IKEA SJÖMÄRKE Qi Ladepad im Test – was taugt es wirklich?

Ich habe das IKEA SJÖMÄRKE Qi Ladepad im Test und will wissen, ob dieses kabellose Ladegerät auch wirklich durch dicke Tischplatten lädt wie versprochen und wie es um die Ladeleistungen im Vergleich zu anderen Ladepads ist.

Im Laufe der letzten Jahre habe ich Dutzende dieser kabellosen Qi-Ladepads getestet (Testbericht) und das von billig bis teuer, quer Beet No-Name und Marke. Am Ende blieb die Erkenntnis, dass es keine wirkliche Rolle spielt, ob Name oder nicht, teuer oder billig, denn im Endeffekt laden sie alle gleichschnell, da der Standard die Leistungen vorgibt. Am Ende spielen wenige Prozent wehr oder weniger nach einer Stunde laden keine wirkliche Rolle und können als Toleranz angesehen werden. Das IKEA SJÖMÄRKE mit der Artikelnummer 504.924.82 ist neu im Sortiment der Schweden und schon bei dessen Vorstellung ein Thema in unserem Podcast gewesen, denn ich lade mein iPhone 12 Pro jeden Tag auf einem Qi-Ladepad mit MagSafe (Testbericht), denn diese Technik ist nichts anderes als Qi-Laden mit Magnet.

Getestet wird wie immer für jeden nachvollziehbar ohne technischen Schnickschnack. Ich montiere das IKEA SJÖMÄRKE Qi Ladepad unter einer Tischplatte aus Holz mit 16 mm Stärke, lege mein iPhone 12 Pro mit seinen 10% Akkustand drauf und schaue alle 15 Minuten, um wie viel Prozent der Akku aufgeladen wurde. Dabei schaue ich natürlich auch nach der Verarbeitungsqualität, der Wärmeentwicklung und was sonst noch so wichtig ist.

Technische Daten IKEA SJÖMÄRKE Ladepad:

  • Qi-Standard
  • Eingang: 24 V DC / 0,7 A / 16,8 W
  • min. 8 mm bis max. 22 mm Materialstärke
  • 0,08 W im Standby
  • 89,1% Wirkungsgrad
  • 174 x 86 x 10 mm
  • 266 g
  • 1,8 m Kabel

Produktseite: ikea.com/de/sjoemaerke-ladepad

Deutsche Bedienungsanleitung: ikea.com/de/sjoemaerke-ladepad__anleitung_A-2280755-2.pdf

Erhältlich ist KEA SJÖMÄRKE zu einer UVP von 29,99 Euro bei IKEA. Bei Amazon* ist derzeit noch nicht erhältlich, wird aber demnächst so weit sein.

Was ich gut finde:

Im Lieferumfang ist neben dem Ladepad noch ein Netzteil, vier Klebestreifen, zwei Aufkleber als „Zielvorrichtung“ und eine deutsche Kurzanleitung mit vieler der für IKEA typischen Bildchen. Zwar kann das Ladepad auch verschraubt werden, aber passende Schrauben gibt es nicht dazu. Die Verarbeitung ist typisch IKEA. Viel Plastik, aber die Bodenplatte besteht aus Aluminium. Es sieht nicht wirklich schön aus, ist vergleichsweise groß und schwer, was aber alles keine Rolle spielt, da man es sowieso unter der Tischplatte befestigt. An der einen Stirnseite befindet sich noch eine kleine LED für den aktuellen Zustand. Das fest verbaute Kabel ist 1,8 Meter lang und hat am Ende einen speziellen Stecker, der nur in das zum Ladepad passende Netzteil passt.

Für den Praxistest gibt es einiges zu beachten. Zuerst einmal funktioniert das Laden nur, wenn ein Abstand von mindestens 8 mm zwischen Ladepad und Smartphone besteht. Direkt drauflegen quittiert das IKEA SJÖMÄRKE mit einer blinkenden LED. Prinzipiell funktioniert der Ladevorgang durch alle Materialien außer Metall. Montiert wird das Ladepad entweder mit Hilfe von zwei der vier Klebestreifen oder Schrauben. Allerdings muss ich zugeben, dass ich den Klebestreifen nicht so vertraue und es verschraubt habe. Dafür werden 4 Schrauben mit 3 x 18 mm benötigt. Auf der Oberseite der Tischplatte sollte dann das Kreuz aufgeklebt werden, damit man das Smartphone auch richtig platziert. Dazu gibt es in der Anleitung extra Maße zum richtigen positionieren. Hierbei sollte man lieber dreimal messen, damit es am Ende auch funktioniert. Ich weiß, wovon ich rede, denn selbst wenige Millimeter sind zwar knapp daneben, aber leider auch vorbei. Was ich aber nicht kapiere ist die Angabe in der Anleitung, dass der Tisch eine maximale Höhe von 1,5 Meter haben darf. Warum? Weil das Kabel 1,8 m lang ist? Dafür hat der Mensch das Verlängerungskabel erfunden. Verbuchen wir mal unter Skurrilität.

