Sonntag, September 25, 2022
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Amazfit GTS 4 Mini im Test – ein guter Einstieg oder nicht?

Im Test habe ich die Amazfit GTS 4 Mini, denn ich will wissen, ob sich der Einstieg in die neue 4er Reihe lohnt und ob sich der Aufpreis zur „kleinen“ Amazfit Bip 3 Pro lohnt oder nicht.

Gerade erst habe ich die Amazfit Bip 3 Pro (Testbericht) getestet und konnte mich am Ende nicht vollends überzeugen. Es fehlte nicht viel zum Gütesiegel, aber am Ende hat die Preis/ Leistung nicht ganz gepasst. Mit der Amazfit GTS 4 Mini ist jetzt das nächste größere Modell erhältlich und natürlich muss auch die bei mit getestet werden. Das Upgrade zur Bip 3 Pro ist schon einigermaßen sicht- und spürbar. Aber eben auch ein bisschen teurer. Aber lohnt sich der Aufpreis am Ende wirklich?

Auch wichtig zu wissen ist, dass ich eine Smartwatch rund um die Uhr trage und wie genau ich teste, ist hier ausführlich beschrieben -> Link

Technische Daten Amazfit GTS 4 Mini:

  • Android ab 7.0 und iOS ab 12.0
  • 1,65″ AMOLED 2.5D Display mit 384 x 336 Pixel
  • Bluetooth 5.2 LE
  • Gyroskop
  • 3-Achsen Beschleunigungsmesser
  • Pulsmesser
  • Schlaftracker
  • Schrittzähler
  • Zyklustracker
  • GPS
  • SpO2 Messung (was ist das?)
  • wasserdicht bis 5 ATM (was bedeutet das?)
  • 20 mm Wechselarmbänder
  • 41,8 x 36,6 x 9,1 mm
  • 33 g (inkl. Armband)
  • 270 mAh

Produktseite: https://de.amazfit.com/products/amazfit-gts-4-mini

Deutsche Bedienungsanleitung: amazfit.com//Amazfit_GTS_4_Mini_Anleitung_DE.pdf

Erhältlich ist das Amazfit GTS 4 Mini bei Amazon* zum Preis von 99,90 Euro in den Farben Schwarz, Weiß, Pink und Mint. Ich habe die Version in Mint.

Der Lieferumfang der Amazfit GTS 4 Mini

Was ich gut finde:

In der Amazfit-typischen Verpackung findet man neben der Amazfit GTS 4 Mini noch ein kurzes Ladekabel und eine deutsche Kurzanleitung. Diese hilft leider nicht wirklich weiter und auch die oben verlinkte Anleitung zeigt nur die ersten Schritte. Wer weitergehende Tipps und Tricks sucht, schaut bitte in diesen Artikel -> Link zum Artikel

Erfreulich ist die Tatsache, dass die Ladegeräte mittlerweile etwas kompatibler geworden sind. So passt das Ladekabel der Amazfit GTS 4 Mini auch bei der Amazfit Bip 3 bzw. der Amazfit Bip 3 Pro (Testbericht) und umgekehrt. Das Ladegerät der Amazfit T-Rex 2 (Testbericht) passt aber nicht.

An der Verarbeitung gibt es nichts zu bemängeln. Alles sehr sauber gearbeitet. Die Zeiten sind bei Amazfit wohl endgültig vorbei, an denen sich die Wearables in der Schublade aufgelöst haben. Allem voran ein leicht gebogenes, sehr gutes AMOLED-Display mit 384 x 336 Pixel, welches auch noch über eine gut funktionierende, automatische Helligkeitsregelung verfügt. Es lässt sich bei Sonnenschein gut ablesen. Auch die Reaktion per Touch ist sehr. Nur mit nassen Händen lässt es sich kaum noch bedienen, aber ist eben das Problem der Touchscreens.

Das Gehäuse ist zweifarbig. Da ich die Version in der Farbe Mint zum testen habe, ist die Einfassung des Display Silber und die Unterseite in Mint gehalten. Auch beim Material ist das Gehäuse zweigeteilt. Oben Aluminium, unten Polycarbonat, also Plastik.

An der rechten Seite eine Taste, dessen Aktion beim Gedrückt halten über die App auch konfigurierbar ist. Die Taste lässt sich zwar drücken, aber drehen hat keinerlei Funktion. Auf der Unterseite die Sensoren und die beiden Pogo-Pins zum Anschließen des Ladegerätes. Das Armband hat die Standardbreite von 20 mm und ist ohne Werkzeug wechselbar. Die Dornschließe ist zwar aus Plastik, aber eine vollwertige Schließe und hält, was sie verspricht.

