Die Honor Watch ES ist für viele eine Option, wenn es auf die Suche nach einem Fitnesstracker eines namhaften Herstellers geht. Ich habe sie getestet und will wissen, ob sie ihr Geld wert ist oder nicht.

Honor ist Huawei, auch wenn das die beiden Hersteller nicht hören wollen. Im Podcast haben wir uns vor einiger Zeit über die Honor Watch ES und die nahezu baugleiche, aber deutlich teurere, Huawei Watch Fit unterhalten. Beide unterscheiden sich technisch nur darin, dass die Huawei Watch Fit noch über ein GPS Modul besitzt, dafür aber auch gut 30 Euro teurer. Gerade wegen ihrer länglichen, aber dafür schmalen Bauart haben sie uns direkt angesprochen. Allerdings ist auch die Optik nicht einzigartig, sondern gibt es unter anderem auch von Samsung. Auffallend ist aber, dass vor allem Interessenten für das Xiaomi Mi Band 5 (Testbericht) die Honor Watch ES für sich entdecken. 

Mit zum Vergleich heranziehen werde ich auch die Huawei Watch GT 2 Pro (Testbericht), denn die App ist die gleiche und ich hoffe auch die ermittelten Werte.

Auch wichtig zu wissen ist, dass ich eine Smartwatch rund um die Uhr trage und wie genau ich teste, ist hier ausführlich beschrieben -> Link

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Technische Daten HONOR Watch ES:

  • Android ab 5.0 und iOS ab 9.0
  • 1,64″ 2,5D AMOLED Display mit 456 x 280 Pixel
  • 4 GB interner Speicher
  • Pulsmessung
  • Schlaftracking
  • Benachrichtigungen
  • Zyklustracking
  • SpO2 Messung (was ist das?)
  • VO2max Berechnung (was bedeutet das?)
  • wasserdicht bis 5 ATM (was bedeutet das?
  • 18 mm Armband
  • 46 x 30 x 10,7 mm
  • 34 g (inkl. Armband)
  • 180 mAh

Produktseite: hihonor.com/honor-watch-es

Deutsche Bedienungsanleitung: huawei.com/Huawei_Watch_FIT_Anleitung.pdf

Erhältlich ist die Honor Watch ES in den Farben Meteorite Black und Coral Pink bei Amazon* zum Preis von 83,88 Euro oder direkt bei Honor für 89,99 Euro.

Was ich gut finde:

Der Lieferumfang ist auf das wirklich aller nötigste beschränkt. Neben der Uhr findet man in der dafür doch eher aufwendigen Verpackung nur noch ein kurzes Ladekabel und eine Kurzanleitung. Die ausführliche Anleitung ist weiter oben verlinkt. Da es keine eigene für das Honor Watch ES gibt, habe ich die vom Huawei Watch Fit verlinkt, die, wie eingangs erwähnt, bis auf das GPS baugleich ist.

Die Verarbeitung der Honor Watch ES ist wirklich gut. Obwohl die das komplette Gehäuse aus Kunststoff besteht, macht sie einen wertigen Eindruck. Das gilt auch für das 2,5D Display, welches sauber eingesetzt ist und die seitliche Taste. Auf der Rückseite findet man die beiden Pogo-Pins für das Ladekabel und die Sensoren. Das Armband ist ohne Werkzeug wechselbar und hat eine Breite von 18 mm.

Ebenfalls richtig gut ist, das die Honor Watch ES wasserdicht bis 5 ATM ist (was bedeutet das?). Man kann mit ihr also auch bedenkenlos duschen und sogar schwimmen gehen, wenn auch nur in Süßwasser. Tauchen ist damit übrigens ausdrücklich nicht gemeint.

Ein echtes Highlight im wahrsten Sinne des Wortes ist das 1,64″ AMOLED-Display mit seinen 456 x 280 Pixel. Herrliche Farben, tolle Kontraste und selbst in der Sonne hervorragend ablesbar, denn die automatische Helligkeitsregelung macht ihre Arbeit richtig gut. Auch wenn man auf dem Display nur wenige Worte einer eingehenden Nachricht zu sehen bekommt, kann man den Text sehr gut lesen. Viel mehr Pixel braucht es auch nicht, wenn die Technik dahinter stimmt. Ein wahre Farbenpracht.

Bei Huawei/ Honor bekommt der Nutzer eine riesige Auswahl an sportlichen Aktivitäten. Im Falle der Honor Watch ES sind es 95 und das ist wirklich eine riesige Auswahl. Und damit man nicht lange suchen muss, kann man sich beliebig viele Aktivitäten in die Liste der Workouts einfügen, sortieren bzw. nicht benötigte entfernen. Alleine das finde ich ja schon eine tolle Sache. Allerdings werden nur die bekannten wie Laufen oder Radfahren automatisch erkannt und aufgezeichnet. Bei vielen kann man auch noch Ziele setzen oder beim Schwimmen die Länge der Bahn vorab einstellen. Nach einem Workout werden schon auf der Uhr alle wichtigen Daten angezeigt und in der App zur weiteren Auswertung synchronisiert.

