Die TicPods ANC von Mobvoi sind ganz neu auf dem Markt und wurden direkt nach der Veröffentlichung im Preis auf 69,99 Euro reduziert. Grund genug mir diese zu kaufen und zu testen.

Mit Mobvoi habe ich mittlerweile komplett unterschiedliche Erfahrungen sammeln können. Die TicWatches (Tests) sind richtig gut, aber bei den Headsets konnten sie mich bislang nicht überzeugen. Die TicPods Free (Testbericht) klingen zwar ordentlich, aber die Bedienung war eine Katastrophe.

Die neuen TicPods ANC besitzen, wie der Namen schon erahnen lässt, ANC, also die aktive Geräuschunterdrückung, die derzeit schwer gefragt ist. Kennt man bislang in eher hochpreisigen Headsets wie den AirPods Pro (Testbericht), aber dass man ANC auch günstig haben kann, konnten zuletzt die Haylou T16 (Testbericht) eindrucksvoll unter Beweis stellen und genau gegen die müssen sie sich im TicPods ANC Test beweisen.

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Technische Daten Mobvoi TicPods ANC:

  • 100 dB ± 2 dB
  • 13 mm Treiber
  • Bluetooth Codec AAC, SBC (was ist das?
  • spritzwassergeschützt nach IPX5 (was bedeutet das?
  • ANC
  • Touchbedienung
  • Bluetooth 5.0
  • USB Typ-C
  • Freisprechfunktion
  • Siri / Google Assistant
  • 19,6 ×24,6 x 43,1 mm (Earpiece)
  • 26,1 x 60 x 62,2 mm (Case)
  • 5 g einzelnes Earpiece
  • 52 g komplett mit Case
  • 50 mAh (Earpiece)
  • 400 mAh (Case)

Produktseite: mobvoi.com/ge/ticpodsanc

Deutsche Bedienungsanleitung: n/a

Erhältlich ist das TicPods ANC bei Amazon* zum Preis von 69,99 Euro.

Wie ich genau teste und worauf ich dabei so achte, habe ich hier im Detail beschrieben -> Link

Natürlich sind das meine ganz persönlichen Eindrücke und gerade der Klang, aber auch die Akkulaufzeit hängt extrem vom eigenen Nutzungsverhalten und Hörgewohnheiten ab.

Nicht zuletzt von der Auswahl der passenden Aufsätze die zum sehr großen Teil den Klang beeinflussen. Dazu habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengetragen -> Link

Was ich gut finde:

In der Verpackung befindet sich neben dem Case mit den beiden Ohrstöpseln noch ein kurzes Ladekabel, zwei weitere, etwas kleinere, Ohrpolster und eine Kurzanleitung in deutscher Sprache.

Positiv zu erwähnen ist der sehr gute Tragekomfort. Dank der weichen Ohrpolster aus Silikon mit ihrer besonderen Form, dürften sie eigentlich jedem passen. Die TicPods ANC werden wie ein Zwitter aus den AirPods 2 (Testbericht) und den AirPods Pro (Testbericht) getragen. Also in das Ohr „eingehängt“ aber doch ein Stück in den Gehörgang hinein ragend.

Diese Kombination funktioniert beim Sport richtig gut, denn die halten wirklich gut. Egal ob Burpees, Seilspringen oder beim Laufen. Sie halten an Ort und Stelle. Zumindest bei normalen Bewegungsabläufen. Gibt ja Spaßvögel die damit Überschläge machen und sich beschweren, dass sie herausfallen. Da muss man die Kirche einfach mal im Dort lassen.

Bei den TicPods Free (Testbericht) war die Bedienung gelinde gesagt eine Katastrophe. Das hat Mobvoi bei den TicPods ANC zum Glück in den Griff bekommen. Die sehr groß Fläche für die Bedienung per Touch reagiert prompt und dennoch feinfühlig genug, dass man nach kurzer Gewöhnung zielsicher Aktionen auslösen kann.

Leider kann man nur einen Titel nach vorne springen, indem man rechts dreimal antippt und nutzt man nur den linken Ohrstöpsel, dann ist diese Funktion gar nicht mehr vorhanden. Lauter und Leiser kann man nicht steuern, egal ob man beide nutzt oder nicht.