Die Amazfit GTS 4 Mini im Vergleich zur Apple Watch 5 mit 44 mm

Im Inneren gibt es das Übliche, also Pulsüberwachung, Schlafüberwachung, Messung des Blutsauerstoff, über 120 Aktivitäten und GPS. Zu diesem äußere ich mich später noch genauer. Wie es sich für ein modernes Wearables gehört, ist auch die Amazfit GTS 4 Mini bis 5 ATM wasserdicht. Duschen und schwimmen ist also kein Problem und es gibt dementsprechend auch passende Aktivitäten.

Apropos Aktivitäten. Derer gibt es mehr als 120, aber wie immer können nur Laufen, Gehen und Radfahren per GPS aufgezeichnet werden. Gerade für Läufer bietet auch schon die Amazfit GTS 4 Mini so einiges wie einen virtuellen Pacer, dessen Tempo man einstellen kann und auch die Datenfelder lassen sich in gewissen Grenzen anpassen. Beim Schwimmen kann vorab die Bahnlänge angegeben werden. Ansonsten werden nur die Dauer und der (sehr grobe) geschätzte Kalorienverbrauch getrackt.

Das Menü der Amazfit GTS 4 Mini Teil 1

Die Zepp App (Android iOS) ist die App zu Amazfit GTS 4 Mini. Die Verbindung ist schnell hergestellt und man kann das Wearable kurz einrichten. Bei Fragen und Problemen speziell zur Zepp App, findet man hier einen eigenen Artikel -> Link zum Artikel

Die Startseite hält jede Menge Daten bereit. Unter „Profil“ kann man die wichtigsten Einstellungen vornehmen. Allen voran die Verbindung zu Strava, Amazon Alexa und unter iOS auch zu Apple Health. Unter Android kann man noch zu Google Fit verbinden, aber nach wie vor scheint es massive Probleme beim Upload der Daten zu TK Fit und Co. zu geben, dem ich hier einen eigenen Artikel gewidmet habe -> Link zum Artikel

Tippt man auf die Amazfit GTS 4 Mini, kann man weitere Einstellungen vornehmen. Beim Gesundheitsmonitoring kann man sämtliche Sensoren zur Pulsmessung, Schlafen, Stress und Blutsauerstoff anpassen. Die Pulsmessung kann man hierbei auf jede Minute als kürzestes Intervall einstellen. Die SpO2 Messung wird nur in Ruhe bzw. beim Schlafen gemessen. Erfreulicherweise kann man auch das Menü, die Widgets und Aktivitäten den eigenen Wünschen anpassen. Auch Watchfaces gibt es in einer großen Zahl zur Auswahl und einige lassen sich auch anpassen.

Das Menü der Amazfit GTS 4 Mini Teil 1I

Absolut erwähnenswert sind die installierbaren Apps. Nichts aufregendes, aber mittlerweile gibt es 20 kostenlose Apps wie einen Taschenrechner, Notify für Google Maps Timer zum Zähne putzen usw. Solche Schwergewichte wie Whatsapp, Instagram usw. sind nicht möglich, aber immerhin ist das ein ganz wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die Amazfit Wearables noch smarter zu machen. Alles genauso, wie bei der „großen“ Amazfit T-Rex 2 (Testbericht). Im Gegensatz zu vielen anderen Wearables anderer Hersteller, kann man in der Zepp App mittlerweile auch unter iOS alle Apps auswählen. Vorbei die Zeiten, in denen nur eine Handvoll vordefinierter App auswählbar waren. Endlich.

Im Praxistest empfiehlt sich die Amazfit GTS 4 Mini als unaufgeregter Alltagsbegleiter, der sich als wirklich nützlich erweist. Das fängt mit dem guten Wecker an, der zuverlässig weckt und dessen Vibration sich eistellen lässt. Übrigens geht die Amazfit mittlerweile automatisch in den DND-Modus, sobald man sich ins Bett legt und beendet diesen Nicht-stören-Modus, sobald man aufgestanden ist. Das funktioniert auch wirklich gut und vor allem zuverlässig.

