Im Test – das Amazfit PowerBuds Pro In-Ear Headset mit eingebauten Fitnesstracker

Wir haben die Amazfit PowerBuds Pro im Test, denn wir wollen wissen, ob der Mix aus In-Ear Headset und Fitnesstracker sein Geld wert ist oder ob nicht.

So Headset mit eingebauten Fitnesstracker ist nichts neues. Hatten wir schon getestet, wie z.B. das AiPower Wearbuds (Testbericht) aber bislang waren die eher schlecht als recht. Irgendwie ein fauler Kompromiss, der nichts gut kann. Auch von Amazfit gibt es schon so etwas, hat sich aber nicht wirklich verkauft. Das sollen die Amazfit PowerBuds Pro jetzt alles besser machen. Hier soll die Verbindung aus einem richtig guten Headset mitsamt ANC und einem eingebauten Fitnesstracker, der zwar nur das absolut nötigste kann, das aber richtig gut. So zumindest das Versprechen. Das alles gilt es auszuprobieren, also habe ich wie sonst auch mein Headset-Parcour durchlaufen zusammen mit dem eines Fitnesstrackers. Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben -> Link

Dazu bewerte ich auch Punkte wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei. Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde.  Natürlich sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab. Das auch mit einer der Gründe, warum wir unsere Testberichte eher kurz halten, denn niemand elend lange Texte lesen und daher konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale. Nicht zuletzt von der Auswahl der passenden Aufsätze die zum sehr großen Teil den Klang beeinflussen. Dazu habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengetragen -> Link

Technische Daten Amazfit Powerbuds Pro:

  • Bluetooth 5.2
  • Bluetooth Profile A2DP, AVRCP, HFP, HSP (was ist das?
  • Bluetooth Codec AAC, SBC (was ist das?
  • Freisprechfunktion
  • ANC
  • Touchbedienung
  • Trageerkennung
  • Sprachassistenten
  • Pulsmessung
  • Aktivitätenerkennung
  • Intelligenter Gehörschutz
  • spritzwassergeschützt nach IP55 (was bedeutet das?)
  • USB Typ-C
  • 60,5 x 47,3 x 25 mm (Case)
  • 35,4 x 16,7 x 23,4 mm (Earpiece)
  • 8 g (pro Earpiece)
  • 58 g (gesamt mit Case)
  • 68 mAh (Earpiece)
  • 510 mAh (Case)

Produktseite: de.amazfit.com/amazfit-powerbuds-pro

Deutsche Bedienungsanleitung: amazfit-support.com/Amazfit_Buds_Pro_Bedienungsanleitung.pdf

Erhältlich sind die Amazfit Powerbuds Pro nur in weiß bei Amazon* zum Preis von 129,90 Euro.

Was ich gut finde:

Im Lieferumfang der Amazfit PowerBuds Pro findet man neben dem Case mit seinen beiden Ohrstöpsel noch ein USB Typ-C Ladekabel, drei Paar Aufsätze in S, L und XL. Die Größe M ist bereits montiert. Zu guter Letzt noch die Bedienungsanleitung. Die Verarbeitung ist in allen Gesichtspunkten top. Zwar besteht alles komplett aus Plastik, aber schon das Case hat ein sehr gute Anfass-Gefühl. Auf einem geraden Untergrund kann das Case auch frei stehen. An der Front befindet sich eine kleine LED, an der Unterseite die USB Typ-C Buchse und auf der Rückseite die Taste zum verbinden und zurücksetzen. Der Deckel des Case schließt mit einem satten „Klack“ und die beiden Ohrstöpsel werden gut im Case gehalten. Leider ist auch hier die Entnahme etwas fummelig.

Leider gibt es keine Angaben, was für Treiber im Inneren werkeln, aber es wird sich wohl um welche mit 11 mm handeln. Das ANC soll bis zu 40 dB dämpfen und arbeitet 3-stufig. Mit an Bord ist auch eine Automation, die zwischen ANC an, Thru-Modus und Aus jederzeit umschaltet. Wasserdicht ist das Headset nicht, aber spritzwassergeschützt nach IP55. Damit kann man auch bei Regen problemlos joggen oder auch stark schwitzen. Der eingebaute Fitnesstracker ist stark vereinfacht und erkennt Aktivitäten wie Laufen und Radfahren anhand des Anstiegs des Pulses. Zu diesem Zweck steckt im kurzen Steil des Ohrstöpsels, dort wo das Polster aufgesteckt wird, ein Pulssensor. Deswegen sind auch die Ohrpolster durchsichtig, denn der Pulssensor ist ein optischer Sensor und daher dürfen nur die original Ohrpolster genutzt werden.

