Ein Newcomer auf dem Markt der TWS Headsets ist das Oppo Enco W31 welches ich im Test habe. Angesiedelt in der mittleren Preisklasse gebe ich hier zum besten was mir gefällt und was nicht.




Seit kurzem spielt auch Oppo mit, wenn es um die kabellosen In-Ear Headsets geht. Nach dem Oppo Enco Free ist jetzt auch das Oppo Enco W31 im Handel erhältlich und ich habe die Ehre es testen zu dürfen.

Seit einiger Zeit nutze ich tagtäglich die AirPods Pro (Testbericht), welche ich aber nicht zum Vergleich herangezogen habe, da es schlicht unfair wäre. Zu diesem Zweck habe ich meine aktuellen Preis/Leistungssieger Tronsmart Onyx Ace (Testbericht) herangezogen, genauso die Xiaomi AirDots Pro 2 (Testbericht), weil sie preislich gleichauf liegen.

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Technische Daten Oppo Enco W31:

  • 7 mm Treiber
  • 20 Hz – 20 kHz
  • Bluetooth 5.0
  • SBC, AAC (was ist das?
  • Google Assistant/ Siri
  • Freisprechfunktion
  • In-Ear Erkennung
  • spritzwassergeschützt nach IP54 (was bedeutet das?
  • USB Typ-C
  • 62 x 19,5 mm (Case)
  • 5 g (pro Earpiece)
  • 52 g (gesamt mit Case)
  • 25 mAh (Earpiece)
  • 350 mAh (Case)

Produktseite: oppo.com/de/oppo-enco-w31

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Erhältlich ist das Oppo Enco W31 bei Amazon* in weiß oder schwarz zum Preis von 67,99 Euro.

Wie immer teste ich für jeden ganz einfach nachvollziehbar. Für den Test lade ich die Dinger komplett auf, in diesem Fall das Case und die Stöpsel, höre Musik bis der Akku leer ist und lade sie im Case wieder auf. So lange, bis auch der Akku im Case leer ist.

Als Musik habe ich bei Tidal Hfi eine Playlist „Alltime Favorites“, in der Dutzende Titel zu finden sind. Von Klassik über Pop, Elektro, Hardrock, Filmmusik, Jazz, Funk, Soul usw. Von allem etwas. Dazu höre ich Podcasts und Hörbücher. Ein Equalizer kommt bei mir nicht zum Einsatz.

Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei.

Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. 

Natürlich sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab.

Nicht zuletzt von der Auswahl der passenden Aufsätze die zum sehr großen Teil den Klang beeinflussen. Dazu habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengetragen -> Link

Das gilt übrigens auch für die Bluetooth Audio Codecs (was ist das?), denn nur wenn das Smartphone und das Headset in diesem Punkt harmonieren, klingt es auch gut. Und zu guter Letzt hängt es von der Qualität der Streaminganbieter ab, was ich hier mal verglichen habe -> Link

Was ich gut finde:

Der Lieferumfang ist nicht üppig aber das ist mittlerweile Standard. 

Viel mehr überzeugen die kompakten Abmessungen des Case, welches oft mit einer Puderdose verwechselt werden könnte. Es ist sehr dünn und auch vom Durchmesser sehr klein gehalten, was sich natürlich auch auf die Akkukapazität auswirkt. Das Case verschwindet mit seinem Gesamtgewicht von 52 Gramm inkl. der beiden Ohrstöpsel unauffällig in jeder Hosentasche.

Im Inneren des Case werden die beeiden Ohrstöpsel magnetisch fixiiert und eine kleine LED gibt leidlich Auskunft über den Ladezustand. Darunter noch ein in Chrom gefasster Knopf, mit dem unter anderem der Reset durchgeführt wird.

Der Tragekomfort der Ohrstöpsel ist schlicht hervorragend. Hier muss ich doch mal die AirPods Pro (Testbericht) zum Vergleich heranziehen, die ja schon sehr gut sitzen, aber die Oppo Enco W31 sitzen schlicht perfekt.

Gerade durch ihre besondere Formgebung liegen sie mehr in der Ohrmuschel und fixieren sich alleine durch die Form. Absolut genial gemacht. Selbst bei meiner Frau, bei denen In-Ears regelrecht von selbst aus dem Ohr springen, haben Oppos problemlos gehalten und das selbst über Stunden.

Beim Sport gibt es demnach auch keine Probleme. Seilspringen, Burpees oder Laufband. Sie verrutschen lediglich etwas, was aber jederzeit korrigiert werden kann, aber herausfallen werden sie eher nicht.

