Dienstag, November 29, 2022
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Amazfit GTS 4 im Test – was taugt die Smartwatch im Alltag?

Im Test habe ich die Amazfit GTS 4, denn mit dem neuesten Topmodell der 4er Generation, will Amazfit endlich oben ankommen. Gelingt das? Was taugt diese Smartwatch im Alltag?

Erst die Tage habe ich mit der Amazfit GTS 4 Mini (Testbericht) den kleinen Bruder der Amazfit GTS 4 testen dürfen und diese hat mit absolut überzeugt. Viel Smartwatch für unter 100 Euro und wie wir im Podcast immer wieder feststellen, ist Amazfit endlich auf dem richtigen Weg. Weg von viele Modelle und Billig, hin zu hochwertig und vor allem ihren Preis absolut wert. Die Amazfit GTS 4 ist zwar deutlich teurer geworden, soll aber deutlich mehr bieten. Genau deswegen teste ich die GTS 4, denn ich will wissen, ob sie auch ihr Geld wert ist oder nicht. Übrigens ist die Amazfit GTS 4 absolut baugleich mit der Amazfit GTR 4, außer der Form. Das S in GTS steht nämlich für Square, also eckig und das R in GTR steht für Round, also rund.

Auch wichtig zu wissen ist, dass ich eine Smartwatch rund um die Uhr trage und wie genau ich teste, ist hier ausführlich beschrieben -> Link

Technische Daten Amazfit GTS 4:

  • Android ab 7.0 und iOS ab 12.0
  • 1,75″ AMOLED 2.5D Display mit 450 x 390 Pixel
  • Bluetooth 5.0 LE
  • WLAN (2,4 Ghz)
  • Gyroskop
  • Kompass
  • Barometer
  • Pulsmesser
  • Schlaftracker
  • Schrittzähler
  • Zyklustracker
  • Dualband-GPS (GPS / GLONASS / Galileo / BeiDou / QZSS)
  • Telefonfunktion
  • Apps
  • SpO2 Messung (was ist das?)
  • wasserdicht bis 5 ATM (was bedeutet das?)
  • 20 mm Wechselarmbänder
  • 42,7 x 36,5 x 9,9 mm
  • 48 g (inkl. Armband)
  • 300 mAh

Produktseite: de.amazfit.com/amazfit-gts-4

Deutsche Bedienungsanleitung: amazfit.com/Amazfit_GTS_4-Anleitung_DE.pdf

Erhältlich ist das Amazfit GTS 4 bei Amazon* in schwarz, weiß und rosa zum Preis von 199,90 Euro.

Der Lieferumfang der Amazfit GTS 4

Was ich gut finde:

In der Verpackung der Amazfit GTS 4 findet man neben der Uhr noch ein Ladekabel und eine deutsche Kurzanleitung. Nimmt man die Amazfit GTS 4 das erste mal in die Hand und hat noch das Glück, so wie ich, auch die Amazfit GTS 4 Mini (Testbericht) daneben liegen zu haben, fallen direkt die ersten Unterschiede auf, die den doppelten Preis rechtfertigen sollen. Die Amazfit GTS 4 ist deutlich schwerer, was wohl auch daran liegen wird, dass das Gehäuse komplett als Aluminium besteht und nicht wie bei der Mini zum größten Teil aus Plastik. Dazu kommt noch die Krone aus Edelstahl, der deutlich größere Akku, zwei GPS Empfänger, größeres Display uvm. Das wiegt eben.

Die Verarbeitung ist absolut top. Kein Unterschied zur Apple Watch. Da passt einfach alles und fasst sich unheimlich gut an. Das 1,75″ AMOLED Display ist leicht gebogen, hat an allen Seiten einen schmalen Rahmen und fügt sie nahtlos in das Gehäuse ein. Die Krone ist dreh- und drückbar und kann auch, neben dem Touchscreen, für die Navigation bzw. Auswahl genutzt werden. Das Display reagiert gut auf Eingaben, hat aber, wie viele andere auch, Schwierigkeiten mit nassen Händen. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist es gut ablesbar, was aber auch der guten Helligkeitsautomatik geschuldet ist. Die arbeitet wirklich gut und vor allem stufenlos im Hintergrund. Wem es zu bunte Farben sind, kann diese in den Einstellungen etwas abmildern.