Die Zepp App bietet alle Funktionen wie auch bei den „Großen“

Benachrichtigungen werden unverzüglich zu Display gebracht, aber nur die ersten Zeilen und man kann nach wie vor nicht darauf reagieren. Dasselbe bei Whatsapp. Zwar werden die gängigsten Smilies korrekt angezeigt, aber das sind wirklich nur die wichtigsten und antworten bzw. reagieren kann man auf Nachrichten nach wie vor nicht. Das bleibt nach wie vor der Apple Watch oder einer Smartwatch mit WearOS wie der Samsung Galaxy Watch 5 vorenthalten.

Als Trainingspartner taugt die Amazfit GTS 4 Mini ebenfalls, auch wenn das GPS nicht das Beste seiner Art ist. Dazu gleich mehr. Beim Akku gibt es die gewohnte Diskrepanz zwischen einer Herstellerangabe und der Realität. Bis zu 14 Tage soll der Akku halten. Das aber wohl nur, wenn man sie nicht trägt. Wie immer aktiviere ich alles, was das Wearable bietet. Im Falle der Amazfit GTS 4 Mini habe ich das Always-On Display aktiviert, alle Benachrichtigungen aktiviert, Pulsmessung jede Minute, automatische Messung des SpO2 und Stress und jeden Tag eine Laufeinheit im Freien mit GPS Aufzeichnung. So komme ich knapp an die 4 Tage, was absolut ok ist, aber eben weit weg von den Angaben des Herstellers.

Was ich nicht gut finde:

Das ist die Sache mit den Pulswerten. In Ruhe und leichten Belastungen passen die Werte bis auf eine Abweichung von wenigen Schlägen pro Minute. Aber je mehr bzw. schneller man sich bewegt, desto ungenauer werden die Werte bis hin zu komplett unbrauchbar. So habe ich bei meinem Cardio-Workout mit einem semiprofessionellen Pulsmesser einen Wert von 110 Schlägen pro Minuten, während mir die Amazfit GTS 4 Mini eine Warnung bei 180 Schlägen auswirft. Beim Laufen im Wald mit rund 8 km/h springt der Puls angeblich von 60 bis 170 Schlägen im Sekundentakt. Totaler Blödsinn und somit leider nicht nutzbar. Zumindest beim Sport.

Die GPS-Genauigkeit ist zwar an sich ok aber wer sich die Karten näher anschaut, wird dort mit heftigen Ungenauigkeiten konfrontiert sehen. Immer wieder kürzt man in Kurven durch die Gärten oder neben den Wegen ab. Der Algorithmus scheint das aber intern wieder richtig zu rechnen. Es spielt dabei auch keine Rolle, ob man in der Stadt unterwegs ist oder auf freien Feld. Das Signal wird offensichtlich zu selten abgefragt, wodurch diese Ungenauigkeiten zustande kommen. Aber für Breitensportler wie mich, ist es vollkommen ausreichend und wer es wirklich genau braucht, muss eben tiefer in die Tasche greifen. Wie im richtigen Leben.

Das GPS der Amazfit GTS 4 Mini ist nicht das Präziseste

Fazit:

Ist die Amazfit GTS 4 Mini empfehlenswert? Ich kann mich jetzt nicht direkt zu eine Ja hinreißen lassen, aber auch nicht zu einem Nein. Die Amazfit GTS 4 Mini ist technisch der Amazfit Bip 3 Pro (Testbericht) etwas voraus, aber eben auch teurer. Ob sich der Aufpreis lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Ich würde sagen, nicht unbedingt, denn von den grundlegenden Funktionen geben dich die beiden nichts und das ist durchaus erstaunlich. Prinzipiell machen sich diese beiden unnötige Konkurrenz und so bleibt es eine optische Geschmackssache, für welche der beiden man sich entscheidet. Das Gütesiegel vergebe ich trotzdem, denn die Amazfit GTS 4 Mini macht für unter 100 Euro sehr vieles, sehr gut.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

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Peter W.
Amazfit GTS 4 Mini
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Praxistest
  • Preis/ Leistung
3.5

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ gute Akkulaufzeit
+ Apps installierbar
+ sehr gut konfigurierbar
+ guter Tragekomfort
+ Wechselarmbänder

– GPS etwas ungenau
– Pulsmessung unter Belastung unbrauchbar

Peter W.https://www.mobi-test.de
Mit meinen Tests will ich den "normalen" Interessenten davor bewahren, sein hart verdientes Geld für Müll auszugeben. Denn leider ist es Fakt, das nicht alles Gold ist, was glänzt. Daher gibt es von mir kein Technik-Chinesisch oder Marketing Gelaber, sondern Klartext. Wenn ihr Fragen habt, dann verfasst einen kurzen Kommentar und wir versuchen diesen zu beantworten.
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