Aber auch hier geht die super kompakte Bauweise und das niedrige Gewicht zu Lasten der Größe des Akkus, wozu ich aber später zu sprechen komme.

Was ich ok finde:

Die Verarbeitung des Oppo Enco W31 ist ok. Plastik rundum und der einzige, aber sehr kleine, Kritikpunkt ist die scharfe Kante an der Einkerbung zum Öffnen des Case. Ansonsten gibt es nicht weder am Case noch an den Ohrstöpseln was auszusetzen.

Die Liste der Ausstattung ist kurz. Bis auf die beiden Bluetooth Codecs SBC und AAC (was ist das?) gibt es nichts. Auch kein ANC oder ähnliche Annehmlichkeiten. Auch Wireless Charge sucht man vergebens.

Auf der Haben-Seite kann es mit einer Trageerkennung punkten d.h. nimmt man einen der beiden Ohrstöpsel heraus, stoppt die Wiedergabe und steckt man ihn wieder ins Ohr spielt die Musik weiter und das funktioniert einwandfrei. Außerdem gibt es einen „Bass-Modus“, der gleich beim Klang zur Sprache kommt.

Das Oppo Enco W31 ist spritzwassergeschützt nach IP54 (was bedeutet das?), was bedeutet, dass ein Regenschauer oder starkes Schwitzen kein Problem darstellt, aber duschen mit dem Headset im Ohr ist nicht drin.

Wer ein neueres Oppo Smartphones besitzt, kann das Oppo Enco W31 per Quick-Pairing verbinden. Also wie beim iPhone Deckel auf und es wird verbunden. Alle Nicht-Oppo-Nutzer verbinden ganz normal per Bluetooth. 

Die Verbindung ist dank Bluetooth 5.0 auch über mehr als 3 Meter Entfernung stabil. Kein Vergleich zum Tronsmart Onyx Ace (Testbericht), die nach wie vor mit Problemen bei der Verbindung kämpfen. Die Oppos glänzen mit einer sehr stabilen Verbindung, bei der es auch kein Master/Slave gibt. Beide Ohrstöpsel verbinden sich autark und damit spielt es keine Rolle, welchen Ohrstöpsel man nutzt und später dazu nimmt oder entfernt.

Die Latenz ist zwar bemerkbar, aber nicht wirklich schlecht. Da muss man gestehen, dass auch teurere Modelle nicht besser sind und gute Player heutzutage eine entsprechende Funktion zum einstellen mitbringen.

Beim Klang war ich zunächst angetan, aber im weiteren Verlauf des Hörens stellte sich dann doch so etwas wie Ernüchterung ein. Das liegt am bereits erwähnten „Bass-Mode“. Drückt man den linken Ohrstöpsel für 2 Sekunden, schaltet das Headset zwischen den beiden Modis „Bass-Mode“ und „Balance-Mode“ um. Gerade beim Sport macht der Bass-Mode durchaus Sinn, da tiefe Frequenzen angehoben werden und gerade beim Laufen ist diese extra Portion Bass richtig gut.

Im normalen Hörbetrieb ist dieser Bass-Mode aber eher nervig, da er die komplette Klangcharakteristik ins Dumpfe zieht. Im Gegensatz zum klassischen Loudness wird beim Oppo eben nur der Bass hochgezogen und die Höhen belassen.

Im sogenannten „Balance-Mode“ klingt dass Oppo Enco W31 ordentlich, aber leider nicht so gut, dass ich unter „was ich gut finde“ eingruppieren möchte. Wie gesagt. Es klingt nicht schlecht, aber bei diesem Preis erwarte ich schon etwas mehr.

Bleibt man im Balance-Mode, dann bekommt man bei einem guten Sitz der Ohrstöpsel einen gut portionierten Bass, dem sich etwas zurückhaltende Mitten anschließen. So etwas kann man idealerweise mit Songs von Adele heraushören. Sie klingt etwas zu hell und das Headset schafft es nicht, die Fülle in ihrer Stimme wiederzugeben. Ich hoffe man versteht, was ich damit meine.

Im Hochtonsektor gibt es hingegen nichts auszusetzen. Schön aufgelöst, dass auch bei klassischer Musik einzelne Instrumente wie Triangeln schön heraus zu hören sind. 