 

Was ich ok finde:

Die Liste der Ausstattung ist für diese Preisklasse in Ordnung. Das ihr im Gegensatz zur wesentlich teureren Huawei Watch Fit das GPS fehlt, ist angesichts der Konkurrenz wie der Amazfit Bip S (Testbericht) zwar ein kleiner Minuspunkt, aber in der etwas teureren Amazfit GTS (Testbericht) ist das vorhandene GPS derart schlecht, dass es nicht zu gebrauchen ist. Daher lieber das Smartphone dabei haben und die GPS Route von diesem aufzeichnen lassen. Das passt wenigstens soweit. Ansonsten ist alles drin, was man in einem modernen Fitnesstracker erwarten kann, denn eine Smartwatch ist die Honor Watch ES mit Sicherheit nicht. Dafür fehlt es dann an wirklich smarten Funktionen wie bargeldloses Bezahlen, die Möglichkeit zu telefonieren und sei es nur per verbundenen Smartphone oder das direkte Beantworten von Benachrichtigungen, um nur einige zu nennen. 

Aber was sie kann, das kann die Honor Watch ES gut, wie sich im Praxistest sehr schnell herausgestellt hat. Fangen wir beim Tragekomfort an. Dank des niedrigen Gewichts (Plastik sei Dank) ist dieser wirklich gut. Man spürt den Tracker kaum. Ich trage ihn auch Nachts beim Schlafen und mich hat es nicht gestört. Im Gegenteil. Es ist so dezent, und das meine ich in allen Belangen, dass man sich sehr schnell daran gewöhnt, was im übrigen auch am wahlweise aktivierbaren Always-On-Display liegt. Die möglich Watchfaces verleihen der Uhr einen dezenten Look und man hat die Uhrzeit stets im Blick. Leider kann man die „Auf-die-Uhr-schauen-Geste“ nicht gleichzeitig mit dem Always-On-Display nutzen. 

Dank des sehr reagierenden Displays und der seitlichen Taste ist die Bedienung der Honor Watch ES ein Kinderspiel, zumal die wichtigsten Funktionen direkt über die Uhr gesteuert werden können. Alles weitere findet man in der mittlerweile gut gemachten Huawei Health App (Android / iOS). Es ist noch gar nicht so lange her, da musste man mehrere Apps installieren und die Übersicht war eine Katastrophe. Zum Glück gehört das der Vergangenheit an. Nun findet man sich gut zurecht und mittlerweile kann man auch spielend leicht weitere Watchfaces aus einer großen Anzahl auswählen und die Auswahl wird mit jedem Update größer. Und man kann einzelne Watchfaces sogar noch weiter anpassen. Auch das ist noch recht neu und auf der Honor Watch ES vollumfänglich möglich.

Der Wecker kann ebenfalls direkt über die Uhr gesteuert werden und vibriert schon ordentlich. Auch bei Benachrichtigungen und genau das macht so eine Uhr erst wirklich brauchbar. Ich persönlich möchte keine Geräusche irgendwelcher Art, wenn eine Benachrichtigung kommt, aber eine deutlich spürbare Vibration und die ist bei der Honor Watch ES wirklich gut. So bekommt es keiner mit, außer mir selbst. Ebenfalls sehr wichtig ist mit ein Bitte-Nicht-Stören-Modus, da ich meine Uhren auch nachts trage. Leider gibt es keine automatische Erkennung, wie es z.B. Xiaomi bzw. Amazfit bieten, aber ich kann eine Zeitspanne eintragen, dass ab 22 Uhr bis 7 Uhr keine Benachrichtigungen erfolgen sollen und sich das Display nicht aktiviert. Das klappt gut und bei Bedarf kann man diesen Do-Not-Disturb-Mode einfach per Wischgeste nach unten in den Schnelleinstellungen ein- oder ausgeschaltet werden.