Auf der Rückseite sind die ganzen Sensoren zu finden und ganz außen die beiden Pogo-Pins für das magnetische Ladegerät. Das Mikrofon und der Lautsprecher sind von hinten ebenfalls zu sehen. Das Armband ist ebenfalls ohne Werkzeug wechselbar und hat die Standardbreite von 20 mm. Im Lieferumfang ist ein Armband aus Silikon, welches sich sehr angenehm trägt und eine vernünftige Schließe besitzt.

Gegenüber der Amazfit GTS 4 Mini (Testbericht) hat die Amazfit GTS 4 einiges an Extras mit an Bord. Allem voran das Dual-Band GPS, auf das ich aber später noch zu sprechen komme. Es gibt auch WLAN mit an Bord, aber das habe ich nicht verbunden bekommen. Keine Ahnung woran das liegt, denn bei der Amazfit T-Rex 2 (Testbericht) hat es problemlos funktioniert. Damit konnte ich dann leider keine Musik auf den Offlinespeicher laden. Das Bluetooth kann Headsets und Brustgurte verbinden, was im Test ohne Probleme funktioniert hat.

Im Gegensatz zu vielen anderen Smartwatches, kann man mit der Amazfit GTS 4 auch telefonieren und das so richtig. Ok, das Smartphone muss dafür verbunden sein, denn in der Uhr gibt es keine Simkarte, aber es funktioniert in der Praxis einwandfrei. Zu beachten ist dabei, dass die Amazfit GTS 4 noch mal zusätzlich per Bluetooth verbunden werden muss. Dann kann man in der Zepp App diverse Kontakte einfügen und aus dem Telefonbuch der Uhr auswählen und anrufen. Natürlich werden alle ankommenden Anrufe auf die Amazfit GTS 4 weitergeleitet, auch wenn diese nicht im Telefonbuch vorhanden sind. Die Sprachqualität ist gut, auch wenn es da noch Potential nach oben gibt, aber es reicht absolut aus.

Gerade für Sportler ist Amazfit mittlerweile eine echte Alternative zu Polar und Garmin geworden. Die Amazfit GTS 4 bietet mehr als 150 Aktivitäten, wovon 8 automatisch erkannt werden. Darunter Laufen, Schwimmen oder auch der Crosstrainer. Es gibt Intervallprogramme, virtuelle Pacemaker, anpassbare Datenfelder für die Anzeige während eines Workouts und noch ein bisschen mehr. Da hat sich in der letzten Zeit einiges zum positiven gewendet und vor allem funktioniert das auch.

Apropos funktionieren. Mit Zepp OS 2.0, so heißt das Betriebssystem von Amazfit, bietet seit kurzem auch installierbare Mini-Apps. Waren es beim Test der Amazfit T-Rex 2 (Testbericht) gerade mal 20 Stück, sind es mittlerweile mehr als 45 Stück. Darunter ein Taschenrechner, Drink-Reminder, GoPro Fernbedienung, Snake, ein SOS-Blinklicht uvm. Die gibt es übrigens auch bei der Amazfit GTS 4 Mini (Testbericht). Das macht eine Amazfit sehr, sehr smart und macht echt Spaß, wozu auch die Sprachassistenten beitragen. Auch dazu später mehr.

Die Zepp App (Android iOS) ist exakt die gleich wie auch bei der Amazfit GTS 4 Mini, so dass ich diesen Part einfach übernehme. Die Verbindung zur Amazfit GTS 4 ist schnell hergestellt und man kann das Wearable kurz einrichten. Bei Fragen und Problemen speziell zur Zepp App, findet man hier einen eigenen Artikel -> Link zum Artikel

Die Startseite hält jede Menge Daten bereit. Unter „Profil“ kann man die wichtigsten Einstellungen vornehmen. Allen voran die Verbindung zu Strava, Amazon Alexa und unter iOS auch zu Apple Health. Unter Android kann man noch zu Google Fit verbinden, aber nach wie vor scheint es massive Probleme beim Upload der Daten zu TK Fit und Co. zu geben, dem ich hier einen eigenen Artikel gewidmet habe -> Link zum Artikel

