Im Test – das HAVIT i95 TWS Bluetooth Headset

Der Nächste bitte…im Test tritt das Havit i95 TWS Headset an. Laut Amazon ein Topseller mit einer Bewertung von 4,7 Sternen bei über einhundert Bewertungen. Das muss getestet werden, was ich hiermit tue.




Ich habe schon lange kein TWS Headset mehr getestet oder? Eigentlich auch sinnlos, denn auf der Wache nutze ich das superkompakte auvisio IHS-670 ZX-1827-909 (Testbericht) von Pearl für 39,95 Euro. Zu Hause, wenn ich mal nicht mein High-End Headset Bowers & Wilkins PX (Testbericht) nutze, kommt das Xiaomi Haylou GT1 Test (Testbericht) zum Einsatz, da es genauso kompakt ist und preislich mit 20 Euro in etwa gleich wie das Havit i95 ist.

Mittlerweile ich kann ja schon mitreden, denn ich habe schon sehr viele TWS Headsets getestet, aber gerade die günstigen sind sehr gefragt und es gibt jede Menge Elektroschrott auf dem Markt. Und man weiß ja auch, dass gerade bei Amazon mit den Rezensionen ganz schön getrickst wird.

Aber genug geredet, lasst Musik erklingen.

Technische Daten Havit i95:

  • 20 Hz – 20 kHz
  • Bluetooth 5.0
  • A2DP, AVRCP, HFP, HFP, HSPS
  • Freisprechfunktion
  • spritzwassergeschützt nach IPX5
  • Micro-USB
  • 68,5  x 32,4 x 44,1 mm (Case)
  • 22 x 15,5 x 13,8 mm (Earpiece)
  • 4 g (pro Earpiece)
  • 48 g (gesamt mit Case)
  • 30 mAh (Earpiece)
  • 500 mAh (Case)

Produktseite: de.prohavit.com/i95-true-wireless-earbuds

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Erhältlich ist das Pearl Havit i95 bei Amazon* zum Preis von 29,95 Euro. Zusammen mit dem 10 Euro Gutscheine „ZU693ANC“ reduziert sich der Preis auf 19,95 Euro. Allerdings beziehe ich mich im Test auf den Preis von 29,95 Euro.

Wie immer teste ich für jeden ganz einfach nachvollziehbar. Für den Test lade ich die Dinger komplett auf, in diesem Fall das Case und die Stöpsel, höre Musik bis der Akku leer ist und lade sie im Case wieder auf. So lange, bis auch der Akku im Case leer ist.

Als Musik habe ich bei Google Play Music eine Playlist „Alltime Favorites“, in der aktuell 141 Titel zu finden sind. Von Klassik über Pop, Elektro, Hardrock, Filmmusik, Jazz, Funk, Soul usw. Von allem etwas. Dazu höre ich Podcasts und Hörbücher. Ein Equalizer kommt bei mir nicht zum Einsatz.

Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei.

Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. 

Natürlich sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab.

Nicht zuletzt von der Auswahl der passenden Aufsätze die zum sehr großen Teil den Klang beeinflussen. Dazu habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengetragen -> Link

Reset durchführen:

Leider gibt es dazu keine Anleitung und auf die Anfrage beim Hersteller ist keine Antwort gekommen.




 

Was ich gut finde:

Das wäre schon mal der Lieferumfang. Neben dem eigentlichen Headset bekommt man insgesamt drei Größen an Aufsätzen, was mittlerweile in dieser Preisklasse nicht mehr üblich zu sein scheint. Denn gerade die Wahl der passenden Aufsätze ist für den Klang sehr wichtig -> Link mit Tipps dazu

Eine gedruckte deutsche Anleitung liegt zwar bei, aber ist nahezu unbrauchbar, da schlecht ins deutsche übersetzt und es werden nur die allernötigsten Funktionen (teilweise falsch) erklärt. Ansonsten noch das Micro-USB Ladekabel.

Der Tragekomfort ist aufgrund der geringen Größe und Gewicht gut. Auch beim Sport hält es sich an Ort und Stelle, was natürlich auch wieder davon abhängt, ob man sich die Zeit genommen hat, die für sich passenden Aufsätze zu finden. Bei mir war es weder auf dem Laufband ein Problem, noch beim Cardio oder Krafttraining.

Oft hilft es auch, die Ohrstöpsel im Ohr ein wenig zu drehen, um den Sitz noch zu verbessern.

Nur eines muss man sich aber bewusst sein. Weil die so klein sind und im Freien aus dem Ohr fallen sollten, ist die Gefahr sehr groß, die nicht mehr zu finden.

Richtig gut finde ich, dass man beide Ohrstöpsel völlig unabhängig voneinander nutzen kann. Man ist maximal flexibel.

Es reicht völlig aus beim ersten mal nur den rechten Ohrstöpsel per Bluetooth zu verbinden. Danach spielt es keine Rolle mehr, ob man zuerst den Rechten aus dem Case holt oder den Linken. Oder nur den Linken und später den rechten dazu holt oder umgekehrt.

Jedes mal hat sich das zweite problemlos mit dem ersten verbunden und auch die Reichweite ist dank Bluetooth 5.0 völlig in Ordnung. Diese hängt wie immer von den verschiedensten Faktoren ab und wird daher von mir nicht bewertet.