Der Reset auf die Werkseinstellungen ist etwas seltsam, denn man setzt beide Ohrstöpsel in das Case und lässt den Deckel offen. Nun löscht man das Headset aus dem Bluetootheinstellungen des Smartphone. Anschließend steckt und löst man das Ladekabel (natürlich mit Strom verbunden) dreimal hintereinander. Die LED neben der Ladebuchse blinkt bei Erfolg siebenmal in rot.

Richtig gut gefallen hat mit der Klang der TicPods ANC. Der ist nichts für analytische Hörer, aber für jeden der Spaß mit Musik hat. Egal welches Musikmaterial man abspielt, machen die TicPods ANC einfach nur Spaß und genau das zählt.

Schöne Bässe, angenehme Mitten die einer Sängerin wie Adele die nötige Fülle verleiht und Höhen, die selbst bei hohen Lautstärken nicht nerven. Eine wirklich rundum gelungene Abstimmung. Sehr gut finde ich, dass Stimmen exakt zwischen den Ohren platziert werden. Nennt man Räumlichkeit und habe ich bei anderen Headsets dieser Preisklasse wie den Haylou T16 (Testbericht), aber auch den OnePlus Buds (Testbericht) oder den mehr als doppelt so teuren Teufel Airy (Testbericht) nicht heraus hören können.

Einfach nur wow und macht höllisch Spaß zu hören. 

Und das selbst bis zu den höchsten Lautstärken. Gilt im übrigen auch für Telefonate. Man selbst wird sehr gut verstanden und das Gegenüber wird dank der guten Abstimmung und guten Sitz selbst bei lauteren Umgebungen noch sehr gut verstanden.

Was ich ok finde:

Die Verarbeitung ist ok. Das relativ große Case besteht aus Plastik und fühlt sich halt auch so an. Möchte man das Case geöffnet hinlegen, klappt der Deckel wieder zu und durch die abgerundete Unterseite bleibt es auch nicht stehen. Dafür liegt es gut in der Hand und der Hosentasche.

Die USB Typ-C Buchse ist gut erreichbar, allerdings ist die Entnahme der Ohrstöpsel etwas umständlich. Hat man sie heraus gefummelt, hat man sie erst einmal seitenverkehrt in der Hand. Warum kann man sie nicht entnehmen bzw. einsetzen, wie man sie dann auch im Ohr trägt? Ist eine Kleinigkeit aber nervt irgendwie, weil man sie jedes mal falsch herum einpacken will.

Die Ausstattung liest sich dank des ANC zuerst richtig gut, aber es fehlt z.B. eine Trageerkennung wie es die günstigeren Haylou T16 (Testbericht) bietet. Finde ich mittlerweile ein echtes Komfortmerkmal und möchte es nicht mehr missen. Als Bluetooth Codecs werden lediglich AAC und SBC (was ist das?) unterstützt.

Kabelloses Laden gibt es leider auch nicht, was aber z.B. die Haylou T16 (Testbericht) bieten.

Apropos ANC. Ja, das ist drin, aber leider ist die Wirkung eher mittelmäßig bis dürftig. Durch gedrückt halten links für 3 Sekunden kann man zwischen dem „Quiet-Mode“, dem „ANC OFF“ und dem „Sound Passtrough-Mode“ umschalten. 

Im Quiet-Mode ist das ANC aktiv, filtert aber so gut wie nichts heraus, sondern dämpft es nur ein wenig ab. Meine Kollegen kann ich immer noch bei normaler Gesprächslautstärke hörren, genauso den Staubsauger und den Fön zu Hause. Eben nur dumpfer und etwas leiser. Hier arbeitet das Haylou T16 (Testbericht) wesentlich effektiver.

Im „Sound Passtrough-Mode“ hört man alles um sich herum noch gut, kann aber trotzdem seine Musik genießen.

Wie üblich sind auch die TicPods ANC nicht wasserdicht, sondern spritzwassergeschützt nach IPX5 (was bedeutet das?), womit sie Schweiß und dem Regenschauer trotzen.

Eine gewisse Latenz kann man nicht wegdiskutieren, aber es hält sich absolut im Rahmen. Machen die anderen in diesem Preissegment und auch die teureren meist auch nicht besser.