Tippt man auf die Amazfit GTS 4, kann man weitere Einstellungen vornehmen. Beim Gesundheitsmonitoring kann man sämtliche Sensoren zur Pulsmessung, Schlafen, Stress und Blutsauerstoff anpassen. Die Pulsmessung kann man hierbei auf jede Minute als kürzestes Intervall einstellen. Die SpO2 Messung wird nur in Ruhe bzw. beim Schlafen gemessen. Erfreulicherweise kann man auch das Menü, die Widgets und Aktivitäten den eigenen Wünschen anpassen. Auch Watchfaces gibt es in einer großen Zahl zur Auswahl und einige lassen sich auch anpassen. Was es seit neuesten auch gibt, sind die Nutzung von Kundenkarten wie Payback direkt auf der Uhr. Ich scanne irgendwelche Kundenkarten z.B. Payback in der Zepp App und kann diese dann auf der Uhr beim bezahlen anzeigen lassen. Bezahlen per Apple Pay oder Google Pay geht aber nicht. Dafür fehlen der Amazfit GTS 4 sämtliche Voraussetzungen.

Das Menü der Amazfit GTS 4 bietet einiges an Funktionen

Benachrichtigungen können auch unter iOS nun für alle Apps ausgewählt werden und werden auch umgehend zugestellt. Bei Whatsapp werden allerdings immer noch nur die gängigsten Smilies richtig angezeigt. Der Rest erscheint als Quadrat. Antworten oder reagieren kann man darauf allerdings auch nicht.

In der Praxis überzeugt mich der automatische Bitte-Nicht-Stören-Modus. Vorbei die Zeiten, in denen man händisch vor dem zu Bett gehen die Uhr in diesen Modus setzen musste und morgens alles wieder aktivieren. Einmal alles eingestellt, erkennt die Amazfit GTS 4 das automatisch und schaltet sich stumm. Dazu wird auch das Always-On Display deaktiviert. Richtig gut gemacht. Wie gehabt, lässt sich auch die Amazfit GTS 4 nahezu vollständig vom Menü und Widgets personalisieren. Was soll wo sein, welche Aktivitäten sollen wo zu sehen sein und welche können entfernt werden? Das ganze dann noch mit einer großen Auswahl an Watchfaces, von denen einige auch noch als solches angepasst werden können.

Bei der Akkulaufzeit kommt ich an die versprochenen 10 Tage nicht heran. Nicht einmal in die Nähe, selbst wenn ich alles möglich deaktiviere, was aber bei einer Smartwatch absolut keinen Sinn. Wie immer aktiviere ich alles, was die Amazfit GTS 4 bietet. Also das Always-On Display aktiviert, alle Benachrichtigungen aktiviert, Pulsmessung jede Minute, automatische Messung des SpO2 und Stress und jeden Tag eine Laufeinheit im Freien mit GPS Aufzeichnung, ab und zu mal ein Telefonat usw. So komme ich etwas mehr als 3 Tage ohne Steckdose aus. Dafür ist sie dann aber sehr schnell wieder geladen.

Bei der Amazfit GTS 4 Mini (Testbericht) habe ich noch die Pulsmessung bemängelt. Hier bei der Amazfit GTS 4 gibt es keinen Grund zur Klage. Zwar nicht perfekt, aber noch ganz ok. Eine gewisse Toleranz gibt es immer, aber für den Alltag reicht es. Wer es ganz genau wissen will, verbindet wie weiter oben bereits beschrieben einen Brustgurt wie diesen*. Beim Schlaf passt es ebenfalls ganz gut, denn auch das kurze Nickerchen am Mittag wird korrekt erkannt.

Einfach, schlicht aber richtig gut ist die Zepp App

Was ich nicht gut finde:

Bei der Amazfit GTS 4 ist Dualband-GPS (was ist das?) verbaut. Es werden also zwei Satelliten gleichzeitig für die Standortbestimmung genutzt. Derzeit werden 5 Satellitensystem von GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou und QZSS unterstützt. Ein 6. wird demnächst per Update nachgereicht. Wie auch schon bei der Amazfit GTS 4 Mini (Testbericht) ist das GPS nach wie vor nicht perfekt. Zu oft kürzt man quer durch den Wald oder einen Garten ab. Am Ende macht die Amazfit GTS 4 aus meiner 6,8 Kilometer langen Laufstrecke eine mit 6,6 Kilometer.