Was ich nicht gut finde:

Auszusetzen habe ich so einiges. Zu aller erst muss das das Smartphone wirklich penibelste genau positioniert werden, damit es lädt. Nur minimal daneben und es lädt nicht mehr. Auch das „suchen“ durch verschieben funktioniert nicht immer, da es oft mit einer blinkenden LED quittiert wird. Daher macht der Aufkleber mit dem Kreuz durchaus Sinn, um die passende Stelle auf dem Tisch zu markieren. Ich gehe davon aus, dass nur eine Spule verbaut ist und daher so genau platziert werden muss.

Weiterhin ist das IKEA SJÖMÄRKE Ladepad eine Diva, denn der Ladevorgang startet mit meinem iPhone 12 nicht immer auf Anhieb. Sehr oft schiebe ich es millimeterweise hin und her und hoffe auf die Ladeanzeige. Wie oft bin ich dann aber unter den Tisch gekrochen und sehe zu 99% eine blinkende LED. Das ist kein Scherz. Ich habe hier zwei iPhone 12 und die AirPods 3 (Testbericht), welche auch per Qi geladen werden können. Auch die muss ich oft mehrfach drauf und wieder runter nehmen, verschieben und unter dem Tisch schauen, bis es irgendwann mal lädt. Total nervig und alles andere als bequem.

Wird mein iPhone 12 Pro dann endlich mal geladen, sind nach 15 Minuten aus den ursprünglichen 10% Akku schon mal 20% geworden. Also ein Plus von 10% in 15 Minuten. Zwar nicht berauschend, weil selbst No-Name Qi-Ladepads in meinen Tests mindestens 17% geliefert haben, viele über 20%. Nach weiteren 15 Minuten, also nach insgesamt 30 Minuten, ist ein Plus von 14% zu verzeichnen. Mein iPhone zeigt einen Akkustand von 29% an. Noch einmal 15 Minuten gewartet und der Akku zeigt immer noch 29% an. Was ist passiert? Vermutlich wurde das Ladegerät zu warm und lädt nicht mehr weiter. Denn nach 30 Minuten Pause lädt es weiter, aber dann nur noch 3% in weiteren 15 Minuten., um dann das Laden wieder einzustellen. Das ist am Ende aber deutlich weniger als mit einem No-Name Ladepad (Testbericht).

Dabei habe ich es mit verschieden dicken Tischplatten von 12 bis 22 mm probiert. Ironischerweise haben die meisten Platten von IKEA eine Stärke von 24 oder gar 30 mm und sind damit ungeeignet. Egal ob Massivholz, Presspanplatte, klassische Wabenstruktur wie oft von IKEA verwendet oder Glas. Mit allen hatte ich die gleichen Probleme. In den allermeisten Fälle sehe ich eine blinkende LED. Um Fehler meinerseits oder einen Defekt auszuschließen habe ich das iPhone knapp 10 mm in der Luft über das Ladepad gehalten und es wird geladen. Defekt ausgeschlossen.

Fazit:

Ist das IKEA SJÖMÄRKE Ladepad empfehlenswert? Nein, denn es lädt langsamer als vergleichbare Qi-Ladegeräte, die meistens auch weniger als die Hälfte kosten und eben direkt laden, sobald man das Handy drauf legt. Einziger Vorteil des SJÖMÄRKE ist der unsichtbare Einbau, aber den erkauft man sich mit viel Gefummel, bis es dann endlich mal lädt und man wird viel Zeit unter dem Tisch verbringen oder genervt wieder das Kabel nehmen. Kauft lieber eines der vielen „normalen“ Qi-Ladegeräte bei Amazon* mit mindestens 10 Watt und es wird mit Sicherheit besser funktionieren. Besitzer eines iPhones können sich einer der getesteten MagSafe Qi-Ladegeräte kaufen (Vergleichtest). Daher vergebe ich das Gütesiegel nicht und werde das Teil wieder zurückgeben.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf eigene Kosten bei IKEA gekauft. Es wurde nicht vom Hersteller bzw. Onlineshop als Leihgabe bzw. als Geschenk zur Verfügung gestellt. Diese Offenlegung dient der Transparenz.

IKEA SJÖMÄRKE Ladepad
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
1.8

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ flexibel zu montieren
+ unsichtbare Montage

– Ladeleistung unterdurchschnittlich
– schaltet zu schnell wegen Wärme ab
– Smartphone muss penibel genau positioniert werden
– funktioniert sehr unzuverlässig

3 Kommentare zu „IKEA SJÖMÄRKE Qi Ladepad im Test – was taugt es wirklich?“

  1. Hi Peter,

    Danke für den Test, dachte schon ich mache etwas falsch. Kann deine Ergebnisse nur bestätigen, ich habe exakt die gleichen Probleme. Werde mein Gerät wieder zurück bringen.

    LG!

    1. Jetzt bin ich echt beruhigt, denn in anderen Tests feiern die das Teil total ab. Prinzipiell funktioniert es ja, aber die Fehlerquoten ist mir ein bisschen zu hoch.

      Gruß
      Peter

  2. Hab das Teil heute auch bekommen,
    aber leider erst danach deinen Test gelesen.

    Absoluter Schrott das Ding!
    Das Laden von mein In-Ears (sony 1000mx4) geht nur wenn das Case direkt auf dem Pad steht, keine Chance durch eine 18mm Tischplatte.
    Das Iphone13 lädt garnicht, nur geblinke, egal welcher Abstand.

    LG!

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