Huawei FreeBuds Pro im Test – was ich gut finde und was nicht

Ich habe die Huawei FreeBuds Pro im Test und konnte sie ausgiebig testen und direkt mit zwei persönlichen Favoriten vergleichen. Was ich an ihnen gut finde und was nicht, erfahrt ihr hier und welche Alternativen es gibt.

Das Huawei auch Headsets bauen kann, haben sie mit den hervorragenden Huawei FreeBuds Studio (Testbericht) eindrucksvoll bewiesen. Hätte ich nicht schon ein High-End Over-Ear Headset, wäre das meine erste Wahl. Und nun darf ich dank notebooksbilliger.com auch die Huawei FreeBuds Pro testen. Darauf freue ich mich schon sehr lange, denn nach wie vor nutze ich tagtäglich mehrere Stunden die AirPods Pro (Testbericht), habe diese aber während des Tests der Oppo Enco X (Testbericht) in der Schublade liegen lassen. 

Technische Daten Huawei FreeBuds Pro:

  • 11 mm Treiber
  • Bluetooth 5.2
  • Bluetooth Profile A2DP, AVRCP, HFP, HSP (was ist das?
  • Bluetooth Codec AAC, SBC (was ist das?
  • Freisprechfunktion
  • Multipoint Verbindungen
  • ANC
  • Trageerkennung
  • spritzwassergeschützt nach IPX5 (was bedeutet das?)
  • USB Typ-C
  • Wireless Charge
  • 70 x 51,3 x 24,6 mm (Case)
  • 29,6 x 26 x 21,7 mm (Earpiece)
  • 6,1 g (pro Earpiece)
  • 60 g (gesamt mit Case)
  • 55 mAh (Earpiece)
  • 580 mAh (Case)
  • 2W Wireless Charge

Produktseite: huawei.com/de/freebuds-pro

Deutsche Bedienungsanleitung: huawei.com/HUAWEI_FreeBuds_Pro_Kurzanleitung.pdf

Erhältlich sind die Huawei FreeBuds Pro in den Farben Weiß, Schwarz und Silber unter anderem bei notebooksbilliger* zum Preis von 179,99 Euro.

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Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben -> Link

Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei.

Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. 

Natürlich sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab. Das auch mit einer der Gründe, warum wir unsere Testberichte eher kurz halten, denn niemand elend lange Texte lesen und daher konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale.

Nicht zuletzt von der Auswahl der passenden Aufsätze die zum sehr großen Teil den Klang beeinflussen. Dazu habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengetragen -> Link

Was ich gut finde:

In der Verpackung findet man neben dem Case nebst den beiden Ohrstöpseln noch zwei Paar Aufsätze in verschiedenen Größen, ein USB Typ-C Ladekabel und eine Kurzanleitung. Die Verarbeitung ist wirklich gut und wegen der Optik möchte sich bitte jeder selbst eine Meinung bilden. Das Design spielt in meinen Tests keine Rolle. Allerdings muss man bemerken, dass die Entnahme der beiden Ohrstöpsel bei den AirPods Pro (Testbericht) perfektioniert wurde. Bei den Huawei FreeBuds Pro wurschtelt man zu Beginn etwas herum. Dafür halten die Magneten die beiden Ohrstöpsel sehr gut fest.

Dank der wirklich kompakten Abmessungen ist der Tragekomfort sehr gut, auch wenn die Oppo Enco X (Testbericht) noch mal eine Ecke besser sind. Sogar noch besser als bei den AirPods Pro. Steht und sprichwörtlich fällt es mit der richtigen Wahl der passenden Ohrpolster. Passt es, dann kann man mit den Huawei FreeBuds Pro problemlos Burpees machen, Jumping Jacks, Seilspringen etc. Alles kein Problem.

Bei aktiven ANC soll der Akku bis zu 5 Stunden durchhalten. Das habe ich fast auf die Minute erreicht. Nach exakt 4 Stunden und 58 Minuten war der Akku der Ohrstöpsel leer. Bei deaktivierten ANC sollen es 8 Stunden sein, was ich sogar ein Stück weit übertreffen konnte. Das sind richtig gute Laufzeiten und dank des Case kann man beide Ohrstöpsel noch zweimal komplett aufladen und beim dritten mal reicht es noch mal für knapp 1 Stunde Musikgenuss.

Die Huawei FreeBuds Pro lassen sich auch kabellos per QI laden, was aber sehr lange dauert. Also wer es eilig hat, dann kabelgebunden aufladen.

Der Klang gefällt mir richtig gut. Satt und ausgeglichen. So kann man den Klangcharakter am besten beschreiben. Vor allem die Räumlichkeit hat mir gefallen und vermittelt bei entsprechenden Musikstücken wirklich den Eindruck, dass man in einer Kirche steht oder einem großen Konzertsaal. Klanglich ein echt guter Allrounder für den Alltag. Egal ob man einen Podcast wie unseren hört, Videos schaut oder Musik.

