JBL Reflect Flow im Test – was ich gut finde und was nicht

Mit dem JBL Reflect Flow habe ich den aktuellen Testsieger der Stiftung Warentest ebenfalls im Test und hier könnt ihr nachlesen, was ich an diesem In-Ear Headset gut finde und was nicht.

Im einem unserer letzten Podcast Folge haben wir über die aktuelle Ausgabe der Stiftung Warentest 3/2021 gesprochen, denn darin wurden diverse Bluetooth Headsets getestet. Darunter auch das JBL Reflect Flow und dieses hat mal soeben wesentlich teurere High-End Headsets in Punkto Klang und Tragekomfort ausgestochen. Genau so etwas macht mich super neugierig, also habe ich mir das JBL Reflect Flow für einen Test herangeschafft. Denn JBL ist eben JBL und haben weltweit ziemlich viele Fans.

Technische Daten JBL Reflect Flow:

  • 5,8 mm Treiber
  • 20 Hz – 20 kHz
  • 96 dB ±3 dB
  • Bluetooth 5.0
  • Bluetooth Profile A2DP, AVRCP, HFP (was ist das?
  • Bluetooth Codec AAC, SBC (was ist das?
  • Bedienung per Tasten
  • Freisprechfunktion
  • Sprachassistenten
  • spritzwassergeschützt nach IPX7 (was bedeutet das?)
  • Micro-USB
  • 85 x 46,5 x 31 mm (Case)
  • 10 g (pro Earpiece)
  • 91g (gesamt mit Case)
  • 110 mAh (Earpiece)
  • 850 mAh (Case)

Produktseite: de.jbl.com/JBL+REFLECT+FLOW

Deutsche Bedienungsanleitung: support.jbl.com/JBL_REFLECT_FLOW_Multilingual.pdf

Erhältlich ist das JBL Reflect Flow TWS Headset in schwarz und türkis bei Amazon* zum Preis von 99 Euro.

Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben -> Link

Natürlich bewerte ich auch solche Sachen wie Verarbeitungsqualität, Konnektivität mit Android und iOS, Tragekomfort usw. denn ich treibe auch Sport und trage sie dabei.

Am Ende schreibe ich auf, was ich gut finde, was ok und was ich nicht gut finde. 

Natürlich sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab. Das auch mit einer der Gründe, warum wir unsere Testberichte eher kurz halten, denn niemand elend lange Texte lesen und daher konzentrieren wir uns auf besonders erwähnenswerte Merkmale.

Nicht zuletzt von der Auswahl der passenden Aufsätze die zum sehr großen Teil den Klang beeinflussen. Dazu habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengetragen -> Link

Was ich gut finde:

Im Lieferumfang befinden sich neben dem Case mit seinen innenliegenden Ohrstöpseln noch ein kurzes Micro-USB Ladekabel und noch jeweils zwei Paar Ohrhaken und Polster nebst einer Kurzanleitung, die im übrigen ihren Namen Kurzanleitung verdient. Viel ist da nicht nachzulesen, aber das sind wir leider mittlerweile gewöhnt.

Der Tragekomfort ist trotz der Größe richtig gut. Hängt natürlich immer davon ab, dass man sich die Zeit nimmt und die für sich passende Kombination aus Ohrhaken und Polster findet, die sich für links und rechts durchaus unterscheiden kann. Aber wenn es dann sitzt, dann sitzt es Da spielt es dann auch keine Rolle, ob man beim Sport Burpees macht, Jumping Jacks oder Seilspringen. Hätte ich jetzt so nicht erwartet, denn die Ohrstöpsel ragen doch sehr weit aus dem Ohr heraus. Sogar noch ein Stück weiter als die Sony WF-1000XM3 (Testbericht). Da hat die Stiftung Warentest zurecht den Testsieg vergeben. Zumindest was diesen Punkt angeht. Denn auch im Alltag stört es weitaus weniger, als man zunächst meinen könnte. Selbst nach Stunden drückt es nicht.

Ein ANC gibt es zwar nicht, aber drei Stufen der Umgebungsfilterung. Im normalen Betrieb ist man schon durch die In-Ear Konzeption schon recht gut abgeschirmt. Auch ohne ANC. Im TalkThru-Modus, den man durch einmaliges drücken auf den linken Ohrstöpsel aktiviert, wird die Lautstärke der Musik sehr stark reduziert und die Mikrofone aktiviert, um sich ungestört zu unterhalten. Was das Gegenüber davon hält, wenn man die Ohrstöpsel im Ohr behält, steht auf einem anderen Blatt. Bei mir war es so, dass mein Gegenüber der Meinung war, dass ich ihm nicht zuhöre. Drückt man ein weiteres mal auf den linken Ohrstöpsel, aktiviert man „Ambient Aware“, bei dem die Musik nicht so stark reduziert wird, aber die Mikrofone weiterhin aktiv sind. Ideal beim Pendeln oder im Straßenverkehr. Mit diesen Möglichkeiten habe ich zu keiner Zeit das ANC vermisst.

Die Größe kommt nicht von ungefähr. Sei es die vergleichsweise großen Ohrstöpsel oder das riesige Case. In Sachen Akkulaufzeit macht den JBL Reflect Flow bislang niemand etwas vor. Selbst bei gehobenen Lautstärken war erst nach 10 Stunden und 8 Minuten Schluss. Danach kann man beide Ohrstöpsel im Case noch dreimal komplett aufladen. Und dank der Schnellladefunktion hat man nach nur 10 Minuten aufladen direkt wieder für 2 Stunden und 36 Minuten Saft.