Links: Havit i95
Rechts: Haylou GT1

Überaus positiv ist das Thema Latenz. Laut Hersteller wurde beim Havit i95 eine ganz spezielle Technik eingesetzt, um die asynchrone Wiedergabe von Bild und Ton zu vermeiden. Und das funktioniert richtig gut. Es ist also doch möglich, dass die Hersteller an diesem Punkt Verbesserungen einbauen können. So kann man endlich auch mit einem günstigen TWS Headset vernünftig Videos schauen.

Den Klang. Der ist zwar nicht überragend, aber für die Größe und Preis gut. Vorausgesetzt, das Headset sitzt gut im Ohr (Tipps dazu). Denn damit steht und fällt der Klang eines TWS Headset.

Dann gibt es schöne Bässe, einen guten Mittelton- und angenehmen Hochtonbereich. Klingt alles sehr ausgewogen ohne in irgendeiner Art und Weise hervorzustechen.

Es kann zwar nicht so laut, aber das ist Geschmacksache. Dafür verzerrt es auch nichts bei maximaler Lautstärke. 

Das Xiaomi Haylou GT1 Test (Testbericht) klingt aber noch mal einen Ticken besser, aber das hört man eigentlich nur bei der etwas besseren Räumlichkeit und Tiefe des Raumes und auch nur beim direkten Vergleich, wenn man still sitzt und sich darauf konzentriert. Das gilt auch für das auvisio IHS-670 ZX-1827-909 (Testbericht) von Pearl.




Was ich ok finde:

Das Case ist im direkten Vergleich zum auvisio IHS-670 ZX-1827-909 (Testbericht) vergleichsweise riesig, obwohl die Kapazität des Akku kleiner ist. 

Auch die Verarbeitung geht soweit in Ordnung. Zwar Plastik durch und durch, aber sauber verarbeitet und mit einem satten Klack beim Schließen des Case. Einzig der kleine Schlitz für die Finger zum Öffnen des Case ist etwas knapp bemessen.

Die Bedienung ist ein wenig anders als gewohnt. Per Touch auf einen der beiden Ohrstöpsel kann man die Musik pausieren, in dem man zweimal tippt, gedrückt halten links oder rechts springt einen Titel vor oder zurück und klingelt das Handy, kann man durch doppeltes antippen dieses Telefonat annehmen. 

Mit dreimaligen Drücken soll man den Assistenten Siri starten können, was ich aber mangels iPhone nicht testen kann. Der Google Assistant reagiert darauf nicht.

Was ich nicht gut finde:

Wie es scheint, hat das Havit i95 keine IPX Einstufung. Ich finde dazu nirgends eine Angabe. Daher ist davon auszugehen, dass es maximal gegen Schweiß geschützt ist, aber wohl nicht gegen Spritzwassser, was aber für ein Sportheadset ein massiver Mangel wäre.

Desweiteren hat das Case hat keinerlei Anzeige für den Ladezustand des eingebauten Akkus. Platzmangel oder die Kosten können nicht der Grund gewesen sein. So etwas nervt einfach nur.

Leider auch negativ muss ich die Akkulaufzeit bewerten.

Im direkten Vergleich mit den gleich großen Ohrstöpsel des Xiaomi Haylou GT1 Test (Testbericht) mit seinen 43 mAh oder dem auvisio IHS-670 ZX-1827-909 (Testbericht) mit 50 mAh, fällt die Akkulaufzeit des Havit i95 schlecht aus. Kein Wunder, denn mit 30 mAh ist die Kapazität erheblich kleiner.

Laut Hersteller soll der Akku der beiden Ohrstöpsel bis zu 3 Stunden durchhalten. Das aber auch nur, wenn man verhalten hört. Also auf eher niedrigen Lautstärken. Dreht man etwas lauter, dann reduziert sich die Laufzeit auf knapp 90 Minuten. Das hängt aber von vielen Faktoren ab und kann nur ein grober Richtwert sein.

Allerdings sind die auf der Homepage genannten 72 Stunden Gesamtspielzeit in das Reich der Träume zu verbannen. Das ist schlicht Wunschdenken.

Wenn beide Ohrstöpsel leer sind, kann beide maximal 3 mal im Case aufladen. Beim vierten mal reichte es dann nur noch für etwas über eine Stunde. Denn in der Realität wird man maximal 70% der genannten Kapazität des Case nutzen können. 

Links: Haylou GT1 und rechts: Havit i95

Fazit im Havit i95 Test:

Ist das Havit i95 TWS Headset empfehlenswert? Leider nein, denn im direkten Vergleich zur Konkurrenz wie eben dem noch kompakteren Xiaomi Haylou GT1 (Testbericht) ist es zu teuer. Und selbst wenn es mit dem gleichteuren auvisio IHS-670 ZX-1827-909 (Testbericht) vergleicht, zieht es in denselben Disziplinen den Kürzeren.

Denn das Havit i95 hat (vermutlich) keine IPX Einstufung, der Akku hält nicht so lange durch, es klingt minimal schlechter und unterstützt nur Siri als Assistenten. Daher vergebe ich auch nicht das Gütesiegel.

Havit i95
  • 5/10
    Verarbeitung/ Ausstattung - 5/10
  • 6/10
    Verbindung/ Bedienung - 6/10
  • 6/10
    Klang - 6/10
  • 5/10
    Preis/ Leistung - 5/10
5.5/10

Kurzfassung

+ keine Latenz bei Videos
+ sehr flexibel bei den Verbindungen
+ guter Sitz auch beim Sport

– vergleichsweise große Abmessungen
– für die Größe schlechte Akkulaufzeit
– vermutlich nicht spritzwassergeschützt
– Bedienungsanleitung schlecht übersetzt
– keine Akku Anzeige im Case

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