichkeit, das Case kabellos zu laden. Ich lade mein iPhone kabellos per Qi-Ladematte (Testbericht) auf und kann das Haylou T16 zum Laden einfach auf so ein Ladepad legen.

Die in der App integrierte Suchfunktion ist eher ein Gimmick, denn das Headset kann nicht „angepingt“ werden, sondern wird nur auf einer Karte angezeigt. Dafür muss es aber mit dem Smartphone verbunden sein, was den Radius an sich schon auf wenige Meter einschränkt.

Das ANC arbeitet erstaunlich gut. Hatte ich so absolut nicht erwartet. Es gibt drein Stufen. Mit „ANC on“ wird die Umgebung schon sehr deutlich gedämpft, was zum Glück nicht zu sehr auf den Klang auswirkt. Aber Gespräche der Kollegen auf der Wache sind wirklich nur noch leise zu hören, wenn keine Musik läuft. 

Im direkten Vergleich zu den AirPods Pro (Testbericht) oder dem Sony WF-1000XM3 (Testbericht) kommt es nicht an deren ANC-Leistung heran, aber es fehlt wirklich nicht mehr viel. Die Samsung Galaxy Buds Live (Testbericht) lässt das Haylou T16 im Bezug auf das ANC aber locker hinter sich.

Der „Outdoor-Mode“ lässt laute Geräusche aus der Umgebung gut durch, was gerade im Straßenverkehr sehr wichtig ist. Im „Hear-Trough-Mode“ kann man sich sogar ganz gut unterhalten und hat immer noch Musik im Ohr, auch wenn das viele als unhöflich empfinden. Aber es ist schon sehr überraschend, dass so ein vergleichsweise günstiges Headset ein derart gutes ANC bietet.

Der Klang ist zwar nicht überragend und kann z.B. mit dem der AirPods Pro (Testbericht) nicht mithalten, macht aber wirklich Spaß. Und darum geht es doch. Also nichts für HiFi-Fans, aber für alle, die einfach nur gut Musik hören wollen. Schöne Bässe, ein guter Mitteltonbereich und gute Höhen. Das alles sehr weiträumig, erfreulich detailliert und eben der extra Portion Spielfreude.

Auch wenn die Maximallautstärke nicht sehr hoch ist, kann man im Zusammenspiel mit dem wirklich guten ANC ungestört seine Musik hören. Der ideale Spielpartner für den Alltag und das hat mich durchaus positiv überrascht. 

Das gilt übrigens auch für die Telefonie. Man selbst wird sehr gut verstanden und das Gegenüber ist ebenfalls sehr gut zu verstehen.

In Punkto Latenz kann das Haylou T16 ebenfalls überzeugen. Durch den extra „Low-Latency-Mode“ wird der Versatz auf ein absolutes Minimum reduziert. Spiele wie PUBG Mobile kann man damit problemlos spielen und auch Videos laufen ohne merklichen Versatz.

Was ich ok finde:

Die Verarbeitung ist absolut in Ordnung. Halt Plastik total, aber ohne Ecken und Kanten. Macht die Konkurrenz auch nicht anders oder besser. Die beiden Ohrstöpsel sind relativ groß, was aber der ganzen Technik und dem dafür benötigten, größeren Akku geschuldet ist. Was jetzt dramatisch klingt, ist es in der Praxis aber zum Glück nicht.

Der Tragekomfort ist gut, auch wenn der Sitz beim Sport nicht perfekt ist. Gerade bei Aktivitäten die irgendwas mit schnellen Bewegungen oder Springen beinhalten, sind sie bei mir regelmäßig aus dem Ohr gefallen. 

Wie die allermeisten Konkurrenten ist auch das Haylou T16 nach IPX5 spritzwassergeschützt (was bedeutet das?). Starkes Schwitzen und der Regenschauer sind damit kein Problem, aber zum duschen oder gar schwimmen eignet es sich nicht.

Etwas verwirrend ist die Sache mit der Verbindung. Zuerst muss das Haylou T16 ganz normal per Bluetooth verbunden werden. Egal ob bei Android oder iOS. 

Um weitere Einstellungen wie z.B. das ANC zu steuern, benötigt man eine App. Und hier beginnt die Verwirrung. Im Google Playstore und auch im Apple Appstore gibt es diverse Apps von Haylou, aber nur die schlicht „Haylou“ (Android / iOS) genannte App funktioniert mit dem Haylou T16. Und nicht erschrecken. Die App ist in englischer Sprache und die wenigen Begriffe kennt jeder.