Auf der Amazfit GTS 4 kann man zwar das GPS einstellen d.h. zwischen Genauigkeit, Ausgewogen , Stromsparmodus und Benutzerdefiniert umstellen, aber selbst bei der Einstellung „Genauigkeit“, welche auch vor eingestellt ist, wird es nicht besser. Auch nicht, wenn man einer Outdoor-Aktivität den 3D-Datenmodus aktiviert. Damit sollen für eine noch bessere Positionierung auch Höhenangaben verwendet werden. Hat nur nix genutzt, aber es wird sicher noch besser.

Ganz schön viele Funktionen bietet die Zepp App

Was leider auch nicht funktioniert ist das Senden von vorgefertigten Routen im GPX Format (wie hier erklärt) nicht bei der Amazfit GTS 4. Dieses Feature wird zwar auf der Produktseite angepriesen, aber sobald man eine Route über die Zepp App auf die Uhr übertragen möchte, erscheint ein Hinweis, das diese Smartwatch derzeit nicht unterstützt wird. Sehr schade und das nervt einfach nur.

Über Sprachassistenten kann man denken, was man will. Sie sind durchaus nützlich. Gerade Amazon Alexa ist weit verbreitet und wird auch von der Amazfit GTS 4 unterstützt. Zumindest laut Beschreibung, denn egal mit welchem Amazon Account ich es probiere. Es funktioniert einfach nicht. Das Login auf Amazon klappt einwandfrei, aber dann passiert einfach nichts mehr. Dasselbe hatte ich übrigens auch schon bei der Amazfit GTS 4 Mini (Testbericht) und auch der Amazfit T-Rex 2 (Testbericht). Es liegt also nicht an der Amazfit GTS 4, sondern an der Zepp App oder dem Zepp OS. Dagegen funktioniert der hauseigene Sprachassistent gut, wenn man sich ein wenig damit mit beschäftigt.

Die Genauigkeit des Dual-GPS ist doch nicht so gut…

Fazit:

Ist die Amazfit GTS 4 empfehlenswert? Ja, wie auch schon die Amazfit GTS 4 Mini (Testbericht), ist auch der große Bruder uneingeschränkt empfehlenswert. Ja, sie ist nicht perfekt, aber in vielen Punkten so gut, dass sie an vielen Konkurrenten locker vorbeizieht. Es gibt immer mehr nützliche Apps, eine große Auswahl an Watchfaces, jede Menge Aktivitäten, die mich auch vielfältig unterstützen und das alles mit einer App, die viele Möglichkeiten zur Individualisierung bietet. Alles im allem ein richtig gutes, wenn auch nicht ganz billiges Gesamtpaket, mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis und dafür gibt es das Gütesiegel.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe bzw. als Geschenk erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Peter W.
Amazfit GTS 4
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
3.8

Zusammenfassung

+ sehr gute Verarbeitung
+ Apps installierbar
+ Telefonfunktion
+ gute Akkulaufzeit
+ Schnellladefunktion
+ brauchbare Messwerte
+ sehr gut individualisierbar

– Sprachassistenten mit Problemen
– GPS Empfang verbesserungswürdig

Peter W.https://www.mobi-test.de
Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch oder Marketing Gelaber, sondern Klartext. Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.
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2 Kommentare

  1. Habe die GTR 4 und bin grundsätzlich sehr zufrieden. Allerdings habe ich auf einmal keine Benachrichtigungen mehr bekommen, was sich nur durch eine komplette Neuinstallation der App und Reset der Uhr beheben lies. Hattet ihr nie Probleme damit?

    • Nein, dieses Problem hatte ich bei der GTS nicht, ist aber ein bekannter Bug der Zepp App. Gibt es gefühlt ewig und scheinen die einfach nicht in den Griff zu bekommen. Sicher ist nur, dass primär Android Nutzer über dieses Problem klagen. iOS scheint weniger betroffen zu sein.

      Gruß
      Peter

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