Die gelieferten Werte wie z.B. die Schritte sind einigermaßen in Ordnung. Überhaupt sollte man alle ermittelten Werte für bare Münze nehmen. Bei 10.000 Schritten am Tag ist eine Toleranz von mehreren hundert Schritten als normal einzustufen und das trifft auch auf die Honor Watch ES zu. Auch beim Puls sind Schwankungen von 10% plus oder minus absolut normal. Wobei es schon auffällig ist, wie sehr mein Puls teilweise schwanken soll. In der Kurve sind diese Sprünge dann aber nicht zu sehen. Ein Zeichen dafür, dass der Algorithmus solche Ausreißer selbstständig eliminiert. Kurz noch das Thema SpO2 Messung (was ist das?). Für die Messung muss man absolut still sitzen, denn selbst leichte Bewegungen führen zu einem Abbruch der Messung. Die Werte entsprechen dabei durchaus der Realität, was aber nicht weiter verwundert, denn ein gesunder Mensch hat im Normalfall einen SpO2 zwischen 95 und 100 und das zu treffen ist sehr leicht. Ich teste das immer sehr einfach. Im Rettungswagen auf der Wache haben wir ein Profi EKG Gerät, mit dem natürlich auch die Blutsauerstoffsättigung gemessen werden kann. Am Finger habe ich gleichzeitig einen ganz einfachen Fingerclip, den man bei Amazon* für um die 30 Euro zu haben ist. Das Profigerät zeigt mir einen Wert von 99%, der Fingerclip gleichzeitig 98% und die Honor Watch ES einen Wert von 97%. Wie auch der Hersteller selbst möchte ich darauf hinweisen, dass alle Werte nicht für medizinische Zwecke verwendet werden dürfen.

Der Akku soll bis zu 10 Tage durchhalten. In der Praxis sind das eher 7 Tage wie bei mir, denn ich hatte die permanente Pulsmessung aktiv, die Helligkeit auf automatisch, Benachrichtigungen für die wichtigsten App aktiviert, Always-On-Display aktiv, zwei- bis dreimal pro Woche ein Lauftraining per GPS getrackt usw. Ohne Always-On-Display kommt man ziemlich genau einen Tag länger hin. Das Schnellladen ist schon eine tolle Sache, denn bei mir war der Akku von 2% auf 100% ist nicht einmal einer Stunde geladen. 

Der Praxistest ist alles in allem genauso abgelaufen wie zuvor bei der Huawei Watch GT 2 Pro (Testbericht). Kurz gesagt direkt langweilig, aber im positiven Sinne, denn die Honor Watch ES läuft still und leise vor sich hin ohne mit großen Problemen zu nerven und genau das wollen wir doch auch. Eine Uhr, die uns im Alltag unterstützt und nicht mit Problemen nervt. 

Was ich nicht gut finde:

Ein Problem ist nach wie vor die Sache mit dem GPS, wobei man ehrlicherweise darauf verweisen muss, dass das GPS vom verbundenen Smartphone kommt. Allerdings zeigt meine parallel getragene Apple Watch die Strecke nahezu perfekt auf und die greift ebenfalls auf das verbundene iPhone zu. Erschwerend kommt hinzu, dass die GPS Strecke auch in Verbindung mit meinem Xiaomi Redmi 9 eher ungenau ist. Aber am Ende spielt es keine Rolle, ob eine Strecke nur 8,2 km oder 7,9 Kilometer lang war. Wer wirklich präzise GPS Aufzeichnungen möchte, muss entsprechend mehr Geld investieren. Wir sprechen hier von einem 80 Euro Tracker. 

Wie zuvor schon beim Test der Huawei Watch GT 2 Pro (Testbericht) gibt es nach wie vor in Verbindung mit iOS das Problem, dass keine Aufzeichnungen des Schlaf, SpO2 und Stress angezeigt werden. Die Honor Watch ES erfasst diese Daten zwar korrekt und synchronisiert diese auch in die App, aber die Anzeige bleibt leer. Auch im entsprechenden Menüpunkt erfolgt keine Anzeige. Das Problem ist bekannt und soll demnächst behoben werden. Trotzdem nervt es und muss bemängelt werden, denn bei Android gibt es diese Probleme nicht.

Fazit:

Ist die Honor Watch ES empfehlenswert? Ja, durchaus, wenn „normale“ Uhren wie die Huawei Watch GT 2 Pro (Testbericht) zu groß sind und Standard-Fitnesstracker wie das Xiaomi Mi Band 5 (Testbericht) zu klein. Denn die Honor Watch ES liegt genau dazwischen und hat sich im Praxistest als unaufgeregter und vor allem zuverlässiger Begleiter gezeigt. Der Akku hält für die Fülle an Funktionen ordentlich lange durch und das Schnellladegerät lädt ihn auch wieder schnell auf. Alles im allem eine Empfehlung meinerseits, denn den Aufpreis von über 30 Euro für die Huawei Watch Fit kann man sich sparen, denn das GPS ist bei Huawei seit jeher grottig. Aber alles im allem bekommt man mit der Honor Watch ES einen richtig guten und vor allem nervenschonenden Fitnesstracker.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

HONOR Watch ES
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
3.6

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ hoher Tragekomfort
+ sehr gutes Display
+ alles drin, was man braucht
+ Schnellladefunktion

– fehlende Angaben in der iOS Version
– GPS Streckenverlauf nach wie vor fehlerhaft

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