Die Bedienung ist ehr einfach gehalten, was aber auch dem Umstand geschuldet ist, dass man per Touch nicht wirklich viel bedienen kann. Die Steuerung erfolgt per Touch und so steuert man Play/ Pause mit einem Druck. Rechts doppelt drücken springt einen Titel vorwärts. Links doppelt drücken schaltet den ANC Modus um. Tippt man rechts dreimal, dann schaltet man den Modus mit der niedrigen Latenz ein und aus.

Man kann das Haylou T16 übrigens auch manuell ausschalten, in dem man die jeweilige Seite für 4 Sekunden gedrückt hält und und durch gedrückt halten auch wieder einschalten.

Kommt ein Anruf rein, kann dieser durch kurzes drücken angenommen und durch gedrückt halten abgelehnt werden. Lauter und leiser steuert man per Smartphone, kann diese Funktion per App aber auch auf das Headset legen. Dafür kann man dann aber nicht mehr pausieren.

Der im Handbuch beschriebene Reset auf die Werkseinstellungen hat bei mir nicht funktioniert. Man setzt beide Ohrstöpsel in das Case und drückt dreimal auf die Ohrstöpsel. Bei mir tut sich da nichts und auch das übliche gedrückt halten hat nichts gebracht.

Der Akku soll bei 50% Lautstärke und aktiven ANC bis zu 4,5 Stunden durchhalten, was ich mit 4 Stunden und 12 Minuten bei nahezu maximaler Lautstärke absolut verifizieren kann. Schaltet man ANC aus, dann sollen es bis zu 6 Stunden sein. Ich komme auf 5 Stunden und 43 Minuten.

Allerdings erreicht man die versprochenen 30 Stunden niemals. Jeder Ohrstöpsel hat 50 mAh, macht zusammen 100 mAh. Der verbaute Akku hat 600 mAh, von dem bei maximaler Entleerung immer noch mindestens 200 bis 250 mAh verbleiben werden. Im Test konnte ich beide Ohrstöpsel zweimal komplett aufladen und mit der dritten Ladung konnte ich dann noch mal 2 Stunden und 48 Minuten hören. Macht zusammen bei deaktivierten ANC knapp 21 Stunden. Mit aktiven ANC entsprechend weniger.

Was ich nicht gut finde:

Maximal genervt bin ich mal wieder von der Qualität der Verbindung. Egal ob im Zusammenspiel mit meinem iPhone oder meinem Xiaomi Redmi 9. Man nimmt den Ohrstöpsel aus dem Case und bis dann die Verbindung aufgebaut wird, vergehen gerne mal mehrere Sekunden. 

Fängt man mit dem rechten Headset (das ist der Master) alleine an, also im Mono-Modus und holt erst später den linken Ohrstöpsel dazu, dann bricht die Verbindung komplett zusammen. Wenige Sekunden später hört man ein „Disconnected“ und dann dauert es teilweise gefühlt ewig, bis diese wieder hergestellt wird.

Auch ist die Reichweite trotz Bluetooth 5.0 einfach nur schlecht. Ich kann mich keine 10 Meter entfernen, bis die Verbindung abbricht. Einmal um die Ecke ist die Verbindung nach wenigen Metern weg und wird dann auch nicht mehr wiederhergestellt.

Oder wie oft wird mir das Haylou T16 als verbunden im Smartphone angezeigt, aber die Musik ertönt aus dem Lautsprecher des Handys.

Es funktioniert nur, wenn man direkt beide Ohrstöpsel aus dem Case nimmt und sich nicht weiter als zwei oder drei Meter vom Smartphone entfernt. Also ideal im Büro oder Sport.

Fazit:

Ist das Haylou T16 empfehlenswert? Ja und das ist eine absolute Überraschung. Denn von Haylou kam zuletzt eigentlich nur noch Masse statt Klasse, aber das T16 ist wirklich empfehlenswert. Die Verbindungsprobleme kann man mit dem genannten Tipps weites gehend umgehen, denn der ordentliche Klang, das gut funktionierende ANC und die Akkulaufzeit ist für den Preis echt eine Überlegung wert. Und weil es ab sofort meine Empfehlung für Headsets von 50 bis 100 Euro ist, vergebe ich das Gütesiegel.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf eigene Kosten bei Gearbest gekauft. Es wurde nicht vom Hersteller bzw. Onlineshop als Leihgabe bzw. als Geschenk zur Verfügung gestellt. Diese Offenlegung dient der Transparenz.

HAYLOU T16
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Klang
  • Preis/ Leistung
3.6

Kurzfassung

+ guter Klang
+ gute Akkulaufzeit
+ kabelloses Laden
+ gutes ANC
+ geringe Latenz

– Verbindungsprobleme

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here