Auch lässt die Räumlichkeit etwas an Weite vermissen. Um das bewerten, habe ich in der Playlist „Interstellar „First Step“ Hans Zimmer Soundtrack – Church Organ“ von David Robertshaw, bei dem der Song auf einer Orgel in einer Kirche gespielt wird. Mit einem guten Headset „hört“ man diese Halle heraus. Beim Oppo Enco W31 wirkt es leider ziemlich gepresst.

Leider ist es auch nicht wirklich laut. Ich höre ja in der Regel nicht so laut, weil mir primär der Klang wichtig ist, aber selbst mir ist es zu leise und das will was heißen.

Nochmals zur Erinnerung. Der Klang an sich ist ok, es fehlt nur das perfekte Zusammenspiel aller Frequenzbänder, die zu geringe Maximallautstärke und Details wie eben die fehlende Räumlichkeit für diesen Preis.

 Beim Telefonieren passt es hingegen wieder. Da wirken sich die fehlenden Mitten positiv auf den Klang des Anrufers aus. Man selbst wird sehr gut verstanden und kommt ohne störende Nebengeräusche rüber.

Was ich nicht gut finde:

Keine Ahnung, wer sich dieses Bedienung ausgedacht hat. Touch ist ja schon ok und auch auch der Bereich für den Touch ist großzügig bemessen, dass man eigentlich immer trifft. 

Rechts doppelt antippen springt einen Titel nach vorne. Links doppelt antippen wechselt zwischen den beiden Modis. Das war es. Ok, man kann noch einen Anruf annehmen oder abweisen. Das war es.

Aber warum kann man kein Play/Pause, einen Titel zurück springen oder Lautstärke steuern? Ich habe extra noch mal in die Anleitung geschaut, aber diese Möglichkeiten gibt es schlicht nicht. Gerade die fehlende Steuerung von Play/ Pause nervt im Alltag ungemein. Da hilt auch die Trageerkennung nicht, denn ich will nicht immer das Headset aus dem Ohr holen, nur um mal kurz was zu hören. Echt seltsam und habe ich so noch nicht gesehen. 




Den Reset auf die Werkseinstellungen führt man übrigens so durch, dass man beide Ohrstöpsel in das Case steckt, dann die Taste im Case für 15 Sekunden gedrückt hält, bis die LED dreimal rot blinkt.

Nächster Kritikpunkt ist leider der Akku. Weil das Headset und auch das Case so klein sind, sind auch jeweils die Akkus etwas kleiner ausgefallen.

Laut Hersteller soll der Akku bis zu 3,5 Stunden durchhalten und das habe ich auch geschafft. Nach exakt 3 Stunden und 32 Minuten war der Akku leer und das bei normalen Lautstärken und nicht den leisen 50% wie bei vielen anderen. Das ist richtig gut, allerdings kann man die versprochene maximale Laufzeit von 15 Stunden ins Reich der Phantasie verbannen.

Denn beide Ohrstöpsel kann man genau zweimal aufladen. Das Dritte mal reicht dann noch mal für knapp 41 Minuten. Dann ist auch der Akku im Case leer. Also alles im allem kommt man auf knapp 8 Stunden und damit liegt man weit, weit hinter den versprochenen 15 Stunden. Und weil es zu stark abweicht, ist das für mich ein Minuspunkt.

Fazit:

Ist das Oppo Enco W31 TWS Headset empfehlenswert? Ja durchaus, wenn man es primär für den Sport benötigt. Denn in Punkto Tragekomfort und Sitz kenne ich bislang kein besseres. Allerdings erkauft man sich diesen Komfort mit Mängeln bei der Bedienung, etwas kürzerer Akkulaufzeit und einem Klang, der leider nicht mehr als ok ist. Daher vergebe ich schweren Herzens auch nicht das Gütesiegel. Aber denkbar knapp, denn bis zu letzten Sekunde habe ich mit mir gekämpft, ob ich es nicht doch vergeben soll. Am Ende war die Bedienung und der Klang ausschlaggebend es nicht zu vergeben.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe bzw. als Geschenk erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Oppo Enco W31
  • 7/10
    Verarbeitung/ Ausstattung - 7/10
  • 6/10
    Verbindung/ Bedienung - 6/10
  • 8/10
    Klang - 8/10
  • 7/10
    Preis/ Leistung - 7/10
7/10

Kurzfassung

+ gute Verarbeitung
+ kompaktes Design
+ sehr guter Tragekomfort
+ stabile Verbindung

– seltsame Bedienung
– Akkulaufzeit weitaus kürzer als versprochen

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