Der Akku soll mit aktiven ANC bis zu 5 Stunden durchhalten, ohne ANC bis zu 6 Stunden, was ich in beiden Fällen leider nicht wirklich nachvollziehen kann. Mit ANC komme ich im Schnitt auf 4 Stunden und 36 Minuten bei normalen Lautstärken. Ohne ANC sind es 5 Stunden und 4 Minuten.

Das Case soll in der Lage sein, beide Ohrstöpsel bis zu dreimal aufzuladen. Das passt schon rein rechnerisch nicht, da in einem modernen Akku immer ein Rest von 20-30% verbleiben muss. In der Realität konnte ich beide Ohrstöpsel noch zweimal aufladen und beim dritten mal reichte es dann noch für mickrige 16 Minuten.

Was ich nicht gut finde:

Zum Haare raufen war die Sache mit der Verbindung. Prinzipiell gibt es kein Master/Slave mehr. Beide Ohrstöpsel können autark genutzt werden. So kann man zuerst nur rechts nutzen und später den linken dazu oder umgekehrt. Soweit die Theorie.

Mit meinem Samsung Galaxy Note 20 Ultra und dem Xiaomi Redmi 9 hat das alles auch ganz hervorragend funktioniert, aber die Reichweite war trotz Bluetooth 5.0 nicht so der Bringer. Man kann sich keine 5 oder 6 Meter entfernen und die Verbindung reißt ab. 

Noch schlimmer ist es in Verbindung mit iOS. Ich habe mit meinem iPhone 11 und meinem iPad bis zuletzt mit massiven Problemen zu kämpfen gehabt. Bei der ersten Verbindung sollte man sich nicht wundern, dass beide Ohrstöpsel im Bluetooth Menü auftauchen. Um es noch komplizierter zu machen, heißen beide natürlich exakt gleich. Und hat man den ersten verbunden, möchte man gerne auch den zweiten verbinden, was aber permanent fehl schlägt, weil es unnötig ist. Steht natürlich nicht in der Anleitung.

Möchte man dann Musik hören und nimmt beide Ohrstöpsel heraus, ist es Glückssache, ob direkt beide verbunden werden. In 99% der Fälle hört man nur rechts. Also wieder beide rein ins Case und nochmals probieren, bis es irgendwann mal funktioniert. 

Und nein. Das Headset ist nicht defekt. Im Netz findet man jede Menge solcher Berichte, aber eben nur in Verbindung mit iOS. 

Hat man das Headset an und es kommt ein Anruf per Facetime rein, wird dieses nicht auf das Headset übertragen, sondern über die Lautsprecher des iPhone, obwohl als Ausgabe das Headset ausgewählt ist. Genau diese Kleinigkeiten machen es faktisch unbrauchbar.

Da es keine App gibt, die man mit dem Headset verbinden kann, wird es auch keine Updates geben, die solche Probleme lösen könnten. Auch hier können die Haylou T16 (Testbericht) hervorstechen, denn da gibt es eine App und mit dem letzten Update wurde die Bedienung erweitert. Geht mit den TicPods ANC leider nicht.

Fazit:

Sind die TicPods ANC empfehlenswert? Kurz und knapp. Nein, denn die vielzitierten Haylou T16 (Testbericht) kosten weniger, bieten aber das bessere Gesamtpaket. Guter Klang, gute Akkulaufzeit, ein besseres ANC, bessere Akkulaufzeit, Firmwareupdates per App und noch einiges mehr wie kabelloses Laden. Daher vergebe ich auch nicht das Gütesiegel.

Offenlegung: Mobi-test.de hat dieses Gerät auf eigene Kosten gekauft. Es wurde nicht vom Hersteller bzw. Onlineshop als Leihgabe bzw. als Geschenk zur Verfügung gestellt. Diese Offenlegung dient der Transparenz.

TicPods ANC
  • Verarbeitung/ Ausstattung
  • Verbindung/ Bedienung
  • Klang
  • Preis/ Leistung
2.5

Zusammenfassung

+ gute Verarbeitung
+ sehr guter Tragekomfort
+ sehr guter Klang

– relativ groß
– keine Trageerkennung
– ANC nur bedingt brauchbar
– massive Verbindungsprobleme mit iOS

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