Was ich ok finde:

Bei der Ausstattung können die Huawei FreeBuds Pro durchaus überzeugen. Eine Trageerkennung, ANC mitsamt Transparenzmodus oder Schutz vor Spritzwasser nach IPX5 sind Klassenstandard. Positiv zu bewerten ist auf jeden Fall die Multipointverbindung. Man kann problemlos zwei Smartphones zur gleiche Zeit verbinden. Man hört mit dem privaten Handy seine Musik, da kommt auf dem Geschäftshandy ein Telefonat rein. Die Musik wird pausiert und man kann das Telefonat annehmen. Echt genial und will ich nicht mehr missen. Wireless Charge ist ein nettes Extra, aber kein echtes Kaufargument. Was ich aber nicht verstehe ist folgendes. Die Huawei FreeBuds Studio (Testbericht) unterstützen die hervorragenden und vor allem hauseigenen Codecs LDAC, L2HC (was ist das?), aber die Huawei FreeBuds Pro nicht. Hier gibt es nur die Standard AAC, SBC Codecs.

Die Bedienung per Touch ist sehr einfach und vor allem eingängig. Am jeweiligen Stengel kann man entweder „drücken“, was durch ein sanftes Klicken eines Microschalters bestätigt wird oder streichen für die Lautstärke. Und das funktioniert richtig gut.

Für einen Reset auf die Werkseinstellungen löscht man das Headset aus den Bluetootheinstellungen des Smartphone, steckt beide Ohrstöpsel in das Case, lässt den Deckel offen und hält die Taste für 10 Sekunden gedrückt, bis die LED rot blinkt. 

Eine Latenz ist durchaus spürbar, aber nur selten wirklich störend. Ja, wenn man genau hinhört bzw. schaut, dann wird man sich daran stören können, aber das machen andere Headsets in dieser Preisklasse auch nicht viel besser.

Das ANC ist ok. Es gibt insgesamt 4 Stufen plus den Transparenzmodus, der hier Aufmerksamkeitsmodus genannt wird. Am Ohrstöpsel kann man zwischen drei davon umschalten und man bemerkt auch eine gewisse Reduktion des Geräuschpegels, aber so richtig viel bringt das ANC nicht. Der Transparenzmodus ist richtig gut, weil man seine Umgebung noch gut hören kann, aber die Musik trotzdem noch präsent ist.

Die perfekte Mischung. Das ANC kann ich zwei Stufen angepasst werden, allerdings scheinen bei der ersten Stufe lediglich die Außenmikrofone abgeschaltet zu werden. Die Geräuschkulisse nahezu ungedämpft. Erst mit der zweiten Stufe bemerkt man eine gewisse Reduktion, die aber leider weit unter dem ANC eines Sony WF-1000XM3 (Testbericht) oder auch der Oppo Enco X (Testbericht) leider nicht heran.

Die Trageerkennung ist ebenfalls ok. Ab und an erkennt sie nicht, wenn man einen Ohrstöpsel aus dem Ohr nimmt oder wieder einsetzt. Das passiert zwar nicht oft, aber wenn es nicht funktioniert, dann nervt es einfach.

Was ich nicht gut finde:

Die Verbindung ist wieder einmal das größte Problem. Der linke Ohrstöpsel ist der Master und so kann man den rechten leider oft nur auf Umwegen alleine nutzen. Ab und zu funktioniert es, dass ich direkt nur den rechten Ohrstöpsel nutzen kann, aber oft genug, muss ich dann noch kurz den linken dazu nehmen, warten bis beide verbunden sind und kann dann den linken wieder herausnehmen. In dieser Preisklasse etwas unbefriedigend, zumal es deutlich günstigere TWS Headsets gibt, bei denen es diese alte Master/Slave Konfiguration nicht mehr gibt. Da sind beide gleichberechtigt.

Ein noch größeres Ärgernis ist die benötigte Huawei AI Life App. Es geht prinzipiell auch ohne. Gerade wer, so wie ich, ein iPhone nutzt, muss ohne App auskommen, denn diese gibt es nach wie vor nur für Android. Somit verlieren iOS Nutzer jede Menge Funktionen und das ist in dieser Preisklasse ein absolutes No-Go. Gerade weil Huawei nicht gerade klein ist. Und selbst unter Android läuft es nicht auf Anhieb, denn die hierzulande im Playstore erhältliche Version der Huawei AI Life App kennt die Huawei FreeBuds Pro noch gar nicht. Dafür muss man eine wesentlich neuere Version aus der Huawei AppGallery installieren. Das habe ich im Detail hier erklärt -> Link

Das in der App der Passtest nicht funktioniert, weil er den rechten Ohrstöpsel nicht erkennt, obwohl er läuft und Musik abgespielt wird, macht es natürlich auch nicht besser.