Der Ohrstöpsel ist auch sehr schön gearbeitet. Zwar nicht ganz so schlank wie z.B. beim Oppo Enco X (Testbericht) oder Huawei FreeBuds Pro (Testbericht), aber insgesamt sehr schick. Am Ende des längeren „Stengels“ sieht man die beiden Kontakte zum Laden im Case. Dort „drückt“ man auch für die Bedienung. Diese Art der Bedienung gleicht der der Apple AirPods (Testbericht) und das ist auch bei den Amazfit PowerBuds Pro richtig gut gemacht. Eine Trageerkennung gibt es ebenfalls. Neu ist eine Funktion, die die Körperhaltung verbessern soll. Zu Beginn setzt man das Headset ein und kalibriert seine Haltung. Verändert man seine Haltung, soll das Headset warnen und bietet Übungen zur Entspannung der Halswirbelsäule an. Auch wenn zu lange, zu laut gehört wird, möchte das Headset warnen. Kennt man von den Apple AirPods Pro und nervt einfach nur.


Der Tragekomfort ist sehr gut, hängt aber wie immer davon ab, wie sorgfältig man die für sich passenden Ohrpolster aussucht. Wie bereits erwähnt, gibt es insgesamt vier verschiedene Größen und bei mir ist es ein Mix aus M und L geworden. Damit sitzt das Headset perfekt im Ohr und hält problemlos auch Burpees und Jumping Jacks aus. Sehr gut gefällt mir, dass man den Sitz korrigieren kann, ohne irgendwas zu drücken, weil die Bedienung unten im Stengel zu finden ist. Die Verbindungsqualität ist in Ordnung. Zwar ist die Reichweite dank Bluetooth 5.2 sehr gut und wird auch gut gehalten, aber man muss jedes mal die aktive Verbindung trennen, bevor man sich mit einem anderen Gerät verbinden möchte. Keine Ahnung, warum Multipoint nicht öfter zum Einsatz kommt. So teuer kann das doch nicht sein. Auch die Latenz ist erfreulich niedrig. Nicht perfekt, denn einen Versatz bemerkt man schon, aber er ist im erträglichen Rahmen.

Die zum Headset gehörende App ist die bekannte Zepp App (Android / iOS) und ist primär für die Wearables gedacht. In den Geräten findet man dann auch das Headset und viele weitere Funktionen. Hier kann man unter „Hörvermögen“ die Vorgaben für die Dauer und Lautstärke abschalten. Es gibt noch viele mehr, wobei man aber zugeben muss, dass man einige Funktionen erst so richtig versteht, wenn man deren kurze Erklärungen liest. So der „Motion Beat Mode“. Ist dieser aktiviert, werden die Bässe verstärkt, wenn ein Lauf erkannt wird. Dazu komme ich gleich noch im Detail zu sprechen. In der App lässt sich auch die Bedienung anpassen. Ab Werk ist es so eingestellt, dass einmaliges Drücken links oder rechts Play und Pause steuert und nimmt Telefonate an. Drückt man doppelt, springt man einen Titel nach vorne oder lehnt einen Anruf ab. Dreifaches drückt aktiviert den Sprachassistenten und gedrückt halten schaltet zwischen den drei ANC-Modis um. Eine Unterscheidung zwischen links und rechts gibt es aber nicht. Auch die Lautstärke lässt sich nicht regeln. Für einen Reset auf die Werkseinstellungen muss man die Zepp App bemühen. Dort unter „Profil“ -> „Geräte“ -> „Amazfit PowerBuds Pro“ -> „Auf Werkseinstellungen zurücksetzen“.

Das ANC ist wie erwähnt 3-stufig und kann auf Wunsch in der Zepp App auch auf „Apativ“ arbeiten, also automatisch, wenn ANC aktiv ist. Hier lässt sich dann noch „Reisen“, „Training“ und „Indoor-Sport“ auswählen. Nicht so toll ist schon mal, dass es ein starkes Grundrauschen gibt, sobald ANC aktiviert ist und dadurch bemerkt man auch, dass die die Automatik etwas hektisch arbeitet. Es reicht oft schon den Kopf etwas zu drehen und das Headset schaltet um. Ist jetzt nicht so schlimm, wie es sich vielleicht liest, aber fällt eben auf. Dafür aber auch, dass das ANC als solches wirklich gut funktioniert. Zwar nicht so perfekt wie bei den Sony WF-1000XM4 (Testbericht), aber immer noch gut. Der Staubsauger oder der Fön werden gut gefiltert, da es sich um gleichbleibende Lärmquellen handelt. Bei vorbeifahrenden Autos oder Stimmen ist es nicht mehr so effektiv, aber das hört man aber auch nur in ruhigen Passagen der Musik. Gefällt mir richtig gut, denn das ist auch in dieser Preisklasse leider nicht der Standard. Der Thru-Modus ist ganz ok, filtert aber Stimmen immer noch zu stark heraus bzw. das Grundrauschen ist zu laut.