Kommen wir zum Klang. JBL steht schon mal nicht für High-End, sondern für Power. Ein straffes Fundament im Bass, der bis in die Mitten hinein omnipräsent ist. Das ist kein Fehler, denn gerade beim Sport hört man nicht auf die hinterste Flöte im riesigen Orchester, sondern will gepusht werden. Und genau das liefert das JBL Reflect Flow volle Pulle. Aber zum Glück stehen auch die anderen Frequenzen in nichts nach. Kraftvolle Mitten und richtig gute Höhen. Ein absolutes Power-Rundum-Paket und das meine ich positiv. Wer ein lautes Headset sucht, der ist hier genau richtig. Mein iPhone hat direkt nach wenigen Minuten darauf hingewiesen, dass es da zu laut ist und ich bitte mal etwas leiser machen sollte. Nein…Warnung weg gewischt und ab dafür. Wer wirklich High-End sucht, ist beim JBL Reflect Flow definitiv falsch. Da gibt es wesentlich bessere wie das Oppo Enco X (Testbericht), welches aber auch ein wenig teurer ist.

Was ich ok finde:

Die Verarbeitung des Case und der Ohrstöpsel ist in Ordnung. Zwar Plastik total, aber es gibt nichts zu beanstanden. Die Ohrhacken lassen sich sehr einfach überziehen und sitzen perfekt auf dem Gehäuse. Auch die großen Tasten an beiden Ohrstöpseln haben einen sehr guten Druckpunkt und liefern jederzeit ein gutes Feedback. Nur schade, dass man unter dem Überzieher die tolle rote Farbe nicht mehr sehen kann. Der Deckel des Case schließt mit einem satten Klacken und die Ohrstöpsel werden gut von den Magneten gehalten. Auf der Rückseite zeigen vier LEDs den aktuellen Ladezustand des Case an. Mittlerweile leider immer seltener zu finden. Wer möchte, kann mit dem Headset Dank IPX7 (was bedeutet das?) bis zu 30 Minuten einen Meter tief tauchen. Macht aber keinen Sinn, denn unter Wasser funktioniert Bluetooth nicht. Aber so kann man das Headset auch mal unter fließend Wasser abwaschen.

Die Bedienung ist dank der beiden großen Tasten kein Hexenwerk. Zum Einschalten öffnet man das Case, man kann das JBL Reflect Flow aber auch manuell ausschalten, in dem man die Taste für 5 Sekunden gedrückt hält. Links kurz drücken, schaltet mit jedem Drücken zwischen den bereits genannten Modis um. Rechts kurz drücken steuert Play und Pause. Kommt ein Anruf rein, kann man durch einmaliges Drücken diesen Annehmen oder gedrückt halten auch ablehnen. Während der Musikwiedergabe startet man durch gedrückt halten den Sprachassistenten. Die Lautstärke kann man aber nicht ohne das Smartphone ändern.

Der Reset auf die Werkseinstellungen ist beim JBL Reflect Flow etwas umständlich, denn hier gibt es noch eine altmodische Master-Slave Konfiguration. Also der rechte Ohrstöpsel ist der Master und verbindet sich mit dem Smartphone. Der linke Ohrstöpsel verbindet sich mit dem rechten Ohrstöpsel, kann aber nicht alleine betrieben werden. Also entweder nur rechts oder beide zusammen.

Gibt es Probleme bei dieser Verbindung untereinander, dann nimmt man den linken Ohrstöpsel aus dem Case und schaltet ihn durch gedrückt halten der Taste aus. Dann drückt man dreimal hintereinander die Taste und nimmt daraufhin den rechten Ohrstöpsel aus dem Case. Dasselbe nun beim rechten wiederholen. Also ausschalten, Taste dreimal drücken und die beiden sollten sich wieder verbinden, was durch blaues Blinken am linken Ohrstöpsel zu sehen ist.

Hat das nicht geholfen, dann setzt man den rechten Ohrstöpsel in das Case ein und hält die Taste für mehr als 5 Sekunden gedrückt. Damit setzt man das Headset zurück und muss ggf. wie oben beschrieben den linken Ohrstöpsel erneut an den rechten Ohrstöpsel binden.

Apropos Verbindung. Diese wird schnell aufgebaut, trotz altmodischer Master-Slave Konfiguration, und auch bis auf große Distanzen gut gehalten. Natürlich hängt das wieder von den baulichen Gegebenheiten ab und wird daher nicht gewertet.

Was ich nicht gut finde:

So richtig was negatives habe ich nicht gefunden, außer dass die My JBL Headphone App (Android / iOS) das JBL Reflect Flow nicht unterstützt. Aber es geht problemlos auch ohne eine App.

Fazit:

Ist das JBL Reflect Flow empfehlenswert? Ja, durchaus, denn es bietet einen voluminösen Klang, der gerade beim Sport für mächtig Spaß sorgt, dazu die überragende Akkulaufzeit, die man sich halt mit der entsprechenden Größe der Ohrstöpsel und dem Case erkauft. Aber auch sonst kann es mich überzeugen und verdrängt damit das Haylou T16 (Testbericht) aus unserer Bestenliste. Die EarFun Free Pro (Testbericht) können klanglich nicht ganz mithalten, bieten aber ein gutes ANC und daher vergebe ich das Gütesiegel, auch wenn es klanglich z.B. nicht an das Oppo Enco X (Testbericht) heran kommt, welches ebenfalls gut sitzt, aber beim Akku den kürzeren zieht.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf Anfrage vom Hersteller als Leihgabe bzw. als Geschenk erhalten. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

JBL Reflect Flow
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Klang
  • Preis/ Leistung
3.5

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ sehr gute Akkulaufzeit
+ sehr gute Tragekomfort
+ wuchtiger Klang
+ Schnellladefunktion

– Größe des Case und Ohrstöpsel
– App wird nicht unterstützt
– Reset etwas umständlich

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