Fazit:

Sind die Huawei FreeBuds Pro empfehlenswert? Auch wenn es mir schwer fällt, aber am Ende muss ich nein sagen. In dieser Preisklasse erwarte ich mehr als eine App, die es nur auf Android gibt und dann auch nur auf Umwegen, das ANC nicht vernünftig arbeitet und die Verbindung immer wieder Probleme macht. Da kann der wirklich gute Klang, die Akkulaufzeit oder die Multipointverbindung leider auch nichts mehr retten. Die Oppo Enco X (Testbericht) sind in dieser Preisklasse die klar bessere Option und daher vergebe ich kein Gütesiegel.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Onlineshop Notebooksbilliger als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Huawei FreeBuds Pro
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Klang
  • Preis/ Leistung
2.6

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ guter Klang
+ sehr gute Bedienung
+ guter Tragekomfort
+ kabelloses Laden

– App nur für Android
– App mit Bugs
– kaum wirksames ANC

2 Kommentare zu „Huawei FreeBuds Pro im Test – was ich gut finde und was nicht“

  1. Hey Peter,
    freut mich, dass du die Freebuds Pro endlich testen konntest 🙂
    Da ich sie seit Oktober nutze und wirklich begeistert bin, hat mich auch deine Einschätzung besonders im Vergleich zu anderen Headsets interessiert.
    Allerdings bin ich etwas erstaunt über dein Urteil, besonders was die „was dir nicht gefällt“ Punkte angeht, da ich einige nicht ganz nachvollziehen kann.

    Zunächst war ich verwundert, dass du sagst, dass der linke der Master sei und sich der rechte nur auf Umwegen nutzen lasse. Ich hab das direkt mal ausprobiert. Case geöffnet, nur den rechten rausgeholt (den linken ding gelassen), Case geschlossen, rechten Kopfhörer ins Ohr eingesetzt, es ertönt ein „Dingdong“ und schon konnte ich Musik hörenn. Das habe ich mehrfach probiert, ohne Probleme. Da ich mir nicht sicher war, ob du dich vllt verschrieben hast, habe ich es auch mal andersherum probiert – also linken rein und rechten im Case gelassen. Keine Probleme.

    Was die App betrifft: Die App-Gallery habe ich nicht gebraucht. Auf der Verpackung der Freebuds Pro (und ich glaube in der Anleitung) befindet sich ein QR-Code. Den habe ich gescannt und wurde zu einem direkten apk Download der AI Life App geleitet. Heruntergeladen, installiert, fertig. Zugegeben, nicht so einfach wie im Playstore die App herunterzuladen, aber ebenfalls kein Hexenwerk.

    Zum ANC kann ich nichts sagen, da fehlt mir die Vergleichsmöglichkeiten. Ich hatte mal 10 Minuten die Airpods Pro in einer ruhigen Umgebung zum Vergleich, aber die Situation war nicht optimal um Unterschiede zu erkennen. Da ich ein Samsung nutze, waren die Airpods Pro aber sowieso relativ uninteressant, denn eine sinnvolle Nutzung lässt Apple abseits des i-Universums ja auch nicht zu. Blöderweise hat Huawei das Apple gleich getan, nur umgekehrt.

    1. Hallo Sebastian,

      das ist halt immer das Problem eines Test. Er bildet meine Erfahrungen ab während eines, oft begrenzten, Zeitraum ab.

      In Punkto Verbindung hatte ich ja geprägt geschrieben, dass es nicht immer Probleme gibt, aber eben so oft, dass ich es als negativ empfunden habe. Auch wenn von 10 mal nur 2 mal passiert, darf das nicht sein. Dabei spielt es im übrigen keine Rolle ob mit einem iPhone oder Androiden verbunden. Das Problem kann man also nicht auf die Betriebssysteme schieben.

      Das mit der App auch so eine Sache. Du weißt dir zu helfen, aber gehe mal auf die Straße und drücke mal jemanden so einen QR Code in die Hand. Du wirst staunen wie viele ratlos schauen werden. Oder wenn sie das können, was passiert, wenn etwas anderes als der Playstore als Quelle im Handy erscheint. Denn nicht jeder weiß, was zu tun ist, um einen Sideload zu erlauben. Von daher ist das als negativ zu bewerten.

      Und zu guter Letzt kann man AirPods Pro recht problemlos mit einer kostenlosen App auf einem Androiden nahezu voll umfänglich nutzen. Wir haben da auch eine Anleitung zu.

      Gruß
      Peter

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