Nächster Pluspunkt ist die Akkulaufzeit. Mit aktiven ANC sollen es bis zu 5:45 Stunden sein und die habe ich mit 5 Stunden und 22 Minuten beinahe erreicht. Schaltet man ANC aus, dann sind es mit 7 Stunden und 34 Minuten nicht die versprochenen 9 Stunden, aber bislang kenne ich kein Headset, welches länger durchhält. Das Case kann beide Ohrstöpsel noch zweimal komplett aufladen. Das ist mehr als in Ordnung und dank Schnellladen sollen 15 Minuten ausreichen, um wieder 2,5 Stunden Musik ohne ANC zu hören. Bei mir waren es exakt 1 Stunde und 42 Minuten. Top.

Und wie klingen die Amazfit PowerBuds Pro? Wie immer habe ich den Equalizer deaktiviert und der Klangcharakter ist mit einem Wort zu beschreiben: Neutral. Diese eine Wort fasst den perfekt zusammen und das meine ich im positiven Sinne. Man bekommen einen angenehmen Bass, der präsent ist, aber eben nicht so übertrieben brummig, wie viele andere. Daran schließen sich schöne Mitten an, die gerade Frauen eine tolle Fülle verleihen. Die Höhen passen perfekt dazu. Sehr angenehme Präsenz ohne zu nerven. Echt gut gemacht, zumal es auch eine sehr gute Bühne gibt. Was will man viel schreiben, wenn der Klang einfach Spaß macht und man gerne auch mal etwas lauter hört. Denn auch bei maximaler Lautstärke verzerrt nichts. Ich muss zugeben, dass mich der gute Klang absolut überrascht hat, denn wir sind damit auf Augenhöhe mit den Oppo Enco X (Testbericht) und Huawei FreeBuds Pro (Testbericht).

Was ich nicht gut finde:

Also das mit dem Fitnesstracker war bei mir ein totaler Reinfall. Egal ob mit dem iPhone oder dem OnePlus Nord CE. Mit keinem konnte ich einen Lauf tracken. Zunächst muss man in der App die Lauferkennung aktivieren, dann noch bei „Mit App von Drittanbieter verbinden“ einschalten und dann per Bluetooth noch zusätzlich das „A2030“ verbinden. Man sollte schon vor dem Start der Aktivität das Headset schon tragen, damit die Amazfit PowerBuds Pro den Pulsanstieg registrieren können. Trotzdem muss man dann noch eine Aktivität starten. Aber leider hat es selbst einen Lauf von knapp 6 Kilometer nicht erkannt und damit auch nicht aufgezeichnet. Auf dem Laufband dasselbe Problem. Eine Stunde nicht erkannt. Dasselbe dann auch mit einem kurzen Lauf. Irgendwie ein Totalausfall, aber defekt ist das Headset nicht, denn die Warnung für eine zu Hohe Herzfrequenz kommt und somit wird auch mein Puls erkannt. Zumal der Tracker ohnehin nur den Puls und die Dauer einer Aktivität aufzeichnet. Also mehr als nur rudimentär. Das mit der Haltung habe ich zwar kalibriert, aber auch hier gab es keinerlei Hinweis, egal wie sehr ich mich verkrümmt habe. In der App wird zwar die Haltung erkannt und kann erneut kalibriert werden, aber es gibt eben keinen Hinweis.

Fazit:

Ist das Amazfit PowerBuds Pro empfehlenswert? Ja, denn für den Preis von knapp 130 Euro bekommt man ein sehr gutes In-Ear Headset mit einem brauchbaren ANC, sehr guter Akkulaufzeit und vor allem einem richtig gute Klang und Tragekomfort. Den Totalausfall des Trackers kann man verschmerzen, da er ohnehin so gut wie nichts kann. Da macht es mehr Sinn irgendeinen günstigen Fitnesstracker zu kaufen, denn selbst die schlechten sind besser als gar keiner. So ein Xiaomi Mi Band 6 (Testbericht) wäre eine perfekte Ergänzung. Trotzdem gibt es das Gütesiegel und einen Platz in unserer Headset Bestenliste, denn als reines Headset kann das Amazfit PowerBuds Pro absolut überzeugen.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

Amazfit PowerBuds Pro
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Klang
  • Preis/ Leistung
3.8

Zusammenfassung

+ sehr gute Verarbeitung
+ sehr guter Klang
+ ANC in Ordnung
+ lange Akkulaufzeit
+ einfache Bedienung
+ sehr guter Tragekomfort

– Tracker ohne Funktion
– keine Warnung der Körperhaltung

1 Kommentar zu „Im Test – das Amazfit PowerBuds Pro In-Ear Headset mit eingebauten Fitnesstracker“

  1. Die Kopfhörer fühlen sich gut im Ohr an, ich habe relativ kleine Ohren und In-Ear-Kopfhörer tun meist weh. Die Funktionen sind super, so lässt sich der Modus leicht ändern. Auch für die Gesundheit die Überwachung des Nackens lässt sich einstellen.
    Telefongespräche sind in einer prima Qualität, Hören als auch das Gesprochene kommen klar und deutlich an. Die Musik ist klangvoll und mit dem Gehörschutz auch nicht überlaut. (Auch wenn man das gerne mag)

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